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Gründe, Durchsetzung und Folgen der Erfindung des Buchdrucks

Eine Unterrichtseinheit für den Sachunterricht unter besonderer Berücksichtigung des Lernens an Stationen

Titel: Gründe, Durchsetzung und Folgen der Erfindung des Buchdrucks

Examensarbeit , 2004 , 94 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Dorothea Schleider (Autor:in)

Didaktik - Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zu 18 Millionen bereits archivierten Büchern kommen jährlich noch rund 180.000 Exemplare zu der Sammlung der Deutschen Bibliothek hinzu. Einer Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes (10/2004) zufolge geben die deutschen Haushalte im Durchschnitt 12 Euro monatlich für Bücher aus. Diese Zahlen belegen, dass Bücher heute etwas Alltägliches sind. Kaum jemand macht sich beim Kauf eines Buches Gedanken darüber, wie es wohl hergestellt wurde, oder empfindet den Anblick der gedruckten Buchstaben als etwas Außergewöhnliches; Bücher sind für uns in unserer heutigen Zeit etwas Normales. Das war aber nicht immer so.
Bis zur Erfindung des Buchdrucks mit Bleilettern wurden Bücher von Hand geschrieben und anschließend sehr aufwändig verziert. Dies und die Tatsache, dass sie fast ausschließlich in lateinischer Sprache geschrieben wurden, machten Bücher über Jahrhunderte zu einem äußerst kostbaren Gut. Mit diesem Thema beschäftigt sich der erste Teil (Kapitel 2) dieser Arbeit. Die Kunst des Buchdrucks ist untrennbar mit ihrem Erfinder Johannes Gutenberg verbunden, daher ist ein großer Teil der Sachanalyse seinem Leben und seiner Erfindung gewidmet. Im weiteren Verlauf wird dargestellt, welche Auswirkungen diese Erfindung auf die damalige Zeit hatte, wie sie die kirchliche Reformation durch Luther und die Entwicklung und Ausbreitung der Wissenschaften unterstützt hat. Gleichfalls wird die technische Weiterentwicklung des Druckhandwerks bis zur Abkehr von Druckerschwärze und Bleilettern dargestellt.
Das dritte Kapitel befasst sich mit der Theorie des historischen Lernens in der Grundschule, das heißt mit der Frage, ob Geschichtsunterricht in der Grundschule möglich und sinnvoll ist und den sich daraus ergebenden Anforderungen und Möglichkeiten für den Unterricht.
Im darauf folgenden Teil wird eine Art des offenen Unterrichts, das Lernen an Stationen, ausführlich betrachtet. Dabei werden die wesentlichen Punkte, welche für einen erfolgreichen Verlauf einer so gestalteten Unterrichtseinheit zu beachten sind, beschrieben.
Unter Berücksichtigung der vorher beschriebenen Theorien wird anschließend die didaktische Umsetzung der Geschichte der Buchdruckerkunst anhand einer selbst entworfenen Unterrichtseinheit für den Sachunterricht (4. Klasse) dargelegt. Dabei werden die konkreten didaktischen Mittel und die verfolgten Lernziele (5.), die für die Stationen benötigten Arbeitsmaterialien (6.) und die Form der Ergebnissicherung und -präsentation (7. Kapitel) beschrieben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. SACHANALYSE DER SCHWARZEN KUNST

2.1 SCHREIBEN UND DRUCKEN VOR GUTENBERG

2.1.1 Die Entwicklung in Asien

2.1.2 Die Entwicklung in (Mittel-)Europa

2.1.3 Klösterliche Schreibstuben und weltliche Schreibwerkstätten

2.1.4 Holzschnitt und Blockbuch

2.1.5 Kupferstiche

2.2 GUTENBERG UND SEINE ERFINDUNG

2.2.1 Gutenbergs Jugend

2.2.2 Gutenberg in Straßburg

2.2.3 Gutenberg zurück in Mainz

2.2.4 Seine Erfindung

2.3 AUSBREITUNG UND FOLGEN DES BUCHDRUCKS

2.3.1 Warum Johannes Gutenberg, warum zu dieser Zeit?

2.3.2 Ausbreitung und Entwicklung des Buchdrucks in der Inkunabelzeit

2.3.3 Kirchliche Zensur und Reformation

2.3.4 Weitere Nutznießer und Anwendungsgebiete der Buchdruckerkunst

2.3.5 Die (technische) Entwicklung bis heute

3. HISTORISCHES LERNEN IN DER GRUNDSCHULE

3.1 FÖRDERUNG DES GESCHICHTSBEWUSSTSEINS IN DER SCHULE

3.2 VORAUSSETZUNGEN FÜR DAS HISTORISCHE LERNEN IN DER GRUNDSCHULE

3.3 LERNEN DURCH ENTDECKEN

3.4 DIDAKTISCHE ASPEKTE DER VERGANGENHEITS-, GEGENWARTS- UND ZUKUNFTSBEZÜGE IM GESCHICHTSUNTERRICHT

3.5 DIE AUSWAHL VON LERNINHALTEN

4. LERNEN AN STATIONEN

4.1 DEFINITION

4.2 MERKMALE DES STATIONENLERNENS

4.3 DIE UNTERRICHTSPHASEN DES STATIONENLERNENS

4.4 ORGANISATION VON STATIONENARBEIT

4.5 ARBEITSAUFTRÄGE UND GESTALTUNG DER STATIONEN

4.6 DER LAUFZETTEL

4.7 UNTERSCHIEDLICHE ARTEN VON STATIONENLERNEN

4.8 CHANCEN UND GRENZEN DER STATIONENARBEIT

5. DIDAKTISCHE REDUKTION UND SCHWERPUNKTSETZUNG

5.1 STATION: SCHREIBEN WIE IM MITTELALTER

5.2 STATION: KARTOFFELDRUCK

5.3 STATION: GUTENBERG – DER ERFINDER DES BUCHDRUCKES

5.4 STATION: DIE SCHWARZE KUNST

5.5 STATION: EIN BUCH ENTSTEHT

5.6 ZUSATZSTATION: BRETTSPIEL

6. MATERIALAUSWAHL UND AUFBEREITUNG DER MATERIALIEN

6.1 STATION: SCHREIBEN WIE IM MITTELALTER

6.2 STATION: KARTOFFELDRUCK

6.3 STATION: GUTENBERG – DER ERFINDER DES BUCHDRUCKS

6.4 STATION: DIE SCHWARZE KUNST

6.5 STATION: EIN BUCH ENTSTEHT

6.6 ZUSATZSTATION: BRETTSPIEL

7. PRÄSENTATION DER ERGEBNISSE

8. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Geschichte und Bedeutung der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg für den Sachunterricht in der Grundschule didaktisch aufzubereiten und als Unterrichtseinheit in der offenen Lernform "Lernen an Stationen" zu konzipieren.

  • Historische Analyse des Buchdrucks und seiner gesellschaftlichen Folgen
  • Theoretische Fundierung des historischen Lernens in der Grundschule
  • Methodische Grundlagen des Lernens an Stationen
  • Didaktische Reduktion und Gestaltung spezifischer Lernstationen zur Buchdruckgeschichte
  • Förderung von Schüleraktivität und handlungsorientiertem Lernen

Auszug aus dem Buch

2.2.4 Seine Erfindung

Wie man der Lebensgeschichte von Johannes Gutenberg entnehmen kann, war die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Einzelbuchstaben das Ergebnis von jahrelanger Arbeit. Vielleicht hat sich Gutenberg davon inspirieren lassen, dass bereits seit mehreren Jahren Buchtitel mit einzelnen Buchstabenstempeln in die meist ledernen Bucheinbände gedruckt wurden – man weiß es nicht. Aus heutiger Sicht wirkt seine Erfindung vielleicht nicht so spektakulär wie beispielsweise die Erfindung des Telefons durch Graham Bell. Versetzt man sich allerdings zurück in das 15. Jahrhundert, eine Zeit, in der die handgeschriebenen Bücher wahre Meisterwerke und noch immer etwas Besonderes waren, wird man erkennen, was für ein ehrgeiziges Ziel es war, diese Meisterwerke nicht mehr per Hand, sondern in Massenanfertigung herstellen zu wollen. Noch weniger als über Gutenbergs Leben sind Aufzeichnungen über seine Erfindung oder über die von ihm verwendeten Materialien bekannt, daher beruhen alle Angaben über diese technische Seite auf Auswertungen und Analysen der Papiere und Farben in den Gutenberg zugeschriebenen Drucken und auf den uns bekannten Errungenschaften, die zu seiner Zeit vorhanden waren.

Gutenberg konnte bei seinen Versuchen sicherlich auf einige bereits bestehende, für das Drucken unabdingbare Produktionsmittel zurückgreifen und darauf aufbauen. So wurden bei der Holzschnitt- und Kupferstichtechnik bereits Farbzusammenmischungen verwendet, die sich vom Grunde her zum Drucken eigneten. Es ist aber anzunehmen, dass Gutenberg einige Versuche unternommen hat, bis die Konsistenz der Druckfarbe so war, dass sie in getrockneter Form nicht durch das Papier durchschien. Die hohe Qualität der von Gutenberg verwendeten Druckerschwärze wird dadurch belegt, dass bis zum heutigen Tage keinerlei Gelbfärbungen um die gedruckten Buchstaben entstanden sind, was bei späteren Druckwerken aus dem 17. und 18. Jahrhundert öfter vorkommt. Im Zusammenhang mit der Druckfarbe stellte sich dann auch die Problematik einer gleichmäßigen Farbverteilung auf dem Drucksatz.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Alltäglichkeit heutiger Bücher und kontrastiert diese mit der historischen Kostbarkeit von Büchern vor der Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg.

2. SACHANALYSE DER SCHWARZEN KUNST: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte historische Untersuchung über die Techniken vor Gutenberg, das Leben des Erfinders und die weitreichenden gesellschaftlichen Auswirkungen des Buchdrucks.

3. HISTORISCHES LERNEN IN DER GRUNDSCHULE: Hier wird die theoretische Basis für Geschichtsunterricht an Grundschulen gelegt, wobei insbesondere die Entwicklung des Geschichtsbewusstseins und die Relevanz des entdeckenden Lernens thematisiert werden.

4. LERNEN AN STATIONEN: Dieses Kapitel führt in die methodische Unterrichtsform "Lernen an Stationen" ein, erläutert deren Merkmale, Phasen und Organisation sowie die damit verbundenen pädagogischen Chancen und Grenzen.

5. DIDAKTISCHE REDUKTION UND SCHWERPUNKTSETZUNG: Hier wird die praktische Umsetzung des Themas in eine fiktive Unterrichtseinheit für die 4. Klasse dargelegt, inklusive der didaktischen Konzeption einzelner Stationen.

6. MATERIALAUSWAHL UND AUFBEREITUNG DER MATERIALIEN: Dieses Kapitel beschreibt konkret die für die Stationen benötigten Materialien und die methodische Aufbereitung für eine möglichst selbstständige Arbeit der Schüler.

7. PRÄSENTATION DER ERGEBNISSE: Hier wird erläutert, wie die Lernenden ihre erarbeiteten Ergebnisse im Anschluss an die Stationsarbeit strukturieren, präsentieren und reflektieren können.

8. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Schlussbetrachtung resümiert die Bedeutung der Gutenbergschen Erfindung für die moderne Gesellschaft und unterstreicht die Eignung des Themas für den Grundschulunterricht.

Schlüsselwörter

Johannes Gutenberg, Buchdruck, schwarze Kunst, Inkunabelzeit, historisches Lernen, Grundschule, offener Unterricht, Lernen an Stationen, Bleilettern, Medienrevolution, Bildungsgeschichte, Unterrichtseinheit, Sachunterricht, Buchherstellung, Mediendidaktik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit behandelt die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg, seine geschichtlichen Auswirkungen sowie die didaktische Konzeption einer Unterrichtseinheit für Grundschüler zum Thema "Buchdruck".

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Felder sind die historische Sachanalyse des Buchdrucks, die Theorie des historischen Lernens in der Grundschule und die praktische Anwendung des "Lernens an Stationen" als offene Unterrichtsform.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu zeigen, wie ein historisch komplexes Thema wie der Buchdruck unter Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Voraussetzungen methodisch fundiert in der Grundschule vermittelt werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine schriftliche Hausarbeit, die eine historische Sachanalyse mit fachdidaktischen Theorien verbindet, um daraus ein konkretes, handlungsorientiertes Unterrichtsmodell abzuleiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Aufarbeitung der "Schwarzen Kunst", die Darstellung der Theorie historischen Lernens, die methodische Erläuterung des Lernens an Stationen und die konkrete Planung der Unterrichtseinheit inklusive der Materialien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird am besten charakterisiert durch Begriffe wie Johannes Gutenberg, Buchdruck, historisches Lernen, Grundschule, Lernen an Stationen und handlungsorientierter Unterricht.

Warum ist der Kartoffeldruck eine geeignete Station für Grundschüler?

Der Kartoffeldruck ermöglicht den Kindern einen handlungsorientierten, begreifbaren Zugang zum Prinzip des Hochdrucks und der Spiegelschrift, was den Druckvorgang Gutenbergs auf einfacher Ebene erfahrbar macht.

Welche Rolle spielt die Spiegelschrift in dieser Unterrichtseinheit?

Die Auseinandersetzung mit der Spiegelschrift ist ein zentrales Element, da sie das Verständnis für die technische Schwierigkeit des Setzens von Bleilettern in der damaligen Zeit fördert und die Feinmotorik der Kinder schult.

Ende der Leseprobe aus 94 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gründe, Durchsetzung und Folgen der Erfindung des Buchdrucks
Untertitel
Eine Unterrichtseinheit für den Sachunterricht unter besonderer Berücksichtigung des Lernens an Stationen
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Seminar für Didaktik der Geschichte)
Note
2,0
Autor
Dorothea Schleider (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
94
Katalognummer
V78554
ISBN (eBook)
9783638815543
ISBN (Buch)
9783638816717
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gründe Durchsetzung Folgen Erfindung Buchdrucks
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dorothea Schleider (Autor:in), 2004, Gründe, Durchsetzung und Folgen der Erfindung des Buchdrucks, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78554
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  94  Seiten
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