Die Eroberung Englands im Jahre 1013 - Regierungszeit Knud des Grossen


Seminararbeit, 2005

24 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsangabe

I. Einleitung

II. Raubzüge in England

III. Die Wikinger als Krieger

IV. Die Eroberung Englands im Jahr 1013

V. Zur Person: Knud des Grossen

VI. Die Regentschaft Knud des Grossen

VII. Die Nachfolger Knuds

VIII. Schlussbemerkung

IX. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Wenn man etwas über die Geschichte der Wikinger erfahren möchte, erwartet man meistens Berichte von der Seefahrt, Freiheit, Helden und Räuberei. Einerseits stimmen diese Vermutungen, andererseits gehören sie nur zu den vielen Sagas und Mythen, die sich im Laufe der Zeit um die Wikinger gebildet haben. Die Wikingerromantik die man sich immer vorstellt, war in Wirklichkeit eine sehr harte Zeit. Sie mussten ihr Leben umstellen, um zu überleben.

Diese Hausarbeit beschäftigt sich nun mit der vierten großen Epoche der Wikingerzeit, der Kulminationsepoche. Genauer gesagt, mit der Eroberung Englands im Jahre 1013 und der Regierungszeit Knud des Grossen. Die erste Epoche der Wikinger ist um das Jahr 840 anzusetzen, in der die ersten Wikingerzüge in Richtung Westen reichten. Die zweite Epoche findet in den Jahren 840 bis 870 statt. Die dritte, die Kolonisationszeit war in den Jahren 870 bis 940 und die vierte und letzte Epoche, findet man in den Jahren 940 bis 1066.

Meine Fragestellungen an dieses Thema richten sich also an die Endphase dieser Zeit. Warum und wie, kam es zur Eroberung Englands? Welche Situation herrschte vor diesem Übergriff? Wieso waren die Wikinger den Engländern so überlegen? Was veränderte sich für die Menschen und das Land? Findet man in der Geschichte einen Realitätsbeweis für die mystische Figur des Wikingers? Was für ein Mensch war Knud der Grosse? Welche Veränderungen brachte er und wie setzte er sie um?

Die Beschäftigung mit diesem Thema wurde zum eine durch meine Vorkenntnisse durch die Erarbeitung eines Referates bestärkt, zum anderen wegen des Interesses zur genaueren Erforschung dieses geschichtlichen Ereignisses.

´Durch das große Interesse und die Popularität der Wikinger, ist die Materiallage für dieses Gebiet sehr gut. Uns stehen verschiedene Quellen zur Wahl. Man kann sich durch Reiseberichte und archäologische Ausgrabungen informieren. Die Chroniken aus dem Buch Dudos, sind genauso hilfreich, wie die Runentexte, die man auf Schmuck, Stein oder Holz findet. Durch den Geschichtsschreiber: Erbischhof Adam von Bremen, der um das Jahr 1070 lebte, aber auch durch Gesetzestexte, Ortsnamen und Sagas, ist die Materiallage für dieses Thema ausreichend. ´[1] Die Literatur die zur Erarbeitung dieser Arbeit beitrug, wird in einem Literaturverzeichnis aufgezeigt.

Die Schwierigkeit an dieser Arbeit liegt wahrscheinlich darin, dass man bei dieser Fülle von Material, die einem für dieses Thema zur Verfügung steht, den richtigen Inhalt herausfindet. Die Sekundärliteratur widerspricht sich häufig nicht nur bei Zahlen sondern auch bei inhaltlichen Aspekten. Diese Quellen mussten also erst untersucht oder mit anderen verglichen werden.

II. Raubzüge in England

Von Norden soll das Unglück hereinbrechen über alle Bewohner des Landes “(Jeremias, 1,14)[2] Am 08.06.793 erfüllte sich diese Prophezeiung, als die Wikinger mordend und plündernd über das Kloster Lindisfarne herfielen. Diese neue Bedrohung der Nordmänner deuteten die Angelsachsen als Strafe Gottes für ihre Sünden. Der englische Gelehrte Alcuin schrieb an den König von Northumbrien: „ Nie zuvor ist solch ein Schrecken über Britannien hereingebrochen, wie wir ihn nun von den Heiden erleiden mussten, und nie zuvor hat man gedacht, dass ein solcher Überfall von See her geschehen könnte. Und seht, die Kirche des Heiligen Cuthbert ist bespritzt mit dem Blute der Priester Gottes und all ihres Schmuckes beraubt. Der ehrwürdigste Ort Britanniens ist den Heiden als Beute anheimgefallen.[3] ´Die Überfälle auf Northumbrien, gelten als die ersten Angriffe der Wikinger von England. Die Angelsachsen hatten auch Schwierigkeiten bei der Unterscheidung zwischen Dänen und Norwegern. Sie besaßen jedoch die Gemeinsamkeiten der dänischen Sprache und des heidnischen Glaubens. In späteren Perioden kam noch die Schwierigkeit dazu, dass bei den Wikingertruppen zum Teil sogar verschiedene Nationalitäten vertreten waren.

´Warum sie diese Überfälle überhaupt durchführten hatte verschiedene Gründe. Zum einen war es ihr seemännisches Können, durch welches sie enorme Strecken zurücklegen konnten. Schon allein über diese Tatsache waren die Menschen dieser Zeit zutiefst schockiert. Nach dem Angriff auf Lindisfarne vermerkte der fränkische Theologe Alkuin im Jahr 793: „Man hätte es nicht für möglich gehalten, dass Menschen so weite Reisen unternehmen können...“[4] Zum anderen war es auch ihre Abenteuerlust, welche die Wikinger an die europäischen Küsten trieb. Ein wahrscheinlich noch wichtigerer Grund, ist die Tatsache das die wachsende Zahl der Einwohner, zuviel wurde für Skandinavien. Die jungen Wikinger hatten kaum noch Möglichkeiten einen eigenen Hausstand zu gründen und mussten sich auf die Suche nach neuem Siedlungsland machen. Ihre Überfälle begründen sich also nicht nur auf den Reichtümern der anderen Länder, sondern auch auf neuem Siedlungsland um eine neue Heimat zu finden.´[5]

Nach weiteren Überfällen auf England, begannen sie nach 850 in England zu überwintern, zuerst aus der Insel Thanet. Im Jahr 865, soll ein gewaltiges Heer der Wikinger in England Winterquartier bezogen haben, was ein neues Verhältnis der Eindringlinge mit der britischen Insel einleitete. Die Einwohner versorgten sie mit Pferden und schlossen Frieden mit ihnen. Man kann den Weg dieses Heeres nicht genau rekonstruieren, aber man weiß das sie nicht kamen um zu plündern sondern neues Siedlungsland suchten und fanden. ´[6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Die Wikingerzüge auf den Britischen Inseln, von den ersten (rot), den wichtigsten (blau) und den späten (orange). (Graham-Campbell 1993, S.23.)

´Im Jahre 866 setzte der dänische Wikingerhäuptling Ivar der Knochenlose[7] nach England über, um dort mit seinem Heer einen Großangriff zu unternehmen. Viele Länder Europas lebten damals in Angst vor diesen Plünderern aus dem Norden. Bereits 80 Jahre zuvor hatten die blitzartigen Überfälle der Wikinger eingesetzt. Sie plünderten, soviel wie sie wollten und schlugen jeden Widerstand erbarmungslos nieder. Dann verschwanden sie wieder genauso schnell wie sie aufgetaucht waren.

Ivar der Knochenlose wollte aber nicht nur plündern, sondern England erobern und besitzen. Als er an der Küste von Kent landete, wollten die Einheimischen sich frei kaufen. Ivar ging zwar zuerst auf den Handel ein, verwüstete aber noch in der selben Nacht den ganzen Osten Kents, denn so machten sie mehr Beute als mit einem Friedensvertrag. Dann marschierten die Wikinger nach Norden um das Königreich York anzugreifen. Beide Könige von York starben durch diesen Angriff. Im Frühjahr 868 besiegten sie einen weiteren König, Edmund von Ostanglien. Nachdem die Wikinger schon mehr als die Hälfte Englands erobert hatten, konnten König Ethelred von Wessex und dessen Bruder Alfred, den Wikingersturm aufhalten. ´[8] Zwischen dem 8 und 11 Jahrhundert wiederholten sich solche Eroberungen noch viele Male. Die Wikinger konnten einen Großteil der Britischen Inseln in ihren Besitz bringen. Die Mönche die unter den Überfällen der Wikinger besonders zu leiden hatten, beschrieben die Situation folgendermaßen: „Auch wenn es hundert Köpfe aus gehärtetem Eisen auf einem Hals gäbe und hundert scharfe, gewandte, kühle, nimmerrostende, eherne Zungen in jedem Kopf und hundert redselige, laute, nimmermüde Stimmen zu jeder Zunge, so könnten sie doch nicht all das berichten, aufzählen und beklagen, was alle Iren, Männer und Frauen, Gläubige und Geistliche, Alte und Junge, Hohe und Niedere, an Leid, Unrecht und Unterdrückung durch diese kühnen, furchtbaren, ganz und gar heidnischen Menschen erlitten.“[9]

Aus den raubenden Horden, entwickelte sie sich aber bald zu geschickten Eroberern, die eine gute Verwaltung aufbauten. Außerdem waren sie auch hervorragende Händler und Kaufleute, die immer nach neuen Handelsrouten Ausschau hielten. Sie waren das beweglichste Volk ihrer Zeit und beherrschten die Verkehrswege auf Seen, Flüssen und Meeren.

Zur Zeit der ersten Überfälle auf England waren die Eroberer aus Norwegen, Schweden und Dänemark im wesentlichen noch ein geeintes Volk. Sie sprachen alle die gleiche Sprache: Altnordisch und führten alle ein ähnliches hartes Leben.

Abb.3: Alfred der Große mit Krone und Zepter (Wernick 1992, S.77

´Unter den andauernden Angriffen der Wikinger, brachen die kleinen Königreiche Englands zusammen. Die Kräfte von Northumbrien, Ostanglien und Mercien waren verbraucht und ihre Königsgeschlechter erloschen. Nur das im Südwesten gelegene Wessex existierte noch im Jahre 880. Unter König Alfred dem Großen[10], konnte sich dieses Königreich erfolgreich gegen die Männer aus dem Norden durchsetzen. Er setzte sich mit ihnen auf militärischer aber auch politischer Ebene auseinander. Er unterzeichnete mit dem Dänenkönig Guthrum einen Vertrag der beinhaltet, dass Alfred das eroberte Land der Wikinger anerkannte und sie im Gegenzug keine Angriffe mehr auf Wessex ausübten. Die Bedingungen dieses Vertrages sind erhalten. Der erste Absatz beinhaltet die Grenzen zwischen Engländern und Dänen: „ Die Themse aufwärts bis zur Straße von Watling “.[11]

[...]


[1] o.V. Proseminar: die Wikinger, 12.10.04., mündliche Auskunft: Prof. Dr. Jens. E. Olesen.

[2] Graham- Campbell, James, Das Leben der Wikinger, München 1993, S.26.

[3] Graham- Campbell, James, Das Leben der Wikinger, München 1993, S. 26.

[4] Lewis, Brenda Ralph, Die Wikinger, Nürnberg/ Hamburg 1976, S.33.

[5] Vgl. Lewis, Brenda Ralph, Die Wikinger, Nürnberg/ Hamburg 1976, S.33.

[6] Vgl. Graham- Campbell, James, Das Leben der Wikinger, München 1993, S.29.

[7] Wurde zum Begründer einer mächtigen skandinavischen Dynastie, die in Irland und Northumbrien herrschte. Seinen Beinamen trägt er vermutlich, da er sehr gelenkig war. Er starb im Jahre 873.

[8] Vgl. Wernick, Robert. Die Wikinger, Eltville am Rhein 1992, S.6.

[9] Wernick, Robert. Die Wikinger, Eltville am Rhein 1992, S.17.

[10] geb. 848 in Wantage, gest. 26.10.899, seit 871 König von Wessex, besiegte die Wikinger 878 bei Edington und sicherte sein Land durch die Anlage zahlreicher Festungen.

[11] Graham- Campbell, James, Das Leben der Wikinger, München 1993, S. 29.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Die Eroberung Englands im Jahre 1013 - Regierungszeit Knud des Grossen
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Veranstaltung
Die Wikinger
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
24
Katalognummer
V78575
ISBN (eBook)
9783638849975
ISBN (Buch)
9783638849319
Dateigröße
5135 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eroberung, Englands, Jahre, Regierungszeit, Knud, Grossen, Wikinger
Arbeit zitieren
Manuela Piel (Autor), 2005, Die Eroberung Englands im Jahre 1013 - Regierungszeit Knud des Grossen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78575

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