Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Gender Studies

"Es war doch nicht alles schlecht! Oder?" Die Kinderbetreuung in der DDR

Title: "Es war doch nicht alles schlecht! Oder?" Die Kinderbetreuung in der DDR

Seminar Paper , 2007 , 24 Pages

Autor:in: Sabrina Gerdes (Author)

Gender Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Im Rahmen der Vorlesung „Kulturgeschichte der DDR“ habe ich mich bei dieser
Hausarbeit für das Thema der Kinderbetreuung in der DDR entschieden. Die Mehrheit der Kinder besuchten eine Kinderkrippe oder/ und einen Kindergarten. Diese Art der Betreuung war für die Bürger der DDR eine Selbstverständlichkeit, da in den meisten Familien beide Elternteile Vollzeit arbeiteten. Aus diesem Grund verbrachten die Kinder den Großteil ihres Tages in einer Betreuungseinrichtung.

Zu dem Thema meiner Hausarbeit kam ich durch die aktuelle Diskussion um die Problematik der Kinderbetreuung in Deutschland. Mir viel auf, dass wenn man mit ehemaligen Bürgern der DDR dieses aktuelle Problem diskutiert wird besonders die Kinderbetreuung als positives Merkmal herausgestellt. Gern wird dieses Argument mit dem Satz: Es war ja gar nicht alles schlecht“ eingeleitet. Weshalb ich ihn auch als Titel meiner Arbeit gewählt habe. In dieser Hausarbeit möchte ich nun überprüfen ob die Kinderbetreuung in der DDR wirklich so positiv war oder ob es negative Seiten gab.
Um zu verstehen warum die Kinderbetreuung im ehemaligen Arbeiter und Bauernstaat so wichtig war werde ich zuerst auf die Berufstätigen Mütter eingehen. Danach folgt eine Darstellung des einheitlichen sozialistischen Bildungssystems in dem sowohl die Kindergärten als auch die Kinderkrippen eingegliedert waren.

Der dritte Punkt befasst sich mit den Kinderkrippen. Zuerst soll die Geschichte der DDR Krippen dargestellt werden, um dann die Erziehung in diesen Einrichtungen vorzustellen. Der letzte Teil dieses Kapitels soll einen kurzen Einblick in einen Krippentag geben und aufzeigen wie straff der Tagesablauf der kleinen geplant war.
Im vierten Punkt geht es dann weiter mit den Kindergärten. Auch hier wird zuerst die Entwicklung des Kindergartes dargestellt. Im folgenden Kapitel werden die Probleme des Alltages im Kindergarten dargestellt.

Im letzen Punkt dieser Arbeit werde ich mich mit den Erzieherinnen befassen. Ich werde aufzeigen welche Ausbildung nötig war um den Beruf ausüben zu dürfen und die positiven wie auch negativen dieses Berufes in der DDR beleuchten.
Mein Ziel ist es die Kinderbetreuung in Krippe und Kindergarten möglichst objektiv darzustellen. Ein Problem welches mir recht schnell auffiel war, dass es zwar genug Literatur zu diesem Thema gibt, man aber sehr genau differenzieren muss ob sie in West- oder Ostdeutschland, vor oder nach der Wende verfasst wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erziehung und Bildung in der DDR

2.1 Arbeitende Mütter und staatliche Erziehung

2.2 Das einheitliche sozialistische Bildungssystem

3. Kleinkindbetreuung

3.1 Geschichte der Krippen in der DDR

3.2 Krippenerziehung

3.3 Alltag in einer Kinderkrippe

4. Erziehung im Vorschulalter

4.1 Geschichte der Kindergärten

4.2 Alltag im DDR Kindergarten

5. Erzieherinnen in der DDR

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Kinderbetreuungssystem der ehemaligen DDR, um zu bewerten, ob das oft geäußerte positive Urteil über diese Strukturen historisch gerechtfertigt war oder ob kritische Aspekte überwiegen. Dabei wird analysiert, wie das staatliche Erziehungssystem den Alltag von Kindern, Eltern und Erzieherinnen prägte.

  • Strukturelle Einbettung der Kinderbetreuung in das einheitliche sozialistische Bildungssystem.
  • Entwicklung und pädagogische Ausrichtung von Kinderkrippen und Kindergärten.
  • Analyse des strikt geplanten Alltags in Betreuungseinrichtungen.
  • Berufsbild, Ausbildung und Kontrolle des pädagogischen Personals.
  • Konfliktfeld zwischen staatlichem Erziehungsauftrag und elterlichem Mitspracherecht.

Auszug aus dem Buch

3.3 Alltag in einer Kinderkrippe

Kinderkrippen in der DDR waren Ganztägige Einrichtungen, in denen sich die meisten Kinder in der Woche vom frühen Morgen bis zum Abend aufhielten. Ein Tagesplan für Kinder von zwölf bis zwanzig Monate konnte folgendermaßen aussehen:

„6.00- 8.00 Uhr Übernahme, Spiel

8.00- 8.30 Uhr Händewaschen und Frühstück

8.30- 9.00 Uhr Spiel und Beschäftigung

9.00- 9.30 Uhr Töpfen, ausziehen

9.30 - 11.00 Uhr Frisch- bzw. Freiluftschlaf

11.00 -12.30 Uhr anziehen, Händewaschen, Mittagessen

12.30-14.00 Uhr Aufenthalt im Freien- Spaziergang, Spiel im Garten

14.00-15.30 Uhr Töpfen, ausziehen, Schlaf

15.30-16.00 Uhr aufstehen, Töpfen, anziehen

16.00-19.00 Uhr Zwischenmahlzeit, Spiel und Beschäftigung

Wiegen: 1 mal im Monat

Körperlänge messen: 1 mal im Vierteljahr“9

Wie man sich Vorstellen kann machte es die präzise Tagesplanung unmöglich für die Erzieherinnen auf individuelle Wünsche und Interessen von einzelnen Kindern einzugehen. Bei der Tagesplanung achteten die Erzieher auch besonders auf die Gesundheit. So gehörten neben täglicher Bewegung und frische Luft auch gesunde Ernährung zu einem Tag in der Kinderkrippe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin begründet die Wahl des Themas vor dem Hintergrund aktueller Debatten über Kinderbetreuung und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der tatsächlichen Qualität der DDR-Betreuung.

2. Erziehung und Bildung in der DDR: Es wird dargelegt, wie die Erwerbstätigkeit von Müttern zur Etablierung staatlicher Betreuung führte und das 1965 eingeführte einheitliche sozialistische Bildungssystem beschrieben.

3. Kleinkindbetreuung: Dieses Kapitel behandelt die historische Entwicklung der Krippen, die pädagogischen Leitlinien durch das BEP sowie den stark durchstrukturierten Tagesablauf.

4. Erziehung im Vorschulalter: Fokus auf die Geschichte der Kindergärten sowie auf die pädagogische Vorbereitung der Kinder auf das Schulleben und die Einhaltung staatlicher Erziehungsziele.

5. Erzieherinnen in der DDR: Die Untersuchung befasst sich mit dem Anforderungsprofil, der Ausbildung und dem sozialen Status des Erzieherberufs sowie dem Spannungsfeld zwischen pädagogischer Arbeit und staatlicher Kontrolle.

6. Schlussbetrachtung: Abschließende Reflexion über die Ambivalenz des DDR-Systems zwischen organisatorischer Stärke und ideologischer Indoktrination sowie deren Bedeutung für heutige Diskussionen.

Schlüsselwörter

DDR, Kinderbetreuung, Kinderkrippe, Kindergarten, sozialistisches Bildungssystem, Erzieherinnen, Erziehungsprogramm, Tagesablauf, Berufstätige Mütter, staatliche Erziehung, Pädagogik, Vereinbarkeit, DDR-Geschichte, Bildungspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Kinderbetreuungssystem der DDR und analysiert, ob dessen häufiger Ruf als „positives Merkmal“ der untergegangenen DDR gerechtfertigt war.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die staatliche Organisation der Betreuung, die pädagogischen Programme in Krippen und Kindergärten, den Alltag der Kinder sowie die Rolle und Ausbildung des pädagogischen Personals.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Autorin möchte überprüfen, ob die Kinderbetreuung in der DDR wirklich so positiv verlief, wie es oft in der nostalgischen Erinnerung ehemaliger Bürger dargestellt wird, und ob dabei negative Aspekte übersehen werden.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Autorin nutzt eine literaturgestützte Analyse, um die historische Entwicklung und die pädagogische Praxis der DDR-Einrichtungen anhand einschlägiger Fachliteratur und Zeitzeugnissen kritisch darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche: Rahmenbedingungen (erwerbstätige Mütter, Bildungssystem), detaillierte Praxis der Kleinkindbetreuung, Erziehung im Vorschulalter und die berufliche Situation der Erzieherinnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der DDR, staatliche Lenkung der Erziehung, das einheitliche Bildungssystem und der ideologische Erziehungsauftrag.

Inwiefern beeinflusste das SED-Regime die pädagogische Arbeit?

Das Regime legte durch verbindliche Bildungs- und Erziehungspläne die Ziele fest, um die Kinder frühzeitig zu sozialistischen Persönlichkeiten zu formen und den staatlichen Einfluss gegenüber der elterlichen Erziehung zu stärken.

Wie bewertet die Autorin die Übertragbarkeit auf heutige Probleme?

Die Autorin sieht in dem gut ausgebauten Netzwerk und den flexiblen Öffnungszeiten positive Ansätze, warnt jedoch vor einer zu straffen Organisation, die die Bedürfnisse von Eltern und die Bindung zum Kind zugunsten staatlicher Kontrolle vernachlässigen könnte.

Excerpt out of 24 pages  - scroll top

Details

Title
"Es war doch nicht alles schlecht! Oder?" Die Kinderbetreuung in der DDR
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Course
Kulturgeschichte der DDR
Author
Sabrina Gerdes (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V78609
ISBN (eBook)
9783638838337
ISBN (Book)
9783668103337
Language
German
Tags
Oder Kinderbetreuung Kulturgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sabrina Gerdes (Author), 2007, "Es war doch nicht alles schlecht! Oder?" Die Kinderbetreuung in der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78609
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  24  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint