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Pluralisierung der Gesellschaft durch Mehrsprachigkeit

Title: Pluralisierung der Gesellschaft durch Mehrsprachigkeit

Seminar Paper , 2007 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christine Cornelius (Author)

Sociology - Communication
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Mehrsprachigkeit kommt in der gegenwärtigen immer internationaler werdenden Welt eine wachsende Bedeutung zu. In Deutschland leben hunderttausende von Menschen, die über die Kompetenz verfügen, mehrere Sprachen zu sprechen. Diese große individuelle und vor allem gesellschaftliche Kompetenz wird jedoch bislang noch nicht ausreichend genutzt und wertgeschätzt. Häufig ist Mehrsprachigkeit in der Bundesrepublik negativ konnotiert und wird vor allem in Bezug auf Migrantenkinder mit Defiziten in der deutschen Sprache in Verbindung gebracht.
Die vorliegende Hausarbeit nähert sich dem Begriff der Mehrsprachigkeit auf mehreren Ebenen an. Nach der Erklärung zentraler Termini, die zum Verständnis der Thematik hilfreich sind, soll auf die Ursachen von Mehrsprachigkeit und die Pluralisierung der Gesellschaft durch Zuwanderung eingegangen werden. Anschließend wird die Bewertung von Mehrsprachigkeit betrachtet, die in Abhängigkeit davon, um welche Sprache es sich handelt, positiv oder negativ ausfallen kann. Das jeweilige Sprachprestige zeigt stereotype Vorstellungen auf, die in einer Gesellschaft über verschiedene Ethnien vorherrschen. Es wird zudem auf den das Bildungssystem dominierenden monolingualen Habitus eingegangen, der vielfach konträr zu der großen Vitalität der Migrantensprachen und der Loyalität der Zuwanderer gegenüber ihren Herkunftssprachen steht.
Im Anschluss wird der Erwerb von Mehrsprachigkeit thematisiert. Um die Thematik umfassend zu erschließen, ist es an dieser Stelle sinnvoll, interdisziplinär vorzugehen und Erkenntnisse der Pädagogik und der Sprachwissenschaft, insbesondere der Soziolinguistik, einzubeziehen. In diesem Zusammenhang soll neben dem Prozess der Sprachaneignung auch das Phänomen des Codeswitchings dargestellt werden, das in der Forschung sowohl negativ als auch positiv bewertet wird. Identitätsentwicklung ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Mehrsprachigkeitsthematik, der sich durch die gesamte Arbeit zieht. Die identitätsstiftende Funktion von Sprache leitet zu einer Darstellung der Situation mehrsprachiger Kinder und Jugendlicher in deutschen Bildungsinstitutionen und zu der Frage über, wie dort mit ihrer Sprachkompetenz umgegangen wird.
Die vorliegende Arbeit soll vor allem der Frage nachgehen, welche Implikationen Mehrsprachigkeit mit sich bringt und inwiefern es sinnvoll ist, neben der deutschen Sprache auch die Herkunftssprache von Migrantenkindern gezielt zu fördern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärungen

3 Ursachen von Mehrsprachigkeit

4 Bewertung von Mehrsprachigkeit

4.1 Sprachprestige

4.2 Der monolinguale Habitus

5 Sprachvitalität und -loyalität

6 Mehrsprachenerwerb

6.1 Sprachaneignung

6.2 Codeswitching

6.3 Sprache und Identität

7 Mehrsprachigkeit in deutschen Bildungsinstitutionen

7.1 Mehrsprachige Migrantenkinder im Elementarbereich

7.2 Mehrsprachige Migrantenkinder an deutschen Schulen

8 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftlichen und individuellen Aspekte von Mehrsprachigkeit bei Migrantenkindern in Deutschland. Das primäre Ziel ist es, den Mehrwert der Herkunftssprachen aufzuzeigen und zu hinterfragen, inwiefern eine gezielte Förderung dieser Sprachen die Bildungserfolge und Identitätsentwicklung positiv beeinflussen kann.

  • Begriffliche Abgrenzung von Mehrsprachigkeit und Bilingualismus
  • Einfluss von Sprachprestige und dem monolingualen Habitus
  • Prozesse der Sprachaneignung und das Phänomen des Codeswitchings
  • Identitätsstiftende Funktion von Sprache im Migrationskontext
  • Förderung und Status von Mehrsprachigkeit in deutschen Bildungsinstitutionen

Auszug aus dem Buch

6.2 Codeswitching

Für einen Großteil der Migrantenkinder in Deutschland ist das mehrsprachige Aufwachsen zur Normalität ihres Alltags geworden, ein Selbstverständnis, das den Spracherwerbsprozess von Multilingualen kennzeichnet. Viele Kinder wechseln mühelos von einer Sprache in die andere, je nach Situation und Kommunikationspartner. Dieses so genannte Codeswitching findet vor allem dann statt, wenn Migrantenkinder in unterschiedlichen Sprachdomänen agieren. Dabei erfüllen verschiedene Sprachen immer auch unterschiedliche Funktionen, weshalb der Wortschatz und die jeweilige Sprachkompetenz voneinander abweichen können (vgl. Küpelikilinc / Ringler 2004, S. 41).

Wie weiter oben angeführt, kann man nicht von einer strikten Trennung von Erst- und Zweitsprache in Bezug auf Familie und Umgebung sprechen. Es gibt jedoch Tendenzen, wann Migrantenkinder und ihre Familien in der Herkunftssprache und wann in der Sprache des Aufnahmelandes sprechen. Welcher Sprache sich eine Person bedient, hängt nicht nur von der Situation und dem Kommunikationspartner ab, sondern richtet sich auch nach dem Kontext und der Funktion des Gesprächs. So fungiert die Herkunftssprache für Eltern zumeist als Sprache der Gefühle, sowohl beim liebevollen Umgang mit den Kindern als auch beim Erziehen und Strafen. Dies macht den Einfluss der sozialen Rolle deutlich, die der Sprecher in einer Situation innehat. Ist es das Ziel der Eltern, ihrem Kind bestimmte Sanktionen aufzuerlegen, geschieht dies in der Sprache, die sie kompetenter beherrschen und die ihnen den größeren Respekt verschafft (vgl. Gogolin 2005, S.17). Der Sprachenwechsel geht allgemein oft mit einem Rollenwechsel einher: vom Arbeiter zum Familienvater, von der Verkäuferin zur Mutter, vom Schüler zum Sohn. Mit dem Wechsel der Sprache ist zudem meist eine Veränderung von Gestik und Mimik, Betonung und Körperhaltung verbunden. Häufig wird auch von der Tendenz berichtet, dass Migranten bei bestimmten Themen eine ihrer Sprachen bevorzugen (vgl. Ringler 2004, S.49).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Mehrsprachigkeit in einer globalisierten Welt und problematisiert die häufige Defizitorientierung gegenüber Migrantenkindern in Deutschland.

2 Begriffsklärungen: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Definitionen von Mehrsprachigkeit und grenzt Begriffe wie Bilingualismus und Multilingualismus voneinander ab.

3 Ursachen von Mehrsprachigkeit: Hier werden Migration sowie gesellschaftliche und historische Faktoren als wesentliche Gründe für die sprachliche Vielfalt in Deutschland identifiziert.

4 Bewertung von Mehrsprachigkeit: Das Kapitel analysiert, wie Sprachprestige und der monolinguale Habitus die gesellschaftliche Wahrnehmung und Anerkennung von Herkunftssprachen beeinflussen.

5 Sprachvitalität und -loyalität: Die Untersuchung zeigt auf, welche Faktoren die Pflege der Herkunftssprache bei Migranten begünstigen und wie sich diese Sprachen im Zielland dynamisch verändern.

6 Mehrsprachenerwerb: Dieser Abschnitt behandelt die Mechanismen des Spracherwerbs, die Funktion des Codeswitchings und die Bedeutung von Sprache für die Identitätsbildung.

7 Mehrsprachigkeit in deutschen Bildungsinstitutionen: Das Kapitel beleuchtet die Herausforderungen und Chancen für mehrsprachige Kinder in Kindergärten und Schulen sowie die notwendige pädagogische Neuausrichtung.

8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert ein politisches Umdenken hin zur Wertschätzung von Mehrsprachigkeit als individuelle und gesellschaftliche Ressource.

Schlüsselwörter

Mehrsprachigkeit, Migrantenkinder, Sprachaneignung, Codeswitching, monolingualer Habitus, Sprachprestige, Sprachvitalität, Identitätsbildung, Bildungserfolg, Herkunftssprache, Integration, Sozialisation, Interdependenzhypothese, Bildungsbenachteiligung, Assimilation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von mehrsprachigen Migrantenkindern in Deutschland und untersucht die Auswirkungen von Mehrsprachigkeit auf Bildungserfolge sowie die identitätsstiftende Rolle von Sprache.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören der Spracherwerbsprozess, die gesellschaftliche Bewertung von Herkunftssprachen, die Identitätsentwicklung und die Rolle von Bildungsinstitutionen im Umgang mit sprachlicher Vielfalt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Mehrsprachigkeit nicht als Defizit, sondern als wertvolle Ressource zu begreifen und die Notwendigkeit einer systemischen Förderung von Herkunftssprachen zu untermauern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre theoretische Analyse, die Erkenntnisse aus der Soziologie, der Pädagogik und der Sprachwissenschaft (insbesondere Soziolinguistik) verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Ursachen und Bewertung von Mehrsprachigkeit, Erwerbsprozessen wie dem Codeswitching, Identitätsaspekten sowie der spezifischen Situation in deutschen Kindergärten und Schulen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Mehrsprachigkeit, Sprachaneignung, Codeswitching, monolingualer Habitus, Identitätsbildung und Bildungsbenachteiligung.

Warum ist der "monolinguale Habitus" in deutschen Bildungseinrichtungen laut der Autorin problematisch?

Er gilt als fatal, da er Herkunftssprachen als nachrangig oder störend betrachtet und damit das Potenzial mehrsprachiger Kinder ignoriert, anstatt es als Basis für den Zweitspracherwerb zu nutzen.

Welche Funktion hat das Codeswitching nach Ansicht der Autorin?

Es dient nicht nur der funktionalen Kommunikation in verschiedenen Lebensbereichen, sondern hat auch eine wichtige identitätsstiftende Funktion, die Solidarität und Zugehörigkeit zu spezifischen Sprachgruppen ausdrückt.

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Details

Title
Pluralisierung der Gesellschaft durch Mehrsprachigkeit
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Course
Pluralisierung der Gesellschaft
Grade
1,0
Author
Christine Cornelius (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V78651
ISBN (eBook)
9783638846554
ISBN (Book)
9783638845427
Language
German
Tags
Pluralisierung Gesellschaft Mehrsprachigkeit Pluralisierung Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christine Cornelius (Author), 2007, Pluralisierung der Gesellschaft durch Mehrsprachigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78651
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