Der Schwerpunkt der Arbeit liegt im Schnittfeld von Sprachwissenschaft und Fachdidaktik (Schwerpunkt Anglistik). Sie liefert verschiedene Ansätze zur Vermittlung von idiomatischen Ausdrücken im Fremdsprachenunterricht, die in Bezug auf den Europäischen Referenzrahmen und die Richtlinien des Landes Niedersachsen entwickelt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Zur Notwendigkeit der Berücksichtigung von Idiomen im heutigen Englischunterricht
2. Definition des Arbeitsbegriffes „Idiom“
3. Theoretische Aspekte der Vermittlung idiomatischer Kompetenz
3.1 Die passive und die aktive Beherrschung von Idiomen
3.2 Mögliche Fehler bei der Arbeit mit Idiomen
3.3 Der Erwerb von Idiomen
4. Der pädagogische Dreischritt nach KÜHN: Entdecken – Entschlüsseln – Verwenden
5. Möglichkeiten der Auswahl von Idiomen
5.1 Die sprachliche Kontrastivität von Idiomen
6. Weitere Möglichkeit der vertiefenden Arbeit mit Idiomen für fortgeschrittene Lerner
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die didaktische Notwendigkeit und methodische Umsetzung der Vermittlung idiomatischer Kompetenz im Englischunterricht, um Schülern einen reflektierten Umgang mit authentischem Sprachmaterial zu ermöglichen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Lernende ausgehend von einer passiven Idiomkenntnis zu einer aktiven, situationsangemessenen Verwendung befähigt werden können.
- Bedeutung von Idiomen im Kontext des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens
- Differenzierung zwischen passiver und aktiver idiomatischer Kompetenz
- Pädagogischer Dreischritt nach KÜHN (Entdecken – Entschlüsseln – Verwenden)
- Rolle der Kontrastivität beim Erwerb von Idiomen
- Kriterien für die Auswahl von Idiomen im Unterricht
Auszug aus dem Buch
3.1 Die passive und die aktive Beherrschung von Idiomen
Wie man bereits anhand des „Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen“ erkennen kann, beziehen sich die Anforderungen an die Schüler nicht ausschließlich auf die rezeptive Kompetenz von Idiomen, sondern auch auf die eigene Verwendung von idiomatischen Wendungen (vgl. Kap.1). Häufig wird auch in der Literatur zur Phraseodidaktik unterschieden zwischen einer aktiven und einer passiven phraseologischen Kompetenz (vgl. u.a. GÖTZ 1976, HESSKY 1992, PALM 1997).
Bei der passiven Beherrschung eines Idioms handelt es sich um eine rezeptive Kompetenz mittels welcher der Schüler nach KÜHN in der Lage sein sollte „Phraseologismen zu erkennen und ihre Bedeutung aus der situationsspezifischen, textsortenabhängigen und adressatenorientierten Verwendung bestimmen zu können“ (KÜHN 1992, 178). Es geht hier also nicht um das reine Erkennen eines Idioms, sondern vielmehr auch um dessen Bedeutung im Kontext und seine pragmatische Funktion.
Im Gegensatz dazu handelt es sich bei der aktiven Beherrschung um eine produktive Kompetenz, die es dem Schüler ermöglichen soll, „Phraseologismen aktiv, d.h. situations- und textsortenspezifisch sowie adressatenspezifisch zu verwenden“ (178).
HESSKY sieht zwischen diesen beiden Kompetenzen eine „natürliche Wechselbeziehung“, die dazu führt, dass eine Kompetenzerweiterung im passiven Bereich sich direkt positiv auf den aktiven Bereich ausübe (HESSKY 1992, 163).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zur Notwendigkeit der Berücksichtigung von Idiomen im heutigen Englischunterricht: Das Kapitel erörtert die Bedeutung idiomatischer Wendungen im modernen Englischunterricht und verweist auf die Relevanz authentischer Texte im Kontext der Globalisierung.
2. Definition des Arbeitsbegriffes „Idiom“: Es wird eine präzise Definition von Idiomen als mehrgliedrige, feste Wortverbindungen mit holistischer Bedeutung etabliert, die für Lernende besondere Herausforderungen darstellen.
3. Theoretische Aspekte der Vermittlung idiomatischer Kompetenz: Dieser Abschnitt behandelt die notwendige Unterscheidung zwischen rezeptiven und produktiven Kompetenzen sowie die Identifizierung typischer Fehlerquellen beim Lernen.
4. Der pädagogische Dreischritt nach KÜHN: Entdecken – Entschlüsseln – Verwenden: Hier wird ein konkretes didaktisches Modell vorgestellt, das Lernende schrittweise von der ersten Begegnung mit einem Idiom bis zu dessen eigenständiger Anwendung führt.
5. Möglichkeiten der Auswahl von Idiomen: Dieses Kapitel diskutiert Kriterien für die Unterrichtsgestaltung, wobei insbesondere die Kontrastivität als Werkzeug zur Förderung der Lernmotivation hervorgehoben wird.
6. Weitere Möglichkeit der vertiefenden Arbeit mit Idiomen für fortgeschrittene Lerner: Die abschließenden Überlegungen befassen sich mit fortgeschrittenen Methoden wie der Sprachreflexion und der Doppeldeutigkeit von Idiomen im Medialen Kontext.
Schlüsselwörter
Idiomatik, Englischunterricht, Phraseodidaktik, Sprachkompetenz, Idiom, Kontrastivität, Mehrgliedrigkeit, Lernprogression, Kontextualisierung, Sprachlehrforschung, Phraseologismen, Interlanguage, Authentizität, Sprachvergleich, Kompetenzentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Grundlagen und praktischen Herausforderungen der Vermittlung von englischen Idiomen im Fremdsprachenunterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Idiomen, die Unterscheidung zwischen aktiver und passiver Sprachbeherrschung sowie didaktische Modelle zu deren Vermittlung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Schüler durch reflektierte Ansätze in die Lage versetzt werden können, Idiome sowohl korrekt zu verstehen als auch situationsangemessen anzuwenden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse didaktischer Konzepte und fachwissenschaftlicher Theorien zur Phraseodidaktik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Aspekte der Kompetenzvermittlung, ein konkretes dreistufiges Unterrichtsmodell nach KÜHN und Kriterien zur Auswahl geeigneter Idiome.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Idiomatik, Phraseodidaktik, Kontrastivität und didaktische Progression maßgeblich geprägt.
Warum ist der Kontext für das Verständnis von Idiomen so wichtig?
Da Idiome oft nicht wörtlich übersetzt werden können, ist der Kontext (Situation, Textsorte, Adressat) essenziell, um die semantische und pragmatische Bedeutung zu erfassen.
Was unterscheidet die vollständige von der nulläquivalenten Äquivalenz?
Bei der vollständigen Äquivalenz gibt es eine direkte Entsprechung in der Muttersprache (z.B. "durch dick und dünn"), während bei der Nulläquivalenz kein Bezug zur Muttersprache möglich ist.
Welche Rolle spielt die Kontrastivität?
Die Kontrastivität nutzt den Vergleich zwischen Erst- und Zielsprache, um den Lernenden bei der Deutung zu unterstützen und ihr Selbstvertrauen im Umgang mit komplexen Wendungen zu stärken.
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- Markus Schulte (Author), 2007, Überlegungen zur Idiomatik im Englischunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78685