Diese Arbeit stellt zunächst die möglichen Entstehungsbedingungen von Gewalt und Aggression dar. Des Weiteren wird auf Täter-Opfer-Typologien, geschlechtsspezifische Unterschiede und Migrationsproblematiken eingegangen. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den Möglichkeiten der Gewaltprävention in der Schule und macht dies am Beispiel des bayerischen Gewaltpräventionsprogramms "aufgschaut" für die Grundschule deutlich.
Inhaltsverzeichnis
A Hinführung zum Thema
B Gewalt in der Schule
B 1 Annäherung an den Begriff Gewalt
B 2 Entstehung von Gewalt im schulischen Kontext
2.1 Psychologische Sichtweisen der Begriffe Gewalt und Aggressivität
2.1.1 Trieb- beziehungsweise Instinkttheorien
2.1.2 Frustrations-Aggressions-Hypothese
2.1.3 Lerntheorien
2.1.4 Etikettierungstheorien
2.1.5 Sozialökologischer Ansatz
2.2 Gewalt und der Einfluss der schulischen Umwelt
2.2.1 Zusammenhang von Gewalt und Schulzugehörigkeit
2.2.2 Zusammenhang von Gewalt und Klassen- beziehungsweise Klassenzimmergröße
2.2.3 Zusammenhang von Gewalt und Schulform
2.2.4 Zusammenhang von Gewalt und Sozialklima beziehungsweise Lernkultur
2.3 Gewalt und der außerschulische Sozialisationskontext
2.3.1 Zusammenhang von Gewaltverhalten und familiären Bedingungen
2.3.2 Zusammenhang von Gewaltverhalten und Einfluss der Gleichaltrigengruppe
2.3.3 Zusammenhang von Gewaltverhalten und dem Einfluss der Medien
B 3 Täter-Opfer-Zeugen-Typologien im schulischen Gewaltkontext
3.1 Charakterisierung des typischen Gewalttäters
3.2 Charakterisierung des typischen Gewaltopfers
3.3 Charakterisierung des typischen Zeugen
B 4 Geschlechtsspezifische Unterschiede im (schulischen) Gewaltkontext
4.1 Aktueller Forschungsstand
4.2 Ursachen für Gewaltverhalten bei Mädchen
B 5 Migrationsproblematik und schulische Gewalt
C Gewaltpräventive Arbeit in der (Grund-)schule
C 1 Klärung des Begriffs Gewaltprävention
C 2 Voraussetzungen für schulische Präventionsarbeit
C 3 Handlungsmöglichkeiten in der Schule
3.1 Vier Handlungsansätze zur Gewaltprävention
3.1.1 Schülerebene
3.1.2 Klassenebene
3.1.3 Schulebene
3.1.4 Gemeinde beziehungsweise Nachbarschaft
3.2 Praktische Möglichkeiten im Umgang mit Gewalt in der Grundschule
3.2.1 Entwicklung der Lernkultur
3.2.2 Entwicklung des Sozialklimas
3.2.3 Entwicklung von Regeln
3.2.4 Medienerziehung
3.2.5 Vermeidung von Etikettierungen
3.2.6 Öffnung der Schule und Kooperation mit dem Stadtteil
D Förderung von Selbstbehauptung und Zivilcourage am Beispiel des Gewaltpräventionsprojekts „aufgschaut“
D 1 Vorstellung des Gewaltpräventionsprojekts „aufgschaut“
1.1 Hauptziele des Projekts
1.1.1 Stärkung von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen
1.1.2 Stärkung des Gemeinschaftsgefühls/Förderung von Zivilcourage
1.2 Allgemeine Informationen über das Projekt
1.2.1 Beschreibung
1.2.2 Methode
1.2.3 Konzeption
1.3 Themenbereiche des Gewaltpräventionsprojekts „aufgschaut“
1.3.1 Selbstbehauptung – „Ich achte auf mich“
1.3.2 Gemeinschaft – „Ich achte auf die anderen“
1.3.3 Gewalt – „Konflikte kann ich lösen“
1.3.4 Sexueller Missbrauch – „Mein Körper gehört mir“
1.3.5 Zivilcourage – „Ich kann Gewalt verhindern“
D 2 Erste Evaluationsergebnisse des Gesamtprojekts „aufgschaut“
2.1 Untersuchungsgruppe Grundschullehrer
2.2 Untersuchungsgruppe Schüler
E Exemplarische Durchführung von Teilbereichen aus dem Gewaltpräventionsprojekt „aufgschaut“
E 1 Fragestellungen
E 2 Methode
2.1 Versuchspersonen
2.2 Design der Untersuchung
2.3 Instrument
2.4 Eigene Durchführung
2.4.1 Allgemeines
2.4.2 Themenbereich Selbstbehauptung
2.4.2.1 Zur eigenen Meinung stehen
2.4.2.2 Ja-Sagen
2.4.2.3 Stopp-/Nein-Sagen
2.4.3 Themenbereich Gemeinschaft
2.4.3.1 Knoten
2.4.3.2 Eisscholle
2.4.3.3 Auf und nieder
2.4.3.4 ABC-Brücke
2.4.4 Themenbereich Gewalt
2.4.4.1 Gewaltskala „Tumult erwünscht“
2.4.4.2 Kleinkreise
2.4.4.3 Anfeuern beim „Ritterturnier“
2.4.4.4 Pausenhofspiel
2.4.5 Themenbereich Zivilcourage
2.4.5.1 Reflexion und Zusammenfassung
2.4.5.2 Gemeinsame Gestaltung eines Plakats
E 3 Ergebnisse
E 4 Diskussion
F Resümee
G Anlagen
G 1 Fragebogen
G 2 Geschichte Selbstbehauptung
G 3 Geschichte Eisscholle
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, Möglichkeiten und konkrete Handlungsstrategien zur Gewaltprävention in der Grundschule aufzuzeigen, wobei die Förderung von Selbstbehauptung und Zivilcourage am Beispiel des Programms „aufgschaut“ im Zentrum steht. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie Grundschüler durch spezifische spielerische Übungen gestärkt werden können, um Gewaltsituationen kompetent zu begegnen, Täter-Opfer-Dynamiken zu durchbrechen und aktiv Verantwortung im Klassenverband zu übernehmen.
- Analyse der Entstehung von Gewalt im schulischen und außerschulischen Kontext.
- Charakterisierung von Täter-, Opfer- und Zeugenrollen im Schulalltag.
- Untersuchung geschlechtsspezifischer Unterschiede im Gewaltverhalten.
- Vorstellung und kritische Reflexion des Gewaltpräventionsprojekts „aufgschaut“.
- Empirische Überprüfung der Programmwirkung durch eine exemplarische Untersuchung an einer Grundschule.
Auszug aus dem Buch
2.4.4.1 Gewaltskala „Tumult erwünscht“
Die Schüler bildeten einen Sitzkreis, in dessen Mitte ich ein Plakat legte auf dem eine Gewaltskala (0 = keine Gewalt, 10 = Gewalt) aufgezeichnet war. Zuerst interessierte mich, was sich die Schüler unter einer Gewaltskala vorstellten. Victoria erklärte die Gewaltskala als „so was ähnliches wie ein Thermometer“ und Alex meinte, dass „bei zehn ganz viel Gewalt ist und bei null ganz wenig oder gar nichts“. Auf meine Frage, was denn dann mit den Zahlen dazwischen ist, antwortete Andreas, dass „das die Abstufung ist: Je höher die Zahl, desto mehr Gewalt“.
Nach dieser Begriffsklärung durfte sich jeder Schüler eines der von mir vorbereiteten Kärtchen ziehen. Auf diesen Karten standen verschiedene Beispiele für Gewalt, wie: Eine Katze am Schwanz ziehen, jemanden schlagen, jemanden mit dem Messer bedrohen, blöde oder gemeine Sprüche nachrufen, andere Kinder auslachen und anderes. Die Aufgabe hierzu war, die Aussage auf der Karte laut vorzulesen und sie kommentarlos nach persönlicher Meinung des einzelnen zu der für ihn passenden Zahl auf der Skala zu legen. Als jedes Kind seine Karte hingelegt hatte, entwickelte sich sofort eine hitzige Diskussion, da kaum jemand mit der jeweiligen Entscheidung einverstanden war.
Allerdings kam die Klasse auf keinen gemeinsamen Nenner. Daher bekamen sie einige Minuten Zeit, die Karten nach ihrer eigenen Einschätzung zu verschieben. Doch die Kinder erkannten schnell von selbst, dass es jeder anders sieht und dass immer der, dem die Gewalt angetan wird bestimmt, wie schlimm die Tat ist. Für die Kinder war also klar, dass immer das Opfer entscheidet, wie hoch die Tat auf der Gewaltskala eingestuft wird. Eines der gewaltbereiteren Kinder der Klasse meinte, dass ein Kind ausschließen, beschimpfen oder schlagen nur bei vier angesetzt wird, aber jemanden mit dem Messer bedrohen oder eine Katze am Schwanz ziehen mindestens zehn sein muss.
Zusammenfassung der Kapitel
B Gewalt in der Schule: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung über die Entstehung, die Formen und die Einflussfaktoren von schulischer Gewalt sowie eine Typologisierung der Akteure.
C Gewaltpräventive Arbeit in der (Grund-)schule: Hier werden Definitionen von Gewaltprävention erläutert und strukturelle Voraussetzungen sowie praktische Ansätze für eine wirksame Präventionsarbeit in Schulen diskutiert.
D Förderung von Selbstbehauptung und Zivilcourage am Beispiel des Gewaltpräventionsprojekts „aufgschaut“: Dieses Kapitel stellt die Ziele, Inhalte und Konzeption des spezifischen Projekts „aufgschaut“ vor, das auf die Stärkung sozialer Kompetenzen bei Grundschülern abzielt.
E Exemplarische Durchführung von Teilbereichen aus dem Gewaltpräventionsprojekt „aufgschaut“: Der Autor beschreibt hier die praktische Durchführung des Projekts in einer Grundschulklasse sowie die gewonnenen Ergebnisse und diskutiert deren Bedeutung im Hinblick auf die untersuchten Hypothesen.
Schlüsselwörter
Gewaltprävention, Grundschule, Selbstbehauptung, Zivilcourage, „aufgschaut“, Mobbing, Bullying, Sozialklima, Interaktionsforschung, Erziehungsstil, Konfliktlösung, Gewaltverhalten, Täter-Opfer-Dynamik, Medienkompetenz, Schulentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Anliegen dieser Hausarbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Gewalt an Schulen durch präventive Maßnahmen reduziert werden kann, mit einem besonderen Fokus auf die Stärkung der sozialen Kompetenzen von Grundschülern.
Welche zentralen Themenbereiche werden bearbeitet?
Neben der theoretischen Herleitung von Gewaltformen und deren Ursachen stehen die pädagogische Prävention, die Förderung von Selbstbehauptung sowie Zivilcourage im Mittelpunkt.
Was ist das primäre Ziel des Projekts „aufgschaut“?
Das Ziel ist die Stärkung von Selbstbewusstsein und Zivilcourage bei Kindern, um sie zu befähigen, Gewaltsituationen zu erkennen, sich abzugrenzen und prosozial zu handeln.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde für den empirischen Teil gewählt?
Die Autorin führte eine exemplarische Untersuchung an einer Grundschulklasse durch, bei der Fragebögen an drei Messzeitpunkten eingesetzt wurden, um Einstellungen und Verhaltensweisen der Schüler zu erfassen.
Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Konzepte zur Gewaltentstehung als auch die konkrete praktische Umsetzung des Präventionsprojekts „aufgschaut“ detailliert beschrieben und analysiert.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Gewaltprävention, Grundschule, Selbstbehauptung, Zivilcourage und Täter-Opfer-Dynamik.
Wie definiert das Projekt „aufgschaut“ Zivilcourage bei Kindern?
Es wird als „Zivilcourage im Kleinen“ verstanden, bei der Kinder in ihrem unmittelbaren Umfeld eingreifen und sich gegen Unrecht wehren, wenn demokratische oder humane Werte verletzt werden.
Welche Bedeutung hat die Rolle der Zeugen bei Gewaltsituationen in der Schule?
Zeugen spielen eine entscheidende Rolle, da ihr Verhalten – ob sie wegsehen oder aktiv eingreifen – entweder zur Verstärkung von Gewalt beitragen oder diese durch zivilcouragiertes Handeln unterbinden kann.
- Citar trabajo
- Ricarda Lermer (Autor), 2007, Förderung von Selbstbehauptung und Zivilcourage in der Schule. Ein Projekt zur Gewaltprävention in der Grundschule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78722