Kulturelle Unterschiede zwischen China und Deutschland. Theorie und Praxis in Alltag und Beruf


Seminararbeit, 2007
21 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von Kultur und Kulturmodellen
2.1. Abgrenzung des Begriffes „Kultur“
2.2 Erläuterungen von Kulturmodellen
2.2.1 Kulturmodell nach „Hofstede“
2.2.2 Kulturmodell nach „Trompenaars“

3. Charakterisierung der Kulturen von China und Deutschland
3.1 Dimension „Machtdistanz“
3.2 Dimension „Individualismus/Kollektivismus“
3.3 Dimension „Maskulinität/Feminität“
3.4 Dimension „Unsicherheitsvermeidung“
3.5. Dimension „Langzeitorientierung“

4. Zusammenfassung und Fazit

Quellenangaben

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1 Zeitspanne eines Mittagessens von Engländern und Franzosen

Abb. 2 Vergleich der Dimensionen von Hofstede und Trompenaars

Abb. 3 Vergleich der Dimensionen von Deutschland und China

1. Einleitung

Durch die zunehmende globale Entwicklung und das Entstehen von weltweiten Netzwerken, Strukturen und Beziehungen, wird die interkulturelle Kommunikation immer wichtiger. Interkulturelle Kontakte sind an der Tagesordnung. Es gibt kaum ein Unternehmen, das nicht exportiert oder importiert, viele Unternehmen haben global verteilte Tochterunternehmen, Joint-Ventures oder sonstige Kooperationen. Daher werden immer mehr Menschen im Berufs- und Privatleben mit der interkulturellen Kommunikation konfrontiert. Die folgende Seminararbeit, soll einen Einblick über die unterschiedliche Kultur zwischen China und Deutschland geben. Insbesondere werden die Kulturunterschiede, die in verschiedenen Studien theoretische beschrieben sind, mit meinen Erfahrungen aus dem Alltag und Berufsleben verglichen.

Meine Erfahrungen stammen aus der mittlerweile einjährigen Berufstätigkeit in der Volksrepublik China, wo ich für das Unternehmen Bosch in Changsha arbeite und lebe. Der Bericht soll einen praxisnahen Überblick, über die Unterschiede der Kultur und der Interkulturellen Kommunikation geben. Wobei zu beachten ist, dass die genannten Beispiele und Erfahrungen sich aus subjektiver Sicht auf das allgemeine Verhalten der Chinesen beziehen, und es sicherlich Ausnahmen gibt die dem widersprechen.

In Kapitel 2 werden zunächst die theoretischen Grundlagen und Modelle erklärt, die in der Literatur zu den Themen Kulturunterschied und Interkulturelle Kommunikation vorhanden sind. Kapitel 3 beschäftigt sich mit der Charakterisierung der Chinesischen Kultur, bezogen auf die Interkulturelle Kommunikation mit Europäern. Dabei werden die theoretischen Modelle und Aussagen mit meinen Erfahrungen aus der Praxis verglichen.

2. Definition von Kultur und Kulturmodellen

2.1. Abgrenzung des Begriffes „Kultur“

Das Wort „Kultur“ kommt aus dem lateinischen „colere“ und bedeutet übersetzt „errichten“ oder „bilden“. Im alltäglichen Gebrauch wird Kultur auf Verhalten von Personen bezogen. So zum Beispiel heißt es, dass Kultur für „kultiviert“ und „gepflegt“ steht. Mit Kultur will man etwas Gebildetes beschreiben, speziell das Wort Hochkultur, steht für ausgesuchte und elitäre Klassen einer Gesellschaft.[1]

Des Weiteren beschreibt Kultur eine Handlungsweise innerhalb einer Organisation. Wenn man zum Beispiel von einer hohen Innovationskultur innerhalb eines Unternehmen spricht, bedeutet es, dass die Organisation/Unternehmen Wert auf Innovationen legt und darauf ausgerichtet ist, innovativ zu sein.[2]

In der interkulturellen Forschung, wird Kultur verstanden als Gesamtheit von Grundsätzen, Annahmen, Werten, Wertvorstellungen, Verhaltensnormen und Grundeinstellungen die von einer Gruppe geteilt und gelebt werden.[3]

Eine Kultur wird in der Regel durch geographische oder politische Grenzen gesetzt. Das heißt, man bezieht eine Kultur auf Staaten oder gleichsprachige Gebiete. So zum Beispiel spricht man von der „Deutschen Kultur“ in Deutschland oder von der „Westlichen Kultur“, die sich auf Europa und Amerika bezieht. Oftmals ist diese Abgrenzung der Kulturen als problematisch zu betrachten, da man nicht die exakt gleiche Kultur innerhalb eines Gebietes voraussetzen kann. Da diese Abweichungen aber weniger signifikant sind, als Unterschiede zu anderen Ländern oder Sprachzonen bezieht man die „Deutsche Kultur“ auch auf gesamt Deutschland.[4]

Der Mensch selbst wird immer in eine Kultur hineingeboren, und nimmt diese Kultur somit direkt auf. Die kulturelle Programmierung „Kultivierung“ findet dabei bereits im Babyalter statt. Man spricht davon, dass bereits ein Mensch nach sieben Jahren einen Grossteil seiner Kultur verinnerlicht hat. Aus dieser Programmierung heraus entstehen die typischen Verhaltensweisen von Menschen. Als Beispiel kann man hier die Zeitspanne nehmen, die Engländer und Franzosen zum Mittagessen benötigen. Wie man in Abb. 1 sieht, benötigen die Engländer im Durchschnitt weniger Zeit als die Franzosen. Jedoch überschneiden sich beide Graphen in der Mitte, und repräsentieren Engländer und Franzosen die ungefähr gleichlange brauchen. Beide befinden sich jedoch in der Mehrheit in ihrer Kultur.[5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Erläuterungen von Kulturmodellen

Ein Forschungsschwerpunkt interkultureller Forschung, ist die Suche nach kulturellen Dimensionen durch systematische Erforschung und Abstrahierung kultureller Unterschiede. Diese dienen der Vereinfachung und Klassifizierung von Kulturen, entsprechend der vorgegebenen Dimensionen. Diese Dimensionen bilden eine abstrakte und theoretische Grundlage zur Erforschung von Kulturen. Die bekanntesten Autoren von Kulturmodellen sind Hofstede und Trompenaars. In den nächsten beiden Abschnitten werden diese beiden Kulturmodelle in der Theorie behandelt.[6]

2.2.1 Kulturmodell nach „Hofstede“

Das bekannteste und das am häufigsten zitierte Kulturmodel, ist das Kulturmodell von Hofstede. Hofstede erarbeitet sein Kulturmodel in den 70ziger Jahren, während seiner Zeit bei IBM, wo er das Verhalten von Mitarbeitern aus verschiedenen Kulturen analysierte. In seinem Originalwerk spricht Hofstede von vier unterschiedlichen Dimensionen die eine Kultur beschreiben.[7]

Sie lauten:[8]

- Machtdistanz
- Individualismus/Kollektivismus
- Maskulinität/Feminität
- Unsicherheitsvermeidung

Machtdistanz wird von Hofstede definiert als, „the extent to which the less powerful members of institutions and organisations within a country expect and accept that power is distributed unequally.”[9] Das bedeutet, wie Menschen innerhalb einer Kultur Machtverhältnisse auffassen und akzeptieren. Ein hierarchischer Aufbau einer Organisation ist ein Beispiel für eine hohe Machtdistanz.

Die zweite Dimension von Hofstede ist die Abgrenzung von Individualismus gegenüber Kollektivismus. Hofstede definiert diese Dimension wie folgt, „individualism pertains to societies in which the ties between individuals are loose: everyone is expected to look after himself or herself and his or her immediate family. Collectivism as its opposite pertains to societies in which people from birth onwards are integrated into strong, cohesive in-groups, which throughout people’s lifetime continue to protect them in exchange for unquestioning loyalty.”[10] Diese Dimension beschreibt das Denken und Handeln einer Kultur. Ob eine Kultur individualistisch oder kollektiv aufgestellt ist. Es ist die wohl bekannteste und einfachste Dimension um Kulturen abzugrenzen.

[...]


[1] Vgl. Dahl, Seite 1ff

[2] ebd.

[3] Vgl. Internet (1)

[4] ebd.

[5] Vgl. Internet (1)

[6] ebd.

[7] Vgl. Dahl, Seite 1ff

[8] ebd.

[9] Vgl. Hofstede, Seite 28ff

[10] Vgl. Hofstede, Seite 51ff

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Kulturelle Unterschiede zwischen China und Deutschland. Theorie und Praxis in Alltag und Beruf
Hochschule
Universität Lüneburg  (Technik und Umwelt)
Veranstaltung
Interkulturelle Kommunikation
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
21
Katalognummer
V78735
ISBN (eBook)
9783638856157
ISBN (Buch)
9783638855174
Dateigröße
1856 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Seminararbeit zum Thema Interkulturelle Kommunikation zwischen Deutschland und China. Neben den theoretischen Grundlagen, werden Beispiele zur Interkulturellen Kommunikation aus dem Alltag und Berufsleben beschrieben.
Schlagworte
Kulturelle, Unterschiede, China, Deutschland, Theorie, Praxis, Alltag, Beruf, Interkulturelle, Kommunikation
Arbeit zitieren
Marek Borgstedt (Autor), 2007, Kulturelle Unterschiede zwischen China und Deutschland. Theorie und Praxis in Alltag und Beruf, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78735

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