Das Osterfest gehört als ältestes christliches Fest sowohl in Deutschland als in den Zielsprachenländern zur alljährlichen religiösen oder Feiertagstradition, die überall mit bestimmten Symbolen und Riten verbunden ist. Neben Unterschieden (wie beispielsweise den hot cross buns in Großbritannien) gibt es auch zahlreiche Gemeinsamkeiten. So verbinden traditionell auch Kinder in englischsprachigen Ländern mit Ostern vor allem den Osterhasen bzw. Easter Bunny (ursprünglich ein vorchristliches Symbol der Fruchtbarkeit, vgl. ebd.) und – trotz dem Erhalten zunehmend größerer Geschenke – das Anmalen und Suchen von Ostereiern.
In der dargestellten Stunde für Klasse 3, Grundschule, spielen die Kinder als eine Art Weiterführung des Storytellings eine Easter-Story nach. Sie handelt von zwei Osterhasen, die Ostereier verstecken möchten, dabei jedoch verschiedenen hungrigen Tieren (Hund, Katze, Schwein) begegnen, denen sie all ihre Eier schenken. Um wieder etwas zum Verstecken zu haben, helfen ihnen die Hühner aus. Aus Zeitmangel verstecken die Hasen schnell die unbemalten Eier. Da tauchen auch schon zwei Kinder auf, deren Erstaunen groß ist, als aus den weißen Eiern plötzlich Küken schlüpfen. Durch die wiederkehrenden Strukturen und ihre dialogische Form eignet sich die Geschichte sehr gut zur szenischen Umsetzung und lässt sich zudem bezüglich Text und Charakteren an jede Lerngruppe adaptieren.
Szenisches Spielen gilt als eines der effektivsten Mittel, um die Sprechkompetenzen der Kinder in der Fremdsprache in relativ kurzer Zeit zu fördern und gleichzeitig eine hohe Sprechbereitschaft bzw. ein positives Selbstbewusstsein im Umgang mit der Fremdsprache zu entwickeln. Zudem erfahren die Kinder hierbei sehr deutlich den Nutzen der Schrift als Erinnerungs- und Präsentationshilfe.
Inhaltsverzeichnis
1. Reflexionen zur Lerngruppe und den Unterrichtsbedingungen
2. Überlegungen zum Inhalt und der Sache
2.1. Ostern
2.2. Die Geschichte Easter egg surprise
2.3. Theaterpädagogische Methoden im Englischunterricht
3. Angestrebte Kompetenzen und Unterrichtsziele
3.1. Fachkompetenzen
3.1.1. Rezeptive Aktivität Lesen
3.1.2. Produktive Aktivität Sprechen
3.1.3. Mündliche Interaktion
3.2. Personale Kompetenz
4. Didaktische Reflexion
4.1. Einbettung der Unterrichtssequenz in den übergeordneten Unterrichtskontext
4.2. Relevanz des Unterrichtsinhalts für die Schüler/innen
4.2.1. Thema Ostern
4.2.2. Die Wahl der Geschichte
4.2.3. Szenisches Spielen
4.3. Bezüge des Unterrichtsinhalts zum Bildungsplan
5. Methodische Überlegungen
5.1. Warming up und Einstieg
5.2. Story-Wiederholung
5.3. Leseübung
5.4. Vorbereitung des szenischen Spiels
5.5. Präsentation des szenischen Spiels
5.6. Abschluss
6. Unterrichtsverlauf
7. Anhang
7.1. Literaturangaben
7.2. Materialien und Medien
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel der vorliegenden Unterrichtseinheit ist die Einübung und Präsentation der Geschichte "Easter egg surprise" in einer dritten Klasse, um durch das szenische Spielen kommunikative Kompetenzen, Sprechfreude und Selbstvertrauen in der Fremdsprache zu fördern. Die Schülerinnen und Schüler sollen dabei sowohl rezeptive als auch produktive Fertigkeiten trainieren und durch die Einbettung in einen sinnvollen, handlungsorientierten Kontext motiviert werden.
- Theaterpädagogische Ansätze im frühen Fremdsprachenunterricht
- Entwicklung kommunikativer Kompetenzen durch szenisches Rollenspiel
- Integration von Sprachhandlungen in einen kontextuellen Rahmen
- Förderung von Selbstbewusstsein und Sprechbereitschaft bei heterogenen Lerngruppen
- Die Rolle der Visualisierung und Schrift als Unterstützung beim Sprachenlernen
Auszug aus dem Buch
4.2.3. Szenisches Spielen
In der Literatur wird szenisches Spielen als eines der effektivsten Mittel genannt, um die Sprechkompetenzen der Kinder in der relativ kurzen Zeit von zwei Wochenstunden zu fördern „und gleichzeitig ein positives Selbstbewusstsein im Umgang mit der Fremden Sprache zu entwickeln“ (Gerngross, 2003: 12; vgl. Schmid-Schönbein, 2001; Phillips, 1999). Es erfüllt zahlreiche didaktisch-methodische Prinzipien des frühen Fremdsprachenunterrichts wie z.B. Handlungs-, Erlebnis- und Spielorientierung, ganzheitliches Lernen, Situations- und Lebensweltbezug und Anschaulichkeit (vgl. z.B. MKJS, 2004; Klippel, 2000) und ist eine natürliche Verhaltensform der kindlichen Entwicklung „from an early age. Children try out different roles in make-believe play“ (Phillips, 1999: 6) aus einem “natural desire to act out situations” (ebd.) heraus, welches zu nutzen es sich lohnt.
Theater bereitet Kinder auf Lebenssituationen außerhalb des Klassenzimmers vor, denn es gibt ihnen die Möglichkeit, in einer angstfreien Umgebung Sprache zu erproben „that is outside their daily needs” (Phillips, 1999: 6). Die Schüler/innen erfahren Sprache in einem sinnvollen Kontext und in ihren verschiedenen kommunikativen Funktionen (vgl. Schmid-Schönbein, 2001: 72, 117 f.; MKJS, 2004: 79), und zwar auf sehr lebendige, realistische Weise.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Reflexionen zur Lerngruppe und den Unterrichtsbedingungen: Analyse der heterogenen Klassenstruktur und der Vorerfahrungen der Kinder im Englischunterricht sowie Ableitung von notwendigen Differenzierungsmaßnahmen.
2. Überlegungen zum Inhalt und der Sache: Fachliche Einordnung des Osterfestes, Vorstellung der gewählten Geschichte sowie theoretische Begründung theaterpädagogischer Methoden.
3. Angestrebte Kompetenzen und Unterrichtsziele: Definition der fachlichen und personalen Lernziele mit Fokus auf Leseverstehen, Sprechfähigkeit und Mündliche Interaktion.
4. Didaktische Reflexion: Einordnung der Stunde in die Unterrichtssequenz, Begründung der Relevanz für die Schüler und theoretische Fundierung des szenischen Spiels.
5. Methodische Überlegungen: Detaillierte Darstellung der Unterrichtsphasen vom Einstieg bis zum Abschluss unter methodischen Gesichtspunkten.
6. Unterrichtsverlauf: Tabellarische Übersicht der geplanten Zeitplanung, Sozialformen und verwendeten Medien.
7. Anhang: Auflistung der verwendeten Literatur sowie eine Aufstellung der genutzten Materialien und Medien.
Schlüsselwörter
Englischunterricht, Grundschule, Easter egg surprise, szenisches Spiel, Theaterpädagogik, Sprechkompetenz, Fremdsprachenlernen, Storytelling, Handlungsorientierung, Differenzierung, Osterhasen, Kommunikation, Lernmotivation, Rollenspiel, Bildungsplan.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf für eine Prüfungslehrprobe im Fach Englisch an einer Grundschule dar, bei dem eine Ostergeschichte durch szenisches Spiel nachgespielt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind der Einsatz theaterpädagogischer Methoden im Englischunterricht, die Förderung von Sprechkompetenzen und die Bedeutung von handlungsorientiertem Lernen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Realisierung eines szenischen Spiels, um bei den Schülern Sprechfreude zu wecken, Ängste abzubauen und die Anwendung englischer Sprachstrukturen in einem sinnvollen Kontext zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen unterrichtspraktischen Entwurf, der didaktisch-methodische Prinzipien des Fremdsprachenlernens, wie das Storytelling und das szenische Darstellen, auf die konkrete Klassensituation anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Lerngruppenanalyse, die theoretische Begründung des Inhalts, die Kompetenzformulierung, didaktische Überlegungen sowie die methodische Planung der Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Englischunterricht, szenisches Spiel, Theaterpädagogik, Storytelling und Handlungsorientierung beschreiben.
Wie wird die Heterogenität der Klasse berücksichtigt?
Die Autorin plant durch den Einsatz heterogener Kleingruppen und eine gezielte Aufgabenverteilung, die sowohl schwächere als auch leistungsstärkere Kinder fordert und fördert.
Welche Rolle spielen Requisiten im Unterrichtskonzept?
Requisiten wie Masken und Kulissen dienen der Semantisierung und helfen den Schülern, ihre Hemmungen zu verlieren, indem sie eine neue Identität annehmen können, hinter der sie sich sicher fühlen.
Warum wurde die Geschichte "Easter egg surprise" gewählt?
Die Geschichte wurde aufgrund ihrer für Kinder motivierenden Tiercharaktere, ihrer wiederkehrenden Sprachstrukturen und ihrer Eignung für darstellendes Spiel ausgewählt.
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- Katja Krenicky-Albert (Author), 2007, Unterrichtseinheit: „Easter egg surprise“ - Eine Story nachspielen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78740