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Orientierungspraktikum an der Jens-Nydahl-Grundschule in Berlin-Kreuzberg

Title: Orientierungspraktikum an der Jens-Nydahl-Grundschule in Berlin-Kreuzberg

Internship Report , 2002 , 24 Pages , Grade: 1

Autor:in: Stephan Scheeder (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Summary Excerpt Details

Der Gedanke an mein Orientierungspraktikum löst bei mir sowohl Vorfreude und Spannung auf das aus, was mich erwartet, als auch Befürchtungen und Bedenken.
Zunächst ist es sicherlich nicht einfach, den Rollenwechsel von der Schüler- zur Lehrerrolle zu vollziehen. Es ist ja noch gar nicht lange her, dass ich selbst noch auf der "anderen Seite" saß. Werde ich es schaffen, mich in diese Rolle einzufügen? Welche Probleme macht mir dieser Wechsel? Wie kann ich sie lösen? Folglich ist meine erste Erwartung an das Praktikum, dass ich auf diese Fragen eine Antwort finde, dass ich es schaffe, mich mit der Lehrerrolle zu identifizieren. Verbunden mit diesem ersten Bedenken ist die Befürchtung, dass ich das richtige Maß zwischen Distanz und Nähe zu den Schüler/innen nicht finde. Auch dies gilt es auszuprobieren und auszuloten.

In den von mir selbst zu planenden Unterrichtseinheiten sehe ich die größte Herausforderung. Bei der Planung wird es wahrscheinlich schwer sein, die Klasse und ihr Leistungsvermögen realistisch einzuschätzen. An welchem Punkt sind Schüler/innen unter- oder überfordert? Wie fördere ich gleichzeitig unterschiedliche Leistungsniveaus? Hinzu kommen natürlich auch Bedenken: Kann ich überhaupt Autorität vermitteln? Vermag ich es einen Unterricht zu gestalten, den die Schüler/innen spannend und ansprechend finden? Mein primäres Interesse ist es daher, diese Hürden zu überwinden und mit der neuen Situation umgehen zu lernen. Ich hoffe, dass ich durch das eigene Erproben Sicherheit gewinne und mir einige dieser Sorgen genommen werden.

Im Übrigen bin ich überzeugt, dass ich von den Erfahrungen der an der Schule unterrichtenden Lehrer/innen profitieren kann, indem ich beispielsweise verschiedene Unterrichtsstile- und methoden kennenlerne, die ich mir ggf. "abgucken" kann. Die kritische Beobachtung der Lehrer/innen wird es mir sicherlich auch ermöglichen, mein Lehrerleitbild zu überprüfen und eventuell zu korrigieren. Ich wünsche mir eine intensive Kommunikation mit meiner Mentorin und ggf. auch dem Kollegium, damit ein fachlicher und methodischer Austausch stattfinden kann.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Vor dem Praktikum

1.2 Mein Lehrerleitbild

2. Die Jens-Nydahl-Grundschule

2.1 Beschreibung der Lage der Schule und des Schulgebäudes

2.2 Einschätzung der sozialen Struktur der Schüler- und Elternschaft

2.3 Die Jens-Nydahl-Grundschule: Beschreibung, Profil und Angebotsstruktur der Schule

2.3.1 Fokus auf Sprache: Das Angebot der J-N-S

2.3.2 Integrationsklassen – Was bedeutet das?

2.3.3 Weitere Unterrichtsangebote

2.3.4 Das Nachmittagsprogramm

3. Das Praktikum an der Jens-Nydahl-Grundschule

3.1 Der erste Eindruck

3.2 Ausgangslage

3.3 „Meine“ Klasse: Klassenstruktur und Klassenraum

3.4 Unterrichtsbeobachtungen: Ein Tag in der 4a

3.4.1 1. Stunde: DAZ

3.4.2 2. Stunde: Deutsch-Förder Unterricht

3.4.3 3. Stunde: Deutsch

3.4.4 4. Stunde: Frühenglisch

3.4.5 5. Stunde: Sachkunde

3.5 Beobachtungen und Auswertung

3.6 Unterrichtsversuch

3.6.1 Meine Englischstunde in der 4a

3.7 Auswertung

4. Beobachtungsschwerpunkt: Das Thema der frühen Dreisprachigkeit – Problem oder Vorteil

5. Reflexion über mein Orientierungspraktikum

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist die kritische Reflexion eines Orientierungspraktikums an einer Berliner Grundschule in einem sozialen Brennpunkt, wobei insbesondere der Rollenwechsel vom Schüler zum Lehrer sowie die pädagogischen Herausforderungen im multikulturellen Umfeld untersucht werden.

  • Lehrerleitbild und professionelle Rollenfindung
  • Soziale Struktur und multikulturelle Schulumgebung
  • Methoden der Sprachförderung (DAZ und Deutsch-Förder-Unterricht)
  • Thematik der frühen Dreisprachigkeit bei Kindern mit Migrationshintergrund
  • Reflexion des eigenen Unterrichtsversuchs und der Unterrichtspraxis

Auszug aus dem Buch

3.4.5 5. Stunde: Sachkunde

Die Sachkundestunde entwickelt sich zum wahrscheinlich lustigsten Erlebnis meines Praktikums. Der Unterricht beginnt damit, dass die Lehrerin einen bereits am Vortag in Angriff genommenen Text zu Ende besprechen will. Diese Aufforderung stößt auf wenig Gegenliebe und ruft bei manchen Schülern/innen heftige Proteste hervor. „Der Text ist doof!“ und „Lieber was anderes!“ schallt es durch die Klasse, bis ein lebhaftes Mädchen von ihrem Platz aufsteht und der Lehrerin in voller Lautstärke zuruft: „Frau XY das ist so unfair! Immer dürfen Sie alles bestimmen! Ich will auch mal was sagen! Ich bin jetzt mal Lehrerin!“ Sprachs, setzt sich die Klassenlehrerin ruhig an einen Tisch der hinteren Sitzgruppe und meint nur „Bitte sehr“. Man muss dazu sagen, dass das Mädchen bzw. die frisch gebackene Junglehrerin ein wirklicher Glücksgriff ist. Sie beginnt mit einem für ihr Alter ungewöhnlichen Humor und einer ausgezeichneten Beobachtungsgabe die Lehrerin zu mimen und zieht dabei den gesamten Lehrerstand in einer perfekten Satire durch den Kakao. Die Spontaneität dieses 10-jährigen Mädchens beeindruckt mich jetzt noch.

Die Klasse reagiert zunächst natürlich begeistert und spielt das Spiel munter mit. Einer höchst amüsanten Erklärung zum Thema Rechtschreibung lässt die neue Lehrkraft ein kurzes Diktat (Brief an die Eltern zum Thema Klassenfahrt) folgen. Dann allerdings wird es etwas unruhiger in der Klasse. Schüler/innen meldeten sich mit Fragen an die neue Lehrerin. Die Frage „Frau Lehrerin, warum sind Sie denn so klein?“ wird prompt mit der Antwort: „Naja, ich habe in meiner Jugend so viel geraucht und bin deswegen klein geblieben“ beantwortet. Mit zunehmender Zeit wird die Klasse lauter und unruhiger. Mehrere Schüler/innen wittern ihre Chance, ungestraft die Regeln des Unterrichts zu brechen. So werden Zwischenrufe lauter und häufiger, Schüler/innen fangen an durch die Klasse zu rennen und der allgemeine Lärmpegel steigt deutlich an. Das Mädchen/Die Lehrerin hat große Schwierigkeiten, ihre Mitschüler/innen im Zaum zu halten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der Autor beschreibt seine Erwartungen, Bedenken vor dem Rollenwechsel zur Lehrerrolle und entwickelt ein persönliches Lehrerleitbild.

2. Die Jens-Nydahl-Grundschule: Vorstellung des Schulstandorts in Kreuzberg, der sozialen Struktur der Schülerschaft sowie des vielfältigen pädagogischen Profils und Nachmittagsprogramms.

3. Das Praktikum an der Jens-Nydahl-Grundschule: Detaillierte Dokumentation der Hospitationen und Unterrichtsbeobachtungen in der Klasse 4a, ergänzt durch die Analyse des eigenen Unterrichtsversuchs.

4. Beobachtungsschwerpunkt: Das Thema der frühen Dreisprachigkeit – Problem oder Vorteil: Untersuchung des Einflusses von Frühenglisch und Mehrsprachigkeit auf die schulische Leistung und Integration von Schülern mit nicht-deutscher Herkunft.

5. Reflexion über mein Orientierungspraktikum: Zusammenfassende Einschätzung der Erfahrungen, Bestätigung der Berufswahl und Identifikation von Bereichen für die persönliche Weiterentwicklung als angehende Lehrkraft.

Schlüsselwörter

Orientierungspraktikum, Jens-Nydahl-Grundschule, Lehrerleitbild, multikulturelle Schule, Sprachförderung, DAZ, Frühenglisch, Dreisprachigkeit, Unterrichtshospitation, Klassenstruktur, soziale Brennpunkte, Lehrerpersönlichkeit, Inklusion, Integrationsklassen, pädagogische Reflexion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit dokumentiert und reflektiert ein Orientierungspraktikum an der Jens-Nydahl-Grundschule in Berlin-Kreuzberg aus der Sicht eines Lehramtsstudierenden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Fokus stehen die Rollenfindung als Lehrkraft, der Umgang mit einer multikulturellen Schülerschaft, Strategien der Sprachförderung sowie die Auswirkungen früher Mehrsprachigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die kritische Auseinandersetzung mit der Unterrichtspraxis und die Überprüfung des eigenen Berufswunsches durch praktische Erfahrungen in einem sozialen Brennpunkt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf teilnehmender Beobachtung, dem Führen eines Praktikumsberichts und einer anschließenden qualitativen Auswertung der gemachten Erfahrungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Schulbeschreibung, detaillierte Unterrichtsprotokolle aus der Klasse 4a, die Analyse eines eigenen Unterrichtsversuchs sowie einen vertiefenden Beobachtungsschwerpunkt zum Thema Dreisprachigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Orientierungspraktikum, Sprachförderung, interkulturelle Pädagogik, Dreisprachigkeit, Lehrerrolle und Schulpraxis.

Warum wurde ausgerechnet die Klasse 4a für die Beobachtung gewählt?

Der Autor verbrachte die meiste Zeit seines Praktikums in der 4a, wodurch er ein tiefes Vertrauensverhältnis zu den Schülern aufbauen konnte und eine fundierte Grundlage für seine Analysen erhielt.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur frühen Fremdsprachenvermittlung?

Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass eine frühe Einführung in Fremdsprachen bei Kindern nicht-deutscher Herkunft keine Sprachverwirrung hervorruft, sondern vielmehr zur Ausbildung eines Sprachgefühls beitragen kann.

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Details

Title
Orientierungspraktikum an der Jens-Nydahl-Grundschule in Berlin-Kreuzberg
College
Free University of Berlin  (Fachbereich Erziehungswissenschaften)
Course
Proseminar: Grundschulen in sozialen Brennpunkten
Grade
1
Author
Stephan Scheeder (Author)
Publication Year
2002
Pages
24
Catalog Number
V7874
ISBN (eBook)
9783638149907
Language
German
Tags
Orientierungspraktikum Jens-Nydahl-Grundschule Berlin-Kreuzberg Proseminar Grundschulen Brennpunkten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Scheeder (Author), 2002, Orientierungspraktikum an der Jens-Nydahl-Grundschule in Berlin-Kreuzberg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7874
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