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Kommunikationsprobleme im schulischen Kontext und Lösungsmöglichkeiten aus der Lehrerperspektive

Title: Kommunikationsprobleme im schulischen Kontext und Lösungsmöglichkeiten aus der Lehrerperspektive

Seminar Paper , 2005 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nele Bach (Author)

Pedagogy - The Teacher, Educational Leadership
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In der vorliegenden Arbeit werde ich Kommunikationsprobleme in der Schule und ihre Lösungsmöglichkeiten besprechen. In der kritisch-kommunikativen Didaktik werden Lehren und Lernen als „kommunikative Prozesse“ betrachtet (Stangl 2004, Kritisch Kommunikative Didaktik). Das System Schule wird als Kommunikationsgemeinschaft gesehen, in der die Schüler die Chance bekommen, sich so in ihrer Persönlichkeit weiter zu entwickeln, dass sie schließlich fähig sind, ihr Lernen selbstverantwortlich in die Hand zu nehmen (ebenda).

Welche Probleme sind in diesem Prozess zu erwarten und welche Vorgehensweisen bei deren Lösung sind denkbar? Im Folgenden betrachte ich zu diesen Fragen schwerpunktmäßig das kommunikative Geschehen im Unterricht.

Unter Kommunikation versteht man einen Prozess, an dem sieben Elemente beteiligt sind: der Informationssender, der Informationsempfänger, ihr gemeinsamer Code, die Verschlüsselung einer Nachricht, die Entschlüsselung einer Nachricht, der Kanal und die Nachricht selbst (Shannon & Weaver nach Stangl 2004, Kommunikation). Dieser Kommunikationsbegriff kann auf die Schulsituation übertragen werden.

Verläuft die Kommunikation erfolgreich, so sagt eine Person etwas, d.h. der Sender versendet eine Nachricht, die er zuvor verschlüsselt hat, mithilfe des gemeinsamen Zeichenvorrats unserer Sprache, dem Code. Eine andere Person, d.h. der Empfänger, empfängt das Gesagte über einen Kanal, in diesem Fall über das Gehör. Er versteht die Nachricht, er dekodiert sie richtig. Im Normalfall können der Sender zum Empfänger und der Empfänger zum Sender werden. Dies geschieht in der Schule mehr oder weniger kontinuierlich, dabei sind Lehrer und Schüler idealer Weise Sender und Empfänger, also Sender-Empfänger in einer Doppelrolle. Für die schulische Kommunikation ist typisch, dass Nachrichten, die nicht immer kongruent sind, auf verschiedenen Kanälen übermittelt werden. Sender-Empfänger nutzen den visuellen Kanal, d.h. sie sehen die Aufmachung, die Körperhaltung, die Gesten, das Mienenspiel des Gegenüber. Die beteiligten Personen nehmen auch wahr, was der andere noch „nebenbei“ im Unterricht tut.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Kommunikation nach Shannon & Weaver, Watzlawick und Schulz von Thun

1.2 Die Bedeutung symmetrischer Kommunikation in der Schule

1.3 Was sind Kommunikationsprobleme im schulischen Kontext?

2. Kommunikationsprobleme zwischen Schülern

2.1 Wie kommen sie zustande?

2.2 Lösungsmöglichkeiten aus der Lehrerperspektive

3. Kommunikationsprobleme zwischen Schülern und Lehrern

3.1 Wie kommen sie zustande?

3.2 Lösungsmöglichkeiten aus der Lehrerperspektive

4. Ausblick

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Kommunikationsprobleme innerhalb des schulischen Systems und beleuchtet verschiedene pädagogische Ansätze zur Konfliktlösung aus der Perspektive der Lehrkräfte. Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie durch ein tieferes Verständnis von Kommunikationsmustern eine authentische und symmetrische Interaktion zwischen Lehrern und Schülern gefördert werden kann.

  • Theoretische Grundlagen der Kommunikation nach Schulz von Thun und Watzlawick
  • Ursachen und Dynamiken von Kommunikationsstörungen bei Schülern
  • Einfluss von Lehrerpersönlichkeiten und Kommunikationsstilen auf Unterrichtsqualität
  • Strategien zur Förderung von Lernautonomie und gewaltfreier Kommunikation im Schulalltag

Auszug aus dem Buch

3.1 Wie kommen sie zustande?

Kommunikationsprobleme zwischen Lehrern und Schülern entstehen offenbar am ehesten, wenn auf Seiten des Lehrers einer der acht von Schulz von Thun begründete Kommunikationsstile dominiert (Schulz von Thun 1989, S.15).

Ein Lehrer, dessen Kommunikation sich dadurch auszeichnet, dass er seinen Schülern vermittelt, wie sehr er ihre Hilfe benötigt und wie überfordert er mit sich selbst und dem Unterrichtsgeschehen ist, also den bedürftig-abhängigen Kommunikationsstil bevorzugt, sollte damit rechnen, dass die Schüler diese offensichtliche Schwäche ausnutzen, um ihm „auf der Nase herum zu tanzen“. Sie sind es nämlich nicht gewohnt, dass jemand, der in der „Schulhierarchie“ eigentlich über ihnen steht, das seelische Axiom in sich trägt, das besagt: „Ich bin schwach und hilflos - allein bin ich dem Leben nicht gewachsen“ (Schulz von Thun 1989, S.62). Die Schüler nehmen den Stil, mit ihnen in Kontakt zu treten, hauptsächlich nonverbal wahr. Ihnen fallen die unsicheren Bewegungen des Lehrers auf oder seine Inkonsequenz und Hilflosigkeit bei Grenzüberschreitungen durch Schüler, die sich z.B. in Haltung, Mimik und paralinguistischen Elementen wie leises Sprechen widerspiegeln (zu Zeichen und Signalen des Körpers generell Molcho 1998, S.85ff.). In den häufigsten Fällen tritt dieser Kommunikationsstil als Hauptstil bei Lehrerinnen auf, die wahrscheinlich in ihrer Jugend und auch im früheren Berufsleben erfahren haben, dass von ihnen als Frau erwartet wird, die Rolle des „schwachen Geschlechts“ zu spielen, bei der die Herausbildung eines bedürftig-abhängigen Kontaktmusters besonders gern geduldet wird (vgl. Schulz von Thun 1989, S.63). Im Unterrichtsgeschehen ist dieser Kommunikationsstil jedoch höchst hinderlich, weil Lehrpersonen dazu neigen, alles auf der Beziehungsebene zu verstehen, und zu sehr mit ihrer eigenen Unsicherheit und Bedürftigkeit beschäftigt sind als auf die Bedürfnisse der Schüler eingehen zu können. Die Lehrer sehnen es dabei nicht als ihre Aufgabe an, die Beziehung zu den Schülern so zu definieren, dass Unterricht erfolgreich stattfinden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert Schule als Kommunikationsgemeinschaft und stellt die Forschungsfrage zur Bewältigung von Kommunikationsstörungen im Unterricht.

1.1 Kommunikation nach Shannon & Weaver, Watzlawick und Schulz von Thun: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Basismodelle der zwischenmenschlichen Kommunikation und deren Übertragbarkeit auf den Schulkontext.

1.2 Die Bedeutung symmetrischer Kommunikation in der Schule: Es wird die Wichtigkeit der Symmetrie zwischen Lehrer und Schüler als pädagogisches Ideal zur Entwicklung mündiger Bürger diskutiert.

1.3 Was sind Kommunikationsprobleme im schulischen Kontext?: Dieses Kapitel definiert Störungen der Kommunikation durch den Einfluss von Kommunikationsstilen und Rollenbildern.

2. Kommunikationsprobleme zwischen Schülern: Der Fokus liegt hier auf den altersspezifischen Konflikten, Cliquenbildungen und Integrationsproblemen innerhalb der Schülerschaft.

2.1 Wie kommen sie zustande?: Hier werden die Ursachen von Schüler-Konflikten analysiert, darunter soziale Unsicherheiten, Sprachbarrieren und Wettbewerbsdruck.

2.2 Lösungsmöglichkeiten aus der Lehrerperspektive: Es werden Methoden wie Interwriting, Mediation und klare Verhaltensregeln zur Konfliktbearbeitung vorgestellt.

3. Kommunikationsprobleme zwischen Schülern und Lehrern: Dieses Kapitel untersucht, wie spezifische Kommunikationsstile der Lehrkräfte Störungen in der Beziehung zu Schülern begünstigen.

3.1 Wie kommen sie zustande?: Eine detaillierte Analyse der acht Kommunikationsstile nach Schulz von Thun und deren Auswirkungen auf das Unterrichtsklima.

3.2 Lösungsmöglichkeiten aus der Lehrerperspektive: Dieser Abschnitt zeigt Wege durch gewaltfreie Kommunikation und professionelles Training auf, um die Interaktionsqualität zu verbessern.

4. Ausblick: Der Ausblick betont die Notwendigkeit von Unterstützungssystemen für alle an der Schule beteiligten Personen, um eine dialogische Lernkultur zu etablieren.

Schlüsselwörter

Kommunikation, Schulkontext, Lehrerperspektive, Schulz von Thun, Watzlawick, Störungen, Konfliktlösung, gewaltfreie Kommunikation, Schülermobbing, Lernautonomie, Beziehungsebene, Unterrichtsgestaltung, Symmetrie, Mediation, Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Kommunikationsprobleme im schulischen Umfeld und untersucht, welche Ursachen diesen Störungen zugrunde liegen sowie wie Lehrkräfte konstruktiv damit umgehen können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Kommunikationstheorie, den Auswirkungen verschiedener Kommunikationsstile von Lehrern auf Schüler sowie konkreten methodischen Ansätzen zur Verbesserung des sozialen Miteinanders.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch ein besseres Verständnis von Interaktionsprozessen und den Einsatz geeigneter pädagogischer Techniken eine symmetrische und authentische Kommunikation im Unterricht etablieren können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Kommunikationsmodelle (z.B. Schulz von Thun, Watzlawick) und verknüpft diese mit schulpädagogischen Ansätzen der kritisch-kommunikativen Didaktik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert differenziert die Kommunikationsprobleme sowohl zwischen Schülern als auch zwischen Schülern und Lehrern und stellt für beide Bereiche jeweils spezifische Interventionsmöglichkeiten vor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Kommunikationsstile, Unterrichtsinteraktion, gewaltfreie Kommunikation, Lehrer-Schüler-Beziehung und Konfliktmanagement im schulischen Kontext.

Wie beeinflussen Kommunikationsstile der Lehrer den Lernerfolg?

Bestimmte Stile, wie etwa der aggressiv-entwertende oder der bedürftig-abhängige Stil, führen bei Schülern zu Stress oder Fehlverhalten, was den Lernprozess behindert und eine authentische, symmetrische Beziehung verhindert.

Warum ist das Konzept der "symmetrischen Kommunikation" für den Unterricht so wichtig?

Symmetrische Kommunikation fördert die Lernautonomie und das Ziel, Schüler zu mündigen Bürgern zu erziehen, während ein rein komplementäres (hierarchisches) System oft nur kurzfristige Ordnung erzeugt, aber keine nachhaltige Entwicklung ermöglicht.

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Details

Title
Kommunikationsprobleme im schulischen Kontext und Lösungsmöglichkeiten aus der Lehrerperspektive
College
Saarland University
Course
PS Persönlichkeitsentwicklung und Erziehung
Grade
1,3
Author
Nele Bach (Author)
Publication Year
2005
Pages
26
Catalog Number
V78761
ISBN (eBook)
9783638835763
ISBN (Book)
9783638835695
Language
German
Tags
Kommunikationsprobleme Kontext Lösungsmöglichkeiten Lehrerperspektive Persönlichkeitsentwicklung Erziehung Pädagogik Klassenzimmer Gesprächsverhalten Lehrer Schüler
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nele Bach (Author), 2005, Kommunikationsprobleme im schulischen Kontext und Lösungsmöglichkeiten aus der Lehrerperspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78761
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