Martin Walser, "Ein fliehendes Pferd" - Eine Interpretation


Seminararbeit, 2007

18 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Novellenbegriff
1.1 Definition der Novelle

2. Martin Walser
2.1 Martin Walser als Person

3. Martin Walser, Ein fliehendes Pferd
3.1 Inhalt
3.2 Struktur und Aufbau
3.3 Das fliehende Pferd eine Novelle?

4. Die Protagonisten
4.1 Die Namen der Protagonisten
4.2 Das Ehepaar Halm
4.3 Das Ehepaar Buch

5. Schlussbetrachtung

6. Literaturverzeichnis

Einleitung

Alle genannten Seitenzahlen stammen aus:

Walser, Martin; Ein fliehendes Pferd, Text und Kommentar, Suhrkamp BasisBibliothek, 2002

1978 veröffentlichte Martin Walser seine Novelle „Ein fliehendes Pferd“ und schildert darin das Treffen von zwei sehr unterschiedlichen Paaren im Urlaub am Bodensee.

In meiner Arbeit werde ich untersuchen, ob es sich bei diesem Buch tatsächlich um eine Novelle handelt, und um dieses herauszufinden, wird zunächst der Begriff der Novelle geklärt.

Im zweiten Kapitel werde ich einiges über den Autor der Novelle „Martin Walser“ schreiben und anschließend geht es um den Inhalt der Erzählung, wobei ich kurz den Inhalt der Novelle wiedergeben werde, die Struktur erarbeite und den Aufbau beschreibe.

Anschließend beschäftige ich mich mit den verschiedenen Charakteren, die in der Novelle vorkommen und werde diese ebenfalls miteinander vergleichen. Im Mittelpunkt werden die beiden Protagonisten Helmut Halm und Klaus Buch stehen.

Zum Schluss schreibe ich noch eine kurze Schlussbetrachtung.

1. Der Novellenbegriff

Um zu klären, ob Martin Walsers Novelle „Ein fliehendes Pferd“ die Bedingungen einer Novelle erfüllt, werde ich zunächst einige Definitionen der Novelle von bekannten Schriftstellern erläutern.

1.1. Definition der Novelle

Der Begriff „Novelle“ geht ursprünglich auf das lateinische Wort „novus“ zurück, was soviel wie „neu“ bedeutet und ebenfalls auf das italienische Wort „novela“, welches „kleine Neuigkeit“ heißt.1

In der Literatur ist keine einheitliche Definition der Novelle zu finden, sondern nur verschiedene Merkmale, die eine Novelle zu einer Novelle machen. Über die Zeit wurde der Begriff der Novelle auf verschiedene Art und Weise erläutert, so dass im 18. Jahrhundert der Schriftsteller Christoph Martin Wieland in seinem Buch „Don Sylvio von Rosalva“ die Novelle wie folgt definiert:

„Novellen werden vorzüglich eine Art von Erzählungen genannt, welche sich von den großen Romanen durch die Simplicität des Plans und den kleinen Umfang der Fabel unterscheiden, oder sich zu denselben verhalten, wie die kleinen Schauspiele zu der großen Tragödie oder Komödie.“2

Goethes „Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten“, das sechs zusammenhängende Novellen umfasst, gilt mit als Vorläufer der Novelle. 1975 ist es in Friedrich Schillers literarischer Zeitschrift „Die Horen“ erschienen. Eine Definition der Novelle gibt Goethe in einem Gespräch mit Eckermann:

„..., wir wollen es Novelle nennen, denn was ist eine Novelle anders als eine sich ereignete unerhörte Begebenheit. Dies ist der eigentliche Begriff, und so Vieles, was in Deutschland unter dem Titel Novelle geht, ist gar keine Novelle, sondern bloß Erzählung oder was Sie sonst wollen.“

Diese Definition von Goethe blieb immer umstritten, doch nennt Goethe hier schon ein wichtiges Merkmal der Novelle. Das Merkmal der unerhörten Begebenheit.

Der Schriftsteller Ludwig Tieck nennt noch ein weiteres wichtiges Merkmal einer Novelle in seiner Definition:

„ ...dass sie einen großen oder kleinen Vorfall ins hellste Licht stelle, der, so leicht er sich ereignen kann, doch wunderbar, vielleicht einzig ist

... alle diese Farben und Charaktere lässt die echte Novelle zu, nur wird sie immer jenen sonderbaren auffallenden Wendepunkt haben, der sie vor allen anderen Gattungen der Erzählung unterscheidet.“4

Durch Goethe und Tieck haben wir nun schon zwei wichtige Merkmale einer Novelle. Zum einen ist es die unerhörte Begebenheit und zum anderen ist es der Wendepunkt.

Man merkt, dass es viele verschiedene Definitionen gibt und dass sie sich gegenseitig ergänzen, sich aber auch keine absolut klaren Regeln finden lassen. In der neueren Forschung nach der Novelle gibt es noch eine Definition von Benno von Wiese:

„Verbindliche Regeln gibt es hier glücklicherweise nicht. Wir besitzen wertvolle Novellen mit und ohne Falken, mit und ohne Wendepunkt, mit und ohne Rahmen, mit und ohne Idee, ja sogar mit und ohne Leitmotiv ...

Was jedoch die Novelle in erster Linie braucht, wird immer das novellistische Ereignis und seine jeweilige Formung sein.“5

2. Martin Walser

Martin Walser ist am 24. März 1927 in Wasserburg am Bodensee geboren, wo er über vier Fünftel seines Lebens verbracht hat. Das Dorf liegt nur wenige Kilometer vom Ort Lindau entfernt und durch die ländliche Idylle lockt es seit langem Urlauber an. Seine Eltern besaßen einen Gasthof, in dem häufig Menschen von außerhalb unterkamen, aber auch Menschen aus der Umgebung fanden sich hier oft ein.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Martin Walser, "Ein fliehendes Pferd" - Eine Interpretation
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
18
Katalognummer
V78786
ISBN (eBook)
9783638804943
Dateigröße
514 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Martin, Walser, Pferd, Eine, Interpretation
Arbeit zitieren
Sabine Freye (Autor), 2007, Martin Walser, "Ein fliehendes Pferd" - Eine Interpretation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78786

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