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Gruppendynamik in Politik und Pädagogik

Positive und negative Aspekte der Gruppendynamik unter besonderer Berücksichtigung des Groupthink Phänomens

Title: Gruppendynamik in Politik und Pädagogik

Doctoral Thesis / Dissertation , 2006 , 188 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: MMag. DDr. B.Sc. Ulrike Kipman (Author)

Pedagogy - General
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Summary Excerpt Details

Generell wird auf Gefahrenquellen, die die Qualität von Gruppenentscheidungen beeinträchtigen und unter Umständen zu gefährlichen Fehlentscheidungen führen können, eingegangen.
Eines der bekanntesten Modelle der Gruppenforschung, das Groupthink-Modell von Irving Janis (1972), wird – in Fortsetzung zu Janis` bekanntesten Werk mit dem Titel Victims of Groupthink - auf politische Ereignisse der neueren Zeit angewendet.
Ein Aktenstudium liefert empirische Ergebnisse zu gruppendynamischen Geschehnissen in Lehrersitzungen. Am Ende dieser Dissertation wird schließlich ein Fortbildungsprogramm für Lehrer entwickelt, das dazu beiträgt, die Gefahr von Fehlentscheidungen in Lehrerkonferenzen zu verringern.
Zusätzlich zur Lehrerfortbildung wird am Ende noch Ideen für eine Fortbildung für SchulleiterInnen präsentiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG

Problemstellung

Methodik

Ziele und Gang der Arbeit

Theoretischer Teil

I. FEHLENTSCHEIDUNGEN IN GRUPPEN - Gruppen - ein Garant für gute Entscheidungen?

II. DAS GROUPTHINK-MODELL UND VERWANDTE MODELLE

A. DAS GROUPTHINK-MODELL VON IRVING JANIS -Kollektive Kritiklosigkeit und Harmoniestreben in Entscheidungsgremien

1 Definition

2 Zum Begriff

3 Allgemeines

4 Komponenten des Groupthink-Modells

4.1 Rahmenbedingungen (Antecendent Conditions)

4.1.1 Hohe Gruppenkohäsion (Decisionmakers constitute a Cohesive Group)

4.1.2 Strukturelle Mängel in der Organisation (Structural Faults of the Organization)

4.1.3 Provokativer situationaler Kontext (Provocative Situational Context)

4.2 Der vermittelnde Mechanismus (Concurrence Seeking Tendency)

4.3 Beobachtbare Konsequenzen (Observable Consequences)

4.3.1 Selbstüberschätzung der Gruppe

4.3.1.1 Die Illusion der Unverwundbarkeit (Illusion of Invulnerability)

4.3.1.2 Die Überzeugung, moralische Standards zu besitzen

4.3.2 Geschlossene Ansichten

4.3.2.1 Kollektive Rationalisierung (Collective Rationalizations)

4.3.2.2 Stereotypisierung der Outgroup (Stereotypes of Out-Groups)

4.3.3 Druck in Richtung Einheitlichkeit / Konformität

4.3.3.1 Selbstzensur bezüglich abweichender Meinungen (Self-Censorship)

4.3.3.2 Illusion einer völligen Meinungsübereinstimmung (Illusion of Unanimity)

4.3.3.3 Direkter Druck auf Gruppenmitglieder (Direct Pressure on Dissenters)

4.3.3.4 Selbsternannte Mindguards (Self-Appointed Mindguards)

4.4 Merkmale fehlerhafter Entscheidungsprozesse - (Symptoms of Defective Decisionmaking)

4.5 Geminderte Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Ergebnisse (Low Probability of Successful Outcome)

B. VERWANDTE MODELLE

1 Das Modell der suboptimalen Informationsnutzung - Informationsaustausch in Kleingruppen – ein oft verbesserungswürdiger Prozess

1.1 Einleitung

1.2 Vermittelnde Mechanismen und Einflussfaktoren für suboptimale Informationsnutzung

2 Das Entrapment-Modell Entrapment in Gruppen: Die Unfähigkeit, eigene Verluste zu stoppen

2.1 Einleitung

2.2 Wie anfällig sind Gruppen für Entrapment?

3 Das Modell des Entscheidungsautismus Ein allgemeines Modell für Selbstbestätigungsprozesse bei Einzel- und Gruppenentscheidungen

3.1 Einleitung

3.2 Unter welchen Bedingungen tritt Entscheidungsautismus in Gruppen auf?

3.3 Empirische Erforschung und Anwendung des Modells

III. KRITIK / ANMERKUNGEN

1 Das Groupthink-Modell von Irving Janis

1.1 Theoretische Probleme und empirische Überprüfungen des Groupthink-Modells

2 Das Modell der suboptimalen Informationsnutzung

3 Das Entrapment–Modell

4 Das Modell des Entscheidungsautismus

IV. GRUPPENDYNAMIK IN DER POLITIK Die Rolle des Groupthink-Phänomens anhand von ausgewählten Beispielen der neueren Geschichte

1 Methodische Überlegungen

1.1 Die quantitative Analyse

1.1.1 Die Frequenzanalyse

1.1.2 Die Valenzanalyse

1.1.3 Die Intensitätsanalyse

1.1.4 Die Kontingenzanalyse

1.2 Die qualitative Analyse

1.3 Schema

2 Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl

2.1 Einleitung

2.1.1 Quellenbasis

2.1.2 Quellenkritik

2.1.2.1 Alla Jaroshinskaja: Verschlußsache Tschernobyl

2.1.2.2 James T. Reason: The Chernobyl Errors

2.1.2.3 Dietrich Dörner:

2.1.2.4 Artikel im Spiegel:

2.1.2.5 Internetquellen

2.1.3 Leitfragen

2.1.4 Gliederung

2.2 Überblick

2.3 Wie kam es zum Super-Gau?

2.3.1 Das Experiment

2.3.2 Der Unfall

2.4 Groupthink in Tschernobyl

2.4.1 Hohe Gruppenkohäsion

2.4.2 Strukturelle Mängel in der Organisation

2.4.2.1 Isolation der Gruppe

2.4.2.2 Mangel an standardisierten Entscheidungsprozeduren

2.4.2.3 Homogenität der Gruppenmitglieder

2.4.3 Provokativer situationaler Kontext

2.5 Beobachtbare Konsequenzen

2.5.1 Selbstüberschätzung der Gruppe

2.5.2 Geschlossene Ansichten

2.5.3 Druck in Richtung Einheitlichkeit / Konformität

2.6 Merkmale fehlerhafter Entscheidungsprozesse

2.6.1 Keine umfassende Suche nach Alternativen

2.6.2 Keine umfassende Prüfung der Fakten

2.6.3 Risiken präferierter Entscheidungen werden nicht abgewogen und überprüft

2.6.4 Keine Neubewertung von bereits ausgewählten Alternativen

2.6.5 Lückenhafte Informationssuche

2.6.6 Neigung zur selektiven Informationssuche in Richtung der eigenen Meinung

2.6.7 Fehlende Ausarbeitung von stringenten Handlungsplänen

2.7 Geminderte Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Outcomes

2.8 Fazit

3 Der 11. September 2001

3.1 Einleitung

3.1.1 Quellenbasis

3.1.2 Quellenkritik

3.1.2.1 Zeitungs- bzw. Wissenschaftliche Zeitschriftenartikel:

3.1.2.2 Fernsehberichte im ZDF und in der ARD

3.1.2.3 Artikel aus dem Spiegel

3.1.3 Leitfragen

3.1.4 Gliederung

3.2 Der 11. September 2001 im Überblick

3.2.1 Beschreibung

3.2.2 Ursachen

3.3 Groupthink

3.3.1 Hohe Gruppenkohäsion

3.3.2 Strukturelle Mängel in der Organisation

3.3.2.1 Isolation der Gruppe

3.3.2.2 Direktive Gruppenführer

3.3.2.3 Homogenität der Gruppenmitglieder

3.3.3 Provokativer situationaler Kontext

3.4 Groupthink im engeren Sinn

3.4.1 Selbstüberschätzung der Gruppe

3.4.2 Geschlossene Ansichten

3.4.3 Druck in Richtung Einheitlichkeit und Konformität

3.5 Fehlerhafte Entscheidungsprozesse

3.5.1 Keine umfassende Suche nach Alternativen

3.5.2 Keine umfassende Prüfung der Fakten

3.5.3 Schlechte Informationssuche

3.6 Geringe Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Outcomes

3.7 Fazit

4 Der Irak-Krieg 2003

4.1 Einleitung

4.1.1 Quellenbasis

4.1.2 Quellenkritik

4.1.2.1 Zeitungs- bzw. Zeitschriftenartikel:

4.1.2.2 Fernsehrberichte im ZDF und der ARD

4.1.2.3 Peter Scholl-Latour: Kampf dem Terror - Kampf dem Islam.

4.1.2.4 Internetquellen

4.1.3 Leitfragen

4.1.4 Gliederung

4.2 Der Irak-Krieg im Überblick

4.2.1 Vorgeschichte

4.2.2 Eskalation des Konflikts

4.2.3 Verlauf des Krieges

4.3 Die Vorgeschichte des Irak-Krieges

4.4 Groupthink

4.4.1 Hohe Gruppenkohäsion

4.4.2 Strukturelle Mängel in der Organisation

4.4.2.1 Isolation der Gruppe

4.4.2.2 Direktiver Gruppenführer

4.4.2.3 Mangel an standardisierten Entscheidungsprozeduren

4.4.2.4 Homogenität der Gruppenmitglieder

4.4.3 Provokativer situationaler Kontext

4.4.4 Groupthink im engeren Sinn

4.4.4.1 Selbstüberschätzung der Gruppe

4.4.4.2 Geschlossene Ansichten

4.4.4.3 Druck in Richtung Einheitlichkeit und Konformität

4.4.5 Fehlerhafte Entscheidungsprozesse

4.4.5.1 Keine umfassende Suche nach Alternativen

4.4.5.2 Keine umfassende Prüfung der Fakten

4.4.5.3 Risiken der präferierten Entscheidung werden nicht abgewogen und überprüft

4.4.5.4 Keine Neubewertung von bereits ausgewählten Alternativen

4.4.5.5 Lückenhafte Informationssuche

4.4.5.6 Neigung zur selektiven Informationssuche in Richtung der eigenen Meinung

4.4.5.7 Fehlende Ausarbeitung von stringenten Handlungsplänen

4.5 Geringe Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Outcomes

4.6 Fazit

V. GRUPPENDYNAMIK IN DER POLITIK - Wo die Vermeidung von Groupthink zu positiven Ergebnissen führte

1 Die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten 1989

1.1 Einleitung

1.1.1 Quellenbasis

1.1.2 Quellenkritik

1.1.2.1 Wissenschaftliche Artikel:

1.1.2.2 Artikel im Spiegel

1.1.2.3 Konrad Jarausch: Die unverhoffte Einheit Günther Glaeßner: Der lange Weg zur Einheit...

1.1.3 Leitfragen

1.1.3.1 Die innenpolitische Analyseebene

1.1.3.2 Die außenpolitische Analyseebene

1.1.3.2.1 Die Dreiecksbeziehung Moskau – Ostberlin - Bonn

1.1.3.2.2 Die Konstellation der vier Siegermächte des 2. Weltkriegs

1.1.3.2.3 Die amerikanisch-sowjetischen Beziehungen

1.1.3.2.4 Die deutsch-amerikanischen Beziehungen

1.1.3.2.5 Der Umbruch in Ostmitteleuropa

1.1.3.2.6 Die Politik der westlichen Allianz

1.1.4 Gliederung

1.2 Der 2+4-Prozess im Überblick

1.2.1 Die Verhandlungsebenen

1.2.1.1 Die Gipfeltreffen von Michail Gorbatschow mit George Bush und Helmut Kohl

1.2.1.2 Die bilateralen Treffen von Hans-Dietrich Genscher und Eduard Schewardnadse

1.2.1.3 Die 2+4-Außenministertreffen in Bonn, Ostberlin, Paris und Moskau

1.2.1.4 Die Expertentreffen der 2+4-Partner

1.2.1.5 Die bilateralen Treffen auf Expertenebene

1.2.2 Die sowjetische Verhandlungsdelegation

1.3 Die interne sowjetische Entscheidungsfindung

1.4 Groupthink und Groupthink-Vermeidung im 2+4-Prozess

1.4.1 Die sowjetische Delegation

1.4.1.1 Hohe Gruppenkohäsion

1.4.1.2 Strukturelle Mängel in der Organisation

1.4.1.3 Provokativer situationaler Kontext

1.4.1.4 Beobachtbare Konsequenzen

1.4.2 Die deutsche Delegation

1.4.2.1 Hohe Gruppenkohäsion

1.4.2.2 Strukturelle Mängel in der Organisation

1.4.2.3 Provokativer situationaler Kontext

1.4.2.4 Beobachtbare Konsequenzen

1.5 Fazit

1.5.1 Welche Entscheidungsstrukturen und -träger waren bedeutsam?

1.5.2 Warum hat die Sowjetunion den Deutschen die Wiedervereinigung zu Bedingungen zugebilligt, die sie 40 Jahre lang strikt abgelehnt hat?

1.5.3 Worin liegt das persönliche Verdienst von Gorbatschow und Schewardnadse?

1.5.4 Wo und wann wurde Groupthink im 2+4-Prozess vermieden und wo herrschte Groupthink vor?

2 Zusammenfassung

Empirischer Teil

A. AKTENSTUDIUM Aktenstudium betreffend Groupthink in Lehrerkonferenzen

1 Einführung in die Fragestellung

2 Formulierung der zu untersuchenden Fragen

3 Forschungsfragen / Erläuterungen zu den Forschungsfragen

3.1 Forschungsfragen

3.1.1 Forschungsfrage 1

3.1.2 Forschungsfrage 2

3.1.3 Forschungsfrage 3

3.1.4 Forschungsfrage 4

3.1.5 Forschungsfrage 5

3.1.6 Forschungsfrage 6

3.1.7 Forschungsfrage 7

3.2 Erläuterungen zu den Forschungsfragen

3.2.1 Allgemeine Erläuterungen

3.2.2 Erläuterungen zu Forschungsfrage 1

3.2.3 Erläuterungen zu Forschungsfrage 2

3.2.4 Erläuterungen zu Forschungsfrage 3

3.2.5 Erläuterungen zu Forschungsfrage 4

3.2.6 Erläuterungen zu Forschungsfrage 5

3.2.7 Erläuterungen zu Forschungsfrage 6

3.2.8 Erläuterungen zu Forschungsfrage 7

4 Methode

4.1 Stichprobe

4.2 Design

4.2.1 Die Vortestung

4.2.2 Die Protokollanalyse

4.2.2.1 Allgemeine Vorgehensbeschreibung

4.2.2.2 Exemplarische Analyse

4.2.2.2.1 Exemplarisches Protokoll , in welchem Groupthink festgestellt wurde

4.2.2.2.2 Korrespondierendes Protokoll , in welchem klar wird, dass eine Fehlentscheidung getroffen wurde

4.2.2.3 Zu den Groupthink-Komponenten

4.2.2.4 Ergebnis

5 Auswertung

5.1 Verrechnung der Daten

5.2 Überlegungen zur Verwendung des Verfahrens

6 Ergebnisse

6.1 Allgemeines

6.2 Darstellung der Ergebnisse zu den Forschungsfragen

6.2.1 Forschungsfrage 1

6.2.2 Forschungsfrage 2

6.2.3 Forschungsfrage 3

6.2.4 Forschungsfrage 4

6.2.5 Forschungsfrage 5

6.2.6 Forschungsfrage 6

7 Zusammenfassung

8 Diskussion

Praktischer Teil

A. GROUPTHINK-VERMEIDUNG: LEHERFORTBILDUNG Fortbildungsprogramm für Lehrer zur Vermeidung von Groupthink bei Klassenkonferenzen

1 Lehrerfortbildung zur Vermeidung von Groupthink – Warum?

2 Trainingsprogramm für LehrerInnen: Groupthink vermeiden & effiziente Entscheidungen in der Gruppe treffen

2.1 Einleitung

2.2 Teil 1 -Erkennen der unterschiedlichen Arbeitsweisen und Entscheidungsfindungsprozesse bei Einzelarbeit, Gruppenarbeit und Delegation

2.3 Teil 2 - Verdeutlichen der gruppendynamischen Prozesse bei Entscheidung unter Unsicherheit

2.3 Teil 3 - Kommunikation und Entscheidungsfindung in Gruppen

2.4 Teil 4 - Gruppenkonsens

B. Konferenzen effektiver gestalten – Fortbildung für SchulleiterInnen Ideen für eine SchulleiterInnenfortbildung betreffend Groupthink-Vermeidung in Lehrerkonferenzen

1 Einleitung

2 Die einzelnen Groupthink-Komponenten und deren Vermeidung

2.1 Direktive Leitung / Druck in Richtung Einheitlichkeit& Konformität/ Geschlossene Ansichten

2.2 Stress

2.3 Favorisierung derselben Alternative schon vorab

2.4 Diskursive Entscheidungsprozeduren/ Umfassende Suche nach Alternativen/ Umfassende Prüfung der Fakten/ Risiken der präferierten Entscheidung werden abgewogen und überprüft/ Schlechte Informationssuche/ Selektive Informationssuche

2.5 Ausarbeitung von stringenten Handlungsplänen

2.6 Neubewertung von bereits ausgewählten Alternativen

3 Leitfaden für SchulleiterInnen zur Groupthink-Vermeidung bei Konferenzen

Zielsetzung & Themen

Die Dissertation untersucht das psychologische Phänomen „Groupthink“ und dessen Auswirkungen auf die Qualität von Entscheidungen in politischen und pädagogischen Gruppenprozessen. Das primäre Ziel ist es, Gefahrenquellen bei Gruppenentscheidungen zu identifizieren und auf Basis dieser Erkenntnisse empirische Ergebnisse zu Lehrerkonferenzen zu gewinnen, um daraus praxisnahe Fortbildungsprogramme zur Vermeidung von Fehlentscheidungen für Lehrer und Schulleiter zu entwickeln.

  • Analyse theoretischer Modelle zu Fehlentscheidungen in Gruppen (Groupthink, Entscheidungsautismus).
  • Untersuchung zeitgeschichtlicher politischer Fallbeispiele (Tschernobyl, 11. September, Irak-Krieg).
  • Gegenüberstellung der deutschen Wiedervereinigung als Beispiel erfolgreicher Groupthink-Vermeidung.
  • Empirische Untersuchung von Lehrerkonferenzen durch Aktenstudium und Protokollanalyse.
  • Entwicklung von Fortbildungskonzepten zur Verbesserung von Entscheidungsprozessen in der Schule.

Auszug aus dem Buch

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl

Beim Atomkraftwerk Tschernobyl handelt es sich um Reaktoren vom Typ RBMK mit einer Leistung von jeweils rund 1.000 MW (vgl. Dörner, 1992). RBMK-Reaktoren gehören zur ältesten kommerziellen Reaktorlinie sowjetischen Bautyps. Zahlreiche anerkannte Nuklearexperten stufen RBMK-Reaktoren als nicht auf westliches Sicherheitsniveau nachrüstbar ein. Spezielle Probleme sind u. a. die fehlende Schutzhülle („Containment“), die im Fall eines Lecks die Freisetzung von Radioaktivität verhindern soll und das Fehlen großer Mengen Graphit im Kernbereich. Da Graphit leicht brennbar ist, erhöht sich das Risiko, dass sich ein Unfall zu einer Katastrophe entwickeln kann.

Zum besseren Verständnis der Abfolge und auch der Vollständigkeit halber soll eine kleine Chronik aufgeführt werden, die auch die Ereignisse nach dem Unfall beschreibt: 26. April 1986 - Im ukrainischen „Lenin“-Atomkraftwerk Tschernobyl wird ein Experiment gestartet: Es soll geprüft werden, wie lange die Turbine mit der Restwärme des abgeschalteten Reaktors weiterläuft. Der Reaktor wird zuerst zur Leistungsspitze gebracht und soll dann heruntergefahren werden. Um den Probelauf des Reaktors nicht zu unterbrechen, werden im weiteren Verlauf die Sicherheitssysteme mit Absicht außer Funktion gesetzt.

26. April 1986, 1 Uhr, 23 Minuten, 40 Sekunden - Es kommt zum Turbinenstillstand. Der Kühlwasserzufluss ist eingeschränkt, die automatische Abschaltung unterbrochen. Es entwickelt sich ein Hitzestau. Innerhalb von Sekunden steigt die Leistung des Meilers um ein Vielfaches an. 6 Sekunden nach der Notabschaltung ereignet sich der größte anzunehmende Unfall (GAU). Der Block 4 des Atomkraftwerkes Tschernobyl explodiert. Die 256 Arbeiter der Nachtschicht dürfen das Kraftwerk nicht verlassen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. FEHLENTSCHEIDUNGEN IN GRUPPEN - Gruppen - ein Garant für gute Entscheidungen?: Das Kapitel erläutert die Grenzen der Gruppensynergie und identifiziert psychologische Gefahrenquellen wie Urteilsheuristiken und Koordinationsprobleme, die Gruppenentscheidungen trotz hoher Erwartungen fehleranfällig machen.

II. DAS GROUPTHINK-MODELL UND VERWANDTE MODELLE: Dieses Kapitel führt das zentrale Groupthink-Modell von Irving Janis ein und stellt ergänzende Ansätze wie das Modell der suboptimalen Informationsnutzung, das Entrapment-Modell und den Entscheidungsautismus vor.

III. KRITIK / ANMERKUNGEN: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den vorgestellten Theorien, wobei insbesondere die theoretischen Unschärfen des Groupthink-Modells und die Notwendigkeit einer Revision betont werden.

IV. GRUPPENDYNAMIK IN DER POLITIK: Dieses Kapitel analysiert anhand politischer Ereignisse wie der Katastrophe von Tschernobyl, dem 11. September und dem Irak-Krieg, wie Groupthink zu fatalen Fehlentscheidungen führt, während die deutsche Wiedervereinigung als positives Gegenbeispiel dient.

V. GRUPPENDYNAMIK IN DER POLITIK - Wo die Vermeidung von Groupthink zu positiven Ergebnissen führte: Ein vertiefender Blick auf den 2+4-Prozess, der aufzeigt, wie durch bewusste Vermeidung gruppendynamischer Verzerrungen ein historisch erfolgreiches Ergebnis erzielt werden konnte.

Schlüsselwörter

Groupthink, Gruppendynamik, Fehlentscheidung, Entscheidungsfindung, Lehrerkonferenz, Politische Ereignisse, Risikounterschätzung, Gruppenkohäsion, Informationsnutzung, Entrapment, Entscheidungsautismus, Psychologie, Gruppensynergie, Organisationsstruktur, Konformität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht psychologische Prozesse in Gruppen, die zu suboptimalen Entscheidungen führen, mit einem speziellen Fokus auf das Modell des „Groupthink“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen Entscheidungstheorie, Gruppendynamik, Krisenmanagement in Organisationen und die Anwendung dieser Konzepte auf sowohl weltpolitische Ereignisse als auch den schulischen Alltag.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gruppendynamische Prozesse wie das Groupthink-Phänomen die Qualität von Entscheidungen beeinflussen, und basierend darauf Fortbildungsansätze zur Verbesserung der Entscheidungsqualität in Schulen zu entwickeln.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zur Anwendung?

Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit der Auswertung historischer Dokumente sowie einer empirischen Untersuchung durch hermeneutische Protokollanalyse von Lehrerkonferenzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden vier Modelle zur Gruppenentscheidung vorgestellt und auf vier Fallbeispiele (Tschernobyl, 11. September, Irak-Krieg und deutsche Wiedervereinigung) angewandt sowie eine umfangreiche empirische Analyse von Lehrerkonferenzen durchgeführt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Groupthink, Gruppendynamik, Fehlentscheidung, Entscheidungsautismus, Kohäsion, Konformität und soziale Problemlösung.

Warum wurde die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl als Fallbeispiel gewählt?

Tschernobyl dient als Beispiel, wie eine Experten-Gruppe durch Selbstüberschätzung und die Ausblendung kritischer Informationen unter Druck den Weg in die Katastrophe ebnet.

Welchen Stellenwert nimmt die deutsche Wiedervereinigung im Vergleich zu den anderen Fällen ein?

Sie dient als „Counterpoint“, also als positives Beispiel, an dem nachgewiesen wird, dass durch heterogene Gruppenstruktur und kritischen Rationalismus Groupthink-Fehler erfolgreich vermieden werden konnten.

Welchen praktischen Nutzen bietet die Arbeit für Schulleiter?

Die Arbeit bietet konkrete Fortbildungskonzepte und Leitfäden zur Gestaltung effektiverer Lehrerkonferenzen, die darauf abzielen, groupthink-typische Prozesse frühzeitig zu unterbinden.

Excerpt out of 188 pages  - scroll top

Details

Title
Gruppendynamik in Politik und Pädagogik
Subtitle
Positive und negative Aspekte der Gruppendynamik unter besonderer Berücksichtigung des Groupthink Phänomens
College
University of Salzburg  (Erziehungswissenschaften)
Grade
2,0
Author
MMag. DDr. B.Sc. Ulrike Kipman (Author)
Publication Year
2006
Pages
188
Catalog Number
V78801
ISBN (eBook)
9783638838696
ISBN (Book)
9783638876797
Language
German
Tags
Gruppendynamik Politik Pädagogik Groupthink
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MMag. DDr. B.Sc. Ulrike Kipman (Author), 2006, Gruppendynamik in Politik und Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78801
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