Kompetenzorientierung, Integrativer Unterricht, Projektunterricht, Beispiel eines Projektes, ADST (Test von Steinert) und modellgeleitete Analyse eines Schülertextes aus dem ADST mit dem Kohärenzrahmen "Zauberwald" nach dem Buch von Enid Blyton.
Fazit:
Kohärenz motiviert durch Identifikationsangebot (nicht nur in Förderung und Unterricht, auch in der Diagnostik!)
Inhaltsverzeichnis
1. Die neue Kompetenzorientierung im Deutschunterricht
1.1 Integrativer Ansatz nach Gansel
1.2 Handlungs- und Produktionsorientierung
1.3 Projektunterricht
2. Sprachförderfreizeit „Zauberwald“
3. Qualitative Diagnostik vs. quantitative Diagnostik
3.1 ADST als quantitatives Diagnostikinstrument
3.1.1 Modifizierter Testteil, ADST mit Kohärenzrahmen
3.1.2 Ergebnisse der Gruppe nach dem Projekt
3.2 Modellgeleitete Analyse als qualitatives Diagnostikinstrument
3.2.1 Vortest:
3.2.2 Nachtest
3.3 Interpretation der Ergebnisse:
Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Kohärenzrahmen auf die Sprachhandlungskompetenz von Schülern. Dabei wird die Hypothese verfolgt, dass motivierende, inhaltlich zusammenhängende Kontexte die Qualität schriftlicher Schülerleistungen im Vergleich zu unstrukturierten Testvorgaben signifikant steigern können.
- Kompetenzorientierung im Deutschunterricht
- Methodik des integrativen Unterrichts und der Handlungs- und Produktionsorientierung
- Vergleich zwischen quantitativer und qualitativer Diagnostik
- Anwendung des ADST (Allgemeiner Deutscher Sprachtest) unter Einbeziehung von Kohärenzrahmen
- Modellgeleitete Analyse von Schülertexten anhand linguistischer Kompetenzmodelle
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Nachtest
Der analysierte Text aus dem Nachtest wurde zu einem auf das Buch „Zauberwald“ abgestimmten Bildstimulus verfasst, welcher alle Hauptaktantan des Buches beinhaltet. So kam es zu wesentlich motivierteren und lustvoll geschriebenen Geschichten. Die entstandene Geschichte ist den fantastischen Texten ohne Realitätsbezug zuzuordnen, was durch das Bild und das Buch vorgegeben war.
Viktoria macht den Eindruck, sich bereits vom Bild zu lösen, da ihre Beschreibung über das Bild hinausgeht. Betrachtet man die Ich-Kompetenz, so lässt sich eine weite Inferenz erkennen, die sich u.a. in ihrer märchenhaften Einleitung zeigt. Im Gegensatz zum Vortest hat die Geschichte nun viel mehr Wertung und Persönlichkeit. Die Schülerin macht das Schamgefühl eines Aktanten zum Thema und bewertet Dinge. Auch die Du-Kompetenz weist nun einen eindeutigen Adressatenbezug auf. Die häufige Verwendung wörtlicher Rede und die vielen Adjektive zeigen den Versuch, den Leser zu integrieren. Diese Involvierungsstrategie erzeugt eine psychologische Nähe. So ist die Geschichte angenehm zu lesen und sehr lebendig. Zu bemängeln ist lediglich das Fehlen einer Überschrift. Betrachtet man die Es-Kompetenz, so fällt auf, dass der Text referentiell den Fantasietexten zuzuordnen ist, was man auch an den vielen fantastischen Elementen erkennt. Betrachtet man die vielen Dialoge im Text, so zeigt sich eine Berücksichtigung der Wir-Kompetenz. Auf die Stilistikkompetenz werde ich im Zuge der Analyse nach Messelken noch kommen. Auch hier zeigt sie große Fortschritte, doch ist zu bemängeln, dass sie einmal Pronomen vertauscht. Das Berücksichtigen der Metasprachkompetenz zeigt sich in den vielen Korrekturen im Text. So korrigierte sie die Zeit oder streicht unpassende Stellen. Die Schülerin scheint alle Funktionen eines Textes zu berücksichtigen, was von einer gelungenen Motivation zeugt.
Nach Boueke befindet sie sich jetzt auf der Höchststufe.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die neue Kompetenzorientierung im Deutschunterricht: Dieses Kapitel erläutert den Paradigmenwechsel in der Deutschdidaktik hin zur Kompetenzorientierung und stellt den integrativen Ansatz sowie methodische Konzepte vor.
2. Sprachförderfreizeit „Zauberwald“: Hier wird ein konkretes Projekt zur Sprachförderung beschrieben, das den Kohärenzrahmen „Zauberwald“ als verbindendes Element nutzt.
3. Qualitative Diagnostik vs. quantitative Diagnostik: Dieser Abschnitt kontrastiert beide Diagnoseverfahren und analysiert deren Anwendung auf Sprachleistungen im schulischen Kontext.
3.1 ADST als quantitatives Diagnostikinstrument: Das Kapitel führt den ADST als standardisiertes Messinstrument ein und erläutert seine theoretischen Grundlagen.
3.1.1 Modifizierter Testteil, ADST mit Kohärenzrahmen: Hier wird erklärt, wie das Testinstrument für die Förderung angepasst wurde, um Motivation durch einen inhaltlichen Kontext zu erhöhen.
3.1.2 Ergebnisse der Gruppe nach dem Projekt: Dieses Kapitel präsentiert die statistischen Leistungsverbesserungen der Schülergruppe nach dem durchgeführten Projekt.
3.2 Modellgeleitete Analyse als qualitatives Diagnostikinstrument: Einführung einer qualitativen Methode zur tiefergehenden Textanalyse anhand linguistischer Modelle.
3.2.1 Vortest: Analyse einer Schülerleistung vor der Projektphase zur Ermittlung des Ausgangsniveaus.
3.2.2 Nachtest: Detaillierte Untersuchung der Schülerleistung nach der Projektphase mittels der eingeführten Analysemodelle.
3.3 Interpretation der Ergebnisse: Synthese und Interpretation der quantitativen und qualitativen Daten zur Leistungssteigerung.
Fazit: Abschließende Bewertung der Wirksamkeit von Kohärenzrahmen auf die Schülermotivation und -leistung.
Schlüsselwörter
Kohärenzrahmen, Kompetenzorientierung, Sprachförderung, ADST, qualitative Diagnostik, quantitative Diagnostik, Handlungs- und Produktionsorientierung, Projektunterricht, Sprachhandlungskompetenz, Schülertextanalyse, Linguistik, Deutschunterricht, Motivation, Schreibförderung, Bildstimulus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit von Kohärenzrahmen zur Förderung der Sprachhandlungskompetenz im Deutschunterricht, wobei sowohl quantitative als auch qualitative Diagnostikmethoden Anwendung finden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die moderne Kompetenzorientierung, verschiedene Ansätze des offenen Unterrichts sowie die Analyse von Sprachleistungen durch standardisierte Tests und linguistische Modelle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie motivierende, inhaltlich zusammenhängende Rahmen (Kohärenzrahmen) die Schreibkompetenz und die allgemeine Leistungsbereitschaft von Schülern positiv beeinflussen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird eine Kombination aus dem standardisierten ADST (quantitativ) und einer modellgeleiteten Textanalyse nach linguistischen Kompetenzmodellen (qualitativ) genutzt, um den Lernfortschritt abzubilden.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Durchführung einer Sprachförderfreizeit, die Adaption des ADST-Tests sowie die detaillierte Analyse der Schreibentwicklung einzelner Schüler anhand von Vor- und Nachtests.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Kohärenzrahmen, Kompetenzorientierung, Sprachförderung, qualitative und quantitative Diagnostik sowie Schreib- und Handlungsorientierung.
Warum wurde im Projekt ein Kohärenzrahmen („Zauberwald“) verwendet?
Der Kohärenzrahmen dient der Motivation der Schüler, da er im Gegensatz zu unverbundenen Testaufgaben einen attraktiven, inhaltlichen Kontext bietet, der Identifikation und Interesse fördert.
Welche Erkenntnisse konnten aus der Analyse des Schülertextes gewonnen werden?
Die Analyse zeigt, dass die Schülerin durch den inhaltlichen Bezug des Kohärenzrahmens im Nachtest eine deutlich höhere Schreibmotivation, eine verbesserte Textstruktur und einen komplexeren Ausdruck erreichte.
Warum unterscheidet sich die Beurteilung des Vortests von der des Nachtests?
Der Vortest war durch die unmotivierende, abstrakte Vorgabe geprägt, während der Nachtest durch den motivierenden „Zauberwald“-Bezug eine qualitativ hochwertigere Schreibleistung hervorrief, was sich in den linguistischen Analysedaten widerspiegelt.
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- Judith Schmitz (Author), 2007, Qualitative und Quantitative Diagnostik und Förderung mit Kohärenzrahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78802