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Die politische Orientierung der Juden im deutschen Kaiserreich

Título: Die politische Orientierung der Juden im deutschen Kaiserreich

Trabajo Escrito , 2000 , 27 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Thomas Gräfe (Autor)

Historia de Alemania - 1848, Imperio alemán, Imperialismo
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Die Arbeit verfolgt und analysiert die politische Orientierung der Juden im deutschen Kaiserreich. Dabei wird vor allem nach Möglichkeiten und Grenzen der Ausbildung individueller politischer Präferenzen gefragt vor dem Hintergrund des in Milieus und Lager fragmentierten Parteiensystems, der sozioökonomischen Interessenlage der Juden und der Ausbreitung des Antisemitismus.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung: Möglichkeiten und Grenzen politischer Partizipation und die Rolle der Juden

II. Demographische und soziale Situation der jüdischen Bevölkerungsgruppe

III. Wahlverhalten und politische Präferenzen der jüdischen Bevölkerung

a) Die “Weggemeinschaft” mit den Liberalen

b) Die konservativen Parteien

c) Das Zentrum

d) Die sozialistische Alternative

IV. Interessenverbände und die organisierte Abwehr des Antisemitismus

V. Juden als Politiker: Differenzen und Gemeinsamkeiten

VI. Abschlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Orientierung und das Wahlverhalten der jüdischen Bevölkerung im deutschen Kaiserreich unter Berücksichtigung ihrer sozioökonomischen Struktur und der zeitgenössischen politischen Rahmenbedingungen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern das Selbstbild jüdischer Bürger als Individuen mit freier politischer Entscheidungsmöglichkeit angesichts eines fragmentierten Parteiensystems und eines zunehmenden Antisemitismus realisierbar war.

  • Soziale und demographische Struktur der jüdischen Bevölkerungsgruppe
  • Analyse der politischen Präferenzen und des Wahlverhaltens gegenüber verschiedenen Parteien
  • Einfluss von Antisemitismus auf politische Loyalitäten und Parteibindungen
  • Rolle von Interessenverbänden und jüdischen Organisationen bei der Abwehr des Antisemitismus
  • Vergleichende Untersuchung jüdischer Politiker hinsichtlich Parteizugehörigkeit und Selbstverständnis

Auszug aus dem Buch

I. Einleitung: Möglichkeiten und Grenzen politischer Partizipation und die Rolle der Juden

In den Augen seiner liberalen Kritiker war das deutsche Kaiserreich ein “bürokratischer Obrigkeitsstaat mit Scheinparlamentarismus”. Betrachtet man die Reichsverfassung von 1871, stellt man zunächst fest, dass es ein nach freiem, gleichem und geheimem Männerwahlrecht zusammengestelltes Parlament gibt. Die verfassungsmäßige und reale politische Macht des Reichstags stand aber in keinem Verhältnis zu diesem Wahlrecht. Außer dem Budgetrecht besaß der Reichstag kaum nennenswerte Einflussmöglichkeiten. Er konnte weder den Reichskanzler ernennen und entlassen, noch dessen Regierung effektiv kontrollieren. Ebenso fehlte ihm die Kontrolle über das Militär. Die Beschlüsse des Reichstags konnten über das Veto- und Auflösungsrecht des Bundesrates, wo eine konservative Mehrheit stets gesichert war, unwirksam gemacht werden. Über die ungleichen Wahlgesetze in den Ländern (insbesondere das preußische Dreiklassenwahlrecht) wirkte der Föderalismus noch zusätzlich als Demokratisierungsbremse.

Ungeachtet der begrenzten Kompetenzen des Reichstags, stieg die Wahlbeteiligung von der ersten Reichstagswahl 1871 von 50,7%, über ein “Zwischenhoch” 1887 von 77,2%, bis zur letzten Wahl 1912 auf 84,5% an. Wie ist dieser Umstand zu erklären, wenn die Wähler ihre Stimme doch für ein Parlament mit nur sehr geringen Vollmachten abgaben?

Eine plausible Erklärung führt dies darauf zurück, dass die Wähler über ihre politische Entscheidung ihren schicht- und religionsspezifischen Loyalitäten, ihrer Zugehörigkeit zu einem sozialmoralischen Milieu, Ausdruck verliehen haben.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Möglichkeiten und Grenzen politischer Partizipation und die Rolle der Juden: Einführung in die verfassungsrechtliche Situation des Kaiserreichs und die Ausgangslage der jüdischen Bevölkerung im politischen Milieu.

II. Demographische und soziale Situation der jüdischen Bevölkerungsgruppe: Analyse der soziologischen Faktoren wie Urbanisierung, Berufsstruktur und Bildung, die das Profil der jüdischen Bevölkerung prägten.

III. Wahlverhalten und politische Präferenzen der jüdischen Bevölkerung: Untersuchung der parteipolitischen Bindungen und der Auswirkungen von Antisemitismus auf das Wahlverhalten im bürgerlichen und linken Spektrum.

IV. Interessenverbände und die organisierte Abwehr des Antisemitismus: Darstellung der Rolle von Interessengruppen und jüdischen Schutzvereinigungen bei der Bekämpfung von Diskriminierung.

V. Juden als Politiker: Differenzen und Gemeinsamkeiten: Analyse der politischen Karrieren und der individuellen Standpunkte jüdischer Abgeordneter innerhalb der verschiedenen Parteien.

VI. Abschlussbemerkung: Zusammenfassende Bewertung der defensiven politischen Wende der jüdischen Bevölkerung und des Spannungsfeldes zwischen Assimilation und Antisemitismus.

Schlüsselwörter

Deutsches Kaiserreich, Judentum, politische Partizipation, Wahlverhalten, Antisemitismus, Liberalismus, Sozialdemokratie, Assimilation, Centralverein, Zionismus, Konfession, soziales Milieu, Interessenverbände, politische Loyalität, Emanzipation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der politischen Orientierung und dem Wahlverhalten der Juden im deutschen Kaiserreich zwischen 1871 und 1914.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der sozialen Struktur, den parteipolitischen Präferenzen, dem Einfluss des Antisemitismus sowie der Rolle jüdischer Politiker und Organisationen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, wie Juden unter den Bedingungen eines fragmentierten Parteiensystems und wachsender Ausgrenzung ihre politische Heimat suchten und fanden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die statistische Daten zur Sozialstruktur und zu Wahlergebnissen mit zeitgenössischen politischen Entwicklungen verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Beziehungen der jüdischen Wähler zu den Liberalen, Konservativen, dem Zentrum und der Sozialdemokratie sowie die Abwehrmechanismen gegen Antisemitismus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind politische Partizipation, Antisemitismus, Assimilation und die verschiedenen sozialmoralischen Milieus des Kaiserreichs.

Warum war das Zentrum für jüdische Wähler keine echte Alternative?

Obwohl das Zentrum keine explizit antisemitische Partei war, machten die Verankerung im katholischen Milieu und gelegentliche antiliberale sowie judenfeindliche Tendenzen die Partei unattraktiv.

Wie interpretierte die Sozialdemokratie das Phänomen Antisemitismus?

August Bebel und die SPD sahen Antisemitismus als eine Ablenkungsstrategie im Klassenkampf, um das Kapitalismus-Thema aus der Schusslinie zu nehmen, weshalb sie aktiv dagegen vorgingen.

Welchen Einfluss hatte der "Gründerkrach" auf das jüdische Wahlverhalten?

Der wirtschaftliche Abschwung führte zu einer Entfremdung von den Nationalliberalen und leitete einen Linksschwenk bei jüdischen Wählern ein.

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Detalles

Título
Die politische Orientierung der Juden im deutschen Kaiserreich
Universidad
Bielefeld University  (Fakultät für Geschichtswissenscahft und Philosophie)
Calificación
1,0
Autor
Thomas Gräfe (Autor)
Año de publicación
2000
Páginas
27
No. de catálogo
V78808
ISBN (Ebook)
9783638846752
ISBN (Libro)
9783638845472
Idioma
Alemán
Etiqueta
Juden Judentum politische Orientierung Parteien Wahlforschung Reichstag Reichstagswahlen Kaiserreich
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Thomas Gräfe (Autor), 2000, Die politische Orientierung der Juden im deutschen Kaiserreich, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78808
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