LehrerInnen machen täglich die Erfahrung, daß einige SchülerInnen mangelnde Mitarbeit im Unterricht zeigen und in Leistungssituationen versagen. Häufig wird von den Lehrern fehlende Anstrengungsbereitschaft, sprich Faulheit oder Bequemlichkeit vorausgesetzt, die lediglich als eine Sache des Willens angesehen wird. Deshalb appelliert der Lehrer an die Einsichtigkeit der Schüler und übersieht dabei häufig mögliche Ursachen für Leistungsverweigerung und Mißerfolg.
Eine Ursache kann in der Beeinträchtigung der Lernmotivation durch eine allgemeine Schulängstlichkeit liegen. Die Ängstlichkeit wird in der Regel durch eine Reihe negativer Erfahrungen in Elternhaus, Kindergarten und Schule erworben und äußert sich zum Beispiel in der Angst sich zu melden oder etwas an der Tafel vorzumachen (AUFTRITTSANGST).
Der Angst vor dem Abfragen oder vor schriftlichen Arbeiten (LEISTUNGS- & PRÜFUNGSANGST).
Der generellen Auffassung der SchülerIn, sie könne den gestellten Anforderungen auch bei bestem Bemühen nicht genügen (HILFLOSIGKEIT).
Inhaltsverzeichnis
1. VORWORT
2. MOTIVATION
2.1. Zum Begriff der Motivation
2.2. Das Bedingungsgefüge der Lernmotivation
2.3. Das Leistungsmotiv
3. EINFLUSSFAKTOREN DER LEISTUNGSMOTIVATIONSENTWICKLUNG
3.1. Mütterliche Erziehungspraxis und Leistungsmotivationsentwicklung
3.2. Einfluß des soziokulturellen Lebensraumes auf die Leistungsmotivationsentwicklung
4. AUSWIRKUNGEN DER LEISTUNGSMOTIVATION AUF SCHULLEISTUNGEN
4.1. Rolle der Leistungsmotivation
4.2. Die Attribuierungstheorie als Erklärungsmodell für die Zusammenhänge von Leistungsmotivation und Schulerfolg
5. FÖRDERMASSNAHMEN BEI STÖRUNGEN DER LEISTUNGSMOTIVATION
5.1. Didaktisch-methodische Maßnahmen
5.2. Verbesserung des Klassenklimas
5.3. Motivänderungsprogramme
5.4. Bekräftigen des persönlichen Lernzuwachses
6. LITERATUR
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Ursachen mangelnder Leistungsmotivation bei Schülerinnen und Schülern zu analysieren und pädagogische Strategien aufzuzeigen, wie Anstrengungsbereitschaft und Schulerfolg nachhaltig gefördert werden können. Die Arbeit untersucht die psychologischen Grundlagen der Motivation und deren Entwicklung unter Berücksichtigung familiärer und soziokultureller Einflussfaktoren.
- Psychologische Grundlagen und Definitionen von Lernmotivation und Leistungsmotiv.
- Einflussfaktoren wie Erziehungspraxis und soziokulturelles Umfeld auf die Motivationsentwicklung.
- Der Zusammenhang zwischen Leistungsmotivation und tatsächlichen Schulleistungen.
- Die Bedeutung der Attribuierungstheorie für das Selbstbild von Schülern bei Erfolg und Misserfolg.
- Praktische pädagogische Ansätze zur Förderung der Anstrengungsbereitschaft im Unterricht.
Auszug aus dem Buch
Die Attribuierungstheorie als Erklärungsmodell für die Zusammenhänge von Leistungsmotivation und Schulerfolg
Der Attribuierungstheorie liegt die generelle Annahme zugrunde, daß Menschen eigenes oder fremdes Verhalten mit bestimmten Ursachen in Verbindung bringen. Sie bilden Hypothesen über kausale Verknüpfungen von Ursachen und Handlungsergebnissen, um die Umwelt besser verstehen und strukturieren zu können. Auch SchülerInnen werden ihre Schulleistungen auf bestimmte Ursachen zurückführen, die wesentlich von ihren bisherigen Erfahrungen abhängen. Die Ursachenerklärungen werden stark vom schon sehr früh entwickelten Selbstkonzept (siehe Kapitel 2.1.) beeinflußt. Je nach verinnerlichtem Selbstkonzept wird die Selbstbewertung für ein selbst verursachtes und zu verantwortendes Handlungsergebnis (Kausalattribuierung) positiv oder negativ ausfallen. Erfolgsmotivierte schreiben ihren (häufigeren) Erfolg eher eigenen Fähigkeiten und Anstrengungen zu, während sie ihre (selteneren) Mißerfolge eher als Ergebnis unzureichender Anstrengung oder als Zufall ansehen. Mißerfolgsmotivierte führen ihren (häufigeren) Mißerfolg eher auf mangelnde Begabung oder zu große Aufgabenschwierigkeit zurück, während sie ihren (selteneren) Erfolg eher mit zufallsbedingten, äußeren Umständen erklären.
Im Attribuierungskonzept sind die Kausalfaktoren, mit denen ein Erfolg oder Mißerfolg erklärt werden können, die eigene Begabung, die eigene Anstrengung, die Schwierigkeit einer Aufgabe bzw. eines Problems und der Zufall. Begabung und Anstrengung sind Ursachen, die "in der Person" liegen, Aufgabenschwierigkeiten und Zufall liegen dagegen "außerhalb der Person". Man spricht daher auch von internalen und externalen Attribuierungsgewohnheiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. VORWORT: Einleitung in die Problematik mangelnder Mitarbeit im Unterricht und erste Abgrenzung potenzieller Ursachen wie Schulängstlichkeit und fehlerhafte Fähigkeitskonzepte.
2. MOTIVATION: Definition der Motivation als zielgerichteter Prozess und Erläuterung des Bedingungsgefüges der Lernmotivation, welches aus Persönlichkeitsvariablen und situativen Faktoren besteht.
3. EINFLUSSFAKTOREN DER LEISTUNGSMOTIVATIONSENTWICKLUNG: Untersuchung der frühkindlichen Selbständigkeitserziehung und des soziokulturellen Umfeldes als prägende Faktoren für die Entwicklung des Leistungsmotivs.
4. AUSWIRKUNGEN DER LEISTUNGSMOTIVATION AUF SCHULLEISTUNGEN: Analyse der Wechselwirkungen zwischen Motivation und Schulerfolg unter Einbeziehung der Attribuierungstheorie.
5. FÖRDERMASSNAHMEN BEI STÖRUNGEN DER LEISTUNGSMOTIVATION: Vorstellung konkreter pädagogischer Ansätze, wie durch methodische Unterrichtsgestaltung, Klassenklima und individuelle Bezugsnormen die Lernmotivation gesteigert werden kann.
6. LITERATUR: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und weiterführenden Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Leistungsmotivation, Lernmotivation, Schulerfolg, Attribuierungstheorie, Fähigkeitskonzept, Selbständigkeitserziehung, Anstrengungsbereitschaft, Pädagogische Psychologie, Motivationsentwicklung, Individuelle Bezugsnorm, Erfolgsorientierung, Misserfolgsorientierung, Schulleistungen, Unterforderung, Überforderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Zusammenhänge zwischen Leistungsmotivation, schulischem Erfolg und den Ursachen für Leistungsversagen bei Schülerinnen und Schülern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die psychologischen Grundlagen der Motivation, den Einfluss von Elternhaus und sozialem Umfeld auf die Entwicklung des Leistungsmotivs sowie Strategien zur schulischen Motivationsförderung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, pädagogische Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Lehrerinnen und Lehrer die Anstrengungsbereitschaft von Schülerinnen und Schülern fördern und die Angst vor Misserfolg abbauen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse basierend auf motivpsychologischen und pädagogischen Fachmodellen, insbesondere unter Bezugnahme auf Heckhausen und Rheinberg.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Einflussfaktoren der Entwicklung (Erziehungspraxis), die Auswirkungen auf den Schulerfolg (Attribuierungstheorie) sowie konkrete Fördermaßnahmen im Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Leistungsmotivation, Attribuierungstheorie, individueller Lernzuwachs und Fähigkeitskonzept charakterisiert.
Welche Rolle spielt die Attribuierungstheorie konkret für den Schulerfolg?
Sie erklärt, wie Schüler ihre Erfolge oder Misserfolge begründen. Erfolgsmotivierte führen Erfolge auf eigene Anstrengung zurück, während Misserfolgsorientierte bei Scheitern ihre eigene Begabung infrage stellen, was die Leistung weiter mindert.
Warum ist die individuelle Bezugsnorm so wichtig für die Förderung?
Durch die individuelle Bezugsnorm werden Fortschritte anhand des eigenen früheren Leistungsstands bewertet, statt anhand eines Klassendurchschnitts, was besonders leistungsschwachen Schülern Erfolgschancen bietet.
- Citation du texte
- Syzane Berisha (Auteur), 2000, Leistungsmotivation. Erfolg oder Misserfolg in der Schule., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/788