Die vorliegende Arbeit zeichnet Leben und Werk des Soziologen Émile Durkheim von seiner Kindheit bis zu L’Année Sociologique nach. Zu den beschriebenen Aspekten gehören Schulbesuch und Studium in Epinal, soziales Umfeld und intellektuelle Einflüsse und berufliche Entwicklung ebenso wie der Aufenthalt in Deutschland, das Verhältnis von Comte und Durkheim und das Thema Antisemitismus.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Kindheit des Émile Durkheim
1.1 Familie
1.2 Soziales Umfeld während seiner Kindheit
2. Schulische Ausbildung, Studium und beruflicher Werdegang
2.1 Schule in Epinal
2.2 Antisemitismus
2.3 Ecole Normale Superieur; Studium in Epinal
2.4 Freunde und intellektueller Einfluss
2.5 Lehrer und Professoren
2.6 Berufliche Weiterentwicklung
3. Durkheim studiert in Deutschland
3.1 Aufenthalt in Deutschland
4. Comte und Durkheim
5. Durkheim und seine Soziologie
6. L’Année Sociologique
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Lebensweg, die akademische Entwicklung und die wissenschaftliche Etablierung des Soziologen Émile Durkheim. Dabei wird insbesondere analysiert, wie seine familiäre Herkunft, sein Studium, seine prägenden intellektuellen Kontakte sowie sein Deutschlandaufenthalt die Herausbildung seines soziologischen Systems und seine Rolle bei der Gründung der Fachzeitschrift "L’Année Sociologique" maßgeblich beeinflusst haben.
- Biographische Grundlagen und prägende Einflüsse der Kindheit
- Akademischer Werdegang und intellektuelle Wegbegleiter
- Wissenschaftlicher Austausch und Erkenntnisse aus dem Deutschlandaufenthalt
- Theoretische Konzeption des Begriffs der "gesellschaftlichen Wirklichkeit"
- Die Bedeutung der Zeitschrift L’Année Sociologique für die Institutionalisierung der Soziologie
Auszug aus dem Buch
1.2 Soziales Umfeld während seiner Kindheit
Er wuchs neben seinem älteren Bruder Felix und seinen Schwestern Rosine und Céline auf. In dem Umfeld, indem er aufwuchs, herrschten starke Grundsätze und jeder in dieser Gemeinschaft folgte diesen auch. Es gab keine Ausnahme diese Regeln zu unterlaufen, sie waren für jeden maßgeblich. Diese Art des Lebens gab jedem Mitglied der Gemeinschaft, unabwendbare Richtlinien, welche jedes Mitglied einhalten musste.
Seit seiner Kindheit hatte Durkheim immer ein starkes Pflichtbewusstsein, eine ernsthafte, strenge und bescheidene Lebenseinstellung. Durkheim konnte niemals etwas genießen ohne dabei Reue zu zeigen. Er hatte in dieser Zeit etwas erlebt, was er später selbst als Einschränkung in der Charakterausprägung beschrieb, dies resultierte daraus, dass er in dieser jüdischen Gemeinschaft aufwuchs. Die Einschränkungen, wie sie Durkheim erlebt hatte, waren sehr verbreitet unter religiösen Minderheiten, wie den Juden. Dies war jedoch ein Schutzwall, den sie um sich herum aufbauten, ähnlich einem Elfenbeinturm. In solchen Gruppen sind demzufolge die sozialen Verbindungen stärker, als in anderen Gemeinschaften. Diese starken Verbindungen führten zu einer Erleichterung im täglichen Leben. Das war besonders im Fall der Juden zu beobachten, die sich gegen eine allgemeine Abneigung durchsetzen mussten. Es war schwierig mit dem Rest der Bevölkerung in Interaktion zu treten. Durkheim hat später die typische jüdische Gemeinschaft als eine als kleine, kompakte in sich beständige beschrieben. Ebenfalls hatte diese Gesellschaft eine sehr klare und einheitliche Vorstellung vom Begriff des Selbstbewusstsein und der Einheitlichkeit. Das Judentum, wie alle alte Religionen, besteht aus “Gebräuchen und Sitten”, die alle Aspekte bestimmen und nicht viel Spielraum für individualistische Entscheidungen lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Kindheit des Émile Durkheim: Dieses Kapitel beleuchtet den familiären Hintergrund Durkheims in Lothringen sowie die strengen religiösen und sozialen Prägungen seiner frühen Kindheit.
2. Schulische Ausbildung, Studium und beruflicher Werdegang: Es wird Durkheims schulischer Erfolg, sein Studium an der Ecole Normale Supérieure, der Einfluss seiner Lehrer und Freunde sowie seine ersten Schritte als Lehrer und Wissenschaftler beschrieben.
3. Durkheim studiert in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert Durkheims Aufenthalt in Deutschland, seine Auseinandersetzung mit der deutschen Philosophie und Psychologie sowie die Bedeutung dieser Zeit für seine eigene soziologische Perspektive.
4. Comte und Durkheim: Der Abschnitt befasst sich mit der intellektuellen Auseinandersetzung Durkheims mit Auguste Comte und seiner Positionierung innerhalb der positivistischen Tradition.
5. Durkheim und seine Soziologie: Hier wird der Kern von Durkheims Soziologie, insbesondere sein Konzept der sozialen Tatsache und der gesellschaftlichen Wirklichkeit, vertieft dargestellt.
6. L’Année Sociologique: Das Kapitel schildert die Entstehung, das Konzept und die wissenschaftliche Bedeutung der von Durkheim begründeten soziologischen Fachzeitschrift als Laboratorium für die Sozialwissenschaften.
Schlüsselwörter
Émile Durkheim, Soziologie, L’Année Sociologique, soziale Tatsache, Kollektivbewusstsein, Gesellschaftslehre, Positivismus, Bildung, Deutschlandaufenthalt, Moralwissenschaften, soziale Solidarität, Anomie, pädagogische Hochschule, Sozialwissenschaften, intellektuelle Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Leben und Wirken von Émile Durkheim und zeichnet nach, welche biographischen und akademischen Faktoren sein soziologisches Denken und die Gründung seines einflussreichen Jahrbuchs geprägt haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der frühen Sozialisation, der akademischen Ausbildung, dem Einfluss deutscher Wissenschaftsströmungen auf Durkheim sowie der Etablierung der Soziologie als eigenständige Wissenschaftsdisziplin.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Genese von Durkheims soziologischem System vor dem Hintergrund seiner persönlichen Erfahrungen und der intellektuellen Einflüsse seiner Zeit verständlich zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine biographisch-analytische Methode, die sich auf den Rückgriff historischer Dokumente, zeitgenössischer Berichte und Durkheims eigener Publikationen stützt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Stationen seines Lebens, angefangen bei der Kindheit über die Ausbildung und den Studienaufenthalt in Deutschland bis hin zur Analyse seiner soziologischen Theorien und der editorischen Arbeit an L’Année Sociologique.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wesentliche Begriffe sind Soziologie, L’Année Sociologique, gesellschaftliche Wirklichkeit, Kollektivbewusstsein und Moralwissenschaften.
Welche Bedeutung hatte der Deutschlandaufenthalt für Durkheims Arbeit?
Durkheim lernte in Deutschland neue methodische Ansätze und die Verbindung von Sozialwissenschaften mit Ethik kennen, was maßgeblich dazu beitrug, dass er den Sinn für soziale Realität schärfte und seine eigene soziologische Methode weiterentwickelte.
Wie veränderte Durkheim die soziologische Forschung mit L’Année Sociologique?
Er wandelte das Jahrbuch von einer rein dialektischen Publikation in ein interdisziplinäres "Laboratorium" um, das systematisches, empirisches Material sammelte, um exakte soziale Gesetze zu formulieren und die Soziologie in den Sozialwissenschaften zu verankern.
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- Marco Kaiser (Author), 2001, Émile Durkheim und seine Soziologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78906