„Eine Sprache ist ein Kommunikationsmittel, nach dem der Mensch, in jeder Gemeinschaft auf andere Weise , seine Erfahrungen nach Einheiten analysiert, die seinen semantischen Inhalt und eine lautlichen Ausdruck haben, nach den Monemen. Dieser lautliche Ausdruck gliedert sich seinerseits in distinktive , aufeinanderfolgende Einheiten, die Phoneme die von bestimmter Anzahl in jeder Sprache vorkommen, deren Art und wechselseitige Beziehungen ebenfalls von Sprache zu Sprache verschieden sind.
Dies impliziert, dass wir den Ausdruck „Sprache“ allein zur Bezeichnung eines zweifach gegliederten und lautlich manifestierten Kommunikationsmittels verwenden., dass außer dieser gemeinsamen Grundlage nichts im eigentlichen Sinne zur Sprache als System gehört, was nicht von einer Sprache zur anderen verschieden sein könnte; in diesem Sinne ist es zu verstehen, wenn gesagt wird, dass die sprachlichen Gegebenheiten „willkürlich“, „konventionell“ seien.“
Dieser Versuch von André Martinet Sprache zu formulieren soll eine Einleitung zum Thema Sprache als Kommunikationsmedium darstellen, die Vielseitigkeit, die bei genauerer Betrachtung entsteht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Flexibilität der Sprachen
2.1 Sprachen sind grenzenlos
2.2 Keine Sprache ohne Grammatik
2.3 Sprache wird ununterbrochen verändert
3 Geist der Sprache
3.1 Laut und Sinn, Bedeutung der sprachlichen Äußerung
3.2 Sprache zieht Bewusstsein an
3.3 Sprache und Denken
4 Kommunikation technisch und real
4.1 Das Kommunikationsmodell
4.2 Forschungsbeispiel
5 Stellungnahme
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Sprache als ein komplexes, gesellschaftlich eingebettetes Kommunikationsmedium und analysiert deren Wechselwirkung mit dem menschlichen Bewusstsein, dem Denken sowie soziolinguistischen Anpassungsprozessen in Migrationskontexten.
- Sprache als flexibles und sich stetig veränderndes System
- Die Beziehung zwischen Sprache, Bedeutung und Denken
- Kommunikationsmodelle in Theorie und technischer Anwendung
- Soziolinguistische Faktoren der Sprachassimilation
- Das Spannungsfeld zwischen Einheimischen und Migranten im Kontext der Sprache
Auszug aus dem Buch
Aktive Sprach-Assimilationspolitik der Deutschschweiz
Deutschen, die in den Kanton Bern immigrieren, begegnen die Einheimischen aller Schichten und aller Generationen mit einer aktiven Sprach-Assimilationspolitik. Der Druck, der auf deutsche Immigrierte ausgeübt wird, geht dahin, dass sie sich assimilieren sollen, dass sie – wenn sie hier bleiben und Fuß fassen oder Wurzeln schlagen sollen – sich anzupassen haben, dass sie Schweizerdeutschsprechen sollen, In der Forderung nach Anpassung, der sich alle Befragten bewusst sind, steckt ein außerordentliche hohes Konfliktpotential: Was Anpassung ist und wie sie realisiert wird, wird von beiden Seiten unterschiedlich beurteilt. Von einer aktiven Sprach-Assimilationspolitik sprechen wir, weil die Anpassungswünsche in einer für Deutschschweizer Verhältnisse sehr deutlichen Art und Weise zum Ausdruck kommen. Etwas in der Art:“ Wer nicht für uns ist, ist gegen uns“. Aus der Perspektive der Einheimischen gilt es für den Umgang mit deutschen Zugezogene, auf folgendem zu beharren:
1. Deutsche Zugezogene müssen sich ungefährlich erweisen.
2. Deutsche Zugezognen müssen sich bewähren.
3. Erst nach Prüfung dieser Voraussetzung können Integrationsangebote gemacht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definition von Sprache als Kommunikationsmittel unter Einbeziehung sprachwissenschaftlicher Grundbegriffe wie Semantik, Monem und Phonem.
2 Die Flexibilität der Sprachen: Untersuchung der dialektalen Vielfalt, der Notwendigkeit einer mentalen Grammatik sowie der stetigen sprachlichen Wandlungsprozesse.
3 Geist der Sprache: Analyse der kognitiven Kopplung von Sprache und Bewusstsein sowie der philosophischen Fragestellung, ob Denken ohne Sprache möglich ist.
4 Kommunikation technisch und real: Vorstellung eines Kommunikationsmodells und Untersuchung situativer, personaler sowie finaler Faktoren bei der Zeichenwahl, illustriert durch ein Forschungsbeispiel zur Sprachassimilation.
5 Stellungnahme: Synthese der Ergebnisse, die Sprache als notwendiges, gesellschaftlich geregeltes Medium zur Identitätsdarstellung und zum Erhalt sozialer Strukturen identifiziert.
Schlüsselwörter
Sprache, Kommunikation, Linguistik, Grammatik, Bewusstsein, Semantik, Sprachassimilation, Dialekt, Soziolinguistik, Denken, Sprachwissenschaft, Enkulturation, Identität, Zeichenmodell, Sprachwandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Sprache als gesellschaftliches Kommunikationsmedium und deren Einfluss auf das menschliche Denken und soziale Interaktionsprozesse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit gliedert sich in die Bereiche Sprachphilosophie, kognitive Linguistik und angewandte Soziolinguistik, mit besonderem Fokus auf Migrationsphänomene.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die theoretische Erarbeitung des Sprache-Geist-Verhältnisses und die praktische Anwendung dieser Erkenntnisse auf die Sprachpolitik in der Deutschschweiz.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse klassischer sprachwissenschaftlicher Theorien (z.B. Luhmann, Chomsky) und eine ethnographisch-soziolinguistische Beschreibung im Forschungsbeispiel.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Flexibilität von Sprache, ihre Wirkung auf das Bewusstsein, technische Kommunikationsmodelle und die spezifische Sprachassimilation im Kanton Bern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Sprache, Kommunikation, Sprachassimilation, Bewusstsein, Semantik, Dialekt und Enkulturation.
Was ist mit dem Begriff "Sprach-Assimilation" im Text gemeint?
Der Autor beschreibt dies als einen einseitigen Druck der Gastgesellschaft auf Zuwanderer, sich durch Anpassung der Sprechweise (Schweizerdeutsch) als „ungefährlich“ auszuweisen.
Warum wird die Sprachentwicklung als "Geist der Sprache" bezeichnet?
Der Begriff bezieht sich auf die Verbindung zwischen Sprache als struktureller Kopplung und dem menschlichen Bewusstsein, welches durch Sprache in seiner Wahrnehmung und Kognition beeinflusst wird.
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- Marco Kaiser (Author), 2001, Sprache als Kommunikationsmittel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78907