Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Law and Delinquency

Rassismus in der deutschen Gesellschaft seit der Wiedervereinigung

Title: Rassismus in der deutschen Gesellschaft seit der Wiedervereinigung

Examination Thesis , 2007 , 116 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Katrin Selter (Author)

Sociology - Law and Delinquency
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Rassismus war nicht nur ein Problem vergangener Tage, sondern ist auch in
der heutigen Zeit noch aktuell. Er wurde in den letzten Jahren in der
Öffentlichkeit häufig tabuisiert, wenn nicht sogar geleugnet. Politiker und
Medien vermieden es bei Gewalttaten gegen Migranten von rassistischen
Angriffen zu sprechen, sie zogen die Begriffe „Ausländerfeindlichkeit“ oder
„Fremdenfeindlichkeit“ vor.
Der Begriff „Rassismus“ weckt in den Köpfen der Menschen noch immer
Assoziationen zum Dritten Reich und der damaligen Rassenideologie der
Nationalsozialisten, die möglichst nicht mehr thematisiert werden soll.
Seit der Wiedervereinigung Deutschlands kam es immer häufiger zu
rassistischen Straftaten, wodurch der „Rassismus-Begriff“ wieder in den
Blickpunkt der Öffentlichkeit rückte. Zu nennen sind hier besonders die vielen
Brandanschläge gegen Ausländer (z.B. in Mölln, Hoyerswerda, Rostock-
Lichtenhagen und Solingen) zu Beginn der 90er Jahre, die bis heute
unvergessen sind und im weiteren Verlauf der Examensarbeit unter anderem
thematisiert werden.
Ich habe für meine Arbeit zwei Themenschwerpunkte gewählt, die ich
ausführlich bearbeiten möchte. Zunächst jedoch stelle ich die Situation in
Westdeutschland und der DDR bezogen auf den Rassismus vor der
Wiedervereinigung vor. Den Mittelpunkt meiner Examensarbeit bildet die
verstärkte Ausbreitung des Rassismus nach der Wiedervereinigung und ihre
Ursachen, die ich näher erläutern werde. Dass es seit dem Mauerfall vermehrt
zu Rassismus kam ist bekannt, allerdings stellt sich die Frage nach den
Gründen. Einen weiteren Themenschwerpunkt bildet der Rassismus in der
Schule, wobei ich hier besonders Präventivmaßnahmen vorstellen möchte.
Ich hoffe, dass ich mit meiner Examenarbeit einen guten und ausführlichen
Einblick in die Thematik des neueren Rassismus geben kann und auch Ansätze
8 und Möglichkeiten zur Prävention vorstelle, die gegebenenfalls zu einem
Rückgang rassistischer Straftaten führen könnten.
Rassismus richtet sich gegen eine Vielzahl von menschlichen Gruppen, u.a.
gegen Ausländer, Behinderte, Homosexuelle, ältere Menschen und
Religionsgruppen. Im Laufe dieser Arbeit bezieht sich der „Rassismus-
Begriff“, wenn nicht anders erwähnt, ausschließlich auf Ausländer.
Ich weise darauf hin, dass die grundsätzlich benutzte maskuline Form in
meiner Examensarbeit auch die weibliche Form umfasst und der
Vereinfachung dient.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Erläuterungen und Definitionen der Kernbegriffe

1.1 Die Geschichte des Begriffs „Rasse“

1.2 Die Definition des Begriffs „Rasse“

1.3 Die Geschichte des Begriffs „Rassismus“

1.4 Was ist „Rassismus“?

1.5 Abgrenzung des Begriffs „Rassismus“ zu anderen Phänomenen

1.5.1 Ethnozentrismus

1.5.2 Xenophobie

1.5.3 Fremdenfeindlichkeit

1.5.4 Ausländerfeindlichkeit

1.5.5 Rechtsradikalismus/ Rechtsextremismus

1.5.6 Sexismus

1.5.7 Antisemitismus

2 Rassismus vor der Wiedervereinigung

2.1 Rassismus in der DDR

2.2 Rassismus in Westdeutschland

3 Rassismus in Deutschland nach der Wiedervereinigung

3.1 Die Situation in Deutschland kurz nach der Wiedervereinigung

3.2 Die Arbeitsmarktsituation und ihre Auswirkungen auf den Rassismus

3.3 Zusammenhänge von Bildungsstand und Rassismus

3.4 Die Wohnsituation und ihre Auswirkungen auf den Rassismus

3.5 Die Verbreitung rechtsradikaler Parteien in Deutschland

3.5.1 Die REP

3.5.2 Die DVU

3.5.3 Die NPD

3.5.4 „Ich wähle rechts!“

3.6 Das Täterprofil rassistischer Gewalt

3.7 Politische Ansätze zur Minderung des Rassismus

3.8 Die heutige Situation in Deutschland

3.9 Fallbeispiel: Der Brandanschlag von Solingen

3.9.1 Die Stadt Solingen

3.9.2 Der Tathergang

3.9.3 Der Tag danach

3.9.4 Die Täter

3.9.5 Die Opfer

3.9.6 Der Prozess

3.9.7 Solingen heute, 14 Jahre nach dem Brandanschlag

4 Rassismus in der Schule

4.1 Rassismus bei Schülern

4.1.1 Persönlichkeitsstruktur rassistischer Jugendlicher

4.1.2 Mädchen

4.1.3 Jungen

4.2 Rassistische Lehrer

4.3 Einflussnahme der Schule auf rassistische Tendenzen bei Schülern

4.3.1 Möglichkeiten und Probleme der Rassismusbekämpfung in der Schule

4.3.2 Konkrete Unterrichtskonzepte zur Prävention und Minderung von Rassismus

4.3.2.1 Der Geschichtsunterricht

4.3.2.2 Der Politikunterricht

4.3.2.3 Die sozial-ethische Bildung

4.3.2.4 Der Wirtschafts- und Geographieunterricht

4.3.2.5 Die interkulturelle Bildung

4.4 Das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

4.4.1 Was ist „SOR - SMC“?

4.4.2 Wie wird man eine „SOR – SMC“?

4.4.2.1 Rechte der Schüler

4.4.2.2 Die Kooperation mit Lehrern

4.4.2.3 Patenschaften

4.4.3 Projekte und Aktionen von „SOR – SMC“

4.4.3.1 „Q-rage“: Die Zeitung des größten deutschen Schulnetzwerks

4.4.3.2 Das Projekt „Unsere Stadt ohne Rassismus“

4.4.4 „Schule ohne Rassismus“ in anderen Ländern Europas

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es, die Ursachen und Erscheinungsformen des Rassismus in Deutschland seit der Wiedervereinigung zu analysieren und Möglichkeiten der Prävention, insbesondere im schulischen Kontext, aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung der Begriffe „Rasse“ und „Rassismus“ sowie Abgrenzung zu verwandten Phänomenen.
  • Analyse sozioökonomischer Faktoren wie Arbeitslosigkeit, Bildungsstand und Wohnsituation als Verstärker rassistischer Tendenzen.
  • Untersuchung der Rolle rechtsradikaler Parteien und die Entstehung rassistischer Gewalt in Ost- und Westdeutschland.
  • Fallstudie zum Brandanschlag von Solingen als Reflektion gesellschaftlicher Zustände und Täterprofile.
  • Vorstellung des Präventionsprojekts „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ als pädagogischer Ansatz.

Auszug aus dem Buch

3.9.4 Die Täter

Die vier Jugendlichen aus Solingen hatten alle Verbindungen zur rechten Szene und fielen teilweise auch zuvor schon durch ausländerfeindliche Aktionen auf. Der 17-jährige Christian Reher beispielsweise schmiss volle Bierflaschen gegen ein Haus von Türken und beleidigte und verjagte deren kleinere Kinder aus einem Park (vgl. Gür; Turhan 1996, S. 18). Er war noch Schüler (vgl. Gür; Turhan 1996, S. 48), laut Psychiatergutachten seinem Alter entsprechend normal entwickelt und stammte aus zerrütteten Verhältnissen (vgl. Gür; Turhan 1996, S. 79). In seinem Zimmer hing an der Wand eine türkische Flagge mit einem schwarzen Kreuz drauf, in einer anderen Ecke hing ein großes Hakenkreuz (vgl. Gür; Turhan 1996, S. 80). Reher machte kein Geheimnis aus seiner Abneigung gegen Türken, er erzählte in einem Gespräch mit dem Psychiater Prof. Dr. Christian Eggers, Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Rheinischen Landes- und Hochschulklinik Essen, der auch als Sachverständiger am späteren Prozess teilnahm, dass er das Aussehen und Verhalten von Türken nicht möge. Auch bei Kindern machte seine rassistische Einstellung keinen Halt: „Die Kinder von der Hatice Genç haben mich genauso gestört wie die Katzen – und die hab ich erwürgt.“ (Gür; Turhan 1996, S. 79) Auf die Frage hin, ob es ihn berührt, dass er für den Tod von fünf Menschen verantwortlich ist, antwortete er: „Ich bin das gar nicht schuld. Schließlich hab ich bloß die Zeitung angesteckt; der Felix hat Benzin drübergekippt. So ein klitzekleiner Fehler bringt mir jetzt zehn Jahre. Na ja, aber wenn die um sind, leben wir weiter. Was ich gemacht hab, war doch kein Mord; ich hab bloß das Haus angesteckt, und dabei sind halt welche umgekommen.“ (Gür; Turhan 1996, S. 79) Als der Psychiater ihn fragte, ob es ihm denn um die Kinder leid tue, die getötet wurden, zeigte Christian Reher auch hier keine Reue: „Nein. Tut es nicht. Der Staat hat doch sogar Nutzen davon, dann muß er kein Kindergeld zahlen. Weil, die Türken schaffen sich doch hier in Deutschland nur so viele Kinder an, um Kindergeld zu kassieren.“ (Gür; Turhan 1996, S. 79 f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Erläuterungen und Definitionen der Kernbegriffe: Dieses Kapitel liefert eine grundlegende Definition und historische Einordnung des Rasse- und Rassismusbegriffs sowie eine Abgrenzung zu verwandten Begriffen.

2 Rassismus vor der Wiedervereinigung: Es wird die Situation in der ehemaligen DDR und in Westdeutschland hinsichtlich rassistischer Tendenzen vor 1990 beleuchtet.

3 Rassismus in Deutschland nach der Wiedervereinigung: Dieses Kapitel analysiert die Ursachen des Anstiegs rassistischer Gewalt, wie Arbeitslosigkeit und Wohnungsnot, sowie den Einfluss rechter Parteien, flankiert durch das Fallbeispiel Solingen.

4 Rassismus in der Schule: Es werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie Schulen durch Unterrichtskonzepte und Projekte wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ rassistischen Tendenzen entgegenwirken können.

Schlüsselwörter

Rassismus, Deutschland, Wiedervereinigung, Rechtsextremismus, Ausländerfeindlichkeit, Arbeitslosigkeit, Prävention, Schule ohne Rassismus, Brandanschlag Solingen, Sozialisation, Vorurteile, Fremdenfeindlichkeit, Integration, Jugendkriminalität, Politische Bildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Rassismus in der deutschen Gesellschaft mit besonderem Fokus auf die Zeit nach der Wiedervereinigung und dessen Auswirkungen auf das schulische Umfeld.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen historische Definitionen, die sozioökonomischen Ursachen rassistischer Tendenzen, die Rolle rechter Parteien und pädagogische Gegenmaßnahmen in der Schule.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Ursachen für das Erstarken von Rassismus zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Institutionen wie Schulen durch Prävention und aktive Beteiligung der Schülerschaft gegensteuern können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin stützt sich primär auf eine fundierte Literaturanalyse sowie die Auswertung offizieller Statistiken und relevanter Internetquellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der gesellschaftlichen Bedingungen vor und nach der Wiedervereinigung, eine Fallstudie zum Brandanschlag von Solingen sowie ein ausführliches Kapitel zur Rassismusprävention in der Schule.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rassismus, Rechtsextremismus, Wiedervereinigung, Solingen-Brandanschlag und Prävention charakterisiert.

Warum wird der Fall Solingen als Fallbeispiel gewählt?

Der Brandanschlag von Solingen reflektiert laut der Autorin viele ihrer vorangegangenen Überlegungen und verdeutlicht die bleibende Präsenz sowie die verheerenden Folgen rassistischer Gewalt.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Schule bei der Rassismusbekämpfung?

Die Autorin betrachtet die Schule als einen essenziellen Ort der Prävention, an dem durch fächerübergreifende Ansätze und Schülerprojekte wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ langfristig Toleranz gefördert werden kann.

Excerpt out of 116 pages  - scroll top

Details

Title
Rassismus in der deutschen Gesellschaft seit der Wiedervereinigung
College
University of Duisburg-Essen
Grade
1,0
Author
Katrin Selter (Author)
Publication Year
2007
Pages
116
Catalog Number
V78910
ISBN (eBook)
9783638817462
Language
German
Tags
Rassismus Gesellschaft Wiedervereinigung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Selter (Author), 2007, Rassismus in der deutschen Gesellschaft seit der Wiedervereinigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78910
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  116  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint