Als auffällig, bei der Annäherung an das Thema „Lyrik der deutschen Romantik“, zeichnete sich ab, dass nahezu alle Autoren der von mir bearbeiteten Publikationen, über die Schwierigkeit der epochalen, inhaltlichen und personellen Abgrenzung der Romantik nachsannen. Doch wo sind Grenzen um den Begriff der deutschen Romantik zu ziehen und was zeichnet diese Epoche kenntlich von anderen ab? Zumal bedacht werden muss, dass sich die Romantik nicht zuletzt in die weiten Felder der bildenden Kunst und der Musik ebenso erstreckte wie in das der Literatur. Doch auch in der Lyrik der Romantik in sich, ist die komplexe Verwobenheit mit anderen Gattungen der Literatur bemerkenswert. Nicht selten waren romantische Gedichte ursprünglich in epische Geschichten, Novellen oder Märchen eingebettet oder wurden später, losgelöst als Volkslied- oder Kirchenliedtexte verwandt.
Um den Begriff der Romantik, erstrangig im Hinblick auf Deutschland, genauer ermessen zu können, möchte ich zunächst sowohl eine zeitliche als auch inhaltliche Abgrenzung diskutieren, um im zweiten Teil der Arbeit auf konkrete Wesensmerkmale und wohl typische Besonderheiten der romantischen Dichtung, an konkreten Beispielen, einzugehen.
Inhaltsverzeichnis
1. VORWORT
2. ABGRENZUNG
2.1 Zeitliche Einordnung und Entwicklung
2.2 Inhaltliche Besonderheit
3. BEISPIELE ROMANTISCHER LYRIK I
3.1 Joseph von Eichendorff: ‚Lockung’
3.2 Analyse
4. MERKMALE ROMANTISCHER LYRIK I
4.1 Neue Mythologie
4.2 Romantisierung
4.3 Geschichtstriade
5. BEISPIEL ROMANTISCHER LYRIK II
5.1 Clemens Brentano: aus ‚Das Myrtenfräulein’
5.2 Analyse
6. MERKMALE ROMANTISCHER LYRIK II
6.1 Musik als Leitkunst
6.2 Transzendentalpoesie
6.3 Romantische Ironie
6.4 Autonomieästhetik
6.5 Progressive Universalpoesie
7. FAZIT
8. SCHAUBILD GESCHICHTSTRIADE
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht die Wesensmerkmale der romantischen Lyrik anhand ausgewählter Gedichte von Joseph von Eichendorff und Clemens Brentano, um ein tieferes Verständnis der Epoche und ihrer Abgrenzung zu anderen Strömungen wie der Klassik zu erlangen.
- Zeitliche und inhaltliche Abgrenzung der Romantik
- Analyse der Lyrik von Eichendorff und Brentano
- Zentrale Merkmale wie die Neue Mythologie und Romantisierung
- Die Rolle der Musik und die Transzendentalpoesie
- Das Konzept der Geschichtstriade und Autonomieästhetik
Auszug aus dem Buch
3.1 Joseph von Eichendorff: ‚Lockung’
Hörst du nicht die Bäume rauschen
Draußen durch die stille Rund?
Lockt's dich nicht, hinabzulauschen
Von dem Söller in den Grund,
Wo die vielen Bäche gehen
Wunderbar im Mondenschein
Und die stillen Schlösser sehen
In den Fluß vom hohen Stein?
Kennst du noch die irren Lieder
Aus der alten, schönen Zeit?
Sie erwachen alle wieder
Nachts in Waldeseinsamkeit,
Wenn die Bäume träumend lauschen
Und der Flieder duftet schwül
Und im Fluß die Nixen rauschen -
Komm herab, hier ist's so kühl.
Zusammenfassung der Kapitel
VORWORT: Der Autor erläutert die Schwierigkeiten bei der zeitlichen und inhaltlichen Abgrenzung der Romantik und kündigt die methodische Vorgehensweise der Arbeit an.
ABGRENZUNG: Dieses Kapitel diskutiert die zeitliche Einordnung der Romantik und beleuchtet die inhaltlichen Besonderheiten, insbesondere die Abkehr von normierten Kunstgedanken.
BEISPIELE ROMANTISCHER LYRIK I: Anhand von Eichendorffs Gedicht ‚Lockung’ wird die Verlockung des lyrischen Ichs in eine vergangene, fantastische Welt analysiert.
MERKMALE ROMANTISCHER LYRIK I: Hier werden die Konzepte der Neuen Mythologie, der Romantisierung und der Geschichtstriade theoretisch dargelegt und auf die untersuchten Gedichte bezogen.
BEISPIEL ROMANTISCHER LYRIK II: Eine Analyse von Clemens Brentanos Gedicht aus ‚Das Myrtenfräulein’, welches Parallelen zur Eichendorff-Lyrik aufweist.
MERKMALE ROMANTISCHER LYRIK II: Dieses Kapitel vertieft weitere Merkmale wie Musik als Leitkunst, Transzendentalpoesie, Romantische Ironie, Autonomieästhetik und Progressive Universalpoesie.
FAZIT: Der Autor fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über das Dilemma des Dichters, der zwar eine fantastische Welt erschafft, aber selbst in seiner Subjektivität gefangen bleibt.
SCHAUBILD GESCHICHTSTRIADE: Eine grafische Darstellung der drei Stadien der Geschichtstriade zur Veranschaulichung der zeitlichen Entwicklung in der Romantik.
Schlüsselwörter
Romantik, Lyrik, Joseph von Eichendorff, Clemens Brentano, Neue Mythologie, Romantisierung, Geschichtstriade, Transzendentalpoesie, Romantische Ironie, Autonomieästhetik, Progressive Universalpoesie, Natur, Traum, Subjektivität, Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Übersicht der zentralen Wesensmerkmale der romantischen Lyrik anhand von exemplarischen Gedichten von Joseph von Eichendorff und Clemens Brentano.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten gehören die zeitliche und inhaltliche Definition der Romantik, die Bedeutung der Natur, das Genie-Ideal des Dichters sowie zentrale poetologische Konzepte wie die Transzendentalpoesie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Begriff der deutschen Romantik schärfer zu fassen und zu analysieren, wie romantische Dichter durch ihre Sprache eine übergeordnete, fantastische Welt konstruieren.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Die Arbeit kombiniert eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten mit einer theoretischen Aufarbeitung bekannter romantischer Konzepte auf Basis einschlägiger Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse konkreter Gedichte von Eichendorff und Brentano sowie die theoretische Erläuterung der Merkmale der Romantik, wie z.B. die Neue Mythologie und die Romantische Ironie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Romantik, Lyrik, Transzendentalpoesie, Romantische Ironie und Progressive Universalpoesie geprägt.
Warum wird im Fazit von einem Dilemma des Dichters gesprochen?
Der Autor reflektiert, dass der Dichter zwar als Schöpfer eine neue Welt durch seine Worte konstruiert, dabei aber selbst innerhalb seiner Subjektivität gefangen bleibt und nicht vollständig aus dieser "realen" Welt ausbrechen kann.
Wie unterscheidet sich die Romantik laut der Arbeit von der Aufklärung?
Im Gegensatz zur zielorientierten Aufklärung, die Literatur als Mittel zur gesellschaftlichen Verbesserung sah, betont die Arbeit, dass die Romantik eine autonome Weltanschauung verfolgte, die nicht auf einen zweckgerichteten Wandel ausgerichtet war.
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- Martin Thiele (Author), 2007, Lyrik der Romantik. Übersicht der Wesensmerkmale romantischer Lyrik: Joseph von Eichendorff und Clemens Brentano., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/78949