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Heideggers Glaube an die rettende Gefahr des Selben

Titel: Heideggers Glaube an die rettende Gefahr des Selben

Essay , 2003 , 9 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dr. des. Robert Dennhardt (Autor:in)

Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
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Seine Vorlesung zum Wintersemester 1951/52 eröffnet Heidegger mit der Notwendigkeit in das zu gelangen, Was Denken heißt? Unser diesbezügliches Einlassen auf ein Lernen zu denken gesteht dann, „daß wir das Denken noch nicht vermögen.“ (Heidegger 1992, 3.) Nicht nur für Studenten der Kulturwissenschaft bedeutet dieses Geständnis, sich auf das Lesen einzulassen als dem abendländischen Denken gemäß. Das anschließende und auf ein unbenennbares Ziel hin sammelnde Lesen identifiziert Heidegger 1954 in Was heißt Lesen? als das Tragende und Leitende des Willens zum Wissen. Dieses Lesen auf ein Futur 2 hin „ist die Sammlung auf das, was ohne unser Wissen einst schon unser Wesen in den Anspruch genommen hat.“ (Heidegger 1983, 111.) Irgendwann entläßt schließlich die Sammlung jeden Denker in das Denken eines einzigen und stets selben Gedankens.
Heideggers schwer verständliches aber einflußreiches Werk Sein und Zeit aus dem Jahre 1926 stand im Zeichen der Frage nach dem Sinn von Sein. Zur Beantwortung der Seinsfrage analysierte Heidegger die Grundstrukturen des menschlichen Daseins. Dieses Sein des Menschen zu befragen, zu untersuchen, sollte der Weg sein, denn der Mensch ist unter allem Seienden dasjenige, das das Sein immer schon, wenn auch undeutlich, versteht. Heidegger nennt diese Untersuchung Fundamentalanalyse des Daseins und bildet als Fundamentalontologie den Hauptinhalt von Sein und Zeit, wobei er sich von der bisherigen Philosophie als Ganzes distanzieren möchte, indem er seine Grundbestimmungen der Seinsstrukturen nicht Kategorien nennt wie Aristoteles und Kant, sondern Existenzialien. Als ersten Teil des Buches schreibt Heidegger eine vorbereitende Fundamentalanalyse des Daseins, um nach dem zweiten Teil, in dem Dasein als Zeitlichkeit in der Zeit verstanden werden soll, im dritten und letzten Teil Zeit und Sein das Dasein endgültig mit der Zeit zusammenfallen zu lassen.
In der Unmöglichkeit, das Wesen des Seins positiv zu identifizieren mittels der Sorge um die Zeitlichkeit des Daseins, definiert Heidegger dennoch das Denken historisch als „das Dichten der Wahrheit des Seins in der geschichtlichen Zwiesprache der Denkenden.“ (Heidegger 1977, 372.)

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Heideggers Glaube an die rettende Gefahr des Selben

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Heideggers Denken im Kontext der Seinsfrage und der ontologischen Differenz. Sie beleuchtet, wie Heidegger versucht, durch ein ursprüngliches „Sagen“ und eine kritische Auseinandersetzung mit der abendländischen Metaphysik die „rettende Gefahr“ im Denken des Selben zu verorten.

  • Kritische Analyse von „Sein und Zeit“ und dem „Humanismusbrief“.
  • Untersuchung der ontologischen Differenz von Sein und Seiendem.
  • Bedeutung der Sprache als „Haus des Seins“.
  • Die Rolle der Sorge und Zeitlichkeit für die Daseinsanalyse.
  • Die Gefahr der Seinsvergessenheit und das rettende Denken.

Auszug aus dem Buch

Heideggers Glaube an die rettende Gefahr des Selben

Und die Schwierigkeit für den Denker ist, diesen einzigen, diesen einen Gedanken als das einzig für ihn zu-Denkende festzuhalten, dieses Eine als das Selbe zu denken und von diesem Selben in der gemäßen Weise zu sagen. Vom Selben sprechen wir jedoch nur dann in der ihm gemäßen Weise, wenn wir vom Selben immer das Selbe sagen und zwar so, daß wir dabei selbst vom Selben in den Anspruch genommen werden. Für das Denken ist daher das Grenzenlose des Selben die schärfste Grenze.

Heideggers Gedanken kreisen allesamt um die je epochale Vergessenheit des menschlichen Daseins um sein Sein als Gehaltensein in den grundlosen Grund des Nichts der ontologischen Differenz von Sein und Seiendem. Hierin vertritt er die Hegelianische Anschauung, daß das reine Sein und das reine Nichts dasselbe seien. Das Sein verbirgt sich gerade im entbergenden Da der Lichtung des Seins als vom Sein nicht positiv Unterschiedenes, „denn alles Unentschiedene lebt immer nur von dem, zwischen dem es sich nicht entscheidet.“ Das Bedenken dieser Unentschiedenheit vermag immer nur dasselbe zu Sagen oder, was dasselbe ist, in unterschiedlichsten Diskursen zur Sprache zu bringen. Heideggers Bedenken dieser Unentschiedenheit wagt 1926 in Sein und Zeit einen buchstäblichen Sprung in den verbalen Abgrund der Wörter werdenden Wortkonstellationen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Heideggers Glaube an die rettende Gefahr des Selben: Der Text erörtert Heideggers philosophisches Bestreben, das „Selbe“ in der ontologischen Differenz zu denken und durch eine Sprachphilosophie des „sagenden Denkens“ der Gefahr der Seinsvergessenheit zu begegnen.

Schlüsselwörter

Martin Heidegger, Seinsfrage, ontologische Differenz, Sein und Zeit, Dasein, Sorge, Zeitlichkeit, Sprache, Humanismusbrief, Metaphysik, Seinsvergessenheit, das Selbe, Denken, Dichtung, Existenzialien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Entwicklung Martin Heideggers, insbesondere mit seinem Versuch, das Sein jenseits der abendländischen Metaphysik neu zu denken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die ontologische Differenz, die Rolle der Sprache als Haus des Seins und die Überwindung der Seinsvergessenheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Heideggers Bestreben zu verstehen, durch ein Denken des „Selben“ eine rettende Perspektive in der Gefahr der modernen Metaphysik aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine hermeneutische Analyse, die Heideggers Hauptwerke im Kontext seiner eigenen philosophiegeschichtlichen Interpretation auslegt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entwicklung von „Sein und Zeit“ hin zu den späteren Schriften wie dem „Humanismusbrief“ und der Hinwendung zum „sagenden Denken“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Seinsvergessenheit, Existenzialien, Sorge, Zeitlichkeit, In-der-Welt-sein und die rettende Gefahr.

In welchem Verhältnis steht die „Sorge“ zur Zeitlichkeit bei Heidegger?

Heidegger identifiziert die Sorge als Grundstruktur des Daseins, deren innerer zeitlicher Charakter (Zeitlichkeit) erst das geschichtliche Sein des Menschen verständlich macht.

Warum betont Heidegger die Gefahr des „Selben“?

Die Gefahr liegt darin, das „Selbe“ mit dem „Gleichen“ zu verwechseln, was in die Indifferenz führt, statt sich in die „Zwietracht“ des denkenden Sagens zu wagen.

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Heideggers Glaube an die rettende Gefahr des Selben
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,0
Autor
Dr. des. Robert Dennhardt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
9
Katalognummer
V79014
ISBN (eBook)
9783638856362
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heideggers Glaube Gefahr Selben
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. des. Robert Dennhardt (Autor:in), 2003, Heideggers Glaube an die rettende Gefahr des Selben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79014
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Leseprobe aus  9  Seiten
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