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Wirtschaft und Bodenschätze des Kongo

Geostrategische Bedeutung

Title: Wirtschaft und Bodenschätze des Kongo

Term Paper , 2007 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christoph Färber (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Als Einleitung zu diesem Thema möchte ich zunächst kurz die Grundlagen der wirtschaftlichen Entwicklung im Kongo des letzten Jahrhunderts erläutern. In den 50er Jahren wuchs die Wirtschaftskraft des Landes unter der Führung der Kolonialmacht Belgien zum Teil deutlich an. Dieser Aufschwung wurde allerdings in den frühen 60er Jahren in Folge der nun erlangten Unabhängigkeit gebremst, zu wirtschaftlicher Stabilität kam es erst wieder 1965 unter dem neuen Staatsoberhaupt Mobutu.
In den folgenden Jahrzehnten tauchten aber immer wieder wirtschaftliche Probleme auf, was auch an dem ständigem Missbrauch und der leider sehr verbreiteten Korruption lag. Besonders die 90er Jahre waren von Hyperinflation, Unruhen und Misswirtschaft geprägt, sodass die Demokratische Republik (DR) Kongo mittlerweile das wirtschaftliche Schlusslicht in Zentralafrika bildet. Eine Tilgung der Schulden in Höhe von 13 Milliarden US-Dollar erscheint unmöglich.
Manche behaupten sogar, dass die ‚offizielle’ Wirtschaft sowie die Staatsverwaltung des Kongo seit Ende der 80er Jahre aufgehört hat zu existieren. Infolge dessen kam es Anfang der 90er Jahre auch zu einem Zusammenbruch der kontrollierten Ressourcenausbeutung (vgl. Riehl, 2003, S.866).

Wenn man von diesen Ressourcen bzw. Bodenschätzen im Kongo spricht, ist festzustellen, dass die DR Kongo eines der rohstoffreichsten Länder der Welt ist. Vor allem Edelmetalle wie Gold oder Diamanten, aber auch Coltan, Öl, Gas, Uran, Kupfer, usw. sind zum Teil in scheinbar unerschöpflichen Mengen vorhanden. Auf das Mineral Coltan werden wir in dieser Arbeit noch genauer eingehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Ressourcenkrieg im Kongo

2.1 Historischer Hintergrund

2.2 Motoren des Krieges

2.3 Konfliktursache: Gewaltökonomie

2.4 Folgen des Konflikts

2.5 Die Coltan-Problematik

2.6 Die Rolle Deutschlands

2.6.1 Politische Rolle

2.6.2 Wirtschaftliche Rolle

3 Der Einfluss Belgiens, Frankreichs und der USA

3.1 Der Einfluss Belgiens

3.2 Der Einfluss der USA

3.3 Der Einfluss Frankreichs

3.4 Die UN und EUFOR Missionen

4 Wege aus der Krise

5 Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die geostrategische Bedeutung der Bodenschätze im Kongo und analysiert, wie diese Ressourcen den dortigen Wirtschaftskrieg befeuern, die Interessen westlicher Akteure beeinflussen und die Stabilität der Region nachhaltig untergraben.

  • Die Dynamik des Ressourcenkrieges und der Gewaltökonomie im Kongo.
  • Die zentrale Rolle des Metalls Coltan als Konfliktbeschleuniger.
  • Einflussnahme westlicher Staaten wie Belgien, Frankreich und der USA auf die kongolesische Politik.
  • Die Rolle internationaler Friedensmissionen (UN/EUFOR) und deren Wirksamkeit.
  • Lösungsansätze zur Regulierung des Rohstoffhandels und zur Stabilisierung der Region.

Auszug aus dem Buch

2.5 Die Coltan-Problematik

Es muss der Frage nachgegangen werden, warum das seltene Metall Coltan so außerordentlich bedeutend und äußerst umkämpft in der DR Kongo ist.

Seit die Bedeutung der Metalle Gold, Kupfer und Kobalt aufgrund der sinkenden Weltmarktpreise deutlich gesunken ist, steht ein bis dato relativ unbekanntes Metall im Vordergrund. Dies ist das Metall Tantal, welches eine hohe Dichte sowie einen extrem hohen Siedepunkt besitzt und aus dem Erz Coltan gewonnen wird. Eingesetzt wird es vor allem in Elektrolytkondensatoren, wie sie z.B. in Handys oder etwa Pentiumrechnern zu finden sind. Um die Vorherrschaft an den Minen kämpfen Militärs und Rebellen aller Fraktionen. Man kann davon ausgehen, dass bis zu 80 Prozent der Weltproduktion aus dem Osten der DR Kongo, dem Zentrum des Krisengebietes, stammen (vgl. Werner & Weiss, 2005, S.70f.).

Weiterhin bleibt festzuhalten, dass die Computer- und Handykonzerne den Coltan-Boom erst verursacht haben, indem sie den Direktkauf von Tantalrohstoffen angestrebt haben. Dadurch wurde eine Markthysterie ausgelöst und es entstand der Eindruck, dass der Bedarf an Coltan immens gestiegen sei und die Versorgung durch die klassischen Produzenten nicht mehr sichergestellt werden könne. Der Handyboom und Weiterentwicklungen auf dem Computermarkt, aber auch der Einsatz in Spielkonsolen, wie Sonys ‚Playstation‘ oder Nintendos ‚Gameboy‘ führten zu einem drastischen Anstieg des Weltmarktpreises für Coltan. Dieser verfünffachte sich im Zeitraum von Februar 2000 bis Januar 2001 an der Londoner Metallbörse von 180 € auf 850 € pro Kilo Tantal (vgl. Werner & Weiss, 2005, S.70 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung bietet einen historischen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung des Kongo und skizziert die Problematik der Ressourcenausbeutung als zentralen Faktor für die heutige Instabilität.

2 Der Ressourcenkrieg im Kongo: Dieses Kapitel analysiert die Ursachen des Konflikts, insbesondere die Gewaltökonomie, die Rolle von Rebellengruppen und die verheerenden Auswirkungen des Coltan-Abbaus sowie die politische und wirtschaftliche Rolle Deutschlands.

3 Der Einfluss Belgiens, Frankreichs und der USA: Hier wird untersucht, wie westliche Staaten durch koloniale Vergangenheit, Unterstützung lokaler Machthaber und strategische Wirtschaftsinteressen den Kongo beeinflusst und die politische Lage mitgeprägt haben.

4 Wege aus der Krise: Dieses Kapitel diskutiert verschiedene Lösungsansätze, darunter Zertifizierungsmodelle für Rohstoffe, internationale Kontrollmechanismen und die Notwendigkeit demokratischer Reformen.

5 Zusammenfassung: Das Fazit bilanziert die begrenzten Erfolge internationaler Bemühungen und betont, dass ein langfristiger Frieden vor allem durch den Willen der Akteure vor Ort und einen Stopp der Ausbeutung durch korrupte Netzwerke möglich ist.

Schlüsselwörter

Kongo, Ressourcenkrieg, Coltan, Tantal, Gewaltökonomie, Bodenschätze, Geostrategie, Entwicklungszusammenarbeit, Kriegsfinanzierung, Rebellen, Rohstoffausbeutung, UN-Missionen, EUFOR, Demokratische Republik Kongo, Wirtschaftskrieg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Zusammenhang zwischen dem enormen Rohstoffreichtum des Kongo und dem dort tobenden Wirtschaftskrieg, bei dem Bodenschätze wie Coltan als Finanzierungsquelle für Konflikte dienen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Rolle der globalen Rohstoffnachfrage, die geopolitischen Interessen westlicher Staaten sowie die Herausforderungen der Krisenbewältigung und Friedenssicherung im Kongo.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die geostrategische Bedeutung der Bodenschätze zu erläutern und zu zeigen, wie externe und interne Akteure durch die Ausbeutung dieser Ressourcen Machtstrukturen stützen und die Krise perpetuieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse, basierend auf Literaturrecherche und der Auswertung von UN-Berichten, NGO-Dokumentationen und Fachliteratur zur Konfliktforschung.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Genese des Konflikts, die spezifische Problematik des Coltan-Abbaus, die Interessenpolitik Belgiens, Frankreichs und der USA sowie die Rolle internationaler Interventionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Ressourcenkrieg, Gewaltökonomie, Coltan, Tantal, Geostrategie, Kriegsökonomie und internationale Verantwortung.

Warum spielt das Mineral Coltan eine so entscheidende Rolle im Kongo?

Coltan wird für Tantal benötigt, das in modernen Elektronikbauteilen wie Kondensatoren für Handys und Computer unverzichtbar ist. Die hohe Nachfrage und die Lage der Minen in Rebellengebieten machen es zur zentralen Finanzierungsquelle der bewaffneten Akteure.

Wie bewertet der Autor die Rolle Deutschlands in diesem Kontext?

Der Autor kritisiert die Verwicklung deutscher Firmen in die Kriegsökonomie einerseits und hinterfragt die Effektivität und Motive der deutschen Entwicklungshilfe und militärischen Führung in internationalen Missionen andererseits.

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Details

Title
Wirtschaft und Bodenschätze des Kongo
Subtitle
Geostrategische Bedeutung
College
Technical University of Darmstadt  (Institut für Soziologie, Zentrum für Interdisziplinäre Technikforschung)
Course
Kongo und die Nachbarstaaten, Sozioökonomische Strukturen in Zentralafrika
Grade
1,3
Author
Christoph Färber (Author)
Publication Year
2007
Pages
28
Catalog Number
V79044
ISBN (eBook)
9783638852746
Language
German
Tags
Wirtschaft Bodenschätze Kongo Nachbarstaaten Sozioökonomische Strukturen Zentralafrika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Färber (Author), 2007, Wirtschaft und Bodenschätze des Kongo, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79044
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