Agrarräume und Ressourcennutzung in ökologischen Krisengebieten am Beispiel der Sahelzone


Seminararbeit, 2007
30 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sahelzone
2.1 Lage
2.2 Klima
2.3 Böden und Vegetation

3. Desertifikation
3.1 Prolog
3.2 Geo- Faktoren/ Interne und externe Faktoren
3.2.1 Geo- Faktoren
3.2.2.1. Klima
3.2.2.2. Vegetation und Boden
3.3. Interne Faktoren
3.3.1 Bevölkerungswachstum/ Soziales
3.3.2 Überkultivierung bzw. Monokultivierung
3.3.3 Überweidung
3.3.4 Bewässerungstechniken
3.3.5 Abholzung des Baumbestandes
3.3.6. Sozio- ökonomische Indikatoren
3.4. Externe Faktoren
3.4.1 Verschuldung

4. Auswirkungen der Desertifikation im Agrarraum Sahelzone

5. Schlussfolgerungen

6. Literaturverzeichnis und Quellenverzeichnis

1. Einleitung

Zunächst beinhaltet das Thema meiner Hausarbeit Agrarräume sowie die davon abhängige Ressourcennutzung in ökologischen Krisengebieten hier dargestellt am Beispiel der Sahelzone. Beschrieben wird im Folgenden die Sahelzone, insbesondere die Lage, das Klima, die Böden und Vegetation. Anschließend erfolgt eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Problem der Desertifikation, wobei im Anschluss die Auswirkungen derselbigen auf das Gebiet der Sahelzone dargestellt werden. Schließlich folgt zuletzt eine ausführliche Diskussion sowie Strategien zur Problemlösung meinerseits.

Methodisch wählte ich zunächst Bücher, Zeitschriften sowie aktuelle Literatur, die meinem Thema entsprachen. Darüber hinaus nutzte ich ebenfalls Beiträge sowie Diskussionen von Wissenschaftlern aus dem Internet.

Was bedeutet zunächst der Begriff Desertifikation? Gibt es für das hier gewählte ökologische Krisengebiet der Sahelzone Möglichkeiten diesen Agrarraum sinnvoll zu nutzen und diesen für die Bewohner zu einem attraktiven Lebensraum zu machen? Diesen Fragen zu dem dargestellten Sachverhalt versuche ich anhand methodischer Vorgehensweise nachfolgend zu klären.

In den Focus der Weltöffentlichkeit steht der Sahel stets dann, wenn der jährliche Regen ausbleibt. Der Begriff Sahel wurde oftmals gleichbedeutend für die Misere in Afrika verwendet. Das Leben der Bewohner in der Sahelzone ist nie einfach - so haben sie besonders mit Problemen wie verdurstetem Vieh, verdorrter Ernte, rissiger, trockener Erde sowie daraus folgenden hungernden Menschen zu kämpfen.. Ebenfalls zerren die klimatischen Gegebenheiten an den Nerven der dort lebenden Menschen, denn die Tage sind heiß, demgegenüber existieren bitterkalte Nächte und während der neun Monate langen Trockenzeit weht stets der heiße Wüstenwind Harmattan. Diese klimatischen Besonderheiten sowie auch Geo- Faktoren bestimmen die Entwicklung im Sahel zunehmend. Fraglich ist, ob sich demnach der daraus folgende Prozess der Desertifikation, also der Verwüstung mittels etwaiger Lösungsansätze in ökologischer, physikalischer sowie sozio- ökonomischer Hinsicht aufhalten lässt. Unstreitig ist, dass ein Eingreifen unabdingbar ist. Nur Lösungsansätze zur Verhinderung von Dürrekatastrophen, neue Anbautechniken, welche mit den klimatischen Bedingungen in Einklang stehen, Aufforstung von gerodeten Weideflächen, neue Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten für die Bevölkerung, Förderung von Bildung, Kompetenz sowie auch Überlebensstrategien für die Menschen können dem ökologischen Krisengebiet der Sahelzone in der Zukunft helfen.

2. Sahelzone

2.1 Lage

Die Sahelzone ist ein ca. 6000 km langes und 400 bis 600 km breites Territorium (Nordsahel 15- 20° nördlicher Breite sowie der Südsahel 11° nördlicher Breite). Sie ist auf dem afrikanischen Kontinent im Süden der Sahara situiert und erstreckt sich vom Atlantischen Ozean bis zum nach Somalia quer durch Afrika. Mit einer Fläche von ca. 4,5 Mio. km2 ist es etwa 13-mal so groß wie Deutschland. Insbesondere zählen zu den Sahelstaaten die Länder Niger, Mali, Tschad, Sudan, der südliche Teil von Mauretanien, das nördliche Senegal und das nördliche Burkina Faso. In diesem Gebiet wohnen etwa 45 Millionen Menschen.

Der Begriff Sahel kommt ursprünglich aus dem im arabischen Sprachraum. Er bedeutet „Ufer“ und bezeichnet die Übergangszone zwischen den vollariden Gebieten der Sahara sowie der sich südlich anschließenden etwas feuchteren Zone.

Mit dem Begriff „Ufer“ bezeichneten die Wüstennomaden der Sahara das Gebiet südlich der Sahara, eine Landschaftszone, welche sich tatsächlich für die Bewohner der Wüste als ein rettendes „Ufer“ darstellte, denn hier existierten Großmärkte sowie auch umfangreiche und reichhaltige Weidegründe für Kamele, Ziegen und Rinder.

Auch historisch gesehen ist die Sahelzone sehr bedeutend. Besonders das Aufeinandertreffen der schwarz- afrikanischen Bevölkerung sowie der araboberbischen Nomaden sorgte häufige für Konfliktsituationen, aber auch kulturellen Austausch zwischen den unterschiedlichen Kulturen. In jenem Bereich entstanden im Mittelalter wohlhabende Großstaaten wie beispielweise Ghana. Dieses Land stand für Zivilisation, Macht sowie Wohlstand. Jene Staaten waren einst mehr im Norden der Sahelzone situiert. Demgegenüber existierten die wertvollen fruchtbaren Ackerböden jedoch im Süden. Folglich kamen aus diesen Savannengebieten die für jene Zeit wertvollen Handelsgüter wie z.B. Sklaven, Gold sowie das Elfenbein. Dieser Aspekt stellt auch die Anfälligkeit der Region für Krisen dar, die schon in der Vergangenheit ihren Ursprung fanden. Maßgebend ist, dass dieser kulturelle Konflikt jedoch aufgrund der nur spärlichen Erschließung der Region noch länger anhalten wird.

Abb.1: Die Sahelzone

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

http://www-public.tu-bs.de:8080/~y0021456/HausarbeitenReferate/Didaktische%20Akte%20VBS%20I&II-Dateien/image012.jpg

2.2 Klima

Die Sahelzone ist in naturgeographischer Hinsicht eine klimatisch sowie vegetationsmäßige Übergangszone von der vollariden Sahara zu den wechselfeuchten tropischen Savannen (Krings 1982).

Es handelt sich hierbei um ein randtropisches Trockenklima. Die Jahresdurchschnitts­temperatur in der Sahelzone beträgt über 20 °C, wodurch eine hohe Verdunstung geschieht.

Vorherrschend ist im Norden ein sehr heißes Klima. Nach Köppen ist dies das BW Klima. Demgegenüber dominiert im Süden ein feucht- heißes Klima. Somit ist der Norden mit pro Jahr maximal 20 mm Niederschlag eine Wüste bzw. eine Halbwüste. In der Mitte der Sahelzone fallen pro Jahr etwa 100 mm Niederschlag und daher finden sich hier Dorn, Gras- und Strauchsavannen. Schließlich fällt der höchste Teil des Niederschlages des Sahel im Süden mit bis zu 500 mm Jahresniederschlag.

Dies geschieht jedoch zumeist in der Zeit des Monsuns von Ende Juni bis September. Maßgebend ist jedoch, dass diese Richtwerte in zunehmendem Maße fallen, so dass die Desertifikation droht und daher die Sahel sich mehr der Sahara angleicht. Darüber hinaus liegt der Sahel wird durch ein Wechselklima beeinflusst d.h. ein Wechsel von Regen- und Trockenzeit findet statt. Dieses Wechselklima entsteht mittels der Verlagerung der ITC und daraus resultierenden Niederschlägen. Dies geschieht im Sahel jedoch nicht gleichmäßig. Somit ist das Klima der Sahel durch den Wechsel zwischen einer 9- monatigen Trockenzeit und einer 3- monatigen Regenzeit in den Monaten von Juli bis September gekennzeichnet. Folglich dominiert die Trockenzeit (9 Aridmonate). Diese lang anhaltenden Dürrezeiten wechseln nur mit sehr kurzen Regenperioden. Auch Passatzirkulation und Monsunzirkulation sind im Sahel bedeutend (Forkel 2007).

Die Voraussetzung für die Trockenheit im Winter sind die trockenheißen Luftmassen der kontinentalen N / O- Passate, welche mittels Ausgleichströmungen zwischen dem Azorenhoch und der äquatorialen Tiefdruckrinne, die sich in den Wintermonaten bis maximal 25° südlicher Breite verlagert.

In den Monaten von Juli bis September verschiebt sich di e ITC bis ca.16° nördlicher Breite vor. Sie bringt dort die feuchten Luftmassen aus dem Golf von Guinea mit Es folgen kurze, starke Niederschläge.

Auch schwankt die ITC. Die Variabilität der Niederschläge kann 25% bis zu 50 % betragen. Dieser Aspekt ist für die Bewohner des Sahel sehr kompliziert, da diese etwaige Regenperioden nicht einplanen können. Im Übrigen stellt dies die Abhängigkeit der Bewohner von dem Klima des Sahel dar. Des Weiteren spielt auch die globale Klimaerwärmung eine bedeutende Rolle für die Sahelzone. Festzustellen ist ein Anstieg der Temperatur um 0,5° Grad, sowie demgegenüber eine deutliche Abnahme der Niederschlagsmengen in den letzten 30 Jahren.

Abb.2.: Abweichung der jährlichen Niederschlagsmengen vom Mittelwert im Sahel

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Müller, Jonas V.; Veste, Maik; Wucherer, Walter; Breckle, Siegmar-W. (2006): Desertifikation und ihre Bekämpfung. Eine Herausforderung an die Wissenschaft. In:

Naturwissenschaftliche Rundschau. Jg. 59, H. 11, S. 287.

2.3 Böden und Vegetation

In jenem Punkt ist zunächst der Boden und die daraus sich ergebene Vegetation zu behandeln. Im Norden des Sahel sind an der Grenze zur Sahara Rohböden zu finden. Für jene sind der Bau aus Kies, Geröll oder groben Sanden charakteristisch. Darüber hinaus existieren Dünenböden. Dies sind oftmals durch eine dichte Grasbedeckung gekennzeichnet (Krings 1982).

Im Süden des Sahels herrschen trockene tropische Rotlehmböden vor, Diese eigenen sich besonders für den Anbau von Hirse. Überdies herrschen in diesen Gebieten Trocken- und Feuchtsavannen vor. Jedoch besteht die Gefahr der Lateritisierung. Dies bedeutet, dass das aufsteigende Bodenwasser Eisenoxid an die Oberfläche abgibt. Dies geschieht zumeist aufgrund hoher Verdunstung während der heißen Jahreszeiten Folglich sammelt sich das Wasser an der Erdoberfläche. Es bilden sich so genannte Lateritkrusten, Eisenkrusten.

Dies sind für einen etwaigen Ackerbau nicht brauchbar. In geologischer Zusammensetzung sind hier jüngere Sedimentschichten auffallend. Es herrschen somit Xerosole Bodentypen vor (Schultz 1995 S.320). Das Klima der Sahelzone beeinflusst die Entwicklung der Böden. Der Humusgehalt der Böden beträgt weniger als 1%. Folglich ist hier eine eher spärliche Vegetation zu finden

Überdies sind die Böden der Sahelzone durch einen geringen Nährstoffgehalt gekennzeichnet. Mittels ihrer Zusammensetzung ist die Möglichkeit zur Wasserspeicherung gering. Im Übrigen beeinflusst die physikalischen Eigenschaft der Böden die Erosionswiderstands­funktion gegen exogene Faktoren wie beispielsweise Wind und Wasser. Die Böden haben einen hohen Ton, Sand- und Schluffanteil besonders in den Unterböden.

Die Vegetation ist in der Sahelzone sehr unterschiedlich. Sie variiert zwischen umfangreichen Wüstenlandschaften bis zur ausgeprägten Savannen. Hier prägt im Norden die Wüste den Raum des Sahel. Weiter in Richtung Süden folgen schließen sich die Dorn, Trocken- sowie die Feuchtsavanne an. Maßgebend ist, dass die Dornsavanne im Sahel überwiegt. Die Charakteristik dieser Vegetationszone ist der nur sehr geringe Besatz mit Bäumen sowie ein spärlicher Grasbewuchs, welcher höchstens eine Höhe von 80 cm erreicht (Schultz 1995 S.320). Hier herrschen Gräser, Sträucher, Dornbüsche und Dornsträucher vor. Die Bäume in der Savanne bedeuten keinen feuchten Standort, vielmehr wird die Fähigkeit des Bodens zur Wasserspeicherung gezeigt. Im Übrigen passte sich die Vegetation zunehmend an die harten klimatischen Bedingungen an. So bildeten viele Pflanzen nur kleine Blätter aus, sodass assimilierende Pflanzenteile oft lediglich auf Dornen reduziert und somit vor dem Austrocknen geschützt sind. Weitere Strategien zur Anpassung sind die Sukkulenz sowie der Abwurf der Blätter. Die Sukkulenten zählen zu den Xerophyten, gleichbedeutend mit den Trockenpflanzen. Während der wasserreichen Regenzeit speichern diese Pflanzen mit enormer Speicherkapazität in ihrem Gewebe das Wasser. Zumeist verlieren diese Holzpflanzen in der Trockenperiode ihre oberirdischen Pflanzenteile. Während der Trockenzeit in der Sahelzone treten oftmals Buschfeuer auf, welche zu einer Vernichtung der oberen Grashalme führt. Nach einem solchen Feuer beginnt ein erneutes Austreiben der Vegetation. Jener Aspekt verdeutlicht die Bedeutung eines Buschfeuers für das ökologische System in der Savanne. Sehr vereinzelt tritt im Norden der Sahelzone noch die Dattelpalme auf, welche jedoch von der tropischen Dumpalme verdrängt wird.

Abb.3.: Die Dumpalme

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dr. Huhle, Gisela (Privatfoto)

Diese Vegetationsart wächst jedoch lediglich dort, wo das Grundwasser noch erreichbar ist. Vorherrschende Baumart ist im Sahel die Akazie, die mittels ihrer guten Anpassungsfähigkeit sehr robust gegen die harten Witterungsbedingungen ist.

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Agrarräume und Ressourcennutzung in ökologischen Krisengebieten am Beispiel der Sahelzone
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Geographie)
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
30
Katalognummer
V79048
ISBN (eBook)
9783638856416
ISBN (Buch)
9783638855228
Dateigröße
931 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Agrarräume, Ressourcennutzung, Krisengebieten, Beispiel, Sahelzone, Desertifikation, Wüstenbildung
Arbeit zitieren
Christoph Staufenbiel (Autor), 2007, Agrarräume und Ressourcennutzung in ökologischen Krisengebieten am Beispiel der Sahelzone, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79048

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