Was ist Wissen? Informationswirtschaft - Wissensökonomie


Seminararbeit, 2007
23 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis zur Thematik Was ist Wissen

1. Einleitung

2. Was ist Wissen

3. Wissensarten, Wissensbildung und Wissenstransfer

4. Wissensträger

5. Bedeutung von Wissen

6. Schlussfolgerung

7. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Was ist Wissen und wie ist und wird Wissen charakterisiert? Welche Eigenschaften und Merkmale und Besonderheiten besitzt Wissen? Mit dieser Fragestellung werde ich mich in meiner Proseminararbeit auseinandersetzen. Was bedeuten Zeichen, Daten, Informationen sowie Wissen? Ich behandele die Thematik, inwieweit Informationen nicht gleich Wissen ist und Wissen Informationen sind. Gibt es eine Verbindung von Informationen und Wissen und wie kann Wissen erzeugt, transferiert und umgewandelt werden?

Methodisch wählte ich zunächst Bücher, Zeitschriften sowie aktuelle Literatur, die meinem Thema entsprachen. Darüber hinaus nutzte ich ebenfalls Beiträge sowie Diskussionen von Wissenschaftlern aus dem Internet.

Weiterhin werde ich in meiner Proseminararbeit auf die Bedeutung für den Einzelnen und für ein Unternehmen von Wissen eingehen. Francis Bacon war der erste Philosoph, der sich mit der Problematik des Wissens beschäftigte. Er behauptete, dass Wissen Macht ist. Fraglich ist, ob diese Aussage heutzutage noch aktuell erscheint?

Eine weitere Problematik, welche ich in meiner Proseminararbeit behandeln werde ist, was Wissensträger sein können bzw. Erkenntnisse über deren Ursprung herauszufinden, inwieweit diese dynamische oder statische Züge aufweisen?

Welche Arten von Wissen gibt es und hat jede Wissensart die gleiche Bedeutung für den Einzelnen? Insbesondere werde ich mein Augenmerk auf die Bedeutung von Wissen im betrieblichen Wertschöpfungsprozess legen.

Ziel dieser Hausarbeit ist es, Wissen zu beschreiben und zu erklären und die Bedeutung von Wissen in unserer heutigen Gesellschaft und in der Wissensökonomie darzulegen.

2. Was ist Wissen

Was ist Wissen? Eine schwierige Frage, denn es gibt auch in der Literatur keine einheitliche Definition. Es existieren mannigfaltige Definitionen. Dennoch besteht Streit auch in der Wissenschaft über die Bedeutung von Wissen. Francis Bacon, ein englischer Philosoph im 16. Jahrhundert und ein Begründer des Empirismus, machte sich schon Gedanken über das Wissen. Er sagte, dass Wissen Macht sei. René Descartes, ein französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschafter und Begründer des Rationalismus versteht unter Wissen „eine Erkenntnis der Wahrheit aus ihren ersten Ursachen.“[1]

Diesbezüglich kann jedoch gesagt werden, dass heutzutage dieser Wissensansatz nicht mehr ausreicht. Gegenwärtig gibt es viele Wissensdefinitionen. Dennoch existiert keine Standarddefinition.

Wissen ist abgeleitet vom Verb wissan, welches vom althochdeutschen kommt und etymologisch auf die Begründetheit verweist. Eine Definition vom Fachbereich Informationswesen an der Humboldt – Universität in Berlin spricht Wissen, von „Einer Information, die auf Grund von Erfahrung oder durch logische Ableitung begründet ist.“[2] Weiterhin hat Wissen immer etwas vom Vergangenem, also auch etwas von gesehen haben und durch eigene Erfahrung Kenntnisse von bestimmten „Sachverhalten haben, sodass man zuverlässige Aussagen machen kann“.[3] Bullinger besagt, dass „Wissen die Kombination von Daten und Informationen unter Einbeziehung von Expertenmeinungen, Fähigkeiten und Erfahrungen, mit dem Ergebnis einer verbesserten Entscheidungsfindung. Wissen kann explizit und/oder implizit, persönlich und/oder kollektiv sein.“[4] Anhand dieser Definition erfolgt eine Annäherung der eigentlichen Erklärung und Beschreibung, was Wissen ist. Somit gibt es wirklich keine einheitliche Definition. Dennoch existieren viele Worte, um den Wissensbegriff zu erläutern. Bedeutend ist zu behaupten, dass Wissen in der Informationen möglicherweise den Ursprung hat. Menschen benötigten Informationen um etwas zu Wissen und man benötigt Wissen, um Informationen aufzunehmen, diese zu filtern bzw. zu verarbeiten. Erläuterungen diesbezüglich erfolgen in späteren Ausführungen meiner Hausarbeit.

Wissen hat also etwas mit einer Begriffshierarchie zu tun, welche im Folgenden erläutert wird. „´Auf der untersten Ebene befindet sich ein großer Vorrat verschiedener Zeichen als Basis aller weiter oben angesiedelten Begriffe. Werden die Zeichen einem Alphabet zugeordnet, kann man von Daten sprechen. Die Anreicherung mit zusätzlichem Kontext verschafft den Daten Bedeutung, so dass Information entsteht´“[5] . Wissen hängt demnach mit Informationen zusammen und Informationen mit Daten. Daten bestehen wiederum aus Zeichen. Zeichen bilden in der Begriffshierarchie die „kleinste bei einer Programmausführung zugreifbare Datenelement“[6] Diese Zeichen bestehen aus Buchstaben, Ziffern oder Sonderzeichen, die in eine Reihenfolge gebracht werden. Der Zeichenvorrat ist die „Menge aller zur Verfügung stehenden Zeichen“[7]. Dies bedeutet, dass alle Zahlen von 0 bis 9 und alle Buchstaben von A bis Z und alle Sonderzeichen, wie §, $, %, &, /, (, ) usw. Grundlage für die Zeichen sind. Charakteristisch für die Zeichen ist, dass diese Zeichen aus mindestens einem Zeichen bestehen müssen, nicht im Zusammenhang stehen und keine Bedeutung haben.

Mit Hilfe von mindestens zwei Zeichen können Daten dargestellt werden. Ausprägend für Daten ist es, dass diese Zeichen im Zusammenhang stehen und somit eine Bedeutung haben. „Daten sind […] ein System von alphanumerischen Zeichen und Sonderzeichen, das zur formalen Abbildung von Phänomenen der Wirklichkeit oder der Vorstellungswelt des Menschen, die in einem aktuellen Zusammenhang nicht unmittelbar zweckorientiert ist, dient.“[8] Diese Definition von Daten beinhaltet, dass Daten aus Zeichen bestehen, welche in Zusammenhang stehen und somit einen Sinn ergeben. Im Falle einer Trennung der Zeichen 0, 7 , 8, stehen diese allein und haben keine Bedeutung. Bei Zusammenfügen der Zeichen, kommen Daten zu Stande, beispielsweise 0,78, die möglicherweise hier ein Preis darstellen könnten oder eine beliebige Größe. Die Daten verfügen demnach über keinen Hinweis für die Verwendung oder Anwendung dieser . Für sich gesehen, sind Daten allein wenig nutzbar.

Informationen bestehen in der Begriffshierarchie, die das Wissen erläutern an dritter Stelle und werden aus Daten gebildet. In der Literatur gibt es viele Definitionen von Informationen. Dennoch gibt es ähnlich dem Begriff Wissen, keine einheitliche exakte. Schließlich hat die Information, welche aus Daten besteht charakteristische Merkmale. Das Hauptmerkmal der Information ist, dass die Information immer mit Hinweis über die Verwendung versehen ist. Im Folgenden wird eine Erläuterung anhand der Zeichen 0,78 darstellt. Diese stehen im Zusammenhang und charakterisieren die Daten. Im Falle des Einfügens von € zu dem bloßen Wert 0,78 impliziert dies einen Preis. Fügt man zu diesen 0,78 € den Dollar hinzu, also 1$ = 0,78€ ist dies ein Geldwechselkurs, der sich ständig ändern kann. Charakteristisch für die Information ist somit folgende Aussage „Informationen sind danach als in den Kontext eines Problemzusammenhangs gestellte Daten zu betrachten. Aus Daten werden Informationen, wenn sie in Problembezug eingeordnet und für die Erreichung eines Zieles verwendet werden.“[9] Der Problembezug in dem gewählten Beispiel ist die Gleichsetzung zweier Daten mit einem Sonderzeichen dem =, also wird der Eurokurs und der Dollarkurs in Verbindung gebracht. Banken benötigen diese Informationen, um beispielsweise Wertpapiere günstig zu erwerben. Besteht diese Information nicht, so ist es für die Bank nicht möglich eine gelungene Verkaufs- oder Kaufentscheidung zu fällen. Hier erfolgt nun die Erläuterung des eigentlichen Wissensbegriffs.

Wissen steht in der Begriffshierarchie an oberster Stelle. Information bildet die Basis für Wissen. Informationen werden benötigt, um Wissen zu generieren, zu transformieren oder zu transferieren. „Wissen besteht aus vielen Informationen, ist eine Anhäufung (´Menge´) ideeller Modelle (…)“[10]. Verbunden mit dem Wissen ist stets eine Informationsaufnahme beim Menschen,. Bedeutend in diesem Zusammenhang ist ebenfalls die Gewinnung des Wissens. Im Falle, dass Wissen charakterisiert werden sollte, ist zunächst eine Ansammlung von Informationen notwendig. Die Kritikfähigkeit und Reflektionsfähigkeit von Meinungen oder der eigenen Meinung über gesellschaftliche, politische, soziale, kulturelle, ethnische Sachverhalte ist Wissen.

Wissen ist eine Fähigkeit sich methodisch Wissen anzueignen, dies bedeutet, dass ich weiß, wie ich Wissen selber generieren kann. Wissen ist nicht irgendeine Information, sondern impliziert sowohl die Verknüpfung von Informationen als auch die Vernetzung in Zusammenhängen.

Typisch für Wissen ist, dass die Informationen in Beziehung stehen, diese dann als „begründete Kenntnis“[11] verstanden werden. Mithin ist Wissen immer wissenschaftlich fundiert. Ein anderer wichtiger Faktor des Wissens ist die Erkenntnis der Informationsgewinnung. Wissen hat einen Plan, Inhalt sowie einen Sinn für den Aspekt, wozu ich das Wissen letztendlich benötige. Steinmüller spricht auch von einem Modell „Wissen – wovon – fürwen - wozu“[12]. Kurz gesagt, ist Wissen die Kenntnis über die Information wovon ich diese beziehe, für wen ich die Informationen brauche und welches Ziel ich verfolge sowie die Information aufzunehmen. Hinzuzufügen wäre der Aspekt, dass das Wissen oder die Kenntnis benötigt wird, warum eine Information aufgenommen wird. Etwaige Gründe, warum Informationen verarbeitet werden sind beispielsweise, dass das reine Interesse, die Lust, den Willen oder das Müssen hinsichtlich der Informationsgewinnung. Nach Steinmüller umfasst Wissen die Kenntnis über den Ursprung der Information demnach das Beziehen von Informationen also auch die Auswahl, welche Quellen glaubwürdig erscheinen, ob aus dem Internet, Bücher sowie den Medien. In der heutigen Informationszunahme- bzw. flut ist Wissen des Weiteren die Kenntnis darüber, für wen ich eine Information brauche. Bedeutend ist dieser Aspekt beispielsweise für Unternehmen im Bereich des Management für transferiere Dienstleistungen. Wissen ist demgemäß an Erfahrungen zur Informationsaufnahme gebunden. Überdies hat sich altes Wissen in der heutigen Zeit bewährt, welches sich in die „ (…) Geschichte eines Systems als bedeutsam für die Reproduktion herausgestellt haben“[13].

[...]


[1] http://hub.ib.hu-berlin.de/~wumsta/infopub/textbook/definitions/dn5.html

[2] http://hub.ib.hu-berlin.de/~wumsta/infopub/textbook/definitions/dn5.html

[3] http://hub.ib.hu-berlin.de/~wumsta/infopub/textbook/definitions/dn5.html

[4] Bullinger et al. (1997): Wissensmanagement aus:

http://www.robertfreund.de/wissensoekonomie/was%20ist%20wissen.htm

[5] Krcmar, H. (2003): Informationsmanagement (3. Aufl.). Berlin u. a.; Springer. S. 14f.

[6] Hansen, H. R. (1992): Wirtschaftsinformatik I. 6. Aufl. Stuttgart/Jena. S.111.

[7] Rehäuser, J.; Krcmar, H. (1996): Wissensmanagement im Unternehmen. In: Schreyögg, G.;

Conrad, P. (1996): Managementforschung 6. Berlin, New York: Walter de Gruyter, S. 1

[8] Prof. Dr. Mareike Schoop. Einführung in die Wirtschaftsinformatik. Heinrich (1993): S. 104, 107 f. aus: http://www.wi1.uni-hohenheim.de/Veranstaltungen/WiSe0506/Introduction%20to%20Information%20Systems/Part02.pdf

[9] Picot, A. (1988): Die Planung der Unternehmensressource „Information“. In: Diebold Deutschland GmbH (Hrsg.): Tagungsband zum 2. Internationalen Management-Sym-posium „Erfolgsfaktor Information“. Frankfurt 20. und 21. Januar 1988. S. 227f.

[10] Steinmüller, W. (1993): Informationstechnologie und Gesellschaft: Einführung in die Angewandte Informatik. Darmstadt. S.236.

[11] Rehäuser, J.; Krcmar, H. (1996): Wissensmanagement im Unternehmen. In: Schreyögg, G.;

Conrad, P. (1996): Managementforschung 6. Berlin, New York: Walter de Gruyter, S. 4

[12] Steinmüller, W. (1993): Informationstechnologie und Gesellschaft: Einführung in die Angewandte Informatik. Darmstadt. S.236.

[13] Dick, M.; Wehner, T. (2005): Wissensmanagement. In: Rauner, F. (Hrsg.): Handbuch der Berufsbildungsforschung. Bielefeld: Bertelsmann, S. 2.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Was ist Wissen? Informationswirtschaft - Wissensökonomie
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Geographie)
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
23
Katalognummer
V79049
ISBN (eBook)
9783638852753
ISBN (Buch)
9783638854689
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissen, Informationswirtschaft, Wissensökonomie, Wissenstransfer
Arbeit zitieren
Christoph Staufenbiel (Autor), 2007, Was ist Wissen? Informationswirtschaft - Wissensökonomie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79049

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