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Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bei den digitalen Kommunikationsformen?

Title: Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bei den digitalen Kommunikationsformen?

Bachelor Thesis , 2007 , 58 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anke Kalaiah (Author)

German Studies - Linguistics
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Nur wenige technische Errungenschaften der letzten Jahrzehnte haben unser Leben in praktisch allen Aspekten so grundlegend verändert, wie die Erfindung des Internets und damit verbunden die der neuen digitalen Kommunikationsmittel. Nahezu alles ist möglich: länderübergreifend neue Kontakte knüpfen, mit alten Bekannten kommunizieren, Nachrichten verschicken innerhalb weniger Sekunden; es gibt keine zeitlichen oder räumlichen Grenzen und die Welt scheint nur einen Mausklick von uns entfernt. Trotzdem bleibt die digitale Kommunikation immer nur eine virtuelle Kommunikation. Der Kontakt, den man während dessen ausübt, und das sinnliche Erleben des Gesprächs sind auf das Medium des Computers beschränkt und der Gesprächspartner in seiner Gesamtheit bleibt im Hintergrund.

Darüber, welche Art von Konsequenzen sich aus diesen völlig neuen Kommunikationsbedingungen für unser soziales Miteinander ergeben, existieren viele unterschiedliche Ansichten. Es gibt die Optimisten, welche die große Freiheit propagieren und die aus den kommunikativen Defiziten heraus entstandenen sprachlichen Mittel - wie Emoticons als Ersatz für Nonverbales - als Zugewinn an neuen Gesprächsstrategien feiern. Gleichzeitig gibt es die Skeptiker und Pessimisten, die bereits den Verfall der Sprache und Kultur durch Yahoo, MSN & Co eingeläutet sehen. Die einen hängen der Egalitätshypothese nach und sehen ihr Ideal der absoluten Gleichheit durch Anonymität verwirklicht und die anderen weisen darauf hin, dass etablierte soziale und gesellschaftliche Grenzen auch vor dem Internet nicht halt machen. Welcher Meinung auch immer man sich anschließen möchte, muss man auf jeden Fall zugeben, dass die Internet-Sprache ein wichtiger Gegenstand der linguistischen Forschung geworden ist – heute vielleicht wichtiger denn je.

Inhalt der vorliegenden Arbeit sind die genderspezifischen Aspekte der Kommunikation im Chat. Sie liefert zunächst einen Gesamtüberblick über relevante Vertreter der feministischen Gesprächsforschung und deren theoretische Ansätze. Dabei soll geklärt werden, was sich hinter dem Begriff „Frauensprache“ verbirgt und inwieweit Strategien der bisher hauptsächlich auf mündliche Gespräche beschränkten linguistischen Gesprächsanalyse überhaupt auf die Chat-Kommunikation übertragbar sind. Im weiteren Verlauf wird eine empirische Studie vorgestellt, die die Chat-Sequenzen von Männern und Frauen anhand bestimmter chat-typischer Stilmerkmale sowohl quantitativ als auch qualitativ untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. EINLEITUNG

1. GESCHLECHTERSOZIALISATION

1.1 Geschlechtsrollen

1.2 Geschlechtsrollenstereotype

2. GESCHLECHTSSPEZIFISCHE UNTERSCHIEDE IM SPRACHLICHEN VERHALTEN

2.1 Gibt es eine „Frauensprache“ und welchen Stellenwert hat sie?

2.1.1 Verschiedene Untersuchungen und Positionen

2.1.2 Hypothesen zum weiblichen Sprachverhalten

2.2 Merkmale des weiblichen Gesprächsstils

2.2.1 Mittel der Gesprächsarbeit

2.2.2 Abschwächungen

2.2.3 Wortschatz

2.3 Merkmale des männlichen Gesprächsstils

2.3.1 Mittel der Gesprächskontrolle

3. DIE KOMMUNIKATION IM CHAT

3.1 Mündlichkeit vs. Schriftlichkeit

3.2 Gender und Chat

3.3 Sprachliche Konventionen bei der Chat-Kommunikation

3.3.1 Emoticons

3.3.2 Akronyme

3.3.3 ASCII-Kunst

3.3.4 Soundwörter

3.3.5 Aktionswörter

3.3.6 Emoting – Äußerungen in der dritten Person

3.3.7 Disclaimer

4. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG ZUR CHAT-KOMMUNIKATION

4.1 Methoden

4.1.1 Beschreibung des Materials

4.1.2 Die Gesprächsanalyse

4.2 Arbeitshypothesen

4.3 Empirische Ergebnisse

4.3.1 Quantitativer Teil

4.3.2 Qualitativer Teil

4.4 Diskussion und Interpretation der Ergebnisse

4.5 Schlusswort und Anregungen für neue Untersuchungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob trotz der Anonymität in digitalen Kommunikationsformen wie dem Chat geschlechtsspezifische Unterschiede im Sprachverhalten von Männern und Frauen bestehen und wie sich die soziale Kategorisierung durch Geschlechtsrollenstereotype in diesem Medium manifestiert.

  • Geschlechtersozialisation und Identitätsbildung
  • Theoretische Grundlagen geschlechtsspezifischen Sprachverhaltens
  • Sprachliche Besonderheiten der computervermittelten Kommunikation
  • Empirische Analyse des Chat-Verhaltens basierend auf dem Dortmunder Chat-Korpus
  • Vergleich von männlichen und weiblichen Kommunikationsmustern in Chats

Auszug aus dem Buch

3.2 Gender und Chat

Im Zusammenhang mit der Kommunikation in den digitalen Medien werden auch immer wieder Geschlechterfragen thematisiert. Dabei gehen die theoretischen Ansätze sehr weit auseinander. Während einige das Netz als „egalitäre Welten des Diskurses“ betrachten, „in denen nur das Geschriebene zählt ohne Ansehen von Geschlecht, Alter, Rasse, Klasse oder Aussehen“ (s. Döring, 2000, S. 182) formuliert zum Beispiel Christian Stegbauer seinen Leitgedanken

Soziale Begrenzungen machen keineswegs vor dem Netzmedium halt, sondern sie kommen vielmehr in anderer Form zum Tragen (s. Thimm, 2000).

Eine genaue Untersuchung, in welcher Form diese Begrenzungen sich auf das Verhältnis zwischen den Geschlechtern im Netz auswirken und wie sie sich äußern, soll hier nicht erfolgen. So sei nur darauf verwiesen, dass es sowohl im englisch- als auch im deutschsprachigen Raum bereits einige Studien zum Thema gibt, von denen sich viele mit virtueller Gewalt von Männern gegen Frauen, Pornographie oder auch Phänomen wie Höflichkeit in der computerbasierten Kommunikation beschäftigen (Cherny & Weise 1996, Dorta, 2005, Githens, 1996, Hering, 2001, 2002, Pürrer, 2000, Crowston & Kammerer, 1998, Barak & Fisher 1997, Jaffe 1995 u. a.). Sie alle haben mehr oder weniger gemeinsam, dass sie zu dem Schluss kommen, dass Frauen im Netz weniger aggressiv und selbstdarstellerisch als Männer auftreten, sie weniger ausfällig gegenüber anderen werden und ihre Beiträge kürzer und prägnanter halten.

Zusammenfassung der Kapitel

0. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Relevanz der Internet-Sprache ein und definiert die Forschungsfrage, inwieweit geschlechtsspezifische Unterschiede trotz der Anonymität des Chats fortbestehen.

1. GESCHLECHTERSOZIALISATION: Dieses Kapitel erläutert den Prozess, wie durch gesellschaftliche Normen und soziale Interaktionen ein soziales Geschlecht konstruiert wird.

2. GESCHLECHTSSPEZIFISCHE UNTERSCHIEDE IM SPRACHLICHEN VERHALTEN: Es werden zentrale Hypothesen wie die Defizit- und Differenzhypothese vorgestellt, um Unterschiede im weiblichen und männlichen Gesprächsstil theoretisch zu rahmen.

3. DIE KOMMUNIKATION IM CHAT: Der Fokus liegt auf der Charakterisierung des Chats als "neue Schriftlichkeit" und der Analyse spezifischer sprachlicher Konventionen wie Emoticons, Akronyme und Aktionswörter.

4. EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG ZUR CHAT-KOMMUNIKATION: Der Hauptteil präsentiert die empirische Studie, in der Chat-Logfiles quantitativ und qualitativ ausgewertet wurden, um das Kommunikationsverhalten der Geschlechter zu prüfen.

Schlüsselwörter

Chat-Kommunikation, Geschlechterforschung, Frauensprache, Männersprache, Geschlechtersozialisation, Internet-Linguistik, Gesprächsanalyse, Gender, Emoticons, Akronyme, digitale Kommunikation, Anonymität, Netzkommunikation, Chat-Korpus, Gesprächsverhalten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die in der realen Welt beobachtbaren geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Kommunikation auch in virtuellen Chat-Umgebungen bestehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Geschlechtersozialisation, den theoretischen Ansätzen zum männlichen und weiblichen Gesprächsstil sowie den spezifischen sprachlichen Konventionen der Chat-Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszufinden, inwieweit die Anonymität im Chat das sprachliche Verhalten von Männern und Frauen beeinflusst und ob geschlechtsspezifische Muster trotz des Mediums erhalten bleiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine empirische Sekundäranalyse, die quantitative Statistiken (Logfiles) mit einer qualitativen Analyse einer spezifischen Chat-Sequenz kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten empirischen Auswertung von Chat-Protokollen des Dortmunder Chat-Korpus sowie der Interpretation dieser Ergebnisse im Vergleich zu den aufgestellten Arbeitshypothesen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Chat-Kommunikation, Geschlechterforschung, Frauensprache, Gesprächsanalyse und digitale Kommunikation.

Gibt es im Chat wirklich "geschlechtsspezifische Unterschiede"?

Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Während manche Hypothesen zur Dominanz oder Sprachnutzung durch die Daten nicht oder nur eingeschränkt bestätigt werden konnten, zeigt die Analyse die Komplexität der situativen Anpassung im virtuellen Raum.

Was bedeutet der Begriff "Doing-Gender" im Kontext der Chat-Analyse?

Er beschreibt die Annahme, dass Geschlecht keine statische Eigenschaft ist, sondern während der Kommunikation durch Handlungen in der jeweiligen sozialen Situation immer wieder neu hergestellt wird.

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Details

Title
Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bei den digitalen Kommunikationsformen?
College
Ruhr-University of Bochum  (Germanistisches Institut)
Grade
1,7
Author
Anke Kalaiah (Author)
Publication Year
2007
Pages
58
Catalog Number
V79085
ISBN (eBook)
9783638804509
ISBN (Book)
9783638807784
Language
German
Tags
Gibt Unterschiede Kommunikationsformen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anke Kalaiah (Author), 2007, Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede bei den digitalen Kommunikationsformen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79085
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