Absolute und relative Personen der Zeitgeschichte - Der Ausnahmetatbestand des § 23 I Nr. 1 KUG


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006

32 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie und Methodik
2.1 Theoretischer Rahmen
2.2 Methodik

3 Das literarische Polysystem Portugals in der zweiten Hälfte des 19. Jh. und gegen Ende des 20. Jh
3.1 Portugiesische Literatur
3.2 Die Rolle von Übersetzungen
3.3 Frage nach der Rezeption deutscher Literatur in Portugal

4 Die Übersetzer und ihre Übersetzungen
4.1 Die Übersetzer
4.2 Aussagen der Übersetzer über ihre Übersetzungen
4.3 Die Übersetzungen in der Zielliteratur 1867/

5 Analyse der Textbeispiele
5.1 Verse und Übersetzung
5.2 Namen, Anredeformen Personenbezeichnungen und Übersetzung

6 Zusammenfassung

7 Zitierte Literatur

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit ist aus einem Seminar über "Neuere Übersetzungstheorien" hervorgegangen; besagtes Seminar fand im Sommersemester 2006 am Institut für Romanische Philologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität statt. Wir beschäftigten uns darin unter anderem mit der historisch-deskriptiv orientierten Übersetzungsforschung, auf deren Theorie wir hier als Grundlage für den Vergleich zweier Übersetzungen von Goethes Faust ins Portugiesische zurückgreifen werden. Die Analyse und der Vergleich dieser Übersetzungen erlauben es uns, Rückschlüsse über die zugrundeliegenden Übersetzungskonzeptionen zu ziehen und damit kulturwissenschaftliche Erkenntnisse über die Zielkultur -in unserem Falle Portugal- zu gewinnen.

Wir werden uns lediglich mit zwei Übersetzungen Fausts ins Portugiesische befassen. Da unser Interesse Portugal betrifft, werden wir die in Brasilien entstandenen Übersetzungen nicht behandeln. Zum anderen gibt es nur zwei vollständige Übersetzungen von Goethes Faust (Faust I und II) ins europäische Portugiesisch, nämlich die von Agostinho d'Ornellas, erschienen 1867 und 1873, und die von João Barrento, die 1999 erschien.

Zunächst werden wir den theoretischen Rahmen dieser Arbeit sowie unser methodisches Vorgehen beschreiben. Der erste Analyseschritt betrifft die Beschaffenheit der portugiesischen Literatur zu den Zeitpunkten, an denen die Übersetzungen entstanden - einerseits im Hinblick auf die von Portugiesen selbst verfasste Literatur, andererseits bezüglich der Literatur, die ins Portugiesische übersetzt wurde. Dem folgt ein Abschnitt über die Rezeption deutscher Literatur in Portugal. Im zweiten großen Schritt unserer Analyse werden wir uns mit den beiden Übersetzern, mit dem, was sie selbst zu ihren Übersetzungen sagten, und mit der Aufnahme ihrer Arbeiten durch die portugiesische Öffentlichkeit befassen. Der dritte Analyseschritt betrifft die Übersetzungen als konkrete Texte: wir werden die Umsetzung von Goethes Verssprache und den Umgang mit Namen, Anredeformen und Personenbezeichnungen untersuchen. Abschließend werden wir die Ergebnisse zusammenfassen und interpretieren.

Im Rahmen dieser Seminararbeit können wir die Analyse und den Vergleich der beiden Übersetzungen keinesfalls erschöpfend durchführen. Wir müssen uns auf ein paar Punkte beschränken; andernfalls würde diese Arbeit ihren vorgeschriebenen Umfang weit übersteigen. Dies betrifft hauptsächlich den Bereich der Analyse von konkreten Textbeispielen, wo die Auswahl der Aspekte, die wir in Augenschein nehmen, arbiträr ist; man könnte dort ohne Schwierigkeiten viele weitere Aspekte analysieren. Doch in jedem Fall lassen sich aufgrund der hier im Hinblick auf Verstypen sowie auf Namen und Anredeformen untersuchten Textbeispiele Aussagen über die Arbeit der Übersetzer treffen, so dass sich zumindest Tendenzen erkennen lassen.

2 Theorie und Methodik

2.1 Theoretischer Rahmen

Als theoretische Grundlage für den Vergleich der beiden Faustübersetzungen soll uns die so genannte Polysystemtheorie dienen. Besagte Theorie gehört in den Bereich der historisch-deskriptiven Übersetzungsforschung (Lorenz 1996: 564f), die Lorenz von der Übersetzungswissenschaft abgrenzt: während Übersetzungswissenschaft vor allem an Fragen der Theorie und Praxis des Übersetzens interessiert ist und von sprach- und kommunikationswissenschaftlichen Prämissen ausgehend einen normativen Übersetzungsbegriff im Sinn hat, ist die literatur- und kulturwissenschaftlich geprägte Übersetzungsforschung an der Beschreibung historischer Übersetzungsfälle orientiert (ebd.: 555f). Die Polysystemtheorie geht zurück auf Itamar Even-Zohar. Er betrachtete literarische Werke als Teile von einander überlappenden und interagierenden Systemen, die zusammen genommen ein Polysystem ergeben. Innerhalb eines Teilsystems bestehen hierarchische Verhältnisse: Es gibt ein Zentrum und eine Peripherie, wobei sich im Zentrum ein Kanon an Texten mit etablierten Merkmalen oder Normen befindet. Die Systeme unterliegen aber stetigen Veränderungen, weil Texte aus der Peripherie ins Zentrum gelangen können, so dass es zu Verschiebungen und Umstrukturierungen im ganzen System kommt. Derartige Verschiebungen innerhalb eines Systems wirken sich mitunter auch auf benachbarte Systeme im Polysystem aus. Es lassen sich ferner primäre und sekundäre Elemente ausmachen: Die bereits kanonisierten, also konventionellen, Elemente eines Systems werden als sekundär bezeichnet. Hingegen wird von primären Elementen gesprochen, wenn sie im Vergleich zu den sekundären neu und innovativ sind und die bereits kanonisierten infragestellen. Dadurch sind sie für die Weiterentwicklung des Systems verantwortlich und nehmen auf lange Sicht den Platz der etablierten Elemente ein. Dieses Modell ermöglicht also, die Funktion eines literarischen Phänomens für eine bestimmte Epoche und ein bestimmtes literarisches Polysystem auszumachen (Greiner 2004: 58f). Dementsprechend lassen sich außerdem – und darauf kommt es uns an - literarische Übersetzungen beschreiben, denn sie können innovativ im Polysystem der Zielkultur wirken oder deren etablierte Normen bestätigen. Das hängt jeweils davon ab wie provokativ/primär oder konventionell/sekundär eine Übersetzung in Bezug auf den Kanon des zielkulturellen Polysystems ausfällt (ebd.: 60). Hermans erläutert dazu:

„In a given literature, translations may at certain times constitute a separate subsystem, with ist own characteristics and models, or be more or less fully integrated into the indigenous system; they may form part of the system’s prestigious centre or remain a peripheral phenomenon; they may be used as ’primary’ polemical weapons to challenge the dominant poetics, or they may shore up and reinforce the prevailing conventions.“ (Hermans 1985: 11)

Die Übernahme bestimmter literarischer Merkmale des Ausgangstextes in den Zieltext kann also dazu führen, dass die Übersetzung in der Zielliteratur eine andere zeitliche Einordnung als der Originaltext in der Ausgangsliteratur erfährt (Greiner 2004: 104).

Übersetzung impliziert auch immer eine Interpretation des Originals von Seiten des Übersetzers, woraus sich zum Teil die Abweichung einer Übersetzung vom Original erklärt. Der Sinn eines literarischen Textes ist nicht ein für allemal festgelegt und kann demnach auch nicht objektiv erfasst werden. Jeder Übersetzer unterliegt als Interpret des zu übersetzenden Textes den hermeneutischen Bedingungen des Verstehens. Bei der Lektüre eines Textes weist er dem Text Sinn zu und drückt diesen von ihm selbst erstellten Sinn schließlich in der Zielsprache in neuen Worten aus (ebd.: 105).

2.2 Methodik

Wir wollen hier auf eine schematische Darstellung der Analyseschritte[1], wie sie auf Grundlage der Polysystemtheorie entwickelt werden kann, verzichten und unser methodisches Vorgehen in dieser Arbeit stattdessen kurz mit folgenden Fragestellungen, die wir dann der Reihe nach behandeln werden, darlegen.

Hinsichtlich des jeweiligen Polysystems werden wir folgenden Fragen nachgehen:

- Wie war das literarische Polysystem Portugals um 1867 sowie um 1999 beschaffen?
- Was wurde allgemein ins Portugiesische um 1867 und um 1999 übersetzt?
- Wie sah die Rezeption deutscher Literatur um 1867 und um 1999 in Portugal aus?

Mit Beantwortung dieser Fragen könnte ersichtlich werden, warum Faust gerade zu diesen Zeiten übersetzt wurde. Es lässt sich eventuell auf die Funktion der jeweiligen Übersetzung in der portugiesischen Literatur schließen.

Hinsichtlich der beiden Übersetzungen werden wir uns mit folgenden Fragen beschäftigen:

- Wer sind die Übersetzer?
- Welche Übersetzungskonzeptionen liegen ihren Arbeiten zugrunde?
- Wie kamen die Übersetzungen beim portugiesischen Publikum an?

Im Hinblick auf die textuelle Beschaffenheit der Übersetzungen werden wir folgenden Fragen nachgehen:

- Wie sind die verschiedenen Versformen des Originals jeweils übersetzt worden?
- Wie sind die Übersetzer mit Namen, Anredeformen und Personenbezeichnungen umgegangen?

Gerade auf dieser Ebene könnte man vielen weiteren Fragen nachgehen, wie z.B. Syntax, Pragmatik, Wiedergabe von unterschiedlichen sprachlichen Registern des Deutschen, usw. Leider müssen wir uns hier beschränken, weil wir sonst den vorgegebenen Umfang dieser Arbeit überschreiten würden.

3 Das literarische Polysystem Portugals in der zweiten Hälfte des 19. Jh. und gegen Ende des 20. Jh.

3.1 Portugiesische Literatur

In den 60er Jahren des 19. Jh. lernte Agostinho d'Ornellas Goethes Faust kennen und übersetzte ihn. Wir wollen in diesem Abschnitt auf die Literatur Portugals zu jener Zeit eingehen und setzen bei unserer kurzen Skizzierung etwas früher an. In den 1840er Jahren scheinen Romane, die die portugiesische Gesellschaft der Gegenwart thematisierten und kritisch reflektierten, sehr populär gewesen zu sein. Die gewählten Themen waren zum Teil sehr realistisch, doch waren die Werke stark von den literarischen Formen und Inhalten der Romantik geprägt. Siepmann spricht daher von sozialer Romantik (Siepmann 1995: 29-36). Damit meint er nicht nur die 40er Jahre, sondern auch die 50er und 60er des 19. Jh., in denen sozialpsychologische Themen an Bedeutung gewannen (ebd.: 36-42). Viele portugiesische Autoren schwankten beim Verfassen von Romanen zwischen dem Genre des historischen Romans und dem neu entstandenen Gegenwartsroman mit zum Teil didaktischem Anliegen. Sehr erfolgreich waren allerdings die Werke französischer Autoren wie Sue, Chateaubriand, Dumas und Hugo, die man in großer Zahl übersetzte und in Portugal auf den Markt brachte (ebd.: 42-45). Im etwas entlegenen Porto entstand in den 50ern überdies eine Generation von "Ultraromantikern", die Poesie schrieben und dabei Schiller, Walter Scott, Lamartine und Espronceda zum Vorbild hatten. Siepmann charakterisiert diese Lyrik als weinerlich sowie als von Lebensüberdruss und Bitterkeit geprägt (ebd.: 45-49). Den Bereich des Theaters dominierten in den 50ern und 60ern Stücke, die die aktuellen sozialen Probleme zum Thema hatten und die die romantisch sozialen Bedürfnisse des Publikums bedienten. Unter den Theaterstücken befanden sich viele Übersetzungen aus dem Französischen, hauptsächlich soziale Dramen. Etwas später kamen phantasievollere, märchenhafte Stücke auf die Bühnen (ebd.: 49-52).

In den 60er Jahren erschienen Romane, die eine ideologische Rückkehr zum Ländlichen und seinen wirtschaftlichen Reichtümern erkennen lassen (ebd.:53-58). Mitte der 60er kam es zu einer Polemik zwischen jüngeren Dichtern Coimbras und der älteren Generation von Schriftstellern Lissabons. Letztere vertraten einen zum Klassizismus neigenden romantischen Stil, während ihnen die jüngere Gruppierung Innovationslosigkeit vorwarf. Diese jüngeren Lyrik schreibenden Autoren aus Coimbra suchten eine geistige Neuerung im Zeichen von Fortschritt und wissenschaftlichem materialistischem Denken, manchmal auch im Zeichen des Sozialismus. Für diese Leute spielte auch das Gedankengut des deutschen Idealismus eine wichtige Rolle. Ihre Texte sind durch eine realistische Bildwahl, eine engagierte soziale Thematik und teilweise durch Kritik an den bestehenden Herrschaftsverhältnissen gekennzeichnet (ebd.: 58-66).

Die Faustübersetzung Barrentos stammt aus der Mitte der 90er Jahre des 20. Jh. Dieser Zeitpunkt fällt in eine Periode, die Siepmann in seiner „Kleinen Geschichte der portugiesischen Literatur“ als „Postmoderne Gegenwart“ bezeichnet. Die so genannte Nelkenrevolution hat nicht sofort zu entsprechenden Veränderungen in der Literatur Portugals geführt; diese folgten erst ein paar Jahre später:

„Aus dem zeitlichen Abstand und dem Wissen um die Festigung der demokratischen Entwicklung des Landes, das seit 1986 Mitglied der Europäischen Union ist, läßt sich einerseits ein Bemühen um ein neues Verhältnis zur nationalen Vergangenheit, zur Geschichte und den nicht zu verdrängenden Problemen eines Kolonialkrieges, der zum Exodus aus Afrika führte, erkennen, andererseits aber auch ein Streben nach Ausdrucksformen und Inhalten, die die portugiesische Literatur als lebendigen Teil einer vielstimmigen internationalen Literaturbewegung ausweisen.“ (Siepmann 2003: 234)

Im Anschluss an diese Darstellung beschreibt Siepmann verschiedene Autoren und Autorinnen, die sich vornehmlich in den 80er und 90er Jahren auf stilistisch vielfältige Art und Weise und zum Teil mit komplexen bis undurchsichtigen Erzählstrukturen in ihren Werken mit verschiedenen Themen der Gegenwart aber auch Geschichte Portugals auseinandersetzten (ebd.: 234-274). Siepmann betont die Rolle der Schriftstellerinnen des letzten Viertels des 20. Jh.: Auch wenn portugiesische Autorinnen schon immer die Literaturgeschichte ihres Landes mitprägten, so leisteten sie ihm zufolge in besagter Zeit „[...] einen substantiellen Beitrag zur literarischen Bewältigung der Zeitprobleme [...]“. Es kam zu einem regelrechten Boom dieser von Frauen verfassten Literatur, weil die Produktionsbedingungen, die Rezeptionsmechanismen und das Publikum sich dahingehend öffneten (ebd.: 259f).

3.2 Die Rolle von Übersetzungen

Im Hinblick auf die Übersetzungen ins Portugiesische in der zweiten Hälfte des 19. Jh. wollen wir festhalten, dass das Französische damals für Portugal die wichtigste Kontaktsprache darstellte. Einerseits war das Französische zur Sprache für die Natur- und Geisteswissenschaften geworden - ein Bereich, den zuvor das Latein und später das Englische einnahmen -, anderseits hatte die französische Literatur starken Einfluss auf die Themenwahl und die Sprachverwendung portugiesischer Schriftsteller erlangt. Seit etwa 1830 war das Interesse an anglo-germanischer und französischer Belletristik sehr erstarkt; übersetzt wurden z.B. Pope, Thomson, Macpherson, Wieland, Goethe, La Fontaine, Racine, Lamartine, Béranger und Molière. Ein Punkt, der die Wichtigkeit des Französischen zu jener Zeit noch unterstreicht, ist dessen Funktion als Mittlersprache. Viele literarische Werke wurden nicht direkt aus ihrer Ausgangssprache, sondern über das Französische ins Portugiesische übersetzt. So geschah es beispielsweise mit einem Großteil der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm (Schäfer-Prieß 2006: 1421-1423).

Was die Übersetzertätigkeit im 20. Jh. anbelangt, so ist seit Mitte des Jahrhunderts ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen, wobei es 1974 mit dem Ende der Diktatur in Portugal eine sprunghafte Zunahme gab. Auch die Mitte der 90er Jahre war hinsichtlich der Übersetzertätigkeit eine sehr ergiebige Zeit. Die Hälfte der Übersetzungen, die seit 1970 in Portugal angefertigt wurden, hatten das Englische als Ausgangssprache; einen beträchtlichen Teil dieser Übersetzungen aus dem Englischen machen hierbei belletristische Werke aus. Die Übersetzungen aus dem Französischen betreffen hauptsächlich fachsprachliche Texte. Erwähnen sollte man überdies die Übersetzungen aus dem Spanischen, bei denen literarische Texte ein Drittel ausmachen. Literarische Übersetzungen aus dem Deutschen scheinen eine untergeordnete Rolle zu spielen (Schäfer-Prieß 2006: 1423-1425).

3.3 Frage nach der Rezeption deutscher Literatur in Portugal

Wenn man der Frage nach geht, welche deutschen Schriftsteller in Portugal rezipiert wurden und welche darüber hinaus Vorbilder für eigenes literarisches Schaffen waren, so scheinen es im 19. Jh. vor allem die großen Vertreter der klassisch-romantischen Literatur wie Goethe, Schiller und Heine gewesen zu sein (Barrento 2002: 13f). Die Rezeption eben dieser Literatur in Portugal war durch Madame de Staëls Buch De l'Allemagne, das 1813 erschien, ausgelöst worden. In der Folge rezipierte und imitierte man vor allem die französischen Übersetzungen von klassisch-romantischen Werken der deutschen Literatur (ebd.: 24f). Speziell im späteren 19. Jh. gab es in Portugal eine romantisch-realistische Kontroverse, bei der die Rezeption deutscher Literatur und Philosophie wichtig war (ebd.: 14) – so wie es auch Siepmann beschreibt (1995: 65; s.o.).

In der gegenwärtigen portugiesischen Literatur gibt es kaum Schriftsteller, die deutsche Werke im Original lesen können. Dennoch trifft man hin und wieder auf Autoren, die sich auf deutsche Literatur oder einzelne Autoren daraus berufen. So hält man zwar viel von Thomas Bernhard und Peter Handke, doch kann man nicht sagen, „[...] daß sie in irgendeiner Form der Intertextualität in der portugiesischen Literatur der Gegenwart ihren Platz gefunden hätten.“ (Barrento 2002: 25). Jedoch gibt es laut Barrento „[...] Fälle einer expliziten Einverleibung deutscher literarischer und anderer Gestalten beziehungsweise Traditionen ins Werk portugiesischer Schriftsteller.“. Derartige Einverleibungen lassen sich in der Lyrik öfter vorfinden als im Roman (ebd.: 25f).

Barrento schreibt der deutschsprachigen Lyrik eine besondere Bedeutung für die portugiesische Literatur zu, denn sie ist ihm zufolge die meistrezipierte Gattung in den letzten zweihundert Jahren gewesen. Seit dem Ende des 18. Jh. werden deutsche Dichter übersetzt, imitiert, in Zeitschriften vorgestellt und in Anthologien aufgenommen. Und gerade unter den portugiesischen Dichtern und Künstlern der Gegenwart gibt es viele, die Affinitäten zur deutschen lyrischen Tradition haben (ebd.: 26).

[...]


[1] Vgl. z. B. die Beiträge von Lambert, van Gorp sowie von van den Broeck in: Hermans, Theo (1985): The Manipulation of Literature. Studies in Literary Translation. London, Sydnes: Croom Helm.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Absolute und relative Personen der Zeitgeschichte - Der Ausnahmetatbestand des § 23 I Nr. 1 KUG
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Ausgewählte Probleme des Medienrechts
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
32
Katalognummer
V79091
ISBN (eBook)
9783638856560
Dateigröße
515 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Absolute, Personen, Zeitgeschichte, Ausnahmetatbestand, Ausgewählte, Probleme, Medienrechts
Arbeit zitieren
Teresa Bücker (Autor), 2006, Absolute und relative Personen der Zeitgeschichte - Der Ausnahmetatbestand des § 23 I Nr. 1 KUG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79091

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