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Hufenbauer der "klassischen" karolingischen Grundherrschaft

Die soziale, wirtschaftliche und rechtliche Bedeutung der Grundherrschaft für den ländlichen Alltag im Frühmittelalter

Title: Hufenbauer der "klassischen" karolingischen Grundherrschaft

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Claudia Scheel (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Mit der Institution Grundherrschaft ist eine agrikole Betriebsform angesprochen, die die Lebensweise unzähliger Menschen des Mittelalters in ganz unmittelbarer Weise bestimmt hat und weit mehr darstellt als eine bloße Wirtschafts- und Herrschaftsorganisation auf agrarischer Basis.
Die Arbeit verfolgt die These, dass die frühmittelalterliche 'klassische' Ausprägung der Grundherrschaft, die Villikation, den ländlichen Alltag in einem Ausmaß prägte, das das spätere Mittelalter nicht mehr kennen sollte. Auf der Basis zweier Quellen ("Capitulare de villis et curtis imperialibus" sowie der "Hofbeschreibung Rommersheim" aus dem Prümer Urbar) wird die Villikationsverfassung als gesellschaftliche und rechtliche Organisationsform, als Wirtschaftsform und als Kultgemeinschaft - mit den entsprechenden Konsequenzen für den bäuerlichen Alltag - untersucht.

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Inhaltsverzeichnis

1.) Vorwort

2.) Das Karolingerreich im 9. Jahrhundert

3.) Die Grundherrschaft – eine Begriffsbestimmung

3.1.) Grundherrschaft als Organisationsform der mittelalterlichen Gesellschaft

3.1.1.) Die villa als lokaler Schauplatz grundherrlichen Handelns

3.1.2.) Die familia als Verbandsform

3.1.3.) Der mansus in seinen verschiedenen Formen

3.2.) Grundherrschaft als agrarische Wirtschaftsform

3.2.1.) Census et servitium – Der mansus als Kernzelle des grundherrlichen Systems

3.2.2.) Grundherrschaft als Rahmen (technischer) Innovation

3.2.3.) Karolingische Renaissance der (Hand)arbeit

3.3.) Grundherrschaft als Kultgemeinschaft

3.3.1.) Prüm – eine klösterliche Grundherrschaft

3.3.2.) Grundherrliche Bestrebungen zur Verchristlichung der familia

3.4.) Grundherrschaft als rechtlicher Rahmen

3.4.1.) Schutz und Schirm

3.4.2.) Konflikte und grundherrliche Immunität

4.) Fazit/Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die sozial-, wirtschafts- und rechtsgeschichtliche Bedeutung der „klassischen“ bipartiten Grundherrschaft für den ländlichen Alltag im 9. Jahrhundert. Ziel ist es, die These zu untermauern, dass dieses System den ländlichen Lebensraum in einem universellen Ausmaß prägte, welches eine einheitliche bäuerliche Schichtbildung zu dieser Zeit noch verhinderte.

  • Strukturen der frühmittelalterlichen Villikation und Grundherrschaft.
  • Soziale Staffelung und Mobilität innerhalb der abhängigen familia.
  • Die Rolle agrartechnischer Innovationen im Kontext der Grundherrschaft.
  • Die Funktion der Grundherrschaft als Kult- und Rechtsgemeinschaft.
  • Quellenkritische Analyse anhand des Capitulare de villis und des Prümer Urbars.

Auszug aus dem Buch

3.1.1.) Die villa als lokaler Schauplatz grundherrlichen Handelns

Von großer Bedeutung für das soziale Leben ist der Sachverhalt, dass sich die villa, der lokale Schauplatz des ländlichen Alltags, im 9. Jahrhundert noch nicht zum Dorf verdichtet hatte. Somit fehlte das Gemeinschaftsgefühl einer Dorfgemeinde, geprägt durch nachbarschaftliche Beziehungen, soziale Kontrolle und feste dörfliche Strukturen und Normen (wie bäuerliche Feste und Gebräuche, Weistümer, Dorfpfarrei, etc.). Der Begriff villa hingegen bezeichnete den „Bestand und die Lage all dessen, was an einem Ort, in einer Siedlung oder einer Gruppe von bewohnten und genutzten Örtlichkeiten zur Herrschaft gehörte“.

Dies alles konnte von Ort zu Ort variieren, jede villa hatte ein eigenes naturräumliches und institutionelles Profil, das den Alltag ihrer Mitglieder prägte. Regional unterschiedliche klimatische Bedingungen und Fruchtbarkeiten der Böden, gegebenenfalls der Anbau von Sonderkulturen bestimmten die Ernährung: das, was in einer villa gesät, gepflanzt, geerntet und gesammelt wurde, stand auch auf dem Speiseplan der Bewohner.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Vorwort: Einleitung in die Thematik der Grundherrschaft mit Fokus auf die Villikation als agrikole Betriebsform und Formulierung der zentralen These zur Lebensweise im 9. Jahrhundert.

2.) Das Karolingerreich im 9. Jahrhundert: Analyse der sozio-ökonomischen Rahmenbedingungen, wie dem Landesausbau und der karolingischen Renaissance, die das Leben im Frühmittelalter beeinflussten.

3.) Die Grundherrschaft – eine Begriffsbestimmung: Definition der Grundherrschaft als moderner wissenschaftlicher Terminus, basierend auf dem Obereigentum des Herrn und der personengebundenen Abhängigkeit.

3.1.) Grundherrschaft als Organisationsform der mittelalterlichen Gesellschaft: Untersuchung der internen Strukturen und der Dynamik der familia, insbesondere durch die Orte villa und mansus.

3.2.) Grundherrschaft als agrarische Wirtschaftsform: Erörterung der bäuerlichen Arbeitsformen, technischer Innovationen und des Einflusses der Grundherrschaft auf die agrarische Produktivität.

3.3.) Grundherrschaft als Kultgemeinschaft: Betrachtung der christlichen Missionierung und der Bemühungen der Grundherren, die Lebensweise der familia zu verchristlichen.

3.4.) Grundherrschaft als rechtlicher Rahmen: Analyse der Rechtsbeziehungen zwischen potentes und pauperes sowie der Funktionen von Schutz, Schirm und Immunität.

4.) Fazit/Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der stabilisierenden Wirkung der Grundherrschaft und Ausblick auf den späteren Wandel zum marktorientierten System.

Schlüsselwörter

Grundherrschaft, Frühmittelalter, Villikation, familia, villa, mansus, agrarische Wirtschaftsform, karolingische Renaissance, bäuerlicher Alltag, Immunität, Rechtsverhältnisse, Christliche Missionierung, Landesausbau, Capitulare de villis, Prümer Urbar.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die soziale, wirtschaftliche und rechtliche Ausprägung der "klassischen" karolingischen Grundherrschaft im 9. Jahrhundert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Organisationsformen der Gesellschaft, die agrarische Wirtschaftsweise, die Rolle als Kultgemeinschaft und die rechtlichen Rahmenbedingungen der Grundherrschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die These zu belegen, dass die bipartite Grundherrschaft den ländlichen Alltag so stark reglementierte, dass ein einheitlicher Bauernstand im 9. Jahrhundert noch nicht existierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, die durch den Vergleich von normativen Quellen (wie dem Capitulare de villis) mit regionalen Hofbeschreibungen (Prümer Urbar) ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die villa als Siedlungsform, die familia als Sozialverband, die bäuerliche Arbeit und die verschiedenen Aspekte von Rechtsausübung und Schutzgewalt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Grundherrschaft, Villikation, familia, mansus, sowie das Spannungsfeld zwischen potentes (Mächtige) und pauperes (Abhängige).

Welche Rolle spielt die Abtei Prüm in der Analyse?

Die Abtei Prüm dient als Fallbeispiel für eine klösterliche Grundherrschaft, deren Hofbeschreibung von Rommersheim einen detaillierten Einblick in den "Ist-Zustand" der landwirtschaftlichen Praxis bietet.

Warum wird die "karolingische Renaissance" erwähnt?

Sie wird als Motor für technische Innovationen und als wandelndes Bewusstsein der Führungselite für die Bedeutung der (Land-)Arbeit in dieser Epoche dargestellt.

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Details

Title
Hufenbauer der "klassischen" karolingischen Grundherrschaft
Subtitle
Die soziale, wirtschaftliche und rechtliche Bedeutung der Grundherrschaft für den ländlichen Alltag im Frühmittelalter
College
University of Hagen  (Historisches Institut)
Grade
1,3
Author
Claudia Scheel (Author)
Publication Year
2007
Pages
31
Catalog Number
V79131
ISBN (eBook)
9783638856805
ISBN (Book)
9783638855389
Language
German
Tags
Hufenbauer Grundherrschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Scheel (Author), 2007, Hufenbauer der "klassischen" karolingischen Grundherrschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79131
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