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Das logotherapeutische Konzept Viktor Emil Frankls in seiner Bedeutung für die Heilpädagogik

Zur Möglichkeit einer sinnorientierten Erziehung am Beispiel des Jugendalters

Title: Das logotherapeutische Konzept Viktor Emil Frankls in seiner Bedeutung für die Heilpädagogik

Diploma Thesis , 2007 , 79 Pages , Grade: Sehr Gut

Autor:in: Claudia Pöpping (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

Logotherapie bewegt sich, vereinfacht ausgedrückt, in einem Grenzgebiet zwischen Psychologie, Medizin und Philosophie – manche Autoren fügen hier noch die Religion hinzu. Viktor Emil Frankl- Begründer der Logotherapie- geht von einem unbedingten Willen zum Sinn im Menschen aus. Dieser Wille sei die Grundmotivation des Lebens überhaupt. Menschen, denen dieser Wille zeitweilig fehlt, kann die Logotherapie helfen, den Sinn des Lebens (neu) aufzuspüren.
Aufzuzeigen, warum gerade junge Menschen den Sinn ihres Lebens manchmal aus den Augen verlieren und ebenso Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man eine sinnorientierte (heil) pädagogische Begleitung gestalten kann, soll Gegenstand dieser Arbeit sein.
Sie gliedert sich in vier wesentliche Teile: im ersten Teil soll die Logotherapie Frankls in ihren Grundgedanken vorgestellt werden. Im zweiten Teil wird der Bezug zum Jugendalter als dem Lebensabschnitt hergestellt, in welchem der persönlichen Sinnsuche eine besondere Bedeutung zukommt. Speziell wird dabei auf die Entwicklungsaufgaben des Jugendalters und damit verbundenes Risikoverhalten eingegangen. Ebenso soll geprüft werden, ob es Schutzfaktoren gibt, die für den Entwicklungsverlauf Heranwachsender bedeutsam sind. Hier werden aktuelle Erkenntnisse der Resilienzforschung sowie der Salutogenese nach Antonovsky aufgegriffen. Im dritten Teil wird die Relevanz der bisherigen Erkenntnisse für die Fachwissenschaft Heilpädagogik dargestellt, die Autorin entwirft ihr persönliches berufliches Selbstverständnis. Eigene Reflexionen aus einem Praktikum an einer Förderschule für Kinder und Jugendliche mit sogenannter geistiger Behinderung dienen dazu, Frankls Theorie zu prüfen. In Auseinandersetzung mit vorhandenen Konzepten soll eine ganzheitlich sinnorientierte Heilpädagogik konstruiert werden. Im vierten und letzten Teil werden konzeptionelle und methodische Möglichkeiten aufgezeigt, die ermöglichen können, Jugendliche auf ihrem Weg zur Sinnfindung (heil)pädagogisch zu begleiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. DIE LOGOTHERAPIE UND EXISTENZANALYSE NACH V.E. FRANKL- BEGRIFFSBESTIMMUNG

2.1 Viktor Emil Frankl- Begründer der Logotherapie

2.2 Weiterentwicklung der Psychoanalyse und Individualpsychologie

2.3 Der anthropologisch- philosophische Hintergrund der Logotherapie

2.4 Die allgemeinen Ziele und Aufgaben der Logotherapie

2.5 Drei Grundpfeiler der Logotherapie

2.5.1 Die anthropologische Grundsäule- die Freiheit des Willens

2.5.1.1 Die Freiheit des Willens

2.5.1.2 Die Trotzmacht des Geistes

2.5.1.3 Selbsttranszendenz und Selbstdistanzierung

2.5.2 Die psychotherapeutische Grundsäule- der Wille zum Sinn

2.5.2.1 Der Wille zum Sinn

2.5.2.2 Die Wertkategorien als Wege zum Sinn

2.5.3 Die philosophische Grundsäule- der Sinn des Lebens

2.6 Methodisches Repertoire der Logotherapie

2.6.1 Methode der paradoxen Intention

2.6.2 Die Methode der Dereflexion

2.6.3 Die Einstellungsmodulation

2.7 Die Logotherapie und ihre Weiterentwicklung in der Gegenwart

2.8 Die Logotherapie in ihrer Bedeutung für mich- als sich ständig weiterentwickelnde Heilpädagogin

3. AUF DER SUCHE NACH SINN- ENTWICKLUNG JUGENDLICHER ZWISCHEN RISIKO UND RESILIENZ

3.1 Zum Sinnbegriff

3.2 Begriffsbestimmung Jugend

3.3 Veränderungen auf bio- psycho- sozialer Ebene

3.4 Entwicklungsaufgaben des Jugendalters

3.4.1 Identität als übergeordnete Entwicklungsaufgabe

3.4.2 Zur Identitätsentwicklung Jugendlicher mit Lebenserschwernis

3.4.3 Risikoverhalten als Entwicklungsaufgabe

3.5 Ausweichendes Verhalten als Flucht vor den Anforderungen des Lebens- die logotherapeutische Sichtweise

3.5.1 Sucht

3.5.2 Angst

3.5.3 Depression (noogen)

3.5.4 Aggression

3.5.5 Ideologien

3.5.6 Lebenseinstellungen durch die „kollektive Neurose“

3.6 Resilienzforschung- Ressourcen in der Entwicklung Jugendlicher

3.7 Bildung als Chance für resiliente Jugendliche

3.8 Das Salutogenese- Konzept nach Antonovsky

4. DAS MENSCHENBILD IN DER HEILPÄDAGOGIK UNTER REFLEXION LOGOTHERAPEUTISCHER GRUNDANNAHMEN

4.1 Die Freiheit des Willens und heilpädagogische Schlussfolgerungen

4.1.1 Die Trotzmacht des Geistes und seine Konsequenz für die Heilpädagogik

4.1.2 Selbsttranszendenz und Selbstdistanzierung in ihrer heilpädagogischen Bewertung

4.1.3 Die Rolle der Moralerziehung

4.2 Der Wille zum Sinn aus heilpädagogischer Sicht

4.3 Der Sinn des Lebens aus heilpädagogischer Sicht

4.4 Mein heilpädagogisches Selbstverständnis in Auseinandersetzung mit der Logotherapie

4.5 Grundzüge einer sinnorientierten Heilpädagogik

5. WIE ERZIEHT MAN SINNORIENTIERT? PRAKTISCHE SCHLUSSFOLGERUNGEN

5.1 Die Methode der „Persönlichen Zukunftsplanung“ als Weg zu Sinnfindung

5.2 Meine Erfahrungen mit der Methode der Zukunftsplanung

5.3 „Erfahrungsschule des sozialen Lebens“ - der Erdkinderplan von Maria Montessori

5.4 Der Erdkinderplan in seiner praktischen Umsetzung

6. SCHLUSSWORT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Relevanz des logotherapeutischen Konzepts nach Viktor Emil Frankl für den Bereich der Heilpädagogik aufzuzeigen, insbesondere hinsichtlich einer sinnorientierten Erziehung und Begleitung von Jugendlichen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie Jugendliche in der herausfordernden Phase der Adoleszenz, die häufig zwischen Risikoverhalten und Resilienz schwankt, bei ihrer Sinnsuche unterstützt werden können und wie heilpädagogisches Handeln auf Basis logotherapeutischer Grundannahmen gestaltet werden kann.

  • Grundlagen der Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor Emil Frankl
  • Entwicklungsaufgaben des Jugendalters und Identitätsfindung
  • Risiko- und Ausweichverhalten sowie Resilienz bei Jugendlichen
  • Reflexion des Menschenbildes in der Heilpädagogik
  • Praktische Methoden sinnorientierter heilpädagogischer Arbeit (z. B. Persönliche Zukunftsplanung, Erdkinderplan)

Auszug aus dem Buch

2.1 Viktor Emil Frankl- Begründer der Logotherapie

Viktor Emil Frankl wurde am 26.März 1905 in Wien geboren. Frankls Familie war dem jüdischen Glauben verbunden. Bereits im Alter von 15 Jahren interessierte sich Frankl für die Frage nach dem Sinn des Lebens, schrieb Gedichte und begann einen Briefwechsel mit Siegmund Freud. Mit 16 Jahren hielt Frankl seinen ersten Vortrag über den Sinn des Lebens und entwickelte bereits erste Grundgedanken seiner späteren Logotherapie. Zwanzigjährig publizierte er für Alfred Adlers Fachzeitschrift und begann schließlich 1926 ein Medizinstudium. Beeinflusst wurde sein Denken zunächst von Freuds Psychoanalyse und Adlers Individualpsychologie. Er setzte sich mit beiden Richtungen kritisch auseinander. Adler schloss ihn später aus der Gesellschaft für Individualpsychologie aus, weil Frankl sich in einer Diskussion über die Ursache von Neurosen nicht nur auf Adlers Sichtweise einließ, sondern sich auch der psychosomatischen Medizin zuwandte. Praktische Erfahrungen sammelte Frankl unter anderem durch die Gründung eines Zentrums für Kinder- und Jugendfürsorge, das er ab 1928 leitete (vgl. Riemeyer 2002, S. 16-33).

1930 schloss Frankl sein Medizinstudium mit der Promotion ab und leitete danach innerhalb der größten psychiatrischen Klinik Österreichs „Steinhof“ den sogenannten „Selbstmörderinnenpavillon“. Zum Gegenstand seiner Forschung wurden hier die Ursachen des Selbstmordes und diese bestätigten letztlich sein Konzept der Logotherapie. 1937 eröffnete Frankl eine eigene Praxis für Psychiatrie und Neurologie, die er jedoch 1938 bedingt durch die Machtübernahme Hitlers schließen musste. Er übernahm die Leitung einer neurologischen Station in einem jüdischen Spital, in dem er auch seine Frau kennen lernte. Frankl wartete auf ein Einreisevisum in die USA, welches er kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges auch erhielt. Er entschied sich jedoch, bei seinen kranken Eltern zu bleiben. 1942 wurde die Familie Frankl nach Theresienstadt und später nach Auschwitz deportiert. Frankls Schwester gelang die Flucht nach Australien, sein Vater starb in Theresienstadt, seine Mutter, seine Frau und sein Bruder überlebten Auschwitz nicht. Frankl, der diese beiden Lager überlebte, wurde 1944 nach Dachau und danach nach Türkheim verlegt. Von Krankheit, Hunger und Zwangsarbeit gezeichnet, gelang es ihm, bis zur Befreiung durch die Amerikaner durchzuhalten. Er kehrte nach Wien zurück und verarbeitete seine Erlebnisse in dem Buch.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Autorin legt ihre persönliche Motivation dar, sich mit der Logotherapie als heilpädagogischem Ansatz auseinanderzusetzen, und umreißt die Struktur sowie das Ziel ihrer Arbeit.

2 DIE LOGOTHERAPIE UND EXISTENZANALYSE NACH V.E. FRANKL- BEGRIFFSBESTIMMUNG: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen der Logotherapie ein, beleuchtet die Biographie Frankls und erläutert zentrale Begriffe sowie die drei Grundpfeiler des Konzepts.

3 AUF DER SUCHE NACH SINN- ENTWICKLUNG JUGENDLICHER ZWISCHEN RISIKO UND RESILIENZ: Die Autorin analysiert die Entwicklungsphase Jugend unter Einbeziehung von Sinnbegriffen, biologisch-psychosozialen Veränderungen, Resilienzforschung und dem Phänomen des Risikoverhaltens.

4 DAS MENSCHENBILD IN DER HEILPÄDAGOGIK UNTER REFLEXION LOGOTHERAPEUTISCHER GRUNDANNAHMEN: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit dem heilpädagogischen Menschenbild und eine Übertragung logotherapeutischer Grundannahmen auf die heilpädagogische Praxis.

5 WIE ERZIEHT MAN SINNORIENTIERT? PRAKTISCHE SCHLUSSFOLGERUNGEN: Das abschließende inhaltliche Kapitel stellt konkrete methodische Ansätze wie die „Persönliche Zukunftsplanung“ und den Erdkinderplan nach Maria Montessori als Möglichkeiten für eine sinnorientierte Heilpädagogik vor.

6 SCHLUSSWORT: Die Autorin zieht ein Fazit über das Potential der Verbindung von Logotherapie und Heilpädagogik und bekräftigt den optimistischen Grundansatz ihrer Arbeit.

7 LITERATURVERZEICHNIS: Verzeichnis der in der Diplomarbeit verwendeten Fachliteratur, Fachzeitschriften, Dissertationen und Online-Quellen.

Schlüsselwörter

Logotherapie, Existenzanalyse, Viktor Emil Frankl, Heilpädagogik, Sinnsuche, Adoleszenz, Identitätsentwicklung, Risikoverhalten, Resilienz, Salutogenese, Sinnorientierung, Persönliche Zukunftsplanung, Maria Montessori, Erdkinderplan, Empowerment.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das logotherapeutische Konzept von Viktor Emil Frankl und dessen Anwendungsmöglichkeiten in der Heilpädagogik, insbesondere zur Unterstützung von Jugendlichen bei der Sinnsuche.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Logotherapie, die Entwicklungsphase der Adoleszenz, die Bedeutung von Sinn, Resilienz und Risikoverhalten sowie die praktische Gestaltung einer sinnorientierten Heilpädagogik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Jugendliche im schwierigen Prozess des Erwachsenwerdens, der oft durch Krisen und Sinnsuche geprägt ist, mittels logotherapeutischer Impulse in einer ganzheitlichen Heilpädagogik begleitet werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der Logotherapie und existenzanalytischer Ansätze sowie auf der Reflexion praktischer Erfahrungen aus Praktika der Verfasserin, um Konzepte für die heilpädagogische Praxis zu entwickeln.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt das theoretische Fundament der Logotherapie, die Herausforderungen der Jugendphase, die Relevanz des Menschenbildes in der Heilpädagogik und stellt praktische methodische Ansätze wie die „Persönliche Zukunftsplanung“ und den Erdkinderplan vor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Logotherapie, Existenzanalyse, Sinnsuche, Adoleszenz, Resilienz, Risikoverhalten, Heilpädagogik und sinnorientierte Erziehung.

Wie spielt die „Persönliche Zukunftsplanung“ in das Konzept hinein?

Die Zukunftsplanung wird als eine Methode vorgestellt, die Jugendlichen hilft, eine eigene Lebensperspektive zu entwickeln, ihre Ziele zu formulieren und somit in einer Phase der Unsicherheit Sinn zu stiften.

Warum ist das „Erdkinderprojekt“ nach Montessori für die Autorin relevant?

Die Autorin sieht im Erdkinderprojekt ein reformpädagogisches Modell, das durch praktisches Tun, die Verbindung von Leben und Lernen und die Förderung sozialer Verantwortung Jugendlichen hilft, ihre Persönlichkeit zu reifen und ihre Rolle in der Gesellschaft zu finden.

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Details

Title
Das logotherapeutische Konzept Viktor Emil Frankls in seiner Bedeutung für die Heilpädagogik
Subtitle
Zur Möglichkeit einer sinnorientierten Erziehung am Beispiel des Jugendalters
College
Neisse University Görlitz
Grade
Sehr Gut
Author
Claudia Pöpping (Author)
Publication Year
2007
Pages
79
Catalog Number
V79143
ISBN (eBook)
9783638804523
ISBN (Book)
9783638820585
Language
German
Tags
Konzept Viktor Emil Frankls Bedeutung Heilpädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Pöpping (Author), 2007, Das logotherapeutische Konzept Viktor Emil Frankls in seiner Bedeutung für die Heilpädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79143
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