Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Art - Graphics / Illustration / Print

Das Frühwerk von George Grosz 1910-1918

Title: Das Frühwerk von George Grosz 1910-1918

Seminar Paper , 1998 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Karoline Kmetetz-Becker (Author)

Art - Graphics / Illustration / Print
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

George Grosz wurde am 26. Juli 1893 als Georg Ehrenfried Groß in Berlin geboren und ist der kritischste Zeichner Deutschlands in der Zeit von Beginn des ersten Weltkrieges bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges.
Die vorliegende Arbeit zeigt kurz die politische Situation während der Vorkriegs- und Kriegsjahre des ersten Weltkrieges und die künstlerische Entwicklung von Georg Grosz anhand seines Frühwerks in dieser Zeit. Vorwiegend wird aus seine Zeichnungen eingegangen, weil sie als Basis aller druckgraphischen Werke und Gemälde dienen. Sie sind die Quelle, aus der er schöpft, und aus der Zeit bis 1918 sind 41 erfaßt. Wenn auch in seinem Frühwerk keine politische Haltung formuliert ist, so zeigt doch seine frühe Beschäftigung mit dem Thema Mord seine Sensibilität für zukünftige Ereignisse. Der Massenmord an der Bevölkerung ist eine Erfahrung, die es vor dem Ersten Weltkrieg in diesen Ausmaßen nicht gegeben hat. Vorrangig wird anhand dieses Sujets sein Frühwerk erläutert, da sein Reifeprozeß an diesen Werken am deutlichsten erkennbar ist. Der Endpunkt der Betrachtung seines Frühwerks ist das Jahr 1918.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Dresden 1909 – 1911

2 Berlin 1912 – 1914

2.1 Das Mordmotiv

3 Die Kriegsjahre 1914 - 1918

3.1 Druckgraphik und Zeichnungen

3.2 Gemälde

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die künstlerische Entwicklung von George Grosz während der Vorkriegs- und Kriegsjahre des Ersten Weltkriegs, wobei sie insbesondere den Einfluss politischer und gesellschaftlicher Umbrüche auf sein Frühwerk analysiert. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie Grosz durch die thematische Auseinandersetzung mit dem Sujet des Mordes seine künstlerische Identität fand und eine Sensibilität für die zunehmende Demoralisierung der Gesellschaft entwickelte.

  • Analyse der künstlerischen Ausbildung und frühen Stileinflüsse in Dresden und Berlin.
  • Untersuchung des zentralen Motivs des "Mordes" als Ausdruck gesellschaftlicher Kritik.
  • Betrachtung der grafischen Produktion und der Bedeutung der Skizzenbücher für seine Entwicklung.
  • Diskussion der Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg und der Rolle des Künstlers als politischer Beobachter.
  • Deutung der Gemälde als apokalyptische Vorahnungen und Spiegel der inneren Einsamkeit.

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Mordmotiv

Das Thema Mord zieht sich in all seinen Variationen durch das Werk von Grosz: Selbst-, Lust-, Familienmord, Mord durch Krieg etc. Bereits anhand ausgewählter Arbeiten aus diesem Sujet läßt sich seine künstlerische Entwicklung nachvollziehen, da er sich dem Thema mehr zuwendet, als irgendein anderer Künstler. Deshalb ist es notwendig, nochmals separat die Hintergründe zu beleuchten.

Inspiriert von dem Künstler Oskar Kokoschka, greift er in seinen Mörderdarstellungen seit 1912 häufig auf sein eigenes Erscheinungsbild zurück. Die Mordszenen orientieren sich an seriöser Literatur wie z. B. „Der Doppelmord in der Rue Morgue“, 1913, nach E. A. Poe oder den Groschenheften aus seiner Jugend oder nach tatsächlichen oder fiktiven Ereignissen. Uwe M. Schneede seiht eine Identifikation von Grosz mit dem Mörder, denn in der Rolle kann der Künstler gegen das Gesetz handeln. Auch sind die Kolportagen als Ventil für den wachsenden „Druck des Militärstaats“ zu sehen. Außerdem stellt er fest, daß der Lustmord um 1913 zum bevorzugten Motiv wird und so seiner Aggression gegen die kollektiven Zwänge des Preußenturms und des Wilhelminismus begegnet. Es ist eine Rebellion gegen die gesellschaftlichen Normen. Sein Stil ist noch von Alfred Kubin und Jules Pascin beeinflusst. In der Federzeichnung „Lustmord“ werden noch weiche Konturen in unterschiedlicher Dicke, die vorsichtig nach einer Form der Darstellung tasten, für diese dramatische Situation verwendet. Der Bildausschnitt ist sehr eng gefasst. Der Täter hat die Tür am linken Bildrand weit aufgerissen und mit einer weit ausladenden seitlichen Schrittposition und aggressiver Mimik bedroht er sein Opfer, welches nicht dargestellt ist. Unter dem Gewehrlauf liegt eine halbbekleidete Frau mit entblößten Brüsten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Dresden 1909 – 1911: Dieses Kapitel behandelt das Studium von George Grosz an der Königlichen Akademie in Dresden und seinen anfänglichen Kampf gegen die akademischen Konventionen. Es beschreibt die Suche nach einem eigenen Stil durch Naturstudien und erste Veröffentlichungen in humoristischen Zeitschriften.

2 Berlin 1912 – 1914: Das Kapitel beleuchtet den Umzug nach Berlin und die Inspiration durch das Großstadtleben sowie den Futurismus, was zu neuen Techniken und einer Abkehr von der klassischen Linienstilistik führte.

2.1 Das Mordmotiv: Hier wird die zentrale Bedeutung des Mordthemas im Werk von Grosz analysiert, das als Ventil für Aggressionen gegen gesellschaftliche Normen und als Spiegel seiner künstlerischen Identitätsfindung dient.

3 Die Kriegsjahre 1914 - 1918: Dieses Kapitel beschreibt Grosz' Kriegserfahrung, seine Zeit im Lazarett und die daraus resultierende Hinwendung zur künstlerischen Provokation als politisches Instrument.

3.1 Druckgraphik und Zeichnungen: Hier werden die Mappenwerke und die Rolle der Zeichnung als Basis für sein künstlerisches Schaffen während der Kriegsjahre thematisiert.

3.2 Gemälde: Der Abschnitt analysiert die ersten Ölbilder wie "Nachtstück" und "Der Liebeskranke", in denen Grosz seine apokalyptische Sicht auf die Gesellschaft und die zunehmende moralische Zersetzung festhält.

Schlüsselwörter

George Grosz, Frühwerk, Mordmotiv, Erster Weltkrieg, Berlin, Gesellschaftskritik, Zeichnung, Expressionismus, Dadaismus, Skizzenbücher, Künstlerische Entwicklung, Der Liebeskranke, John der Frauenmörder, Großstadtleben, Wilhelminismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Frühwerk von George Grosz zwischen 1910 und 1918 und untersucht seine künstlerische Entwicklung unter dem Einfluss des Ersten Weltkriegs und der gesellschaftlichen Situation in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten gehören das Großstadtleben, die Darstellung des Mordes als gesellschaftskritisches Motiv, der Einfluss des Futurismus und Dadaismus sowie die politische Haltung des Künstlers.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Grosz durch die Beschäftigung mit dem Sujet des Mordes seine Sensibilität für gesellschaftliche Ereignisse schärfte und seine künstlerische Reife erlangte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine kunsthistorische Analyse der Werke, gestützt auf Skizzenbücher, Mappenwerke und Gemälde, sowie den Einbezug zeitgenössischer Literatur und kunsthistorischer Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von der Dresdner Studienzeit über die Berliner Jahre bis hin zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Ersten Weltkrieg und der daraus resultierenden politisch-kritischen Kunstproduktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie George Grosz, Frühwerk, Mordmotiv, Gesellschaftskritik, Erster Weltkrieg und Dadaismus charakterisiert.

Wie beeinflusste das "Mordmotiv" Grosz' künstlerische Entwicklung?

Es diente als Ventil für seine Aggressionen gegen kollektive Zwänge und ermöglichte es ihm, die Lieblosigkeit der bürgerlichen Gesellschaft und den Verfall moralischer Werte sichtbar zu machen.

Warum wird dem Werk "John, der Frauenmörder" eine besondere Bedeutung beigemessen?

Es gilt als Programmbild des Dadaismus und als apokalyptische Vorahnung, die die gesellschaftlichen Verhältnisse und den drohenden Untergang sowie eine Art "fruchtbaren Moment" der Zerstörung und des Neuanfangs um 1918 darstellt.

Welche Rolle spielt die "5-Minuten-Skizze" für die Arbeitstechnik von Grosz?

Diese von Emil Orlik und durch Aufenthalte in Paris beeinflusste Technik half Grosz, Menschen in kurzer Zeit festzuhalten und sich von einer starren Linienstilistik zu befreien.

Excerpt out of 23 pages  - scroll top

Details

Title
Das Frühwerk von George Grosz 1910-1918
College
University Karlsruhe (TH)  (Institut für Kunstgeschichte)
Course
Weiterführendes Seminar: George Grosz
Grade
2,0
Author
Karoline Kmetetz-Becker (Author)
Publication Year
1998
Pages
23
Catalog Number
V79159
ISBN (eBook)
9783638850254
ISBN (Book)
9783638849418
Language
German
Tags
Frühwerk George Grosz Weiterführendes Seminar George Grosz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karoline Kmetetz-Becker (Author), 1998, Das Frühwerk von George Grosz 1910-1918, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79159
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  23  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint