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Warum abstrakt?

Title: Warum abstrakt?

Scientific Essay , 1971 , 14 Pages

Autor:in: Dr. Wolfgang Ruttkowski (Author)

Art - Art Theory, General
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Summary Excerpt Details

Sir Herbert Read (1892-1968) stellte einmal in einem Artikel fünf Argumente gegen abstrakte Kunst, zusammen, um sie zu widerlegen. Die Argumentation kann den kaum überzeugen, der viele der Zweifel an abstrakter Kunst teilt. Ein genaues Lesen der fünf Einwände und ihrer Widerlegungen fordert deshalb Gegenargumente heraus, die hier kurz notiert werden. Eine derartige Diskussion, in der jeder genau auf die Argumente des anderen eingeht, sollte alle Fragen klären können, die überhaupt zu klären sind, - und die übrigen deutlich abgrenzen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. SIE (ABSTRAKTE KUNST) VERMITTELT KEINEN GEHALT (MEANING). SIE ZEIGT NUR DEN KÜNSTLER IM SELBSTGESPRÄCH.

II. ES GIBT KEINE BEWERTUNGSMASSTÄBE FÜR ABSTRAKTE KUNST, WEDER FÜR IHRE BILDLICHKEIT (IMAGERY) NOCH FÜR IHRE TECHNIK. JEDER - SELBST EIN KIND - KANN EIN ABSTRAKTES BILD MALEN. REINES GEKRITZEL (DOODLING) KANN ALS ABSTRAKTE KUNST ANGEBOTEN WERDEN. DESHALB IST ES UNMÖGLICH, EIN GUTES ABSTRAKTES GEMÄLDE VON EINEM SCHLECHTEN ZU UNTERSCHEIDEN.

III. SIE (ABSTRAKTE KUNST) BRINGT NEUHEIT UM DER NEUHEIT WILLEN. IHR HAUPTANLIEGEN, „ANDERS" ZU SEIN, FÜHRT ZU REINER SENSATIONSMACHE. ES GIBT EINEN UNTERSCHIED ZWISCHEN EINER ECHTEN BEWEGUNG UND EINEM KULT. ABSTRAKTE KUNST IST EIN MODISCHER KULT.

IV. SIE (ABSTRAKTE KUNST) IST LEDIGLICH DEKORATION, - NICHT GEHALTVOLLER ALS EIN MUSTER FÜR TAPETEN ODER GARDINEN. GESTALTET DER ABSTRAKTE KÜNSTLER NICHT VON ANFANG AN AUF DEN EFFEKT HIN, DEN SEINE LEINWAND AUF EINER MUSEUMSWAND HABEN WIRD, UND KAUM AUF DIE VERDICHTUNG EINES ERLEBNISSES? (MAN DENKE AN DIE ENORME GRÖSSE ABSTRAKT EXPRESSIONISTISCHER GEMÄLDE!)

V. SIE (ABSTRAKTE KUNST) ENTHÄLT KEIN MENSCHLICHES GEFÜHL, KEINE WELTANSCHAULICHEN GRUNDLAGEN (PHILOSOPHICAL FOUNDATION) UND KEINE EWIG GÜLTIGEN WERTE – IM GEGENSATZ ZU ALLER BISHERIGEN GROSSEN KUNST.

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den Thesen von Sir Herbert Read zur abstrakten Kunst auseinander. Das Hauptziel ist die methodische Widerlegung der fünf zentralen Argumente Reads gegen die abstrakte Kunst, wobei die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Begriffen Gehalt, Gestalt und Inhalt im Zentrum steht.

  • Analyse der fünf Haupteinwände gegen abstrakte Kunst.
  • Kritische Untersuchung des Begriffs der Abstraktion in der bildenden Kunst.
  • Gegenüberstellung von künstlerischem Ausdruck und handwerklicher Qualität.
  • Evaluation der kunsthistorischen Bedeutung des Formbegriffs.
  • Diskussion über das Verhältnis von subjektiver Wahrnehmung und objektiver Bewertung.

Auszug aus dem Buch

I. SIE (ABSTRAKTE KUNST) VERMITTELT KEINEN GEHALT (MEANING). SIE ZEIGT NUR DEN KÜNSTLER IM SELBSTGESPRÄCH.

Was ist der "Gehalt"[a] eines Gemäldes oder einer Skulptur? Kunst ist für sie [die sozialistischen Realisten] ebenso wie für Tolstoi und Ruskin ein Vehikel für irgendeine Botschaft (message) über soziale Verhältnisse, Naturphänomene oder menschliche Beziehungen; und das Kunstwerk soll unser Seinsverständnis vertiefen. Handelt es sich, dabei um einen rationalen Vorgang, die Art von Verständigung, die auf logische Sprachäußerungen [b] begrenzt bleiben sollte; oder möglicherweise um einen irrationalen Prozess[c] Äußerungen, die nur mit visuellen Symbolen [d] gemacht werden können?

Der Verteidiger der abstrakten Kunst glaubt, dass alle Kunst eine Art symbolischen Gesprächs [e] darstellt und dass selbst gegenstandsgebundene Gestaltung ihren Gebalt [f] (message) eher durch Form und Farbe als durch die Nachahmung der sichtbaren Dinge übermittelt. Er verweist darauf, dass andere Künste, wie Musik und Architektur, nichts imitieren, sondern durch abstrakte Verbindungen von Tönen, Intervallen, Proportionen und Rhythmen wirken. Es gibt keinen Grund, warum die Verbindungen von Linien und Farben auf einer Leinwand oder von Masse und Volumen in einer Skulptur nicht auf die gleiche Weise abstrakt sein sollten[g]. Es ist nur eine Gewohnheit von begrenzter historischer Bedeutung, daran festzuhalten, dass die bildenden Künste ihren Gehalt (meaning) durch die Nachbildung von zufällig durch die Natur entwickelten Formen vermitteln sollten [h].

Zusammenfassung der Kapitel

I. SIE (ABSTRAKTE KUNST) VERMITTELT KEINEN GEHALT (MEANING). SIE ZEIGT NUR DEN KÜNSTLER IM SELBSTGESPRÄCH.: In diesem Kapitel wird die Kritik untersucht, dass abstrakte Kunst keinen tieferen Gehalt besitze, und durch den Nachweis entkräftet, dass auch gegenständliche Kunst auf Abstraktion angewiesen ist.

II. ES GIBT KEINE BEWERTUNGSMASSTÄBE FÜR ABSTRAKTE KUNST, WEDER FÜR IHRE BILDLICHKEIT (IMAGERY) NOCH FÜR IHRE TECHNIK. JEDER - SELBST EIN KIND - KANN EIN ABSTRAKTES BILD MALEN. REINES GEKRITZEL (DOODLING) KANN ALS ABSTRAKTE KUNST ANGEBOTEN WERDEN. DESHALB IST ES UNMÖGLICH, EIN GUTES ABSTRAKTES GEMÄLDE VON EINEM SCHLECHTEN ZU UNTERSCHEIDEN.: Hier wird dargelegt, dass ästhetische Bewertungskriterien in der abstrakten Kunst genauso anwendbar sind wie in anderen Kunstformen und auf der Qualität der handwerklichen Gestaltung basieren.

III. SIE (ABSTRAKTE KUNST) BRINGT NEUHEIT UM DER NEUHEIT WILLEN. IHR HAUPTANLIEGEN, „ANDERS" ZU SEIN, FÜHRT ZU REINER SENSATIONSMACHE. ES GIBT EINEN UNTERSCHIED ZWISCHEN EINER ECHTEN BEWEGUNG UND EINEM KULT. ABSTRAKTE KUNST IST EIN MODISCHER KULT.: Das Kapitel hinterfragt die Annahme, abstrakte Kunst sei lediglich ein modischer Kult, und kritisiert das Streben nach Originalität ohne inhaltliche Substanz.

IV. SIE (ABSTRAKTE KUNST) IST LEDIGLICH DEKORATION, - NICHT GEHALTVOLLER ALS EIN MUSTER FÜR TAPETEN ODER GARDINEN. GESTALTET DER ABSTRAKTE KÜNSTLER NICHT VON ANFANG AN AUF DEN EFFEKT HIN, DEN SEINE LEINWAND AUF EINER MUSEUMSWAND HABEN WIRD, UND KAUM AUF DIE VERDICHTUNG EINES ERLEBNISSES? (MAN DENKE AN DIE ENORME GRÖSSE ABSTRAKT EXPRESSIONISTISCHER GEMÄLDE!): Dieses Kapitel klärt, dass die dekorative Wirkung kein Ausschlusskriterium für inhaltliche Tiefe ist und die Größe eines Werkes nicht per se die Intensität bestimmt.

V. SIE (ABSTRAKTE KUNST) ENTHÄLT KEIN MENSCHLICHES GEFÜHL, KEINE WELTANSCHAULICHEN GRUNDLAGEN (PHILOSOPHICAL FOUNDATION) UND KEINE EWIG GÜLTIGEN WERTE – IM GEGENSATZ ZU ALLER BISHERIGEN GROSSEN KUNST.: Abschließend wird die These entkräftet, abstrakte Kunst entbehre menschlicher Gefühle oder philosophischer Grundlagen, indem auf die theoretische Durchdringung durch die Künstler selbst verwiesen wird.

Schlüsselwörter

Abstrakte Kunst, Gehalt, Gestalt, Herbert Read, Ästhetik, Form, Abstraktion, Kunsttheorie, Bildsprache, künstlerischer Ausdruck, Moderne, Symbolik, Bewertung, Kunstphilosophie, Subjektivität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer kritischen Reflexion über Sir Herbert Reads Aufsatz "Why Abstract?", in dem er fünf Argumente gegen die abstrakte Kunst zusammenstellte, um diese zu widerlegen.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Analyse des Gehaltsbegriffs in der Kunst, der Rolle der künstlerischen Form sowie der Hinterfragung konventioneller Bewertungsmaßstäbe in der zeitgenössischen Kunst.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, die theoretische Argumentation von Sir Herbert Read auf ihre Stichhaltigkeit zu prüfen und aufzuzeigen, dass die abstrakte Kunst durchaus über eigene, logische Qualitätskriterien verfügt.

Welche wissenschaftliche Methode wird hier angewendet?

Es wird eine analytische Diskursmethode verwendet, bei der die Originalzitate Reads direkt kommentiert und durch eigene Argumente und kunsttheoretische Bezüge hinterfragt werden.

Was wird im Hauptteil des Werkes behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in fünf Abschnitte, die jeweils einen Einwand gegen die abstrakte Kunst behandeln: den fehlenden Gehalt, das Fehlen von Bewertungsmaßstäben, die Vorwürfe von Kult und Modetrends, den Charakter als reine Dekoration sowie das angebliche Fehlen menschlicher Gefühle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Abstrakte Kunst, Gehalt, Gestalt, Herbert Read, Ästhetik, Kunsttheorie und künstlerischer Ausdruck.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen "Stil" und "Manier" bei modernen Künstlern?

Die Arbeit betont, dass der Unterschied zwischen notwendigem künstlerischen Ausdruck (Stil) und zufälligen, teils scharlatanesken Tendenzen (Manier) qualitativ und nicht nur quantitativ zu werten ist.

Welche Rolle spielt der Begriff der "Verdichtung eines Erlebnisses" in der Argumentation?

Der Autor argumentiert, dass eine echte Verdichtung eines Erlebnisses unabhängig von der Leinwandgröße ist und rein über die verwendeten Symbole und die künstlerische Qualität der Komposition definiert wird.

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Details

Title
Warum abstrakt?
College
Kyoto Sangyo University  (German Department)
Author
Dr. Wolfgang Ruttkowski (Author)
Publication Year
1971
Pages
14
Catalog Number
V7921
ISBN (eBook)
9783638150200
ISBN (Book)
9783638798969
Language
German
Tags
Abstrakte Kunst Kunsttheorie Herbert Read
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Wolfgang Ruttkowski (Author), 1971, Warum abstrakt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7921
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