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Übergang von Planwirtschaft zur Marktwirtschaft - Ein Blick auf die gesellschaftlichen Folgen für die Schrumpfungsregion Halle / Leipzig

Title: Übergang von Planwirtschaft zur Marktwirtschaft  -  Ein Blick auf die gesellschaftlichen Folgen für die Schrumpfungsregion Halle / Leipzig

Seminar Paper , 2007 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Philipp Horst (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Summary Excerpt Details

Bei einer Auseinandersetzung mit der Schrumpfungsregion Halle / Leipzig fallen die extremen Zahlen in Bezug auf Abwanderung, Suburbanisierung und demographische Veränderungen schnell auf. Große Teile heutiger und ehemaliger Bewohner dieses verdichteten Gebietes sind seit dem Fall der Mauer zu einem Grad von Mobilität bereit gewesen, der sogar für ostdeutsche Verhältnisse bemerkenswert ist. Die DDR ist als Arbeiterstaat gegründet worden, dessen Selbstverständnis die Arbeit als wichtigsten Lebensinhalt hochstilisiert hat. Dass die Krise des industriellen Sektors nach der Wende einen einzigartigen „Verfall“ gerade dieser Region bewirkt hat, scheint unter diesem Gesichtspunkt geradezu verständlich. Diese Arbeit wird die Transformationsprozesse in der ehemaligen Industrieregion Halle / Leipzig nach dem Fall der Mauer analysieren, die Gründe der raschen Schrumpfung herausarbeiten und dabei immer wieder auf die Gleichzeitigkeit von wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Transformation hinweisen, da diese für die Region, mit ihrer herausgehobenen wirtschaftlichen Eigenheit, von zentraler Bedeutung sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlegende Betrachtungen

2.1 Analyse wirtschaftlicher Strukturen der DDR

2.2 Analyse gesellschaftlicher Strukturen der DDR

3. Darstellung wirtschaftlicher Strukturveränderungen nach der Wende

4. Schrumpfung als Folge fehlender gesellschaftlicher Zugehörigkeit?

5. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit analysiert die Transformationsprozesse in der ehemaligen Industrieregion Halle / Leipzig nach dem Fall der Mauer, um die Ursachen der raschen regionalen Schrumpfung zu identifizieren und die Wechselwirkungen zwischen wirtschaftlichem Umbruch und gesellschaftlichen Folgen zu beleuchten.

  • Historische Analyse der Wirtschafts- und Sozialstrukturen in der DDR
  • Auswirkungen politischer Entscheidungen nach der Wende (Währungsreform, Privatisierung, Naturalrestitution)
  • Zusammenhang zwischen industrieller Deindustrialisierung und Abwanderung
  • Verlust von arbeitsplatzbezogenen sozialen Netzwerken als Identitätskrise
  • Kritische Reflexion der Marktwirtschafts-Transformation in Ostdeutschland

Auszug aus dem Buch

3. Darstellung wirtschaftlicher Strukturveränderungen nach der Wende

„Die deutsche Vereinigung ist unter politischen Prämissen erfolgt, deren ökonomische Konsequenzen als nachrangig erachtet wurden.“ Was Rudi Schmidt in diesem Satz attestiert, sollte zu Anfang der 90er Jahre schwerwiegende Folgen für die ostdeutsche Wirtschaft haben. Sehr vereinfacht gesagt sind vor allem drei politische Entscheidungen hervorzuheben: Die Währungsreform, die Privatisierung ostdeutscher Unternehmen und die Naturalrestitution. Allen ist gemein, dass ihre Durchführung „(...) von Politikern beschlossen wurde, die unter dem Druck der Wiederwahl standen.“

Die Währungsreform ging mit einer 300%igen Währungsaufwertung einher. Dem Gegenüber stand das Versprechen auf Angleichung der Lebensverhältnisse. So erhielten die Arbeiter in Ostdeutschland nun deutlich höhere Gehälter, die der Produktivität ihrer Unternehmen weit vorauseilten. Dies sei durch anschließend verordnete Löhne westdeutscher Tarifpartner noch weiter verschärft worden. Logisches Resultat war eine „(...) Umverteilung von ökonomischen Existenzchancen zugunsten der Individuen und zulasten der Unternehmen (...)“. Dies habe eine vollständige Entwertung vorhandener Produktionskapazitäten verursacht, die letztlich eine Absatzkrise der ostdeutschen Industrie fundiert habe.

Die Naturalrestitution wurde gegen den Willen der ostdeutschen Verhandlungspartner in den Gesetzestext geschrieben. Dabei geht es um die Entschädigung für Enteignungen zwischen den Jahren 1933 bis 1945 und 1948 bis 1989. Mehr als zwei Millionen Anträge auf Rückübertragung enteigneter Vermögenswerte waren die Folge. Da es sich hierbei vornehmlich um Altbauten handelte, ging dieses Gesetz entscheidend zu Lasten der Städte. Umliegende Gemeinden profitierten aufgrund klarer Eigentumsverhältnisse im gegenseitigen Buhlen um Investoren. Bis heute sind viele Objekte noch ohne eindeutigen Eigentumsstatus, welcher zum Verkauf an Investoren jedoch verpflichtend ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Schrumpfungsregion Halle / Leipzig ein und begründet die Notwendigkeit, den Transformationsprozess unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Faktoren zu untersuchen.

2. Grundlegende Betrachtungen: Dieses Kapitel analysiert die autarke DDR-Wirtschaft und das soziale Gefüge, in dem der Betrieb das zentrale Element für Identität und Sicherheit darstellte.

3. Darstellung wirtschaftlicher Strukturveränderungen nach der Wende: Der Text beleuchtet die Folgen politischer Entscheidungen wie Währungsreform und Naturalrestitution, die zu einer Deindustrialisierung und Entwertung ostdeutscher Produktionskapazitäten führten.

4. Schrumpfung als Folge fehlender gesellschaftlicher Zugehörigkeit?: Hier wird der Verlust arbeitsplatzgebundener Netzwerke nach der Wende als Hauptursache für ein Gefühl der gesellschaftlichen Ausgrenzung und kollektive Resignation diskutiert.

5. Ausblick: Der abschließende Teil fasst die schwierige wirtschaftliche Genesung der Region zusammen und fordert für die Zukunft globalere Lösungen statt bloßer Rückbesinnung.

Schlüsselwörter

Schrumpfende Stadt, Halle / Leipzig, DDR, Transformationsprozess, Planwirtschaft, Marktwirtschaft, Treuhandanstalt, Deindustrialisierung, Chemiedreieck, gesellschaftliche Transformation, Arbeitsplatzverlust, Währungsreform, Naturalrestitution, Ostdeutschland, soziale Zugehörigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Transformationsprozess der Region Halle / Leipzig nach dem Fall der Mauer und die damit verbundenen Ursachen für die starke städtische Schrumpfung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Wirtschaftsstruktur der DDR, die Auswirkungen der deutschen Wiedervereinigungspolitik und die soziologischen Folgen für die ansässige Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen dem Zusammenbruch der industriellen Basis nach 1990 und dem Wegfall gesellschaftlicher Identitätsanker (wie dem Betrieb) aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse ökonomischer und sozialwissenschaftlicher Studien, um den historischen Kontext und die Folgen der Transformationspolitik zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die DDR-Strukturen analysiert, dann die verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Nachwende-Gesetzgebung (Währungsreform, Privatisierung) dargestellt und schließlich die sozialen Folgen der Schrumpfung erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Deindustrialisierung, Treuhandanstalt, soziale Zugehörigkeit, Transformation und die spezifische Problematik der Region Halle / Leipzig.

Warum war die Treuhandanstalt maßgeblich für die Schrumpfung?

Durch den Verkauf von Betrieben ohne Modernisierung und die starre Festhaltung an marktwirtschaftlichen Idealvorstellungen unter Missachtung der DDR-Realkapazitäten trug die Institution zur flächendeckenden Deindustrialisierung bei.

Welche Rolle spielte der Betrieb in der DDR für die Identität?

Der Betrieb war nicht nur ein Arbeitsort, sondern das Zentrum alltagsweltlicher Sicherheit, das soziale Leistungen wie Kinderbetreuung und medizinische Versorgung organisierte, was nach dem Wegfall zu einer Entwurzelung führte.

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Details

Title
Übergang von Planwirtschaft zur Marktwirtschaft - Ein Blick auf die gesellschaftlichen Folgen für die Schrumpfungsregion Halle / Leipzig
College
Bielefeld University  (Fakultät für Geschichtswissenschaft, Philosophie und Theologie, Abteilung Geschichte)
Course
Probleme der Stadt- und Bevölkerungspolitik - schrumpfende Stadt
Grade
1,3
Author
Philipp Horst (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V79224
ISBN (eBook)
9783638859912
Language
German
Tags
Planwirtschaft Marktwirtschaft Blick Folgen Schrumpfungsregion Halle Leipzig Probleme Stadt- Bevölkerungspolitik Stadt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Horst (Author), 2007, Übergang von Planwirtschaft zur Marktwirtschaft - Ein Blick auf die gesellschaftlichen Folgen für die Schrumpfungsregion Halle / Leipzig, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79224
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