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Juan de la Cruz: Llama de amor viva - Eine Auseinandersetzung mit neueren Interpretationsansichten

Title: Juan de la Cruz: Llama de amor viva  -  Eine Auseinandersetzung mit neueren Interpretationsansichten

Seminar Paper , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Isabel Lungmuss (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Der Karmelitermönch Juan de la Cruz lebte im 16. Jahrhundert und ist vor allem als Ordensreformator, Seelenfreund und Nachfolger Teresa de Ávilas und Verfasser spanischer Lyrik bekannt geworden. Man bezeichnete ihn als „Melancholiker, allem Irdischen von Jugend an wesensfremd, der fleischgewordene Dulder und Jenseitshoffer, der Leidensfanatiker mit der Märtyrerphantasie, die seelische und körperliche Qualen als Liebesbeweise Gottes genießt“ , was sich auch deutlich in seiner Liebeslyrik, deren größte Werke er in bzw. nach seiner Gefangenschaft im Kerker eines Klosters in Toledo verfasste, niederschlägt. Ganz seinem Zeitgeist entsprechend verfasste auch er eine auf Mystik basierende Lyrik, die Forscher oft nur als erotisches Phänomen interpretiert haben und somit „Juan de la Cruz den Kampf zweier gegensätzlicher Gefühlsrichtungen […] [und] in der Prosa die finstere Askese des fanatischen Mönches“ unterstellten. Auf der anderen Seite hat es Forscher gegeben, die nur auf eine theologische Sichtweise seiner Lyrik eingegangen sind und eine weltliche Interpretation vollkommen ausgeschlossen haben. Ihnen ging es vor allem um die Sehnsucht der menschlichen Seele nach der Vereinigung mit Gott und ihr Suchen nach dem himmlischen Bräutigam, also einer unio mystica, die Juan de la Cruz auch durchaus in seiner Lyrik ausdrücken wollte, was man seinem Prosakommentar entnehmen kann. Dennoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass er sich dabei einer sehr bildhaften Sprache bediente, die, würde man den Verfasser und seinen Hintergrund nicht kennen, nur auf sehr erotische Weise interpretierbar wäre, da Juan de la Cruz mit keinem Wort Gott in seinen Gedichten erwähnt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Juan de la Cruz – Sein Leben

3 Die Llama de amor viva

3.1 Aufbau und Inhalt

3.2 Strophe 1

3.2.1 La llama

3.2.2 Romper la tela

3.3 Strophe 2

3.3.1 El cauterio suave

3.3.2 Die Transverberation der Teresa von Ávila

3.4 Strophe 3

4 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit neueren, insbesondere philologisch-semiotischen Interpretationsansätzen von Bernhard Teuber zum Gedicht "Llama de amor viva" von Juan de la Cruz auseinander, um die Nachvollziehbarkeit dieser Deutungen gegenüber der traditionellen theologischen Mystik-Interpretation zu prüfen.

  • Biografischer Hintergrund von Juan de la Cruz und die Bedeutung seiner Reformtätigkeit.
  • Analyse der "Llama de amor viva" als Ausdruck mystischer Gottesvereinigung (unio mystica).
  • Diskussion der Theopoetik und erotischer Allegorien in der mystischen Dichtung.
  • Vergleich der Interpretationen zu den ersten drei Strophen des Gedichts.
  • Gegenüberstellung von Textanalyse, Prosakommentaren und psychologischen Deutungen (z.B. Hysterie).

Auszug aus dem Buch

3.2.1 La llama

¡O llama de amor viva!

Que tiernamente hieres

De mi alma en el más profundo centro

Pues ya no eres esquina

Acaba ya si quieres

Rompe la tela deste dulce encuentro

Teuber geht im entsprechenden Kapitel seines Werkes Sacrificium litterae hauptsächlich auf die erste Zeile der ersten Strophe ein. Befasst man sich mit der bildlichen Sprache des Gedichts, handelt es sich seiner Ansicht nach bei der llama de amor viva um eine Metonymie für das Liebesfeuer, das in der Sprecherin entfacht wurde. Diese kann ihren Liebsten daher als ihre Flamme bezeichnen, welche Bezeichnung auch schon – Teuber weist darauf hin – bei Petrarca und Garcilaso auftauchte.

Doch auch Teuber bemerkt, dass es sich bei Juan de la Cruz um eine „eigenwillige Sprachverwendung“ handelt, da normalerweise der Frau und nicht dem männlichen Geliebten diese Bezeichnung zukommt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Darstellung der Problematik der mystischen Dichtung und Zielsetzung der Arbeit, die Interpretation Teubers mit traditionellen Ansätzen zu vergleichen.

2 Juan de la Cruz – Sein Leben: Ein biografischer Überblick über das Leben des Ordensreformators bis hin zu seinem Tod und der Heiligsprechung.

3 Die Llama de amor viva: Zentrale Analyse des Gedichts, unterteilt in die Interpretation der einzelnen Strophen unter Berücksichtigung von Teuber und weiteren Forschern.

3.1 Aufbau und Inhalt: Beschreibung der Entstehung und der grundlegenden Thematik des Gedichts als Gesang der Seele.

3.2 Strophe 1: Untersuchung der ersten Strophe, insbesondere der "Flamme" und der Metaphorik des Liebesfeuers.

3.2.1 La llama: Vertiefende Auseinandersetzung mit der Bezeichnung der "Flamme" und ihrer metonymischen Funktion.

3.2.2 Romper la tela: Analyse der Zeile hinsichtlich möglicher Deutungen als Akt der Defloration oder Verweis auf die Ritterwelt.

3.3 Strophe 2: Interpretation der zweiten Strophe, wobei der Fokus auf dem "sanften Brenneisen" und historischen Vergleichen liegt.

3.3.1 El cauterio suave: Untersuchung des "cauterio suave" als theologisches und erotisches Emblem.

3.3.2 Die Transverberation der Teresa von Ávila: Diskussion, ob sich das Gedicht auf Teresas Visionsbericht bezieht.

3.4 Strophe 3: Betrachtung der dritten Strophe unter dem Aspekt der inneren Sinneserfahrung und der Höhlenmetaphorik.

4 Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Bewertung der Plausibilität von Teubers Interpretationsansätzen.

Schlüsselwörter

Juan de la Cruz, Llama de amor viva, Mystik, Theopoetik, unio mystica, Bernhard Teuber, spirituelle Dichtung, religiöse Metaphorik, Strophe, Interpretation, Seele, Gottesvereinigung, allegorische Deutung, Sacrificium litterae, spanische Nationalliteratur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das mystische Gedicht "Llama de amor viva" des Karmelitermönchs Juan de la Cruz und setzt sich dabei kritisch mit dem modernen Interpretationsansatz von Bernhard Teuber auseinander.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Publikation?

Die zentralen Felder sind die spanische Mystik, das Verhältnis von theologischer und profaner (erotischer) Sprache in der Dichtung sowie die wissenschaftliche Hermeneutik literarischer Texte des 16. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu prüfen, inwieweit Teubers Interpretation, die Juan de la Cruz' Werk als "Theopoetik" und "erotische Allegorie" begreift, nachvollziehbar ist, ohne die spirituelle Absicht des Autors zu missachten.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Literaturanalyse, die den Originaltext mit Prosakommentaren von Juan de la Cruz sowie mit zeitgenössischen und modernen Sekundärquellen abgleicht.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der ersten drei Strophen des Gedichts, wobei spezifische Begriffe wie "Flamme", "Romper la tela" und "Cauterio suave" auf ihre vielschichtigen Bedeutungen hin untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter beschreiben diese Arbeit am besten?

Juan de la Cruz, Mystik, Theopoetik, unio mystica, Allegorie, Interpretation, Seele, religiöse Metaphorik.

Wie bewertet die Autorin die Hysterie-Theorie bei der Transverberation?

Die Arbeit stuft die Einordnung der Sprecherin im Gedicht als Hysterikerin, wie von Teuber diskutiert, als zu frei interpretiert und schwer belegbar ein.

Warum spielt der Prosakommentar von Juan de la Cruz eine so wichtige Rolle?

Der Prosakommentar dient als unverzichtbarer Referenzrahmen, um die spirituelle Intention des Autors zu erfassen und um zu belegen, dass die Bildersprache primär die göttliche Erfahrung der Seele zum Ausdruck bringt.

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Details

Title
Juan de la Cruz: Llama de amor viva - Eine Auseinandersetzung mit neueren Interpretationsansichten
College
Ruhr-University of Bochum
Course
Juan de la Cruz – Lyrik und Theologie
Grade
1,7
Author
Isabel Lungmuss (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V79251
ISBN (eBook)
9783638861168
Language
German
Tags
Juan Cruz Llama Eine Auseinandersetzung Interpretationsansichten Juan Cruz Lyrik Theologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabel Lungmuss (Author), 2007, Juan de la Cruz: Llama de amor viva - Eine Auseinandersetzung mit neueren Interpretationsansichten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79251
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