1. Einleitung
1.1. Problemstellung
Der Markt für Nahrungs- und Genußmittel ist geprägt von austauschbaren Produkten und starkem Verdrängungswettbewerb. Es handelt sich somit um einen Käufermarkt im Polypol. Die Hersteller stehen unter starkem Innovationsdruck und sehen sich immer kürzeren Produktentwicklungszeiten und –lebenszyklen gegenüber. Die Floprate ist in dieser Branche eine der höchsten und ein Großteil neuer Produkte ist nach einem Jahr nicht mehr im Einzelhandel gelistet.1 Aus diesen Gründen ist es von essentieller Notwendigkeit, seine Zielgruppen korrekt und effizient anzusprechen.
Die Entwicklungsabteilungen und die Marketing- und Verkaufsabteilungen müssen Hand in Hand arbeiten, um Mißverständnisse und Fehler bei einer Produktkonzeptentwicklung zu minimieren. Um hohe Streuverluste bei der Werbung zu vermeiden und um das Produkt nicht am Kunden vorbei zu entwickeln, muß die gewählte Zielgruppe ausreichend untersucht worden sein.
Kindermarktforschung gewinnt vor diesem Hintergrund zunehmend an Bedeutung, da Kinder mehr als von den Meisten vermutet die Kaufentscheidungen ihrer Familie beeinflussen. Zusätzlich verfügen auch die Kinder selbst über immer größere finanzielle Möglichkeiten. Bis vor einigen Jahren wurden Kinder, ihre Besonderheiten, ihr Verhalten und ihre Bedeutung als Marktteilnehmer dennoch kaum untersucht. Auch heute noch existieren auf diesem Gebiet große Wissensdefizite.2 Hinzu kommt, das sich Kinder nicht unbedingt als unkomplizierte Untersuchungssubjekte darstellen und sich die Ergebnisse einiger Studien widersprechen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen zu diesem Thema. Diese Arbeit befaßt sich daher mit der Zielgruppe der Kinder.
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Gliederung
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielformulierung
1.3. Vorgehensweise
2. Kinder als Zielgruppe
2.1. Warum sind Kinder als Zielgruppe interessant?
2.2. Restriktionen
2.3. Sozio-Demographische Daten
2.4. Segmentierungen der Zielgruppe nach Alter und Verhalten
2.4.1. Vorüberlegungen
2.4.2. Der Baby Markt: Kinder von 0 bis 2 Jahren
2.4.3. Der Grenzbereich der 2-jährigen Kinder
2.4.4. Der Vorschulkindermarkt der 3 bis 4-Jährigen
2.4.5. Besonderheiten der 4 bis 5-Jährigen
2.4.6. Der Markt der 6 bis 10-jährigen Schulkinder
2.4.7. Fast schon Jugendliche: Kinder von 11-13 Jahren
2.5. Relevante Besonderheiten von Kindern und Jugendlichen
3. Sensorische Produktforschung mit Kindern
3.1. Sensorik allgemein
3.1.1. Der Geschmackssinn
3.1.2. Der Geruchssinn
3.1.3. Der Gesichtssinn
3.1.4. Der Gehörsinn
3.1.5. Haptische Wahrnehmung
3.1.5.1. Der Tastsinn
3.1.5.2. Schmerz- und Temperaturempfinden
3.1.6. Umwelteinflüsse
3.2. Testverfahren
3.2.1. Testverfahren zur Identifizierung und Quantifizierung sensorischer Produktunterschiede
3.2.2. Affektive Testverfahren
3.3. Zu berücksichtigende Besonderheiten bei Kindern
3.3.1. Gruppenverhalten
3.3.2. Die Geschmackswahrnehmung
3.3.3. Die Geruchswahrnehmung
3.4. Kindgerechte Testbedingungen
3.5. Validität von Untersuchungsergebnissen mit Kindern
4. Durchführung und Auswertung eines Konsumentenpanel-Tests
4.1. Testzweck und –beschreibung
4.2. Vorbereitungen und Testablauf
4.3. Design und Layout des verwendeten Fragebogens
4.4. Ergebnisse und Auswertung des Konsumententests
4.5. Schlußfolgerungen auf Grundlage der gewonnenen Daten
5. Konzepte und Instrumente im Kontext von Kindermarktforschung
5.1. Einflußfaktoren
5.1.1. Trends
5.1.2. Markenimage
5.1.3. Sponsorship
5.1.4. Pop-, Serien-, Filmstars und Cartoons
5.2. Mögliche Gefahren im Kindermarketing
5.3. Functional Food – auch für Kinder interessant?
5.4. Nahrungsmittel inklusive Spielzeug: „Interactive Food“ auf dem Vormarsch
6. Schlußbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, dem fachfremden Leser einen fundierten Überblick über die Zielgruppe der Kinder im Kontext der Nahrungsmittelbranche zu vermitteln. Im Fokus stehen dabei die spezifischen Anforderungen an die Produktentwicklung, Marktforschung und Vermarktung sowie die sensorische Analyse von Lebensmitteln im Kindesalter.
- Segmentierung der Zielgruppe nach Alter und Verhaltensweisen
- Sensorische Wahrnehmung und Testverfahren bei Kindern
- Herausforderungen und Validität der Marktforschung mit jungen Probanden
- Einflussfaktoren wie Trends, Markenimage und Sponsoring
- Erfolgsfaktoren von "Interactive Food" und Functional Food
Auszug aus dem Buch
1.1. Problemstellung
Der Markt für Nahrungs- und Genußmittel ist geprägt von austauschbaren Produkten und starkem Verdrängungswettbewerb. Es handelt sich somit um einen Käufermarkt im Polypol. Die Hersteller stehen unter starkem Innovationsdruck und sehen sich immer kürzeren Produktentwicklungszeiten und –lebenszyklen gegenüber. Die Floprate ist in dieser Branche eine der höchsten und ein Großteil neuer Produkte ist nach einem Jahr nicht mehr im Einzelhandel gelistet. Aus diesen Gründen ist es von essentieller Notwendigkeit, seine Zielgruppen korrekt und effizient anzusprechen.
Die Entwicklungsabteilungen und die Marketing- und Verkaufsabteilungen müssen Hand in Hand arbeiten, um Mißverständnisse und Fehler bei einer Produktkonzeptentwicklung zu minimieren. Um hohe Streuverluste bei der Werbung zu vermeiden und um das Produkt nicht am Kunden vorbei zu entwickeln, muß die gewählte Zielgruppe ausreichend untersucht worden sein.
Kindermarktforschung gewinnt vor diesem Hintergrund zunehmend an Bedeutung, da Kinder mehr als von den Meisten vermutet die Kaufentscheidungen ihrer Familie beeinflussen. Zusätzlich verfügen auch die Kinder selbst über immer größere finanzielle Möglichkeiten. Bis vor einigen Jahren wurden Kinder, ihre Besonderheiten, ihr Verhalten und ihre Bedeutung als Marktteilnehmer dennoch kaum untersucht. Auch heute noch existieren auf diesem Gebiet große Wissensdefizite. Hinzu kommt, das sich Kinder nicht unbedingt als unkomplizierte Untersuchungssubjekte darstellen und sich die Ergebnisse einiger Studien widersprechen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen zu diesem Thema. Diese Arbeit befaßt sich daher mit der Zielgruppe der Kinder.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Relevanz der Kindermarktforschung aufgrund des starken Verdrängungswettbewerbs und der zunehmenden ökonomischen Bedeutung von Kindern als Konsumenten.
2. Kinder als Zielgruppe: Dieses Kapitel analysiert Kinder als heterogene Zielgruppe, wobei eine Segmentierung nach Alter vorgenommen wird, um deren spezifisches Konsum- und Markenverhalten besser zu verstehen.
3. Sensorische Produktforschung mit Kindern: Hier werden die biologischen Grundlagen der kindlichen Sinneswahrnehmung beschrieben und in Bezug zu altersgerechten Testmethoden und deren Validität gesetzt.
4. Durchführung und Auswertung eines Konsumentenpanel-Tests: Dieses Kapitel dokumentiert die methodische Umsetzung, Durchführung und Analyse eines praktischen sensorischen Tests mit Kindern zu verschiedenen Schokoladen-Varianten.
5. Konzepte und Instrumente im Kontext von Kindermarktforschung: Es werden zentrale Einflussfaktoren wie Trends, Markenimage, Sponsoring sowie aktuelle Konzepte wie Functional Food und "Interactive Food" kritisch beleuchtet.
6. Schlußbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Einordnung der Ergebnisse und betont die Notwendigkeit kontinuierlicher Forschung zur Zielgruppe.
Schlüsselwörter
Kindermarketing, Marktforschung, Sensorik, Zielgruppe Kinder, Konsumentenpanel, Produktentwicklung, Markenimage, Lebensmitteleinzelhandel, Produktpräferenz, Konsumverhalten, Trendanalyse, Functional Food, Werbewirkung, Alterssegmentierung, Markenbindung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Kindermarktforschung in der Nahrungs- und Genußmittelindustrie, beleuchtet die Besonderheiten dieser Zielgruppe und analysiert, wie Produkte erfolgreich für Kinder entwickelt und vermarktet werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Segmentierung von Kindern als Zielgruppe, den Grundlagen sensorischer Wahrnehmung, den spezifischen Anforderungen an kindgerechte Marktforschung sowie verschiedenen Einflussfaktoren wie Trends und Markenimage.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser einen kompakten Überblick über die Zielgruppe zu geben und aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Auseinandersetzung mit der kindlichen Wahrnehmung und ihrem Konsumverhalten Fehlentwicklungen bei Produktkonzepten minimiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Neben einer fundierten theoretischen Literaturanalyse führt der Autor eine empirische Untersuchung in Form eines sensorischen Konsumentenpanel-Tests mit Kindern durch, um Präferenzen für verschiedene Geschmacksrichtungen und Partikel in Schokolade zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von einer detaillierten Segmentierung nach Lebensalter über die sensorischen Grundlagen (Geschmack, Geruch, Tastsinn etc.) bis hin zur konkreten Dokumentation eines praktischen Tests mit 54 Kindern sowie einer Analyse moderner Marktforschungsinstrumente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Kindermarketing, sensorische Produktforschung, Konsumentenpanel, Markenimage und altersgerechte Marktforschung.
Warum sind Kinder bei der Produktentwicklung so schwer zu untersuchen?
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen; sie verfügen über eine andere kognitive Leistungsfähigkeit, eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne und sind zudem oft durch soziale Faktoren, wie den Einfluss von Eltern oder Freunden, in ihrem Antwortverhalten beeinflussbar.
Welche Rolle spielt das "Interactive Food" in dieser Arbeit?
Es wird als Instrument zur Steigerung der Attraktivität von Produkten diskutiert, indem durch Beigaben oder interaktive Elemente nicht nur der Geschmack, sondern auch ein "Unterhaltungswert" für die Zielgruppe generiert wird.
- Quote paper
- Matthias Witte (Author), 2001, Kindermarketing in der Nahrungs- und Genußmittelindustrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7926