Methoden der Erwachsenenbildung unter besonderer Berücksichtigung der Evaluation


Seminararbeit, 2006

18 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Gliederung:

1. Der Begriff „Methodik“
1.1. Methoden und Gruppe
1.2. Methoden und Leiter
1.3. Methoden und Ziele
1.4. Methoden und Inhalte
1.5. Methoden und Rahmenbedingungen
1.6. Methoden und Institution

2. Der Begriff „Evaluation“
2.1. Feedback Regeln
2.2. Feedback mit vier Stellwänden
2.3. Klassisches Feedback
2.4. Feedback mit Symbol.
2.5. „Gewünschtes“ Feedback
2.6. Fragebogen

3. Selbstevaluation

4. Literaturverzeichnis

5. Anhang

1. Der Begriff „Methodik“

Das Herder Lexikon der Pädagogik definiert Methodik

„...als die Lehre von den Methoden und ihrer Anwendung zur Durchsetzung von pädagogischen Zielvorstellungen...Die Methodik erforscht und beschreibt alle Lernhilfen, die geeignet erscheinen, einen zuvor bestimmten Lerninhalt im Blick auf die gesamten Ziele zu erreichen (vgl. Lexikon der Pädagogik S. 160).“ Klafki versteht unter Methode

„...den Weg, das pädagogische Verfahren und die diesem Verfahren zugeordneten Organisationsformen, die ein Lehrer im Unterricht wählt, um Schüler zu erfolgreichem Lernen zu führen, bzw. erfolgreiches Lernen zu ermöglichen und dazu anzuregen...(vgl. Klafki, Didaktik und Methodik S. 1- 16)“ Sowohl das Herder Lexikon als auch Klafki sehen in der Methode eine Hilfsfunktion zur Vermittlung von Lerninhalten.

Die obigen Interpretationen von Methodik reichen für die Erwachsenenbildung nicht aus. Denn hier ist nicht die „Technik“ sondern auch die soziale Komponente wichtig. Sie muss in die methodischen Überlegungen mit einbezogen werden, um die Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden und zwischen den Lernenden untereinander zu fördern. Die Methoden in der Erwachsenenbildung dienen einerseits als Mittel zur Vermittlung von Inhalten und andererseits als Ausgangspunkt möglicher sozialer Kontakte (vgl. Kuypers, S. 20).

Die Methoden müssen auf die speziellen Anforderungen der Lerngruppe abgestimmt sein, und jeder in der Lerngruppe muss die Möglichkeit haben, mitzuwirken und mitzugestalten. Ein Lehrer in der Erwachsenenbildung muss flexibel sein und seine Methoden immer neu den Lernzielen, den Lerninhalten und der Lerngruppe anpassen. War zu Beginn der Erwachsenenbildung das methodische Element der Vortrag oder das Referat, so ist heute das praktisch- tätige Lernverfahren Grundlage im Unterricht der Erwachsenen. Praxisnähe der Inhalte und Mitgestaltung des Lernprozesses verstärken Motivation und Lernerfolg des Erwachsenen (vgl. Kuypers, S. 18).

Auch Knoll ist der Meinung, dass Hilfen nötig sind, um in einer Lerngruppe vorhandenes Interesse zu verstärken, eigene Einfälle und Ideen zu fördern und gemeinsames Tun in Gang zu setzen (vgl. Knoll, S. 12). Diese helfenden Verfahrensweisen, also Methoden, werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Im Folgenden möchte ich auf die verschiedenen Einflussfaktoren eingehen und Möglichkeiten darstellen, die bei der Auswahl der Methoden eine Rolle spielen. Im zweiten Punkt meiner Arbeit möchte ich besonders auf die Methoden der Evaluation und des Feedbacks eingehen. Der dritte Punkt ist eine Art Selbstevaluation, in der ich den Bezug zur Praxis herstelle und aufzeige auf welche Schwierigkeiten wir bei der Durchführung der verschiedenen Methoden gestoßen sind.

1.1. Methoden und Gruppe

Der Begriff Gruppe muss in der Erwachsenenbildung differenziert betrachtet werden, da man zwischen Zielgruppe und den Teilnehmern unterscheiden muss. Im Rahmen der Planung einer Veranstaltung betrachtet man die Zielgruppe. Bei der Durchführung einer Veranstaltung geht es um die tatsächlich Anwesenden, also die Teilnehmer.

Bei der Erwachsenenbildung ist die Zielgruppe schon mal auf alle Erwachsenen festgelegt, wobei man die breite Masse der Erwachsenen schon noch etwas eingrenzen sollte. Denn „Je deutlicher die Konturen der Zielgruppe sind, desto begründeter kann bei der Planung über die Auswahl angemessener Methoden entschieden werden (vgl. Knoll S. 37).“ Hilfreich zur Zielgruppenbestimmung können folgende Fragen sein: „...Wer soll mit dem Thema angesprochen werden?... Wie alt, welchen Familienstand, welchen Beruf oder welche Hobbies haben die Leute?... Was ist an allgemeinen Einstellungen, Erwartungen und Interessen vorhanden?... Welche Erfahrungen mit „Bildung“ und „Lernen“ sind vorauszusetzen (vgl. Knoll S.39)?“ Antworten auf diese Fragen findet man entweder durch Vermutung, durch Kenntnis der Zielgruppe oder durch Beteiligung von Angehörigen der Zielgruppe am Planungsprozess. Wenn man nun genau weiß für wen eine Veranstaltung sein soll, kann man auch dementsprechend angemessene Methoden auswählen. Wenn die Phase der Planung vorbei ist und die Veranstaltung beginnt, sind einige Gesichtspunkte zu beachten, damit die Durchführung auch gelingt. Einmal ist zu überprüfen ob die Teilnehmergruppe mit der Zielgruppe übereinstimmt. Im günstigsten Fall kommen alle Leute die angesprochen waren. Im ungünstigsten Fall kommen nur andere Leute, was in der Regel aber nicht passiert. Im Normalfall allerdings, kann man damit rechnen dass die Teilnehmergruppe in etwa der Zielgruppe entspricht. Weiterhin ist zu beachten wie die Situation in der Teilnehmergruppe aussieht.

Das betrifft die Größe der Gruppe, ob die Teilnehmer sich untereinander kennen oder nicht und ob die Teilnehmer sich schon mehrmals getroffen haben, oder ob es das erste Aufeinandertreffen ist.

Das nächste worauf zu achten ist, ist die aktuelle Belastbarkeit der Teilnehmer.

Damit ist gemeint wie groß die Leistungs- und Aufnahmefähigkeit der Gruppe noch ist. Das hängt von der Tageszeit ab und der Tätigkeit vor der Veranstaltung. Danach sollte sich dann auch die Methodenauswahl orientieren, denn „das Anforderungsniveau soll gerade so groß sein, dass die Teilnehmenden bei der konkreten Veranstaltung den gewünschten Schritt noch (...) gehen können (vgl. Knoll S. 47).“

1.2. Methoden und Leiter

Der Leiter oder auch die Leitergruppe haben bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Dazu gehört einmal sich über die Zielgruppe Gedanken zu machen. Außerdem muss geklärt werden welches Ziel die Veranstaltung verfolgt und welche Inhalte zu dem Ziel beitragen sollen. Der Leiter hat sich auch um die Rahmenbedingungen zu kümmern, damit die Veranstaltung überhaupt stattfinden kann. Und er hat natürlich bei der Veranstaltung selbst die Aufgabe die Informationen weiter zu geben, Gespräche an zu regen und Ergebnisse zusammen zu fassen. Die Auswahl der Methoden hängt immer davon ab, wie viele Methoden der Leiter kennt. Eine Methode „kennen“ bedeutet in dem Sinn von ihr zu wissen und sie auch anwenden zu können. Diese Kenntnis erlangt man nur wenn man sie in der Praxis erprobt. Es spielt natürlich auch eine Rolle ob man eine Methode als gut oder weniger gut einschätzt. Wenn der Leiter selbst von einer Methode nicht überzeugt ist, wird er sie auch nicht anwenden.

Als Leiter sollte man sich immer selbst beobachten und sich folgende Fragen stellen:

„1. Stimmt die innere Befindlichkeit bei der Planung einer Methode und bei ihrer (bevorstehenden oder beginnenden) Verwirklichung überein?
2. Wodurch wird die innere Situation bestimmt? Was sind die vorherrschenden Vorstellungen, Fantasien und Stimmungslagen?
3. Wie groß ist die Belastbarkeit des Leiters/ der Leiterin oder des Leitungsteams (vgl. Knoll S. 56)?“

Sollte bei einer dieser Fragen ein ungutes Gefühl in Bezug auf die bevorstehende Methode auftreten, kann die Leitung immer noch reagieren.

Sie kann, wenn noch genügend Zeit ist, die Methode ändern oder variieren. Die Leitung kann aber auch die Methode trotzdem durchführen, wenn sie sich durch Entspannung wieder etwas beruhigt hat. Eine weitere Möglichkeit ist mit den Teilnehmern über seine Zweifel und Bedenken zu sprechen und sie bitten „versuchsweise“ mitzumachen. Dazu würde ich aber zu bedenken geben, wenn man den Teilnehmern von vorn herein sagt, dass man selbst der Meinung ist die nachfolgende Methode ist nicht besonders geeignet, dann tritt auch genau das ein, was man befürchtet hat, nämlich das die Methode misslingt.

1.3. Methoden und Ziele

Mit Veranstaltungen in der Erwachsenenbildung, die für jemanden, also eine Zielgruppe, von jemandem, also dem Leiter, geplant und durchgeführt werden, soll auch immer ein Ziel verfolgt werden. Ziel ist hier auf das bezogen, „(...) was beim Teilnehmer in einer Veranstaltung und durch sie angestrebt wird, was er an Kenntnissen und Fähigkeiten gewinnen soll, indem er mit anderen zusammenkommt, sein Interesse auf die gemeinsame Sache richtet, indem er zuhört, mitspricht, mittut- kurz: indem er lernt (vgl. Knoll S. 60).“ Deshalb wird in diesem Zusammenhang meist von Lernziel gesprochen. Um geeignete Methoden auswählen zu können, sollte man die Lernziele klären. Es muss deutlich sein, was ich vermitteln möchte mit meiner Veranstaltung. Dazu ist es aber auch nötig erst einmal das Ausgangsproblem zu kennen. Das erkennt man, wenn man sich die Zielgruppe bzw. die Teilnehmer und ihre Lebenswelt genauer ansieht. Somit fällt die Auswahl der Methoden etwas leichter, da man sich genau überlegen kann, welche Methoden geeignet sind, damit der Teilnehmer wirklich zu dem, in den Lernzielen beschriebenen Wissen und Können kommen.

1.4. Methoden und Inhalte

Inhalte sollten nicht einfach nur vermittelt werden, sondern sie sollten mit den Vorerfahrungen, Einsichten und Kenntnissen der Teilnehmer verknüpft werden. Bei Veranstaltungen mit kreativen Inhalten, sollte man den Teilnehmern nicht nur die Informationen zukommen lassen, sondern sie selbst musizieren, malen oder zeichnen (usw.) lassen. Bei Inhalten aus der täglichen Erfahrung, sollte man nicht nur neue Erkenntnisse mitteilen, sondern die Teilnehmer über ihre bisherigen Erfahrungen berichten lassen, und diese dann möglichst in den Prozess der Problemlösung mit einfließen lassen. „Den Methoden kommt hierbei die bedeutsame Aufgabe der Vermittlung zu: Sie sind Mittler zwischen Inhalt und Teilnehmer; sie ermöglichen, dass sich beide füreinander aufschließen (vgl. Knoll S. 72).“

1.5. Methoden und Rahmenbedingungen

Auch hier gibt es zwei Arten von Rahmenbedingungen. Das ist einmal die Veranstaltungsform und zum anderen die organisatorisch- technischen Rahmenbedingungen, wie Zahl der Teilnehmer, Zeit und Raum. Zuerst zu der Veranstaltungsform.

„Die Veranstaltungsform bezeichnet den jeweiligen Rahmen, innerhalb dessen sich Menschen bei einem Angebot der Erwachsenenbildung treffen. Je nachdem, wie dieser Verlaufsrahmen aussieht, gestaltet sich

- die Arbeitsbeziehung zwischen Leitung und Teilnehmenden und
- der Austausch zwischen den Teilnehmenden (vgl. Knoll S. 75).“

Somit bestimmt der Verlaufsrahmen die in Frage kommenden Methoden. Ich werde nun auf einige verschiedene Veranstaltungsformen eingehen und sie kurz beschreiben.

1. Der Unterrichtskurs/ Lehrgang: Der Unterrichtskurs ist lernziel- und stofforientiert. Hier sollen bestimmte, genau benannte Fähigkeiten und Fertigkeiten gelernt werden. Der Teilnehmer muss sich den Inhalten und Methoden des Kurses anpassen. Er hat selbst keinerlei Einfluss und ordnet sich den Gesamtinteressen des Kurses unter. Unter Lehrgängen versteht man über einen längeren Zeitraum dauernde Unterrichtsveranstaltungen, an deren Ende eine Prüfung steht. Unterrichtskurs und Lehrgang werden häufig beim abschlussorientierten Lernfeld verwendet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Methoden der Erwachsenenbildung unter besonderer Berücksichtigung der Evaluation
Hochschule
Universität Augsburg
Veranstaltung
Didaktik der Erwachsenenbildung und der außerschulischen Jugendbildung
Note
2,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V79261
ISBN (eBook)
9783638857192
Dateigröße
371 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Methoden, Erwachsenenbildung, Berücksichtigung, Evaluation, Didaktik, Jugendbildung
Arbeit zitieren
Tanja Wuggetzer (Autor), 2006, Methoden der Erwachsenenbildung unter besonderer Berücksichtigung der Evaluation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79261

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