Das Herder Lexikon der Pädagogik definiert Methodik „...als die Lehre von den Methoden und ihrer Anwendung zur Durchsetzung von pädagogischen Zielvorstellungen...Die Methodik erforscht und beschreibt alle Lernhilfen, die geeignet erscheinen, einen zuvor bestimmten Lerninhalt im Blick auf die gesamten Ziele zu erreichen (vgl. Lexikon der Pädagogik S. 160).“
Klafki versteht unter Methode „...den Weg, das pädagogische Verfahren und die diesem Verfahren zugeordneten Organisationsformen, die ein Lehrer im Unterricht wählt, um Schüler zu erfolgreichem Lernen zu führen, bzw. erfolgreiches Lernen zu ermöglichen und dazu anzuregen...(vgl. Klafki, Didaktik und Methodik S. 1- 16)“
Sowohl das Herder Lexikon als auch Klafki sehen in der Methode eine Hilfsfunktion zur Vermittlung von Lerninhalten.
Die obigen Interpretationen von Methodik reichen für die Erwachsenenbildung nicht aus. Denn hier ist nicht die „Technik“ sondern auch die soziale Komponente wichtig. Sie muss in die methodischen Überlegungen mit einbezogen werden, um die Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden und zwischen den Lernenden untereinander zu fördern. Die Methoden in der Erwachsenenbildung dienen einerseits als Mittel zur Vermittlung von Inhalten und andererseits als Ausgangspunkt möglicher sozialer Kontakte (vgl. Kuypers, S. 20).
Inhaltsverzeichnis
1. Der Begriff „Methodik“
1.1. Methoden und Gruppe
1.2. Methoden und Leiter
1.3. Methoden und Ziele
1.4. Methoden und Inhalte
1.5. Methoden und Rahmenbedingungen
1.6. Methoden und Institution
2. Der Begriff „Evaluation“
2.1. Feedback Regeln
2.2. Feedback mit vier Stellwänden
2.3. Klassisches Feedback
2.4. Feedback mit Symbol
2.5. „Gewünschtes“ Feedback
2.6. Fragebogen
3. Selbstevaluation
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Methoden der Erwachsenenbildung mit einem besonderen Fokus auf Evaluierungsprozesse. Ziel ist es, den Begriff der Methodik theoretisch zu fundieren, verschiedene Feedback-Methoden vorzustellen und durch eine Selbstevaluation praxisnahe Einblicke in die Herausforderungen der methodischen Anwendung zu geben.
- Theoretische Grundlagen und Begriffsbestimmung von Methodik
- Einflussfaktoren auf die Methodenauswahl (Gruppe, Leiter, Institution)
- Methoden der Evaluation und Feedback-Regeln
- Praktische Anwendungsbeispiele wie Feedback mit Symbol oder Stellwänden
- Selbstevaluation als Instrument zur Qualitätssicherung in der Lehre
Auszug aus dem Buch
1.2. Methoden und Leiter
Der Leiter oder auch die Leitergruppe haben bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Dazu gehört einmal sich über die Zielgruppe Gedanken zu machen. Außerdem muss geklärt werden welches Ziel die Veranstaltung verfolgt und welche Inhalte zu dem Ziel beitragen sollen. Der Leiter hat sich auch um die Rahmenbedingungen zu kümmern, damit die Veranstaltung überhaupt stattfinden kann. Und er hat natürlich bei der Veranstaltung selbst die Aufgabe die Informationen weiter zu geben, Gespräche an zu regen und Ergebnisse zusammen zu fassen.
Die Auswahl der Methoden hängt immer davon ab, wie viele Methoden der Leiter kennt. Eine Methode „kennen“ bedeutet in dem Sinn von ihr zu wissen und sie auch anwenden zu können. Diese Kenntnis erlangt man nur wenn man sie in der Praxis erprobt. Es spielt natürlich auch eine Rolle ob man eine Methode als gut oder weniger gut einschätzt. Wenn der Leiter selbst von einer Methode nicht überzeugt ist, wird er sie auch nicht anwenden.
Als Leiter sollte man sich immer selbst beobachten und sich folgende Fragen stellen: „1. Stimmt die innere Befindlichkeit bei der Planung einer Methode und bei ihrer (bevorstehenden oder beginnenden) Verwirklichung überein? 2. Wodurch wird die innere Situation bestimmt? Was sind die vorherrschenden Vorstellungen, Fantasien und Stimmungslagen? 3. Wie groß ist die Belastbarkeit des Leiters/ der Leiterin oder des Leitungsteams (vgl. Knoll S. 56)?“ Sollte bei einer dieser Fragen ein ungutes Gefühl in Bezug auf die bevorstehende Methode auftreten, kann die Leitung immer noch reagieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Begriff „Methodik“: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Methodik und deren Notwendigkeit in der Erwachsenenbildung unter Berücksichtigung sozialer Komponenten.
1.1. Methoden und Gruppe: Es wird die Differenzierung zwischen Zielgruppe und den tatsächlich anwesenden Teilnehmern sowie deren Einfluss auf die Planung und Wahl der Lehrmethoden beschrieben.
1.2. Methoden und Leiter: Hier steht die Rolle der Kursleitung, deren methodisches Repertoire sowie die Bedeutung der eigenen psychischen Verfassung bei der Methodenauswahl im Fokus.
1.3. Methoden und Ziele: Das Kapitel thematisiert die Abhängigkeit der Methodik von den Lernzielen und die Notwendigkeit, das Ausgangsproblem einer Veranstaltung zu kennen.
1.4. Methoden und Inhalte: Es wird erörtert, wie Inhalte durch Methoden mit den Vorerfahrungen und Kenntnissen der Teilnehmer sinnvoll verknüpft werden können.
1.5. Methoden und Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel behandelt die Bedeutung von Veranstaltungsformen sowie organisatorisch-technischen Gegebenheiten für die Gestaltung von Lernprozessen.
1.6. Methoden und Institution: Es wird analysiert, wie institutionelle Rahmenkonzepte und Erwartungshaltungen die bewusste oder unbewusste Entscheidung für bestimmte Methoden beeinflussen können.
2. Der Begriff „Evaluation“: Einführung in die Evaluation als Form der kritischen Rückmeldung und Feedback-Geber.
2.1. Feedback Regeln: Darstellung der Kriterien für konstruktives Feedback, wie etwa die Sandwich-Methode oder die Verwendung von Ich-Botschaften.
2.2. Feedback mit vier Stellwänden: Beschreibung einer aktivierenden Feedbackmethode zur Visualisierung von Stärken und Fragen in verschiedenen Raumbereichen.
2.3. Klassisches Feedback: Erläuterung der Kombination von direktem und indirektem Feedback zur gemeinsamen Reflexion.
2.4. Feedback mit Symbol: Darstellung einer kreativen Methode, bei der Gruppen durch Symbole einen ganzheitlichen Rückblick auf den Vortrag geben.
2.5. „Gewünschtes“ Feedback: Beschreibung einer Methode, bei der Referenten vorab gezielte Fragen zu ihren Präsentationsschwerpunkten stellen.
2.6. Fragebogen: Erläuterung von Beobachtungs- und Beurteilungsbögen sowie strukturierter Nacharbeit als Mittel der Selbstevaluation.
3. Selbstevaluation: Die Autorin reflektiert kritisch über die praktischen Erfahrungen mit den vorgestellten Methoden im Rahmen des Seminars.
Schlüsselwörter
Erwachsenenbildung, Methodik, Evaluation, Feedback, Didaktik, Selbstevaluation, Teilnehmerorientierung, Lernziele, Gruppenprozesse, Kursleitung, Präsentation, Unterrichtsgestaltung, Kommunikation, Reflexion, Trainingsmethoden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den didaktischen Methoden der Erwachsenenbildung und deren Evaluierung, um Lernprozesse zu optimieren und den Lernerfolg der Teilnehmenden zu sichern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Auswahlkriterien für Lehrmethoden, die Bedeutung der Gruppen- und Leiterrolle, verschiedene Feedbackinstrumente sowie die Selbstevaluation als Qualitätssicherungsinstrument.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Methoden für die Erwachsenenbildung theoretisch einzuordnen und praktische Feedbackmöglichkeiten aufzuzeigen, um eine flexiblere und bedürfnisorientierte Lehre zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Fundierung mittels Fachliteratur, ergänzt durch eine Selbstevaluation eigener Seminarerfahrungen und eine praktische Erprobung verschiedener Feedback-Methoden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Einflussfaktoren auf Lehrmethoden und einen umfangreichen praktischen Teil, der unterschiedliche Feedback- und Evaluationsmethoden detailliert vorstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Erwachsenenbildung, Methodik, Evaluation, Feedback, Didaktik, Selbstevaluation und Teilnehmerorientierung sind die prägenden Begriffe.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Zielgruppe und Teilnehmern wichtig?
Da die Planung auf der abstrakten Zielgruppe basiert, die tatsächliche Durchführung jedoch die individuellen Teilnehmer einbezieht, hilft diese Differenzierung, Methoden passgenauer auf die reale Lernsituation anzupassen.
Welche Herausforderung ergab sich bei der Methode „Feedback mit vier Stellwänden“?
Die Autorin stellt fest, dass ohne klare Definition der Begriffe wie „Inhalt“ oder „Leitung“ Unklarheiten bei den Teilnehmern entstehen können und die Rollenverteilung der Referenten während der Feedbackphase ungeklärt war.
Warum wird empfohlen, Fragebögen erst nach dem Vortrag auszuteilen?
Da die Konzentration der Lernenden sonst auf das Ausfüllen des Bogens gelenkt wird, anstatt dem inhaltlichen Vortrag des Referenten aufmerksam zu folgen.
- Quote paper
- Tanja Wuggetzer (Author), 2006, Methoden der Erwachsenenbildung unter besonderer Berücksichtigung der Evaluation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79261