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Historia von D. Johann Fausten (1587) im Vergleich mit dem Teufelsgespräch in Thomas Manns Doktor Faustus

Title: Historia von D. Johann Fausten (1587) im Vergleich mit dem Teufelsgespräch in Thomas Manns Doktor Faustus

Seminar Paper , 2007 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Helen Stringer (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
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Summary Excerpt Details

Der Titel von Thomas Manns Werk Doktor Faustus macht dem Leser natürlich sofort darauf aufmerksam, dass ein Bezug auf die bekannte Figur der Faust-Tradition besteht. Mann hat eine fast unüberschaubare Vielfalt von Quellen in der Planung und Komposition seines Romans gebraucht, unter denen die aus dem sechzehnten Jahrhundert stammende Historia von D. Johann Fausten ist. Diese ist eine Quelle, der er Zitate, Anspielungen und andere Details aller Art entlehnte, um seinen fiktiven Protagonisten zu konstruieren und, vor allem, dem Teufelsgespräch in Kapitel XXV Gestalt zu geben. Eine Faustgeschichte ohne Teufelsgespräch wäre fast undenkbar und in dem Sinne könnte dieses Kapitel als eines der wichtigsten Kapitel des Werkes gelten.
Obwohl verschiedene Quellen in diesem Kapitel nachgewiesen werden können, ist die Historia bei weitem die Hauptquelle und von dieser wird hier die Rede sein. Das Ziel dieser Arbeit ist es, das Teufelsgespräch zu analysieren, um genau zu betrachten, welches Material Thomas Mann davon zitiert hat. Dazu sollen auch die Funktionen und Kontexte der jeweiligen Zitate in den zwei Werken untersucht werden, um zu begreifen, ob Mann deren Bedeutung ändert, und zu welchem Zweck er sie verwendet hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung und Rezeption der Historia

3. Leben der Figuren Doktor Faustus und Adrian im Vergleich

4. Das Teufelsgespräch im Roman Doktor Faustus im Vergleich mit der Historia

4.1. Das Schweigen

4.2. Eignung Dr. Fausti bzw. Adrian für einen Pakt mit dem Teufel

4.3. Verwandlung der Teufelsgestalt

4.4. Motiv der Kälte

4.5. Der Pakt mit dem Teufel

4.5.1. Besiegelung des Paktes mit Blut

4.5.2. Dauer und Ende des Paktes

4.5.3. Unterwerfung unter den Teufel

4.5.4. Absagung von Gott und den Menschen

4.5.5. Liebesverbot

4.6. Die Darstellung der Hölle

4.6.1. Bezeichnungen für die Hölle

4.6.2. Qual

4.6.2.1. Extreme der Hitze und der Kälte

4.6.2.2. Spott

4.6.2.3. Lärm

4.6.3. Neugier Dr. Fausti bzw. Adrian über die Hölle

4.6.4. Umkehr und Rettung

5. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht das zentrale Teufelsgespräch in Thomas Manns Roman Doktor Faustus unter besonderer Berücksichtigung der Intertextualität zur Historia von D. Johann Fausten (1587). Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie Mann das Material aus der historischen Quelle zitiert, welche Funktionen diese Zitate im neuen literarischen Kontext erfüllen und inwiefern der Autor die ursprüngliche Bedeutung der Vorlage durch Ironie und eine säkularisierte Sichtweise verändert.

  • Analyse der intertextuellen Bezüge zwischen dem 1587 erschienenen Faustbuch und Thomas Manns Roman.
  • Untersuchung der biographischen und charakterlichen Parallelen zwischen den Protagonisten Faustus und Adrian Leverkühn.
  • Vergleich der thematischen Ausgestaltung des Teufelspaktes (Bedingungen, Liebesverbot, Besiegelung).
  • Darstellung der unterschiedlichen Intentionen: Religiöse Warnung in der Historia versus Parodie und säkulare Ironie bei Thomas Mann.
  • Untersuchung der Höllenbeschreibung und der psychologischen Dimensionen von Schuld, Reue und Erlösung.

Auszug aus dem Buch

4.1. Das Schweigen

Die ersten Worte Adrians, nachdem Zeitblom sich am Anfang des Kapitels als Erzählerfigur zurückzieht, sind „Weistu was so schweig“ (DF S.223). Hier findet man einen direkten Bezug zu einem der letzten Kapitel der Historia, in dem der Teufel Faustum andeuten will, dass er, Faustus, selber Schuld an seinem immanenten Untergang ist, und dass es keinen Sinn mehr hat, seine Taten zu bedauern. Die altdeutsche Wendung „weistu was so schweig“ hat die Funktion, den Rahmen zu geben und das darauf folgende Geschehen „in Beziehung zu einer bestimmten literarischen, d.h. sprachlich gestalteten Realität“ zu setzen. Für den Leser, der sich mit dem Volksbuch auskennt, existiert also schon am Anfang des Gespräches eine starke Verbindung mit der altdeutschen Atmosphäre der Historia.

Was das Schweigen an sich betrifft, verhalten sich Faustus und Adrian auf ähnlicher Weise, in dem beide ihren Pakt mit dem Teufel bis zum Ende der Verlaufszeit geheim halten, bevor sie dann vor Freunden und Kollegen alles bußen. Hermanns weist aber auf einen bedeutsamen Unterschied hin, und zwar dass „die Anweisung zu schweigen von Adrian invertiert“ wird. Während das Motiv des Schweigens im Volksbuch völlig ernst behandelt wird, wird es von Adrian mit viel Spott und Zynismus betrachtet. Er schweigt nicht, sondern komponiert großartige Werke und präsentiert sie der Öffentlichkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, das Teufelsgespräch in Thomas Manns Doktor Faustus durch den Vergleich mit der Historia von D. Johann Fausten zu analysieren.

2. Entstehung und Rezeption der Historia: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische Herkunft des Faustbuches von 1587, dessen religiöse Botschaft und die damalige Debatte um das Werk.

3. Leben der Figuren Doktor Faustus und Adrian im Vergleich: Hier werden biographische Parallelen und Unterschiede zwischen der historischen Faust-Figur und Adrian Leverkühn beleuchtet.

4. Das Teufelsgespräch im Roman Doktor Faustus im Vergleich mit der Historia: Dieser Hauptteil vergleicht systematisch einzelne Aspekte des Gesprächs, wie das Schweigen, den Pakt, das Liebesverbot und die Höllendarstellung.

4.1. Das Schweigen: Untersuchung des Zitats „Weistu was so schweig“ und der unterschiedlichen Interpretation durch Faustus und Adrian.

4.2. Eignung Dr. Fausti bzw. Adrian für einen Pakt mit dem Teufel: Vergleich der Charaktereigenschaften, die die Protagonisten für den Pakt prädestinieren.

4.3. Verwandlung der Teufelsgestalt: Analyse der Metamorphosen des Teufels und deren jeweilige Funktion in beiden Werken.

4.4. Motiv der Kälte: Vergleich der vom Teufel ausgehenden Kälte als Motiv und Symbol für den Pakt.

4.5. Der Pakt mit dem Teufel: Überblick über die zentralen Bedingungen des Paktes.

4.5.1. Besiegelung des Paktes mit Blut: Untersuchung der rituellen Unterschreibung versus der Infizierung als metaphorischer Pakt.

4.5.2. Dauer und Ende des Paktes: Analyse der zeitlichen Befristung auf 24 Jahre und deren Bedeutung.

4.5.3. Unterwerfung unter den Teufel: Darstellung der totalen Macht des Teufels über die Protagonisten.

4.5.4. Absagung von Gott und den Menschen: Gegenüberstellung der religiösen Absage versus der sozialen Isolation Adrians.

4.5.5. Liebesverbot: Untersuchung der Distanzierung von zwischenmenschlichen Beziehungen.

4.6. Die Darstellung der Hölle: Analyse der detaillierten Höllenschilderungen und deren Funktion.

4.6.1. Bezeichnungen für die Hölle: Vergleich der lateinischen Höllennamen und deren parodistische Verwendung.

4.6.2. Qual: Analyse der physischen und psychischen Leiden in der Hölle.

4.6.2.1. Extreme der Hitze und der Kälte: Untersuchung der klimatischen Extreme als Höllenmerkmal.

4.6.2.2. Spott: Vergleich der psychologischen Qual durch Verspottung.

4.6.2.3. Lärm: Analyse der onomatopoetischen Beschreibung des höllischen Lärms.

4.6.3. Neugier Dr. Fausti bzw. Adrian über die Hölle: Vergleich der Motivation hinter den Fragen der Protagonisten.

4.6.4. Umkehr und Rettung: Untersuchung der Unmöglichkeit der Erlösung für beide Charaktere.

5. Schluss: Fazit der Ergebnisse hinsichtlich der intertextuellen Komplexität und der unterschiedlichen Absichten beider Autoren.

Schlüsselwörter

Doktor Faustus, Historia von D. Johann Fausten, Thomas Mann, Teufelspakt, Intertextualität, Adrian Leverkühn, Volksbuch, Höllenbeschreibung, Faust-Tradition, Literaturvergleich, Ironie, Säkularisierung, Erlösung, Motiv der Kälte, Quellenforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das zentrale Teufelsgespräch in Thomas Manns Doktor Faustus und vergleicht es intensiv mit der Historia von D. Johann Fausten aus dem Jahr 1587.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die intertextuelle Analyse von Zitaten, den Vergleich der Teufelspakt-Bedingungen, die psychologische Charakterisierung der Hauptfiguren sowie die Darstellung von Hölle und Erlösung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, wie Thomas Mann das Material der historischen Vorlage zitiert, welche Funktionen diese Zitate in seinem Roman erfüllen und inwieweit er die ursprüngliche religiöse Warnfunktion durch ironische Parodie ersetzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparatistische literaturwissenschaftliche Methode, bei der Textstellen aus beiden Werken gegenübergestellt und auf ihre Kontextualisierung und Funktionsverschiebung geprüft werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Teufelsgespräche, wobei Themen wie das Schweigen, die Paktbesiegelung, das Liebesverbot und die Hölle anhand von direkten Textvergleichen beleuchtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Intertextualität, Teufelspakt, Doktor Faustus, Volksbuch von 1587, Ironie und Literaturvergleich.

Warum ist das "Schweigen" ein so wichtiges Motiv im Text?

Das Motiv des Schweigens verbindet beide Werke atmosphärisch, wird jedoch von Adrian Leverkühn ironisch gebrochen, da er sein Schweigen nicht durch Askese, sondern durch künstlerische Produktion ersetzt.

Welche Rolle spielt die Ironie in Thomas Manns Behandlung der Hölle?

Im Gegensatz zum belehrenden Ernst der Historia parodiert Thomas Mann die Höllenvorstellungen, indem er sie entmystifiziert und als veraltete theologische Konzepte darstellt, die Adrian als Ex-Theologen eher amüsieren.

Warum kann Adrian Leverkühn im Gegensatz zum Faustbuch-Faustus nicht gerettet werden?

Der Autor zeigt auf, dass für Adrian die Bindung an sein "extravagantes Dasein" und die Versuchung durch den Pakt so stark sind, dass eine echte religiöse Umkehr, wie sie in der Historia gefordert wurde, für ihn unmöglich bleibt.

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Details

Title
Historia von D. Johann Fausten (1587) im Vergleich mit dem Teufelsgespräch in Thomas Manns Doktor Faustus
College
University of Heidelberg  (Seminar für Deutsch als Fremdsprachenphilologie)
Course
"Was werden die Deutschen sagen?“ Thomas Mann, 'Doktor Faustus'
Grade
1,0
Author
Helen Stringer (Author)
Publication Year
2007
Pages
23
Catalog Number
V79291
ISBN (eBook)
9783638857239
ISBN (Book)
9783638859691
Language
German
Tags
Historia Johann Fausten Vergleich Teufelsgespräch Thomas Manns Doktor Faustus Deutschen Thomas Mann Doktor Faustus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Helen Stringer (Author), 2007, Historia von D. Johann Fausten (1587) im Vergleich mit dem Teufelsgespräch in Thomas Manns Doktor Faustus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79291
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