Die Beziehungen der Stadt Prenzlau und der Hanse ist ein weiter mit offenen Fragen und Meinungsdifferenzen behafteter Bereich der brandenburgischen Geschichte. Hier wird beleuchtet, ob und inwieweit Beziehungen zwischen der Stadt Prenzlau und der Hanse bestanden. Es gilt festzustellen, in welcher Form und in welchem Umfang eine Bande zwischen den Parteien bestand, möglicherweise ob es im Rahmen einer Hansemitgliedschaft sogar einen aktiven politischen und handelswirtschaftlichen Austausch gab.
Dabei erscheint es angemessen diese Fragestellung vom eher engen zum weiten Problemkreis schlüssig zu lösen. Daher soll nach einem Überblick über den aktuellen Forschungsstand, der Gesichtskreis auf Prenzlau als Stadt fallen, hinsichtlich geographischer, politischer, aber vor allem auch wirtschaftlicher Aspekte. Vor diesem Horizont ist dann auf den weiten Problemkreis, auf die Beziehungen Prenzlaus zur Hanse einzugehen. Im zweiten Schwerpunkt soll der Begriff Hanse definiert und die Formen einer hansisch-städtischen Mitgliedschaft differenziert werden, um dann mit Hilfe der aufzuzeigenden hansischen Beziehungen Prenzlaus und unter Einbezug einschlägiger Quellen, die gewonnenen Erkenntnisse unter die oben formulierte Fragestellung zu subsumieren.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. Forschungsstand zur Hansezugehörigkeit der Stadt Prenzlau
II. Die Stadt Prenzlau
1. Kurze Entstehungsgeschichte der Stadt Prenzlau
2. Die Verkehrs- und Handelswege der Stadt Prenzlau
a) Landwege
b) Wasserwege
3. Grundlagen des mittelalterlichen Wirtschaftslebens der Stadt Prenzlau
III. Die Beziehungen der Stadt Prenzlau zur Hanse
1. Kurzdefinition des Begriffes Hanse
2. Abstufung hansisch-städtischer Mitgliedschaft
a) Hansestadt
b) Hansische Stadt
c) Hansisch zugewandte Stadt
3. Prenzlaus Handelsbeziehungen zur Hanse
4. Subsumierung hansisch-städtischer Mitgliedschaft auf den Fall Prenzlau
Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht den historisch umstrittenen Status der Stadt Prenzlau innerhalb der mittelalterlichen Hanse. Ziel ist es, unter Einbeziehung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und handelspolitischer Privilegien zu klären, in welcher Form und Intensität Beziehungen zur Hanse bestanden und ob die Stadt als hansisches Mitglied einzustufen ist.
- Analyse des Forschungsstandes zur Hansezugehörigkeit von Prenzlau
- Untersuchung der geographischen und wirtschaftlichen Grundlagen als Handelsstandort
- Definition und Differenzierung der hansisch-städtischen Mitgliedschaftsformen
- Rekonstruktion der Handelsbeziehungen durch Auswertung von Privilegien und Urkunden
- Kritische Einordnung Prenzlaus in das System der Städtehanse
Auszug aus dem Buch
Die Verkehrs- und Handelswege der Stadt Prenzlau
Im folgenden sollen die Verkehrs- und Handelswege zu Land und Wasser rund um Prenzlau begutachtet werden, um später Handelsbeziehungen Prenzlaus zur Hanse anhand gewonnener Erkenntnisse zu rekonstruieren.
Die Lage der alten Straßen waren im wesentlichen durch Punkte bestimmt, an denen der Übergang über Flüsse und sumpfige Niederungen möglich war. Schwartz stellt fest, dass das Uckerland aber nur eine geringe Anzahl dieser natürlichen Übergangspunkte bot, denn im Osten wurde sie von der Randow-Welse-Niederung und der Oder, im Süden und Südwesten durch den Uckerwald, im Westen durch die Mecklenburgische Seenkette und den Zarowbach und im Norden durch eine Bruchniederung begrenzt. Wie Rudolph nun ergänzend herausstellt, haben die Slawen insbesondere solche Stellen zur Ansiedlung ausgewählt, die einen beherrschenden Punkt bildeten, beispielsweise am Schnittpunkt zweier oder sogar mehrerer belebter Straßenzüge oder auch an Flussfurten und Pässen, die der Verkehr kreuzen musste. Prenzlau im Norden der Uckermark ist so eine slawische Ansiedlung, denn „jeder aus den mittleren Elb- und Havelgegenden der Mark nach Stettin und der Ostsee ziehende Verkehr, jeder von der Oder nach Mecklenburg reisende Kaufmann oder Heerführer mußte seit ältester Zeit hier vorbei und die Ucker kreuzen“.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach den Beziehungen zwischen Prenzlau und der Hanse vor und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die kritische Einschätzung der Quellenlage.
I. Forschungsstand zur Hansezugehörigkeit der Stadt Prenzlau: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die widersprüchlichen Ansichten der Geschichtsforschung bezüglich einer möglichen Hansemitgliedschaft Prenzlaus.
II. Die Stadt Prenzlau: Hier werden die Entstehungsgeschichte, die verkehrstechnische Lage sowie die wirtschaftlichen Fundamente der Stadt (Ackerbau, Handel) analysiert.
III. Die Beziehungen der Stadt Prenzlau zur Hanse: Dieses Hauptkapitel definiert den Begriff Hanse, klassifiziert verschiedene Mitgliedschaftsformen und prüft anhand von Urkunden und Handelsbeziehungen die Zugehörigkeit Prenzlaus.
Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stuft Prenzlau nach kritischer Abwägung als hansische Stadt ein, die jedoch nur über einen begrenzten Zeitraum hinweg diesen Status innehatte.
Schlüsselwörter
Prenzlau, Hanse, Handelsgeschichte, Uckermark, Mittelalter, Städtebund, Getreidehandel, Privilegien, Hansestadt, Verkehrswege, Wasserverkehr, Wirtschaftsgeschichte, Fernhandel, Stadtgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der historischen Frage, ob und wie die Stadt Prenzlau im Mittelalter in den Wirtschaftsraum und die politische Struktur der Hanse eingebunden war.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Entstehungsgeschichte der Stadt, ihre geografische Lage als Verkehrsknotenpunkt, die Bedeutung des regionalen Handels sowie die Definition hansisch-städtischer Mitgliedschaftsformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Klärung, ob Prenzlau als Mitglied der Hanse zu betrachten ist, basierend auf einer Analyse historischer Privilegien und der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Forschungsmeinungen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse einschlägiger Quellen (Urkunden, Rezesse) sowie die Auswertung von stadt- und hansehistorischer Fachliteratur, um die Indizien für die Handelsbeziehungen kritisch zu prüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der wirtschaftlichen Grundlagen Prenzlaus (Verkehrswege, Exportgüter) und die anschließende Prüfung der Beziehungen zur Hanse anhand von Typologien der Städtemitgliedschaft.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Prenzlau, Hanse, Hansestadt, Handelsprivilegien, Uckermark, Fernhandel und mittelalterliche Wirtschaftsstruktur.
Welche Rolle spielt das Dokument vom 10. August 1368 in der Arbeit?
Es dient als zentrales, wenn auch umstrittenes Belegstück, um die diplomatischen und handelswirtschaftlichen Verbindungen zwischen Prenzlau und anderen Hansestädten wie Stralsund zu hinterfragen.
Warum wird Prenzlau am Ende als "hansische Stadt" eingestuft?
Obwohl kein expliziter Aufnahmeakt vorliegt, führen die Indizien aus Handelsbeziehungen, gewährten Auslandsprivilegien und der Teilnahme an Städtebünden zu dem Schluss, dass die Stadt über einen Zeitraum im 14. Jahrhundert hansische Handelsaktivitäten ausübte.
- Quote paper
- Marc Castillon (Author), 2002, Prenzlau und die Hanse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7930