Zwischenmenschliche Beziehungen im IRC


Vordiplomarbeit, 1996

36 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1 Vorwort

2 Das Internet

3 Internet Relay Chat (IRC)

4 Die Benutzer, was macht den IRC so interessant?

5 Die IRC eigene Sprache (Schriftsprache – Emoticons)

6 Sucht oder einfach nur Spaß? (IRC und Reallife)

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

9 Anhang
9.1 Smilies, Smilies, Smilies
9.1.1 Webster Definition for "smile"
9.2 List of IRC-Channels

1 Vorwort

Ich möchte, bevor ich mit dieser Hausarbeit beginne, nun doch noch einmal ein kleines Vorwort schreiben, wie es überhaupt zu einer Hausarbeit eines solchen Themas gekommen ist.

Ich habe das Internet selbst erst vor einem Jahr kennengelernt und war so fasziniert von den Möglichkeiten, die mir plötzlich zugänglich waren. Weiterhin habe ich mit dem Internet auch den IRC (Internet Relay Chat) kennengelernt und somit auch neue Personen (auch aus Bielefeld). Ich war wirklich erstaunt, wie gut sich die Leute verstanden haben und mit welcher Freundlichkeit mir die Leute begegneten. Aus diesem Grund kam ich dazu eine Hausarbeit über das Thema: „Zwischenmenschliche Beziehungen im IRC“ zu schreiben. Dieses bot mit die Möglichkeit mich selber noch einmal genauer und intensiver mit dem Thema zu befassen und zu beschäftigen.

2 Das Internet

Man kann sich das Internet als eine Art Netzwerk, das aus Transmission Controll Protokoll (TCP) und Internet Protokoll (IP) besteht, also einfacher gesagt, als eine Art Datenautobahn vorstellen. Die Daten werden verpackt und können so versandt werden.

Das heutige Internet ist ein globales Hilfsmittel, dass mehr als eine Mio. Benutzer verbindet. Es entstand vor ca. 30 Jahren, durch das amerikanische Verteidigungsministerium. Während des Kalten Krieges wollte die US-Regierung ein Netzwerk aufbauen, so dass die US-Regierungsstellen auch nach einem Atomkrieg sicher und effektiv weiter kommunizieren konnten. Das Problem lag nun darin, ein Netz ohne Netzwerkleitstellen (Zentren) zu bilden, denn es konnte davon ausgegangen werden, dass im Falle eines Atomkriegs ein solches Zentrum als erstes getroffen werden würde. Wie also sollte nun ein solches Netz kontrolliert und befehligt werden?

1964 wurde die erste Lösung publiziert, es musste ein Netz ohne zentrale Leitung angelegt werden. Die Teile des Netzes sollten unabhängig voneinander operieren können, so dass ebenfalls bei Ausfall großer Netzteile die Nachrichten weitergeleitet werden könnten. Es zählte nicht welchen Weg die Daten nahmen, sondern nur, dass sie ihr Ziel erreichten. „Diese Art der Informationsverteilung erscheint uns auf den ersten Blick wahrscheinlich recht unwirtschaftlich, ist aber gegen Totalausfälle wenig anfällig.“[1]

In den 60ger Jahren erfuhren dann aber auch die Universitäten von der sicheren Datenübertragung, hier sind besonders das Massachusetts Institut of Technology (MIT) und die University of California, Los Angeles (UCLA) zu nennen.

Bis zu diesem Zeitpunkt war diese Technik nur amerikanisch, aber schon 1968 testete das National Physics Laboratory in Großbritannien erstmals dieses Netzwerk. Kurz danach entstand ein grosses Projekt, ARPA (Advanced Research Project Agency), das von dem amerikanischen Verteidigungsministerium entwickelt und betreut wurde.

Es kam hiermit nun zu der Entstehung des ARPANET, das aus vier Knoten bestand, die jeweils von High-Speed-Supercomputern (solchen, die man damals dafür hielt) gebildet wurden. Die vier Computer transportierten Daten auf einigen Telefonleitungen.

Das ARPANET gilt als die „Mutter des Internet“, da es nach dem gleichen Prinzip wie unser heutiges Internet funktionierte, wenn auch in einem weitaus kleineren Rahmen. Dieses ARPANET ermöglichte nun aber auch Forschern, Technikern und anderen Personen den Datenaustausch über lange Distanzen.

Der Zugriff auf das ARPANET war zunächst auf das Militär und Personen, die mit militärischer Forschung beschäftigt waren, beschränkt, da Rechenzeit (die Zeit, die die Computer benötigten, um Daten zu transferieren) noch sehr teuer war.

Diese Beschränkung wurde jedoch sehr bald aufgehoben und man konnte schon jetzt eine schnelle Verbreitung des Netzes erkennen. 1971 bestand das ARPANET aus 15 Knoten, 1972 schon aus 37 Knoten.[2]

Nach kurzer Zeit stellte man fest, dass die Hauptnutzung des Netzes darin lag, Nachrichten und persönliche Mitteilungen zu übermitteln.

Das Netz begann nun immer schneller zu wachsen und die Entwickler des Internets in den USA, in England und Skandinavien begannen damit die IP-Software auf jeden nur denkbaren Computer zu installieren. Es war unbedeutend, welcher Computer benutzt wurde und von welchem Hersteller er war. Die Computer konnten untereinander kommunizieren, solange die IP-Software installiert war. Die IP-Software wurde demnach als eine Art „Lingua franca“ benutzt. Während der Entstehungsphase des Internets entstanden auch die ersten „Lan’s“ (local area networks). Diese Entstehung reifte zunächst ohne großes Aufsehen zu erregen. Erst als die ersten Desktop Workstations (Unix Rechner) entstanden, auf denen das „IP“ ebenfalls installiert war, kamen die Vorteile der „Lan’s“ zum Vorschein. Alle Computer auf dem Lan konnten nun ARPANET-Einrichtungen, ohne großen Zeitaufwand nutzen. Zur gleichen Zeit entstand von einer anderen Organisation ein weiteres Netz und nun galt es diese beiden Netze miteinander zu verbinden, so dass die Leute untereinander kommunizieren konnten. Eines der wichtigen neuen Netzwerke war das NSFNET (National Science Foundation Netzwork), ein Teil der U.S. Regierung. Diese Einrichtung verband die Netze innerhalb der gesamten USA durch fünf leistungsfähige Rechenzentren. Bis dahin waren die weltschnellsten Computer nur von Waffenherstellern und einigen wenigen Wissenschaftlern großer Firmen zu benutzen, aber durch die Entstehung der fünf großen Rechenzentren waren nun die Möglichkeiten für jede größere, öffentliche Einrichtung, z.B. Schulen gegeben. Man entwickelte nur fünf große Rechenzentren, weil diese sehr teuer waren.

Die Rechenzentren mussten geteilt werden, was zu Kommunikationsschwierigkeiten führte, da sie nicht untereinander verbunden waren. Es musste also ein Weg gefunden werden, diese zu vernetzen.

Dieses geschah dann auch und das ARPANET ging in das NSFNET über. Weitere US-Behörden und staatliche Einrichtungen, wie die NASA und das National Institude of Health, wurden Mitglied der NSF-Gemeinschaft.

Man erweiterte das Netz und gab plötzlich allen die Möglichkeit, seine Vorteile zu nutzen – 1987 brach das Netz dann teilweise zusammen, da die Leitungen überladen waren. Man ersetzte nun die Leitungen und die Computer. Dieses war ein Prozess von dem der Benutzer unberührt blieb, da man im Internet, also auf der „Datenautobahn“, nicht wie auf einer Strasse ein Schild finden wird „Tut uns leid, das Internet ist für die nächsten sechs Wochen wegen Ausbesserungsarbeiten geschlossen!“. Stattdessen wurde eine weit entwickelte Technik gefunden, die es ermöglicht, Probleme anzuzeigen und zu lösen.

Nun konnten auch Studenten das Netz benutzen, selbst die amerikanischen Grundschulen ließen sich vernetzen und große Firmen entdeckten ebenfalls die Vorteile des Internets. Wie ich anfangs bereits erwähnte, wurde das Netz hauptsächlich zur Übertragung von persönlichen Mitteilungen und Nachrichten genutzt, so dass E-Mail (electronic mail) ein wichtiger Bestandteil wurde. ( Hier ein Beispiel einer E-Mail):

B:[3]

Return-Path:xxxxx@HRZ.UNI-BIELEFELD.DE

Subject: WWW (fwd)

To: xxxxx@hrz.uni-bielefeld.de (Lebensfreude pur!)

Date: Thu, 22 Feb 1996 0:04:18 MEZ

Full-Name: xxxx

X-Mailer: xxx

Hi, wie geht’s Dir??

Wollte mich nur kurz mal wieder melden um Dir zu sagen, dass wir uns alle morgen Abend treffen. Wo? Wird noch besprochen … oki, muss jetzt wieder los – machs gut und bis morgen dann!

Nun, da die Entstehung des Internets beschrieben ist, stellt sich die weitere Frage, wer eigentlich das Internet regiert, also Richtlinien angibt, wie was wann zu sein hat und warum.

Hierzu wurde von „Krol & Hoffman“[4] ein Vergleich zur Kirche aufgestellt. „Die Kirche vertritt eine bestimmte Glaubensrichtung und hat viele Mitglieder, denen es freigestellt ist teilzunehmen oder nicht.“ Ähnlich verhält es sich auch im Internet, man hat sich an gewisse „Gesetze“ und Regeln zu halten.[5]

Ist der Benutzer nun bereit diese einzuhalten, so ist er herzlich willkommen teilzunehmen.

Das Internet hat weder einen Chef, Präsidenten noch Papst. Es gibt zwar Präsidenten der einzelnen Networks, aber keine Autoritätsperson für das gesamte Internet. Die einzige Autorität des Internets, die man als solche bezeichnen kann, ist die ISOC (Internet Society), eine Organisation, bestehend aus ehrenamtlichen Mitarbeitern. Sie treffen sich regelmäßig um Veränderungen, Vorteile und auch Probleme zu diskutieren oder um neue Dinge einzurichten. Es gibt nun unterschiedliche Workgroups wie das IAB (Internet Architecture Board), außerdem gibt es auch noch die IETF (Internet Engeeniring Task Force), die sich z.B. um technische Probleme im Internet kümmert. Treten also technische Probleme auf, bilden diese Organisationen Workgroups, die sich mit dem Problem beschäftigen und es lösen.

Nun stellt sich natürlich als nächstes die Frage der Finanzen. Wer zahlt für das Internet, wer unterstützt es? Es ist klar, dass die Frage der Finanzen eine bedeutende Rolle spielt, weil der Benutzer nicht weiß, wer das Internet finanziert, aber es ohne Finanzierung nicht existieren könnte. Stellt man nun die Frage: „Wer zahlt für das Internet?“ so erhält man die Antwort: „Niemand“. Es gibt in dem Sinne keinen Sponsor für das Internet. Wie bereits beschrieben, besteht es aus vielen zusammengesetzten Netzwerken. Jeder bezahlt sozusagen für seinen Teil. Die NSF zahlt für NFSNET und die die NASA zahlt für NASA Science Internet, so finanzieren sich die einzelnen Teile, die zusammengesetzt das Internet ergeben. Für den Endbenutzer (z.B. Studenten) hat es keinerlei Bedeutung, dass das Internet kein großes Netzwerk, sondern eine Sammlung vieler Netzwerke ist.

Alles was der Benutzer zu tun hat, ist wählen.[6]

Neue Dimensionen tun sich auf, bedenkt man die Zukunft des Netzes. Das Internet gibt es inzwischen überall, es ist schon lange nicht mehr ausschließlich für die USA zugänglich. Schon in über 50 Ländern und auch in Osteuropa hat sich das Internet ausgeweitet, es ist dort, wie auch in der dritten Welt, nutzbar. Das Wachstum des Internets seit 1985 bis heute ist beispiellos. Die Zahl der Hosts verdoppelte sich seit 1988. Allein im Jahr 1992 stieg die Anzahl von 750 000 auf über 1,4 Mio.. Das Internet hat längst seinen Ursprung verlassen und ist nun auch für Schulen, Bibliotheken und kommerzielle Dinge interessant. Heute erscheint es uns nicht mehr als ein Problem, zu Hause über den Home PC einzukaufen. Von Häusern, bis zu den neusten Designerkleidern, die noch in Paris vorgestellt werden, ist alles erhältlich.

Sämtliche Informationen sind sofort abrufbar z.B. Verträge, Zeitungen, Nachrichten, noch ehe sie im Druck erschienen sind. Das Internet bietet uns den Vorteil, dass alle Informationen dieser Welt abrufbar sind.

Ein Nachteil ist wahrscheinlich die Sprache. Da das Internet in Amerika entstanden ist, ist dementsprechend auch Englisch die Sprache, die im Netz genutzt wird. Fast alle Informationsmaterialien sind ausschließlich auf Englisch zu erhalten. Diese Tatsache grenzt die Benutzer natürlich ein, da nicht jeder der englischen Sprache mächtig ist.

Weiterhin sollte auch die Nettiquette nicht unerwähnt bleiben. Wie überall gibt es auch hier ein bestimmtes Verhalten, das nicht direkt vorgeschrieben ist, aber empfohlen wird. Man sollte sich also an bestimmte Regeln und Gesetze halten. Hierbei liegt die Schwierigkeit wahrscheinlich besonders darin, dass es sich bei dem Internet nicht um ein großes zusammenhängendes Netz handelt, sondern um viele kleine. Für jedes Netz gelten eigene Regeln und Verhaltensweisen. Was also in dem einen Netzwerk erlaubt ist, kann in dem andere verboten sein. Die Verantwortung diese Regeln zu beachten und einzuhalten liegt ausschließlich beim Benutzer.[7]

Es sollte dem Benutzer immer klar sein, dass die Benutzung des Internets ein Privileg und kein Recht ist. Die Erlaubnis kann jederzeit wieder entzogen werden. Nicht alles was in einem Netzwerk möglich ist, sollte auch tatsächlich ausprobiert werden. Die Erlaubnis kann dem Benutzer in folgenden Fällen entzogen werden:[8]

- Eine Mitteilung aus dem Privatbereich anderer Menschen veröffentlichen (Datenschutz)
- Ungesetzliche Informationen im Netz platzieren
- Kettenbriefe veröffentlichen
- Werbung mit ungenierter Kaufforderung für ein bestimmtes Produkt (SPAM)
- Rassistisches oder antisoziales Verhalten
- Exzessiv spielen
- Informationen oder Dateien zerstören

Das Internet ermöglicht aber nicht nur die Übermittlung elektronischer Post oder das Abrufen von Daten, sondern ebenfalls die direkte Kommunikation weltweit. Hierzu benutzt man den IRC (Internet Relay Chat). Dieses wird ebenfalls gut frequentiert. Nicht außer Acht zu lassen sind auch die Hypertexte im Internet, wie z.B. das WWW (World Wide Web). Bei dem WWW oder auch W3 genannt, handelt es sich um ein auf Hypertext basierendes, weltweites Informationssystem. Der IRC ist in gewissem Sinne hiermit vergleichbar.

3 Internet Relay Chat (IRC)

Der IRC ist 1988 in Finnland von Jarkko Oikarinen geschrieben worden. Es handelte sich hierbei um ein Mehrbenutzer-Kommunikationssystem, auf dem sich Leute auf sogenannten Channels (Kanälen) in Gruppen oder individuell „unterhalten“ können.

Inzwischen, seit dem Start 1988, wird es in über 60 Ländern benutzt. Der IRC wurde geschaffen, um das vorherige Programm „talk“ zu ersetzen. „talk“ ist ein altes, längst überaltertes Kommunikations­programm, das nicht überall einsetzbar war. Der IRC ist, wie schon erwähnt ein Mehrbenutzer-Kommunikations­system, die „Channels“ sind virtuelle Plätze, die oft einen Namen des Themas tragen, das sie vertreten. Die Channel laufen also unter einem bestimmten Motto, die Namen der Channel sind nach Städten oder bestimmten Themen benannt. Der Channel #karlsruhe wurde zweifellos nach der Stadt Karlsruhe benannt, sein Motto ist: #karlsruhe topic: Karlsruhe wartet auf nette Leute

[...]


[1] Peter Klau, Das Internet, S.32

[2] Siehe: Peter Klau, Das Internet, S. 32

[3] Private E-Mail

[4] Krol Ed, Hoffman Ellen: amerikanische Autoren

[5] Krol Ed, Hoffman Ellen, What ist the Internet, p.5

[6] Krol Ed, Hoffman Ellen, The whole Internet, p. 6-7

[7] Siehe: Peter Klau, Das Internet, S. 38

[8] Ebenda, S. 39

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Zwischenmenschliche Beziehungen im IRC
Hochschule
Universität Bielefeld
Note
1,0
Autor
Jahr
1996
Seiten
36
Katalognummer
V79313
ISBN (eBook)
9783638862936
ISBN (Buch)
9783638863049
Dateigröße
509 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zwischenmenschliche, Beziehungen
Arbeit zitieren
Dr. Gwendolin Rugen (Autor), 1996, Zwischenmenschliche Beziehungen im IRC, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79313

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