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Alkoholismus und Psychose

Title: Alkoholismus und Psychose

Diploma Thesis , 2002 , 107 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franziska Boes (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

In vielen Einrichtungen für psychisch Kranke gilt eine zusätzliche Suchtmittelproblematik als Ausschlusskriterium, eine Aufnahme des Patienten wird abgelehnt. Dennoch sind immer wieder Patienten mit der Zusatzdiagnose Suchtmittelabhängigkeit in Einrichtungen für psychisch kranke Menschen zu finden, da vor der Aufnahme die Suchtstörung nicht bekannt ist oder verharmlost wird. Auch umgekehrt haben suchtspezifische Einrichtungen mit Patienten zu tun, die zusätzlich an einer psychischen Störung leiden. Beim gleichzeitigen Vorhandensein einer psychischen Störung und einer Suchtmittelerkrankung spricht man von Doppeldiagnose oder Komorbidität.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit einem speziellen Ausschnitt der Komorbidität von Sucht und psychischer Erkrankung, nämlich mit Alkoholismus und Psychose.

Während meines Jahrespraktikums 1999/2000 in einer Therapeutischen Wohngemeinschaft für psychisch kranke Menschen sah ich mich erstmals mit dem Begriff der Komorbidität konfrontiert. Im Verlauf meines Praktikums stieß ich immer wieder auf diagnostische Unklarheiten, welche die Arbeit mit Komorbiditätspatienten erschwerte, da die Zielgerichtetheit der Behandlung nicht eindeutig festlegbar erschien. Die Verschwommenheit des Begriffes stellte den Anreiz für diese Untersuchung dar.

Da die therapeutische Grundhaltung bei der Behandlung einer psychischen Erkrankung anders ist als die einer Suchtstörung (Schneider und Pichelt-Welle, 1994) wurde in den letzten Jahren mehrfach versucht Behandlungsprogramme zu entwickeln, die ermöglichen sollen beiden Störungen gerecht zu werden.

Ziel dieser Arbeit ist, neben einer inhaltlichen Präzision des Begriffes Komorbidität, Erklärungsansätze zur Entstehung von Doppeldiagnosen darzustellen, die Problematik der Diagnostik und der Behandlung von Doppeldiagnosen zu veranschaulichen und die sich daraus entwickelten konzeptionellen therapeutischen Überlegungen zu erörtern. Dabei geht es in dieser Arbeit nicht um alkoholinduzierte Psychosen, wie beispielsweise die Alkoholhalluzinose, sondern nur um Alkoholismus und Psychosen als zwei eigenständige Krankheitsbilder. Da in der deutschen Sprache noch immer hauptsächlich die rein männliche Form in der Schreibweise gebraucht wird wurde auf eine ständige Berücksichtigung beider Geschlechter zugunsten der Lesbarkeit verzichtet.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffliche Überlegungen

2.1 Alkoholismus

2.2 Psychose

2.2.1 Schizophrenie

2.2.2 Affektive Störungen

2.2.2.1 Depression

2.2.2.2 Manie

2.3 Komorbidität

3 Prävalenz

3.1 Prävalenz

3.2 Prävalenz der Psychosen

3.2.1 Prävalenz der Schizophrenie

3.2.2 Prävalenz der affektiven Störungen

3.3 Prävalenz von Alkoholismus und Psychose

3.3.1 Alkoholismus und Schizophrenie

3.3.2 Alkoholismus und affektive Störungen

4 Entstehungsmodelle

4.1 Zufallsmodell

4.2 Interaktionsmodell

4.2.1 Substanzmittelmissbrauch erhöht das Risiko psychiatrischer Erkrankungen

4.2.2 Psychiatrische Erkrankungen erhöhen das Risiko für Abhängigkeitserkrankungen

4.2.2.1 Stigmatisierungsmodell

4.2.2.2 Sozialwissenschaftliche Faktoren

4.2.2.3 Kommunikativer Faktor

4.2.2.4 Selbstmedikationshypothese

4.2.2.5 Existenz eines gemeinsamen Faktors

4.3 Doppeldiagnosen als eigenständiges Krankheitsbild

5 Problematik

5.1 Problematik der Feststellung

5.2 Problematik der Behandlung

6 Notwendigkeit spezialisierter Behandlungsmodelle

6.1 Versorgung psychisch Kranker und Alkoholkranker

6.1.1 Versorgung psychisch Kranker

6.1.1.1 Ambulante Versorgung

6.1.1.2 Stationäre Versorgung

6.1.1.3 Komplementäre Versorgung

6.1.2 Versorgung Alkoholkranker

6.1.2.1 Ambulante Versorgung

6.1.2.2 Stationäre Versorgung

6.1.2.3 Komplementäre Versorgung

6.2 Versorgung von Doppeldiagnose-Patienten

6.2.1 Versorgung im internationalen Raum

6.2.1.1 Ambulante Versorgung

6.2.1.2 Stationäre Versorgung

6.2.1.3 Komplementäre Versorgung

6.2.2 Versorgung in der BRD

6.2.2.1 Ambulante Versorgung

6.2.2.2 Stationäre Versorgung

6.2.2.3 Komplementäre Versorgung

6.2.3 Versorgung in Franken

6.2.3.1 Ambulante Versorgung

6.2.3.2 Stationäre Versorgung

6.2.3.3 Komplementäre Versorgung

6.3 Charakteristika der Behandlungsprogramme

6.4 Koordination der Behandlung

7 Kritische Wertung der Ergebnisse

8 Konsequenzen für die Soziale Arbeit

9 Zusammenfassung

10 Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Diese Diplomarbeit untersucht das komplexe Phänomen der Doppeldiagnose von Alkoholismus und Psychose. Ziel ist es, den Begriff der Komorbidität präzise zu definieren, Erklärungsansätze für die Entstehung solcher Mehrfacherkrankungen darzulegen sowie die diagnostischen und therapeutischen Herausforderungen in der Behandlung dieser Klientel aufzuzeigen, um konzeptionelle therapeutische Überlegungen zu erörtern.

  • Präzisierung des Begriffes Komorbidität bei Sucht und psychischen Erkrankungen.
  • Analyse theoretischer Entstehungsmodelle für Doppeldiagnosen.
  • Identifikation diagnostischer Probleme und notwendiger Sorgfaltskriterien.
  • Bewertung spezialisierter Behandlungsmodelle und Versorgungssysteme.
  • Ableitung von Konsequenzen für die professionelle Soziale Arbeit.

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Substanzmittelmissbrauch erhöht das Risiko psychiatrischer Erkrankungen

In manchen Fällen kann sich aufgrund von Substanzmittelmissbrauch eine psychische Erkrankung entwickeln. Wahrscheinlicher als die Verursachung der psychischen Erkrankung durch den Konsum psychotroper Substanzen ist die Annahme, dass Substanzmittelmissbrauch eine existierende psychobiologische Vulnerabilität beschleunigt (Mueser et al., 1995) und es dadurch zur Exazerbation der psychischen Erkrankung kommt. Nach Wagner et al. (1992) besteht die Möglichkeit, dass primärer Alkoholismus zur Begünstigung der Entwicklung einer sekundären psychiatrischen Erkrankung beitragen oder diese sogar induzieren kann. „So kann die toxische Wirkung oder z.B. ein Vitaminmangel ätiologisch bedeutsam für eine psychiatrische Symptomatik sein“ (Wagner et al., 1992, S. 108). Wie schon im Kapitel zuvor erwähnt können depressive Symptome durch Alkoholkonsum und Trinkexzesse ausgelöst werden (Soyka, 1996). Nach Schuckit (1983) werden affektive Probleme durch Alkoholismus verschlimmert und es kann zu einer Intensivierung psychotischer Symptome bei Schizophrenen kommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die diagnostische und therapeutische Problematik von Patienten, die sowohl an einer psychischen Störung als auch an einer Suchterkrankung leiden.

2 Begriffliche Überlegungen: Es werden die klinischen Definitionen von Alkoholismus, verschiedenen Psychoseformen sowie der Begriff der Komorbidität auf Basis von ICD-10 und anderen Klassifikationen erarbeitet.

3 Prävalenz: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene epidemiologische Studien, die das gemeinsame Auftreten von Suchterkrankungen und psychischen Störungen belegen.

4 Entstehungsmodelle: Hier werden unterschiedliche theoretische Ansätze diskutiert, die erklären sollen, wie psychische Erkrankungen und Sucht interagieren und sich gegenseitig bedingen.

5 Problematik: Die Arbeit beleuchtet hier die Schwierigkeiten in der Diagnostik sowie die systemischen Herausforderungen und Widerstände im Behandlungswesen.

6 Notwendigkeit spezialisierter Behandlungsmodelle: Es werden aktuelle Versorgungsstrukturen und verschiedene Konzepte für die Behandlung von Doppeldiagnose-Patienten analysiert.

7 Kritische Wertung der Ergebnisse: Hier werden die methodischen Einschränkungen der untersuchten Daten sowie die Vereinheitlichung der Begriffsbildung kritisch reflektiert.

8 Konsequenzen für die Soziale Arbeit: Abschließend werden die Rolle und die Kompetenzen von Sozialpädagogen bei der Behandlung von Doppeldiagnose-Patienten herausgearbeitet.

Schlüsselwörter

Alkoholismus, Psychose, Komorbidität, Doppeldiagnose, Schizophrenie, affektive Störungen, Suchttherapie, Prävalenz, Entstehungsmodelle, Diagnostik, psychiatrische Versorgung, Soziale Arbeit, Suchthilfesystem, Rückfallprävention, Fallmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Doppeldiagnose von Alkoholismus und Psychose, insbesondere mit der Frage, wie diese beiden Störungsbilder diagnostiziert, verstanden und therapeutisch behandelt werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen die begriffliche Klärung von Störungsbildern, die Epidemiologie (Prävalenz), Erklärungsmodelle für das Entstehen von Komorbidität sowie strukturelle Probleme in den Versorgungssystemen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Begriff der Komorbidität inhaltlich zu präzisieren, Entstehungsansätze für Doppeldiagnosen darzustellen sowie die diagnostische und behandlungstechnische Problematik zu analysieren, um konzeptionelle Überlegungen für eine bessere Versorgung zu erarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine fundierte Literaturanalyse und Sichtung bestehender Prävalenzstudien sowie auf die Auswertung von Behandlungskonzepten in Deutschland und international.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Entstehungsmodelle (z.B. Selbstmedikationshypothese), diagnostische Hindernisse im klinischen Alltag und evaluiert spezialisierte Behandlungsmodelle für Doppeldiagnose-Patienten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Doppeldiagnose, Komorbidität, Alkoholismus, Psychose, Suchttherapie, psychiatrische Diagnostik und soziale Rehabilitation charakterisieren.

Welche Rolle spielt die Soziale Arbeit laut der Autorin?

Die Soziale Arbeit wird als essenzielle Berufsgruppe in der Behandlung von Doppeldiagnosen gesehen, da sie durch ihr systemisches Verständnis und ihre Methodenkompetenz die Vernetzung zwischen verschiedenen Versorgungssystemen moderieren kann.

Was sind die wichtigsten Erkenntnisse zu Behandlungskonzepten in Franken?

Die Untersuchung zeigt, dass im Raum Franken zwar spezialisierte Einrichtungen existieren, diese jedoch oft Schwierigkeiten haben, eine kontinuierliche Behandlung zu gewährleisten, und dass die Datenerhebung zur Evaluation dieser Modelle weiter ausgebaut werden müsste.

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Details

Title
Alkoholismus und Psychose
College
University of Applied Sciences Würzburg  (Fachbereich Sozialwesen)
Grade
1,0
Author
Franziska Boes (Author)
Publication Year
2002
Pages
107
Catalog Number
V7937
ISBN (eBook)
9783638150354
Language
German
Tags
Doppeldiagnose Komorbidität Sucht psychische Störung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Boes (Author), 2002, Alkoholismus und Psychose, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7937
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