Sebastian Brant schafft mit seinem "Narrenschiff" ein epochemachendes Werk, das bis zum Erscheinen der "Leiden des jungen Werther" Johann Wolfgang Goethes das am weitesten verbreitete deutschsprachige literarische Werk Europas bleibt. Zweifellos liegt dies nicht wenig an der dem Leser schon aus der literarischen Tradition bekannten Schiffsallegorese, derer sich Sebastian Brant für seine Moraldidaxe bedient. Anliegen dieser Arbeit ist es, mittels eingehender Bild- und Textinterpretation den Traditionslinien dieser Allegorie der "navigatio vitae" nachzugehen und ihre Variation im Werk Brants herauszuarbeiten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Titelblatt als Zugang zum Narrenschiff
- Wirkungen auf den Betrachter
- Das Narrenschiff im Spiegel der einzelnen Kapitel
- ,,Das schluraffen schiff\" auf geistlicher Odyssee
- „Vom endkrist“ – Narrenschiff versus Navicula Petri
- Das Narrenschiff an der Schwelle zur Neuzeit - Eine Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der literarischen Tradition der Schiffsallegorese und ihrer Abwandlung bei Sebastian Brant. Sie analysiert das Narrenschiff als ein herausragendes Beispiel für die allegorische Gestaltung von gesellschaftlichen Missständen im 15. Jahrhundert. Die Arbeit untersucht die Inspirationsquellen Brants, die Gestaltung des Titelblatts und die Rolle des Narren in der Schiffsallegorese.
- Die literarische Tradition der Schiffsallegorese
- Die Gestaltung des Narrenschiffs als allegorische Kritik an gesellschaftlichen Missständen
- Die Rolle des Narren als Figur der Kritik und des Spotts
- Die Bedeutung des Titelblatts als visuellem Zugang zum Werk
- Das Verhältnis von Bild und Text im Narrenschiff
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt die Forschungsfrage nach der literarischen Tradition des Narrenschiffs und der individuellen Ausarbeitung der Schiffsallegorese bei Sebastian Brant.
Das Titelblatt als Zugang zum Narrenschiff
Dieses Kapitel analysiert das Titelblatt des Narrenschiffs, das in zwei Bildhälften geteilt ist. Die obere Hälfte zeigt einen Narrenwagen, während die untere Hälfte ein mit Narren besetztes Schiff darstellt. Die Analyse des Titelblatts beleuchtet die visuelle Gestaltung des Narrenschiffs und seine Bedeutung als Einstieg in die Thematik des Werks.
Das Narrenschiff im Spiegel der einzelnen Kapitel
Dieses Kapitel untersucht verschiedene Kapitel des Narrenschiffs und analysiert die Gestaltung der Schiffsallegorese in diesen Kapiteln. Die Kapitel beleuchten die „geistliche Odyssee“ des Narrenschiffs und die Beziehung zwischen dem Narrenschiff und der „Navicula Petri“.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das "Narrenschiff" von Sebastian Brant?
Das 1494 erschienene Werk ist eine Moralsatire, die in Versen und Bildern die Laster und Torheiten der damaligen Gesellschaft anprangert.
Was bedeutet "Schiffsallegorese"?
Das Schiff dient als Metapher für das menschliche Leben oder die Gesellschaft. Die Fahrt des Schiffes symbolisiert die Reise durch das Leben (navigatio vitae).
Warum nutzt Brant Narren als Protagonisten?
Der Narr erlaubt es Brant, Kritik und Spott zu üben. Durch die Darstellung der Torheit soll der Leser zur Selbsterkenntnis und moralischen Besserung angeregt werden.
Welche Rolle spielt das Titelblatt des Werkes?
Das Titelblatt bietet einen visuellen Zugang. Es kombiniert Bild und Text, um die Botschaft des Werkes auch für weniger gebildete Leser sofort erfassbar zu machen.
Was ist der Unterschied zwischen dem Narrenschiff und der Navicula Petri?
Während die "Navicula Petri" (das Schifflein Petri) die rettende Kirche symbolisiert, stellt Brants Narrenschiff eine sündige Gemeinschaft dar, die auf den Untergang zusteuert.
- Quote paper
- Magister Artium Christoph Hartmann (Author), 2004, "Zuo schyff zuo schyff Bruoder" - Die literarische Tradition der Schiffsallegorese und ihre Abwandlung bei Sebastian Brant, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79383