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Das Sonnen-, Linien-, und Höhlengleichnis in Platons Politeia

Zur Schlüssigkeit der getroffenen Aussagen und des entstehenden Meinungssystems

Title: Das Sonnen-, Linien-, und Höhlengleichnis in Platons Politeia

Intermediate Examination Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Anja Gregor (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit setzt sich mit den drei Gleichnissen auseinander, die Platon in der „politeia“ (dem „Staat“) benutzt, um seine Ideenlehre zu veranschaulichen: Sonnengleichnis, Liniengleichnis und Höhlengleichnis.

Die „politeia“ setzt sich in Form der bei Platon üblichen Dialoge mit der Überlegung auseinander, was Gerechtigkeit bedeutet, wie ihr Wesen beschaffen ist und wie sie sich im Verhalten der Menschen niederschlägt. Die Beteiligten (allen voran Sokrates) entwickeln das Bild des Menschen und seiner Lebensweise in der Gesellschaft, die mit den Überlegungen der Männer immer weiter wächst und nach und nach alle Merkmale aufweist, um vollkommen gerecht zu sein:
Vom Wesen der Gerechtigkeit verschlägt es die Männer bald zu Überlegungen über den Aufbau eines Staates, für den sie dann die Voraussetzungen für die Kriegskunst festlegen. Dies beinhaltet die Erziehung der Wachen, sei es in Kampf, Gymnastik oder Musik, die nötige Beschaffenheit ihres Wesens und damit verbunden die Erziehung solcher Kinder, die sich als geeignet für den Wächterberuf erweisen. Vom Wesen der Wächter schließen sie auf das Wesen des Staates und hieraus ergibt sich bald die Diskussion über die richtige Zeugung und Erziehung der Kinder. Als es darum geht, wer den Staat regieren soll, kommt Sokrates auf die Philosophen zu sprechen. Er möchte nämlich, dass im Staat nur diejenigen regieren, die genaue Kenntnis vom Guten und Schönen haben. Es ist deshalb also nötig, eine Definition davon abzugeben, was gut oder schön ist.

Im Verlaufe dieser Unterhaltung nun kommen Sokrates und Glaukon auf die drei Gleichnisse. Um den Inhalt der letzten Erörterungen genauer zu beleuchten, verdeutlicht Sokrates mit ihnen seine Vorstellung von den vier Teilen der Seele, wie die Ideen (und insbesondere die Idee des Guten) im Verstand entstehen, wie Denkbares und Sichtbares zu unterscheiden sind und was die Philosophen von den herkömmlichen Menschen unterscheidet.

Ziel der Arbeit soll es sein, die drei Erkenntnisse der Gleichnisse zusammenzufügen, um so ein vollständigeres Bild der Sichtweise Sokrates’ zu erhalten und eventuelle Widersprüche zu entdecken. Dessen Vollständigkeit und Richtigkeit zu hinterfragen, ist eines der Hauptaugenmerke dieser Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhaltsangaben

2.1. Das Sonnengleichnis

2.2. Das Liniengleichnis

2.3. Das Höhlengleichnis

2.4. Verbindung der Gleichnisse durch Interpretation der Aussagen

3. Bewertung der Gleichnisse

3.1 Das Sonnengleichnis

3.2. Das Liniengleichnis

3.3. Das Höhlengleichnis

4. Fazit - Schlüssigkeit des Meinungssystems

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Schlüssigkeit und den logischen Zusammenhang der drei berühmten Gleichnisse aus Platons „Politeia“ – das Sonnen-, Linien- und Höhlengleichnis – mit dem Ziel, Widersprüche innerhalb dieses entstehenden Meinungssystems aufzudecken.

  • Darstellung der platonischen Ideenlehre anhand der drei Gleichnisse.
  • Kritische Analyse der Argumentationsstruktur des Sokrates.
  • Untersuchung der logischen Kohärenz zwischen den einzelnen Gleichnissen.
  • Hinterfragung der Annahmen über Seelenzustände und Erkenntnistheorie.
  • Bewertung der Anwendbarkeit des Modells auf reale Erkenntnisprozesse.

Auszug aus dem Buch

2.3. Das Höhlengleichnis

Sokrates beschreibt ein Bild, in dem in einer Höhle Menschen so festgebunden sind, dass sie sich weder vom Fleck bewegen noch den Kopf drehen können. Hinter ihnen ist schräg nach oben verlaufend eine Öffnung, durch die ein Lichtschein fällt. Vor der Lichtquelle wurde außerdem eine Mauer errichtet. Das Licht bildet nun auf der gegenüberliegenden Wand der Höhle (also die Wand, die die Menschen betrachten können) die Schatten durch von Menschen geschaffene Gegenstände ab, die von jenen, teils sich unterhaltend, teils schweigend, an dieser Mauer vorüber getragen werden. Die Menschen in der Höhle sehen also in ihrem Leben nur die Schatten von künstlich geschaffenen Gegenständen, da sie aber keine andere Welt kennen, halten sie sie für die Wahrheit. Sie würden denken, dass die widerhallenden Worte von den Schatten stammen, und gäben den Schatten in ihrer Sprache Namen, als seien sie die wirklichen Gegenstände.

Sokrates diskutiert nun, was passierte, wenn einer der Menschen in der Höhle plötzlich von seinen Fesseln befreit und aus der Höhle in die Welt außerhalb gebracht würde. Er würde zunächst Schmerzen verspüren, wenn er sich bewegt und auch dann, wenn er zum ersten Mal in das Licht am Ende des Höhleneinganges blickte. Geblendet vom Licht und die Schmerzen der lang nicht bewegten Muskeln spürend würde er sich schwer tun damit, die ihm vorgeführten künstlichen Gegenstände als wirklicher zu akzeptieren als die in ihrer Höhle erblickten Schatten. Er würde nicht direkt in das Licht schauen können, ohne dass ihm seine Augen stark schmerzen würden. Also würde er sich vom Licht abwenden und versuchen, in seine Schattenwelt zurück zu kehren. Man müsste ihn also zwingen, die Höhle über die Öffnung zu verlassen und zunächst würde er, vollends geblendet durch die Helligkeit der Sonne, nichts erkennen. Es fiele ihm leichter, zunächst bei Mond- und Sternenlicht die neue Welt zu entdecken. Zuerst könnte er die Schatten, später dann die Abbilder der Gegenstände auf dem Wasser oder glatten Oberflächen erkennen, dann die Gegenstände selbst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Platons „Politeia“ ein und erläutert das Ziel der Arbeit, die drei Gleichnisse auf ihre inhaltliche Konsistenz zu prüfen.

2. Inhaltsangaben: Dieses Kapitel gibt die wesentlichen Inhalte des Sonnen-, Linien- und Höhlengleichnisses sowie deren Interpretationsansätze wieder.

3. Bewertung der Gleichnisse: Hier erfolgt eine kritische Analyse der Gleichnisse, bei der spezifische logische Schwächen und Widersprüche in der Argumentation des Sokrates aufgezeigt werden.

4. Fazit - Schlüssigkeit des Meinungssystems: Das Fazit fasst die Diskrepanzen bei der Verknüpfung der Gleichnisse zusammen und stellt die Gesamtschlüssigkeit des platonischen Modells in Frage.

Schlüsselwörter

Platon, Politeia, Sonnengleichnis, Liniengleichnis, Höhlengleichnis, Ideenlehre, Erkenntnistheorie, Sokrates, Vernunft, Dialektik, Meinungssystem, Philosophie, Wahrheit, Seelenzustände, Kritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die drei zentralen Gleichnisse aus Platons „Politeia“, um zu prüfen, ob diese ein in sich schlüssiges Meinungssystem bilden.

Welche Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit umfasst die platonische Ideenlehre, die Unterscheidung zwischen Sichtbarem und Denkbarem sowie verschiedene Stufen der menschlichen Erkenntnis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die drei Gleichnisse zusammenzufügen und kritisch auf Widersprüche sowie auf ihre Vollständigkeit und Richtigkeit zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Die Autorin nutzt eine textual-analytische Methode, basierend auf einer direkten Auseinandersetzung mit der Übersetzung der „Politeia“ durch Otto Apelt, ergänzt durch punktuelle philosophische Nachschlagewerke.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Inhalte der Gleichnisse wiedergegeben und anschließend einer detaillierten Bewertung unterzogen, wobei auch moderne naturwissenschaftliche Einwände gegen Platons Thesen angeführt werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind das „Gute“, Vernunft, Erkenntnis, Dialektik und die Trennung der Realitätsebenen.

Wie bewertet die Autorin die Verbindung zwischen Sonnengleichnis und Liniengleichnis?

Die Autorin sieht eine erhebliche Schwierigkeit darin, die Analogie von Licht/Sonne mit den abstrakten Ebenen des Liniengleichnisses konsistent zu verbinden, ohne auf logische Brüche zu stoßen.

Warum hinterfragt die Autorin das Ende des Höhlengleichnisses?

Die Autorin zweifelt die Annahme an, dass zurückgekehrte Philosophen unbedingt auf Unverständnis stoßen oder gar getötet werden müssten, und hält eine interessierte Reaktion der Mitmenschen für plausibler.

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Details

Title
Das Sonnen-, Linien-, und Höhlengleichnis in Platons Politeia
Subtitle
Zur Schlüssigkeit der getroffenen Aussagen und des entstehenden Meinungssystems
College
University of Göttingen  (Philosophischens Seminar)
Grade
1,7
Author
Anja Gregor (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V79388
ISBN (eBook)
9783638867849
ISBN (Book)
9783638867887
Language
German
Tags
Sonnen- Linien- Höhlengleichnis Platons Politeia
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Gregor (Author), 2004, Das Sonnen-, Linien-, und Höhlengleichnis in Platons Politeia, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79388
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