Die folgende Seminararbeit mit dem Thema Wahrheit und Fiktion bei Bret Easton Ellis präsentiert literaturwissenschaftlich kontroverse Begriffe und wendet diese auf einen Text aus der sogenannten Postmoderne an.
Um einen begrifflichen Referenzrahmen abzustecken, werden zunächst die Begrifflichkeiten Wahrheit und Fiktion unter Einbeziehung der Wortgeschichte untersucht und theoretische Untersuchungen betreffs des Fiktionsbegriffs näher beschrieben. Da bis heute keine einheitliche Theoriebildung Einzug in die Geisteswissenschaften gehalten hat, wird auf die von Hans Vaihinger 1911 veröffentlichte Theorie des Als-Ob zurückgegriffen und durch weiterführende Ansatzpunkte unter anderem von Wolfgang Iser und Uwe Japp ergänzt.
Nachdem der theoretische Teil der Untersuchung näher definiert ist, wird das Augenmerk auf den textimmanenten Teil der Arbeit gerichtet. Grundlage ist der 1991 von Bret Easton Ellis veröffentliche Roman American Psycho, der nicht nur aufgrund seiner Beschreibung von Gewalt und Pornografie bis heute heftig diskutiert wird. Dennoch weist der Roman im derzeitigen Literaturbetrieb hohe Aktualität nicht nur im Rahmen der Debatte um die Postmoderne auf.
Mittels Analyse des Romans im Hinblick auf die Begrifflichkeiten Wahrheit und Fiktion soll in einem weiteren Schritt aufgezeigt werden, mit welchen Elementen der Fiktion gearbeitet wird und welche Funktion Fiktionalität innerhalb der Literatur übernimmt. Die Frage nach der Erkenntnis der fiktionalen Literatur stellt hierbei leitende Funktion dar.
In einem weiteren Denkansatz wird der Versuch unternommen, Grenzen der Literatur sichtbar zu machen. Dass Bret Easton Ellis Grenzen überschritten haben muss, zeigt nicht nur die Problematik der Veröffentlichung des Buches. Es sollen insbesondere eben die Grenzen aufgezeigt werden, die der Autor scheinbar zu überschreiten gewagt hat, seien sie methodologischer oder inhaltlicher Natur.
Die abschließende Schlussbetrachtung fasst noch einmal alle Gesichts-punkte der vorangegangenen Untersuchung zusammen, um Wahrheit und Fiktion im Kontext literaturwissenschaftlicher Rezeption erscheinen zu lassen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Wahrheit und Fiktion als literarische Größen
- Inszenierte Realität oder reale Inszenierung: Fiktionale Elemente in American Psycho und die Welt des Patrick Bateman
- Grenzen der Literatur? Postmodernes Erzählen bei Bret Easton Ellis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit dem Spannungsverhältnis zwischen Wahrheit und Fiktion im Werk von Bret Easton Ellis, einem bedeutenden Autor der Postmoderne. Im Fokus der Arbeit stehen die theoretischen Grundlagen des Fiktionsbegriffs sowie die Analyse des Romans "American Psycho" im Hinblick auf seine fiktionalen Elemente und die Frage nach der Erkenntnis in der Literatur.
- Theoretische Analyse des Fiktionsbegriffs im Kontext der Postmoderne
- Untersuchung der Fiktionalen Elemente in "American Psycho"
- Die Grenzen der Literatur im postmodernen Kontext
- Die Funktion von Fiktionalität in der Literatur
- Die Frage nach der Erkenntnis in der fiktionalen Literatur
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Seminararbeit ein und stellt den Forschungsgegenstand im Kontext der Postmoderne vor. Das zweite Kapitel befasst sich mit der theoretischen Auseinandersetzung mit den Begriffen "Wahrheit" und "Fiktion" und beleuchtet verschiedene Ansätze in der Literaturwissenschaft, um den Fiktionsbegriff näher zu bestimmen.
Das dritte Kapitel widmet sich der Analyse des Romans "American Psycho" von Bret Easton Ellis. Es werden die fiktionalen Elemente im Text untersucht, die Rolle von Fiktionalität im Roman und die Frage nach der Erkenntnis in der Literatur beleuchtet.
Das vierte Kapitel setzt sich mit der Frage auseinander, inwieweit Bret Easton Ellis mit seinem Werk "American Psycho" Grenzen der Literatur überschritten hat und diskutiert die Problematik der Veröffentlichung des Buches.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselbegriffe dieser Arbeit sind "Wahrheit", "Fiktion", "Postmoderne", "Literatur", "Erkenntnis", "Fiktionalität", "American Psycho", "Bret Easton Ellis", "Grenzen", "Inszenierung", "Realität" und "Theorie des Als-Ob".
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptthema des Romans "American Psycho"?
Der Roman von Bret Easton Ellis thematisiert das Leben des Patrick Bateman und nutzt extreme Darstellungen von Gewalt und Konsum, um die Oberflächlichkeit der postmodernen Gesellschaft zu kritisieren.
Wie definiert sich das Verhältnis von Wahrheit und Fiktion bei Ellis?
Ellis verwischt die Grenzen zwischen Realität und Einbildung, oft unter Anwendung der "Theorie des Als-Ob", um die Unzuverlässigkeit subjektiver Wahrnehmung aufzuzeigen.
Warum gilt Bret Easton Ellis als Autor der Postmoderne?
Sein Werk zeichnet sich durch fragmentiertes Erzählen, Intertextualität und die Infragestellung absoluter Wahrheiten aus, was typische Merkmale der postmodernen Literatur sind.
Welche Funktion hat die Fiktionalität in "American Psycho"?
Fiktionalität dient hier als Mittel zur Erkenntnisgewinnung über gesellschaftliche Abgründe und zur Inszenierung einer Realität, die über die bloße Dokumentation hinausgeht.
Hat Ellis mit dem Roman literarische Grenzen überschritten?
Ja, die expliziten Beschreibungen führten weltweit zu Kontroversen und Zensurdebatten, was die Frage nach den moralischen und inhaltlichen Grenzen der Literatur aufwarf.
- Quote paper
- Stefanie Udema (Author), 2006, Wahrheit und Fiktion bei Bret Easton Ellis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79440