Stationäre Einrichtungen im Gesundheitswesen werden durch die Folgen der Gesundheitsreform und der Umstellung auf die AR-DRG auch in Zukunft weiter steigendem Kostendruck ausgesetzt sein. Dementsprechend wird der Wettbewerb sowohl im Inland, als auch, im Hinblick auf den vermehrten "Medizintourismus" im Ausland, untereinander verstärkt werden, so dass das Management einer Einrichtung vor die Herausforderung gestellt wird, Kosten zu sparen, während gleichzeitig Qualität und Effizienz der Dienstleistungen gehalten oder gesteigert werden sollten.1
Mögliches Einsparpotential für diese Herausforderung liegt unter anderem in den Bereichen Einkauf und Logistik und somit im Beschaffungsprozess der Einrichtungen. Hier helfen schon heute Einkaufsgemeinschaften, Kooperationen und Verbunde, wie z.B. die P.E.G. e.G. in München, indem sie den Beschaffungsbedarf der Einrichtungen bündeln und somit günstigere Preise mit den Partnerlieferanten verhandeln können. Eine andere Möglichkeit, den Beschaffungsprozess zu optimieren, kann die Integration von eCommerce sein. So schätzen Experten das mögliche Einsparpotential deutscher Krankenhäuser auf ca. 80%, wenn bei Bestellungen das Medium "Internet" genutzt würde.2
In dieser Entwicklung sieht die P.E.G., welche als Partner für Einkauf und Beratung im Gesundheitswesen seit über 30 Jahren ihre Funktion als Genossenschaft wahrnimmt, eine persönliche Herausforderung, ihre über 1500 Mitgliedshäuser und über 350 Partnerlieferanten zum Thema eCommerce optimal zu beraten. Auch im Hinblick auf eine vermehrte Konkurrenz an Einkaufskooperationen und der Entwicklung von Einkaufsplattformen für das Gesundheitswesen im Internet kann eCommerce als Service der P.E.G. auch eine strategische Chance für die Genossenschaft bedeuten. Somit kann es mit dem Ziel einer sogenannten "win-win" Situation, bei der für die Mitglieder der P.E.G. und für die Genossenschaft selbst Nutzen entsteht, sinnvoll sein, dass die P.E.G. für ihre Mitglieder eCommerce Lösungen evaluiert und anbietet.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Electronic Commerce
2.1.1 Bedeutung
2.1.2 Entwicklung und technische Basis
2.1.3 Erscheinungsformen
2.2 Beschaffung in stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens
2.2.1 Bedeutung
2.2.2 Aufgaben und Instrumente
2.2.3 Kosten
3. eCommerce in der Beschaffung stationärer Einrichtungen des Gesundheitswesens
3.1 Motivation für den Einsatz elektronischer Beschaffungssysteme
3.2 Nutzungsmöglichkeiten
3.2.1 Informationsrecherche
3.2.2 Interaktive Bestellungen
3.2.3 eProcurement
3.3 Rechtlicher Rahmen
3.3.1 Rabattgesetz und Zugabeverordnung
3.3.2 Kartellrecht
3.3.3 Vertragsrecht im Internet
3.4 Zwischenergebnis
4. Standortanalyse der P.E.G.
4.1 Material und Methode
4.2 Unternehmen P.E.G.
4.2.1 Geschäftsmodell
4.2.2 Leistungsspektrum
4.2.3 Ziele
4.3 Wettbewerberanalyse
4.3.1 Darstellung Geschäftsmodelle
4.3.2 Zusammenfassung der Leistungen
4.3.3 Bewertung
4.4 Mitgliedshäuser
4.4.1 Struktur
4.4.2 Wünsche der Mitglieder in Bezug auf eCommerce
4.5 Zwischenergebnis
5. Ansätze von eCommerce Lösungen für die P.E.G.
5.1 Methodisches Vorgehen
5.2 Beschreibung der Ansätze
5.2.1 Fachportal P.E.G.
5.2.2 B2B Lösung
5.2.3 eMarketplace
5.3 Bewertung der Ansätze
5.3.1 Fachportal P.E.G.
5.3.2 B2B Lösung
5.3.3 eMarketplace
5.4 Strategische Empfehlung
6. Resümee
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Diplomarbeit untersucht die Möglichkeiten der Integration von eCommerce in den Beschaffungsprozess stationärer Gesundheitseinrichtungen. Das primäre Ziel ist es, zu eruieren, in welcher Form die P.E.G. e.G. München zukünftig eCommerce-Serviceleistungen anbieten kann, um für die Genossenschaft und ihre Mitgliedshäuser effektiven Nutzen zu generieren.
- Grundlagen und Erscheinungsformen des eCommerce
- Beschaffungsstrukturen in stationären Gesundheitseinrichtungen
- Potenziale zur Optimierung von Beschaffungsprozessen durch eCommerce
- Strategische Standortanalyse der P.E.G. und ihres Wettbewerbsumfeldes
- Modelle für eCommerce-Lösungen und strategische Handlungsempfehlungen
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Bedeutung
Electronic Commerce aus dem Englischen übersetzt, bedeutet elektronischer Handel. Es ist ein Begriff, der zwar weit verbreitet, dessen Inhalt jedoch noch nicht abschließend geklärt ist. So finden sich in der Literatur eine Vielzahl unterschiedlicher Definitionen des Electronic Commerce (eCommerce).
Haertsch hat die wesentlichen von ihnen zusammengetragen und ihre Kernaspekte in folgender Definition abgebildet: ,,Unter Electronic Commerce wird die Unterstützung von Geschäftstransaktionen, Geschäftsprozessen und Beziehungen zu sämtlichen internen und externen Partnern eines Unternehmens durch Informations- und Kommunikationstechnologien verstanden." Es handelt sich somit nicht ausschließlich um einen Online- Verkauf von Waren und Dienstleistungen. Es gilt vielmehr: "Internet sales are just the tip of the iceberg of economic value that companies can derive from e- commerce."
Synonym zu eCommerce werden häufig auch der Begriff Electronic Business (eBusiness) oder Electronic Service (eService) verwendet. eBusiness meint jedoch eine Geschäftstätigkeit, die vollständig auf das Internet konzentriert ist, wie z.B. Online-Werbung, Online- Servicedienste oder die Erstellung von Websites. eService umfasst dagegen alle Dienstleistungen, die auf elektronische Wege angeboten und in Anspruch genommen werden.
Aus technologischer Sicht ist eCommerce die Bemühung, mit Hilfe von Internettechnologien, Kommunikations-, Auftrags- und Klärungsprozesse sowie inner- und zwischenbetrieblichen Workflow abzubilden. Hierzu werden das freie Internet, betrieblich geschlossene Intranets oder Extranets, bei denen ein Intranet ausgewählten Kunden oder Lieferanten geöffnet wird, genutzt. Die im eCommerce umgesetzten Prozesse sind dabei vollständig medialisiert, das heißt über elektronische Medien erreichbar und bedienbar und finden somit in einem virtuellen Arbeitsraum statt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der Ausgangslage durch steigenden Kostendruck im Gesundheitswesen und Identifikation des eCommerce als Optimierungschance für Beschaffungsprozesse.
2. Theoretische Grundlagen: Erläuterung der technologischen Basis und Formen des eCommerce sowie der Bedeutung und Kostenstruktur der Beschaffung in Krankenhäusern.
3. eCommerce in der Beschaffung stationärer Einrichtungen des Gesundheitswesens: Analyse der Nutzenpotenziale, wie eProcurement und eSourcing, sowie der rechtlichen Rahmenbedingungen.
4. Standortanalyse der P.E.G.: Analyse des Geschäftsmodells der P.E.G., des Wettbewerbsumfeldes und der Bedürfnisse der Mitgliedshäuser in Bezug auf eCommerce.
5. Ansätze von eCommerce Lösungen für die P.E.G.: Konkretisierung und kritische Bewertung von drei Lösungsansätzen: Fachportal, B2B-Lösung und eMarketplace.
6. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse und strategische Handlungsempfehlung zur schrittweisen Integration von eCommerce bei der P.E.G.
Schlüsselwörter
eCommerce, P.E.G. e.G., Gesundheitswesen, stationäre Einrichtungen, Beschaffung, Einkaufsgemeinschaft, eProcurement, eSourcing, eMarketplace, B2B, Kostenoptimierung, Prozessoptimierung, Standortanalyse, Strategie, Materialwirtschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie eCommerce-Technologien genutzt werden können, um den Beschaffungsprozess in stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens effizienter zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf den Grundlagen des Electronic Commerce, der spezifischen Beschaffungssituation in Krankenhäusern, einer detaillierten Marktanalyse von Einkaufskooperationen und der Bewertung technischer eCommerce-Lösungsansätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erarbeitung einer strategischen Empfehlung für die P.E.G. e.G., wie sie ihren Mitgliedern eCommerce-Dienstleistungen anbieten kann, um einen beiderseitigen Nutzen (Win-Win-Situation) zu erzielen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine Standortanalyse durchgeführt, die auf Sekundäranalysen interner Quellen, einer Marktanalyse von Wettbewerbern sowie einer Befragung von Mitgliedshäusern der P.E.G. basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, eine Analyse der Ist-Situation der P.E.G. inklusive Wettbewerbervergleich sowie die Vorstellung und Bewertung von drei konkreten eCommerce-Ansätzen.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie P.E.G. e.G., Beschaffungsmanagement, elektronische Marktplätze, eProcurement, Kostenminimierung und Genossenschaftsmodell aus.
Wie bewertet die Autorin die Integration von B2B-Lösungen für die P.E.G.?
Die Autorin stuft die B2B-Variante als realisierbare Strategie ein, besonders für kleinere Häuser ohne eigenes Materialwirtschaftssystem, empfiehlt jedoch eine schrittweise Einführung über Pilotprojekte.
Welche Rolle spielt der Kartellrechtliche Rahmen?
Das Kartellrecht ist bei der Bündelung von Beschaffungsvolumen relevant. Die Arbeit erläutert, wie durch die Einbeziehung der Servicegesellschaft der P.E.G. wettbewerbskonforme Lösungen gestaltet werden können.
- Quote paper
- Gertrud Mackenbrock (Author), 2001, eCommerce als Bindeglied zwischen der Beschaffung stationärer Einrichtungen des Gesundheitswesens und einer Einkaufsgemeinschaft am Beispiel der P.E.G. e.G. München, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7953