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Betriebliche Kriegszeitschriften im Ersten Weltkrieg - PR und/oder Propaganda? - "Süß und ehrenhaft ist es, für die Firma zu sterben!"

Titel: Betriebliche Kriegszeitschriften im Ersten Weltkrieg - PR und/oder Propaganda?  -  "Süß und ehrenhaft ist es, für die Firma zu sterben!"

Seminararbeit , 2005 , 21 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Ulrike Römer (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In den Jahren 1914 bis 1918 kam es zur „großen Urkatastrophe unseres Jahrhunderts“, wie der Diplomat und Politikwissenschaftler George Frost Kennan den Ersten Weltkrieg bezeichnete.
[...]
„Der Große Krieg stellte einen Kampf um die Stimmungs-, Meinungs- und Urteilsbildung nach innen und außen dar.“ Um sowohl die Gegner als auch die eigene Bevölkerung zu desinformieren, wurden Medien als strategische Waffen eingesetzt. Ein Beispiel dieser medialen Kriegsmittel waren die betrieblichen Kriegszeitschriften der Unternehmen.
Ziel dieser Hausarbeit ist es, den Untersuchungsgegenstand „Betriebliche Kriegszeitschriften im Ersten Weltkrieg“ intensiver in Augenschein zu nehmen. Im Kontext des Spannungsfeldes von PR, Propaganda und Werbung soll der Frage: „Betriebliche Kriegszeitschriften im Ersten Weltkrieg – PR und/oder Propaganda?“ nachgegangenen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Gazetten als Bindeglied zwischen Heimat und Front

3. Begriffsklärung

3.1. Definition von PR

3.2 Definition von Propaganda

4. Die Kriegszeitschriften

4.1 Formale Aspekte und Inhalt

4.2 Das Beispiel der Leibniz-Feldpost

4.3 Das Beispiel der Hanomag-Nachrichten

4.4 Vergleich: „Leibniz-Feldpost“ und „Hanomag-Nachrichten“

5. Die Feldpostbriefe

5.1 Inhalt und Funktion

5.2 Zensur von Feldpostbriefen

6. Reflexion und Legendenbildung nach dem Krieg

7. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle betrieblicher Kriegszeitschriften während des Ersten Weltkriegs im Spannungsfeld zwischen Public Relations (PR), Propaganda und Unternehmenswerbung, um zu klären, inwieweit diese Publikationen zur Mitarbeiterführung genutzt oder als Propagandainstrument instrumentalisiert wurden.

  • Analyse der Funktion von Werkszeitschriften als Bindeglied zwischen Front und Heimat
  • Untersuchung der theoretischen Abgrenzung von PR und Propaganda in totalitären Systemen
  • Vergleich konkreter Fallbeispiele (Leibniz-Feldpost vs. Hanomag-Nachrichten)
  • Bewertung des Einflusses der Zensur auf die Inhalte von Feldpostbriefen
  • Reflexion der Rolle der Zeitschriften bei der Sinnstiftung und Legendenbildung nach Kriegsende

Auszug aus dem Buch

4. Die Kriegszeitschriften

Grundsätzlich gibt es zwei Typen von betrieblichen Kriegszeitschriften: Zum einen Firmenzeitungen, die bereits zu Friedenszeiten existierten und sich nach Kriegsausbruch durch neue Inhalte und Motive angepasst haben; so z.B. „Der Kleine Pelikan“. Zum anderen kam es nach Ausbruch des Krieges bzw. im zweiten Kriegsjahr zu diversen Neugründungen, wie z.B. der „Knorr-Feldpost“. Einige Unternehmen wie Bahlsen tauften ihre bereits bestehenden Gazetten um, so wurde aus den „Leibniz-Blättern“ die „Leibniz-Feldpost“. Viele Titel waren eigenständige Publikationen, andere wenige erschienen als Beilage zu den Betriebspublikationen, z.B. die Kriegsbeilage der „Hanomag-Nachrichten“. Viele der eigentlich auf die Umstände des Krieges ausgerichteten Gazetten entwickelten sich nach Kriegsende 1918 zu normalen Mitarbeiterzeitschriften, so z.B. die „Telefunken-Zeitung“.

Auch wenn die Gazetten meist im Querformat mit einem Umfang von bis zu 32 Seiten herausgegeben wurden, waren sie in ihrem Erscheinungsbild doch sehr unterschiedlich. Zum einen gab es Zeitschriften, die maschinell oder handschriftlich verfasst und auf billiges Papier gedruckt wurden. Zum anderen erschienen auch Gazetten, die professionell gestaltet wurden, wenn es der technische und finanzielle Rahmen der Unternehmen zuließ. Einige wenige Unternehmen bedienten sich teurer Druckverfahren und verwendeten vor allem für kitschige Sonderseiten zur Weihnachtszeit Kunstdruckpapier. Die Schrift wurde sowohl in Fraktur als auch in Antiqua gesetzt. Einige Unternehmen gingen im Laufe des Krieges dazu über, nicht mehr lateinische, sondern gotische Schrift zu verwenden, um ihren treudeutschen Geist zu offenbaren. Erschienen die Kriegszeitschriften anfangs noch monatlich oder zehntägig, so zwang die zunehmende Papier- und Materialknappheit die Unternehmen, mit größerem Abstand und in geringerem Umfang zu berichten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Ersten Weltkrieg als totalen Krieg dar und definiert das Ziel der Arbeit, die Rolle betrieblicher Kriegszeitschriften im Spannungsfeld von PR und Propaganda zu untersuchen.

2. Die Gazetten als Bindeglied zwischen Heimat und Front: Dieses Kapitel beschreibt, wie die Industrie durch die Herausgabe von Zeitschriften versuchte, eine Verbindung zwischen den Soldaten an der Front und dem Unternehmen in der Heimat zu etablieren.

3. Begriffsklärung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Public Relations sowie der Propaganda erarbeitet, um eine wissenschaftliche Einordnung der späteren Fallbeispiele zu ermöglichen.

4. Die Kriegszeitschriften: Dieses Kapitel analysiert formale Aspekte, Inhalte und spezifische Beispiele wie die Leibniz-Feldpost und die Hanomag-Nachrichten als Instrumente der Unternehmenskommunikation.

5. Die Feldpostbriefe: Es wird untersucht, welche Funktion die in den Zeitschriften abgedruckten Briefe von Frontsoldaten hatten und wie diese durch Zensur sowie propagandistische Absichten beeinflusst wurden.

6. Reflexion und Legendenbildung nach dem Krieg: Das Kapitel betrachtet die inhaltliche Entwicklung und den Umgang der Unternehmen mit dem verlorenen Krieg sowie die Entstehung späterer Legendenbildungen.

7. Schlussfolgerung: Die Arbeit resümiert, dass die Kriegszeitschriften zwar Züge unternehmerischer PR trugen, jedoch letztlich als propagandistische Instrumente determiniert waren.

Schlüsselwörter

Erster Weltkrieg, Kriegszeitschriften, Public Relations, Propaganda, Mitarbeiterführung, Leibniz-Feldpost, Hanomag-Nachrichten, Feldpostbriefe, Zensur, Unternehmenskommunikation, Patriotismus, Corporate Identity, Front, Heimat, Dolchstoßlegende

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert betriebliche Kriegszeitschriften deutscher Unternehmen während des Ersten Weltkriegs und deren Funktion in einem komplexen Spannungsfeld zwischen PR, Werbung und Propaganda.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten zählen die Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren Mitarbeitern im Feld, die Gestaltung dieser Gazetten, der Einfluss von staatlicher Zensur auf den Briefverkehr und die Rolle der Firmen bei der Sinnstiftung während und nach dem Krieg.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die zentrale Frage lautet: „Betriebliche Kriegszeitschriften im Ersten Weltkrieg – PR und/oder Propaganda?“. Das Ziel ist es, den Charakter dieser Presseerzeugnisse historisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?

Die Autorin stützt sich auf eine historische Nachbetrachtung sowie die Analyse existierender Studien zur Unternehmenskommunikation während des Ersten Weltkriegs, insbesondere die Arbeit von Dr. Joachim Heise.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von PR und Propaganda, einer formalen und inhaltlichen Untersuchung von Zeitschriften (u.a. Leibniz-Feldpost und Hanomag-Nachrichten), der Analyse von Feldpostbriefen und der Reflexion über die Kriegszeit nach 1918.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Erster Weltkrieg, Kriegszeitschriften, PR, Propaganda, Mitarbeiterführung, Feldpostbriefe, Zensur und Unternehmenskommunikation.

Wie unterscheidet sich die inhaltliche Ausrichtung der "Leibniz-Feldpost" von den "Hanomag-Nachrichten"?

Während die "Leibniz-Feldpost" stärker deutschnational durch Symbole wie das Eiserne Kreuz geprägt war und den Aufbau einer Betriebsfamilie anstrebte, war die Hanomag-Gazette stärker auf internationale Kunden ausgerichtet und fungierte eher als vaterländischer Pressespiegel.

Welche Rolle spielte die Zensur bei der Publikation der Feldpostbriefe?

Die Zensur diente dazu, militärische Geheimnisse zu schützen und eine positive Stimmung aufrechtzuerhalten. Sie zwang die Soldaten dazu, militärisch konforme Briefe zu verfassen und verhinderte die Darstellung von Elend und Kriegsmüdigkeit.

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Details

Titel
Betriebliche Kriegszeitschriften im Ersten Weltkrieg - PR und/oder Propaganda? - "Süß und ehrenhaft ist es, für die Firma zu sterben!"
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Geschichte der PR
Note
2,3
Autor
Ulrike Römer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
21
Katalognummer
V79599
ISBN (eBook)
9783638869775
ISBN (Buch)
9783638869874
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Betriebliche Kriegszeitschriften Ersten Weltkrieg Propaganda Firma Geschichte PR Öffentlichkeitsarbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ulrike Römer (Autor:in), 2005, Betriebliche Kriegszeitschriften im Ersten Weltkrieg - PR und/oder Propaganda? - "Süß und ehrenhaft ist es, für die Firma zu sterben!", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79599
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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