Infolge der Liberalisierung des internationalen Luftverkehrs in den 80er Jahren haben
sich zahlreiche Umwälzungen in der Luftverkehrsindustrie vollzogen. Internationale
Fluggesellschaften hatten damals drei mögliche Strategieoptionen zur Reaktion auf die
veränderte Wettbewerbssituation: Alleingang, Verschmelzung oder Kooperation mit
anderen. Problemstellung dieser Arbeit ist die Darstellung der internationalen Kooperationen und Netzwerke, die als Konsequenz in der Luftfahrtindustrie entstanden sind.
Die vorliegende Arbeit besteht aus vier Kapiteln. Nach der Einführung in Kapitel 1 wird
in Kapitel 2 die betriebswirtschaftliche Grundlage der Kooperationen und Netzwerke
erarbeitet. Neben Begriffsdefinitionen, Zielen, Motiven und Formen von Kooperationen
und Netzwerken wird auch auf wissenschaftliche Erklärungsansätze für Kooperationen
und Netzwerke eingegangen. Im vorletzten Kapitel werden dann die unterschiedlichen
Kooperationen und Netzwerke dargestellt, die es momentan in der Luftfahrtindustrie
gibt. Anschließend werden die eminenten Auswirkungen der Kooperationen und Netzwerke auf den Wettbewerb im internationalen Luftverkehr diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Gang der Untersuchung
2. Internationale Kooperationen und Netzwerke in der Betriebswirtschaftslehre
2.1. Begriffsdefinitionen, Merkmale und Arten von Kooperationen
2.2. Gestaltungsformen von internationalen Kooperationen und Netzwerken
2.3. Wissenschaftliche Erklärungsansätze für die Entstehung von Kooperationen und Netzwerken
2.3.1. Transaktionskosten-Ansatz
2.3.2. Theorie der Resource-Based-View
2.3.3. Structure-Conduct-Performance
2.4. Ziele, Motive, Chancen und Risiken
2.5. Voraussetzungen für die Schließung von Kooperationen
2.6. Rolle der Faktoren Macht, Vertrauen und Misstrauen
3. Kooperations- und Netzwerkformen in der internationalen Luftfahrtindustrie
3.1. Besonderheiten der Luftverkehrsleistung
3.2. Erscheinungsformen des internationalen Luftverkehrs
3.3. Externe Determinanten von Kooperationen im Luftverkehr
3.4. Code-Sharing
3.5. Regionalpartnerschaften
3.6. Partnerairlines
3.7. Strategische Allianzen im internationalen Luftverkehr
3.7.1. Star Alliance
3.7.2. One World
3.7.3. SkyTeam
3.7.4. Kooperationsfelder in den Allianzen
3.8. Erfolg und Strategie einiger kooperierender Airlines
3.9. Vorteile für die Flugpassagiere, insbesondere für Vielflieger
3.10. Auswirkungen der strategischen Allianzen auf den Wettbewerb im internationalen Luftverkehr
4. Resümee und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung internationaler Kooperationen und Netzwerke innerhalb der Luftfahrtindustrie als strategische Reaktion auf die Liberalisierung des Marktes. Im Zentrum steht die Analyse der verschiedenen Kooperationsformen sowie deren Auswirkungen auf Wettbewerb, Effizienz und die Kundenerfahrung.
- Grundlagen betriebswirtschaftlicher Kooperationen und Netzwerke
- Wissenschaftliche Erklärungsansätze für Unternehmensallianzen
- Detaillierte Darstellung der Kooperationsformen in der Luftfahrtindustrie
- Analyse strategischer Allianzen (Star Alliance, One World, SkyTeam)
- Auswirkungen der Kooperationen auf den Wettbewerb und die Passagiere
Auszug aus dem Buch
3.4. Code-Sharing
Ein Code besteht aus einer zweistelligen Abkürzung für eine Fluggesellschaft, die für jede Airline vorgegeben ist, gefolgt von einer Flugnummer. So kennzeichnet bspw. AA400 einen American-Airlines Flug von Frankfurt nach New York. Code-Sharing ist eine Kooperation zwischen Fluggesellschaften auf Marketing-Basis. Dabei bietet ein Partner einen Flug vom Ziel A zum Ziel B an, wobei vereinbart wird, dass jede Fluggesellschaft auch Flugtickets für den von dem Partner ausführenden Flug mit eigenem Code verkaufen kann. Der ausführende Carrier wird als Operating Carrier bezeichnet.
Code-Sharing führt dann dazu, dass Kunden, die Flugtickets bei verschiedenen Airlines erworben haben, in einem einzigen Flieger zum Flugziel geflogen werden. So betreibt Air India die Flugstrecke San Francisco-Frankfurt-Mumbai in einer internationalen Code-Sharing-Kooperation mit Lufthansa und United Airlines. Flugreisende von Frankfurt nach Mumbai, die ihre Tickets bei Lufthansa, United Airlines oder Air India kaufen, werden von Air India abgefertigt und mit einer Maschine von Air India nach Mumbai geflogen, wobei der Qualitätsstandard, die Verrechnungspreise, Anforderungen, Gewinnmargen, Sitzplatzverteilung vorher unter den Code-Sharing-Airlines festgelegt wird. Code-Sharing trägt zu einer breiteren Marktpräsenz bei und erhöht die Buchungswahrscheinlichkeit, da der gleiche Flug mehrfach gelistet wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Liberalisierung des Luftverkehrs seit den 80er Jahren und leitet die Relevanz von Kooperationen als notwendige Strategie für Fluggesellschaften ab.
2. Internationale Kooperationen und Netzwerke in der Betriebswirtschaftslehre: Dieses Kapitel erarbeitet die theoretischen Grundlagen, Formen und Erklärungsansätze für Kooperationen sowie die zentralen Erfolgsfaktoren wie Vertrauen und Machtverteilung.
3. Kooperations- und Netzwerkformen in der internationalen Luftfahrtindustrie: Das Kapitel analysiert spezifische Merkmale der Luftverkehrsdienstleistung und erläutert detailliert die verschiedenen Kooperationsformen, von Code-Sharing bis hin zu globalen strategischen Allianzen.
4. Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Rolle von Kooperationen als strategisches Instrument zur Fixkostensteuerung und Risikooptimierung zusammen und regt künftige quantitative Forschungsmodelle an.
Schlüsselwörter
Luftfahrtindustrie, Kooperationen, Strategische Allianzen, Code-Sharing, Netzwerke, Wettbewerb, Liberalisierung, Hub-Spoke-System, Kundenbindung, Globalisierung, Fluggesellschaften, Dienstleistungsmarketing, operative Kooperationen, Markteintrittsbarrieren, Bonusmeilen-Programme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Notwendigkeit und Umsetzung von internationalen Kooperationen und Netzwerken bei Fluggesellschaften, um auf die veränderten Wettbewerbsbedingungen nach der Marktliberalisierung zu reagieren.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt die betriebswirtschaftlichen Grundlagen von Unternehmenszusammenschlüssen, spezifische Kooperationsformen wie Code-Sharing und Regionalpartnerschaften sowie die großen strategischen Allianzen im internationalen Luftverkehr.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Entstehung der Kooperationen in der Luftfahrtindustrie darzustellen und aufzuzeigen, wie diese Strukturen die Wettbewerbsposition der beteiligten Airlines und den Nutzen für Flugpassagiere beeinflussen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch betriebswirtschaftliche Ansätze (z.B. Transaktionskosten-Ansatz, Resource-Based-View) und einer deskriptiven Analyse der aktuellen Marktstrukturen und Allianzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Kooperationen und die praktische Anwendung in der Luftfahrtindustrie, wobei Besonderheiten der Branche sowie die vier Hauptgebiete der Kooperationsfelder (Flugplanung, Vertrieb, Marktauftritt, Abfertigung) detailliert erläutert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Luftfahrtindustrie, Strategische Allianzen, Code-Sharing, Wettbewerbsintensivierung und operative Effizienzsteigerung durch Netzwerkbildung.
Welchen Einfluss hatte der 11. September 2001 auf die Kooperationsstrategien?
Die Terroranschläge führten laut Arbeit zu einer Intensivierung der Kooperationen, etwa durch die gemeinsame Nutzung von Allianz-Lounges, eine stärkere Bündelung der Bodenabfertigung und ein erweitertes Code-Sharing, um die Stabilität der Allianzen zu erhöhen.
Was zeichnet die drei großen strategischen Allianzen aus?
Die Arbeit vergleicht Star Alliance, One World und SkyTeam hinsichtlich ihrer Mitgliederstruktur, ihrer Marktanteile und der Koordination durch zentrale Managementgesellschaften, wobei jede Allianz ähnliche operative Felder wie Flugplanung und Vertrieb abdeckt.
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- Michael Jurgen Garbade (Author), 2006, Internationale Kooperationen und Netzwerke dargestellt am Beispiel der Luftfahrtindustrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79605