Der letzte Kaiser der Dynastie der Severer - Alexander Severus und die Rolle seiner Mutter


Hausarbeit, 2002

18 Seiten


Leseprobe

Inhalt:

I. Einleitung

II. Vorfahren, Alexander Severus und seine Mutter Julia Mamaea

III. Über die Autoren der Quellen

IV. Alexander Severus kommt an die Regierung (222 n. Chr.) in Begleitung seiner Mutter Julia Mamaea

V. Innenpolitische Atmosphäre während der Mutter-Sohn Regierung

VI. Äußere Gefahren
a) Persisches Expansionsstreben im Osten des Reiches
b) Das Eindringen der Germanen an den Nordgrenzen

VII. Das Ende der Mutter-Sohn Regierung

VIII. Die Münzprägungen für die Mutter und ihren Kaisersohn

IX. Die Bautätigkeiten

X. Quellen- und Literaturangaben

I. Einleitung

Alexander Severus, der vierzehnjährige Kaiser der Dynastie, herrschte hinter seiner macht- und geldgierigen Mutter Julia Mamaea dreizehn Jahre lang im römischen Reich. Die Hauptrolle während der Regierungszeit spielte Julia Mamaea, die Tante des vorherigen Kaisers Elagabal und die Nichte der Kaiserin Julia Domna. Der nur dem Namen nach Kaiser gebliebene Alexander Severus wurde gezwungen, das Spiel mitzumachen. Der aus dem Senatorenkreis stammende Rat der sechzehn Männer half der Mutter beim Treffen wichtiger Entscheidungen. Ohne sie wäre das Regieren des großen Reiches kaum möglich gewesen. Innere Krisen sowie mehrere Aufstände konnten unterdrückt werden. Als es aber um die Abwehr äußerer Gefahren ging, scheiterten die Mutter und ihr Kaisersohn. Im Osten kam ein neuer Herrscher 224 auf die außenpolitische Bühne, der Sassanidenkönig Ardasir I. Er wollte sein Gebiet in Richtung der römischen Provinzen ausdehnen, um sein Reich in den Grenzen seiner Urväter wiederherzustellen. Im Norden an Rhein und Donau rannten die kriegerischen Germanen die Grenzen des Reiches ein. Sowohl die Perser unter ihrem neuen Namen „Sassaniden“ als auch die Germanen lehnten die Friedensangebote des Kaisers kategorisch ab. Julia Mamaea und dem Kaiser war klar, dass keine andere Möglichkeit als der Krieg bleib. Diese äußeren Bedrohungen stürzten die Mutter-Sohn Regierung in ihre Agonie.

Für den zeitgenössischen Autor Herodian wurde Alexander Severus von seiner Mutter gegängelt, militärisch verhielt er sich sehr ungeschickt und unmännlich. Eiserne Entschlossenheit schreibt ihm der Historiker des vierten Jahrhunderts Sextus Aurelius Victor zu, die ihm im Augenblick Ruhm und bald darauf den Untergang brachte. Was die zeitgenössischen und späteren Autoren über diesen Kaiser und seine Mutter schrieben, stimmen nicht überein. Die Darstellung seiner Persönlichkeit reicht von uneingeschränkter Lobpreisung bis zur völligen Ablehnung. Alle Historiker sind sich jedoch einig, dass er schon sehr jung, mit 13 oder 14, die Kaiserwürde erlangte und seine machtbesessene Mutter die Regierungsgeschäfte in seinem Namen führte. Sie duldete ihre Schwiegertochter Orbiana nur für etwa zwei Jahre. Danach sah sie das Heilmittel beim Hinauswerfen aus dem Palast, Orbiana musste schließlich ohne ihren Mann für immer in Nordafrika leben, ihr Vater wurde hingerichtet.

Alexander Severus, Julia Mamaeas einziger Sohn und somit die für sie einzige Möglichkeit Kaiserin zu werden starb 235 auf dem Kriegsfeld. Mitregentin Julia Mamaea musste mit ihm sterben. So endete mit Mutter und Sohn die 43 jährige Dynastie der Severer und es begann die sogenannte Soldatenkaiserzeit.

II. Die Vorfahren, Alexander Severus und seine Mutter Julia Mamaea

Julia Avitia Mamaea ist die Tochter der Julia Maesa und des Konsuls Julius Avitus. Als Geburtsjahr kann etwa 190 n. Ch. angenommen werden. Ihre Mutter Julia Maesa war die ältere Schwester der Kaiserin Julia Domna. Durch ihre Schwester durfte Julia Maesa[1] am römischen Kaiserhof bis 217, bis zum Tode der Julia Domna leben. Der Mann der Julia Domna vertrieb sie daraufhin vom Hof. Julia Maesa hatte noch eine Tochter, Julia Soaemias, die Mutter des vorletzten Kaisers Elagabal.

Bevor Julia Mamaea[2] in ihrer zweiten Ehe mit Gessius Marcianus Severus Alexander am 1. Oktober 208 n. Chr. in Arca Caesarea in der Phönizien[3] auf die Welt brachte, hatte sie aus derselben Ehe bereits eine Tochter, die 218 n. Ch. zusammen mit ihrem Mann in den Kämpfen mit Macrinus in Syrien den Tod fand (Dio LXXVIII 34, I).

Liest man über die Kaiserzeit des Severus Alexander, so liest man automatisch die Geschichte seiner Mutter Julia Mamaea mit. Solange Severus Alexander herrschte, ist die Geschichte der Julia Mamaea keine andere als die ihres Sohnes. Da ihr Sohn zum Zeitpunkt der Ernennung zum Augustus erst 14 Jahre alt war, spielte sie mit ihrer Mutter Julia Maesa die Hauptrolle an der Regierung. Nachdem Julia Maesa im Jahre 224 gestorben war, führte sie die Regierungsgeschäfte allein. Alle Entscheidungen, ob militärisch oder politisch, wurden von ihr getroffen. Von dem Rat der sechzehn weisen Männer, den sie selber geschaffen hatte, ließ sie sich beraten.

Auf Veranlassung der Julia Maesa und durch geschickte Einflussnahme der Mutter Julia Mamaea wurde der Sohn Marcus Aurelius Alexander[4] 221 n. Chr. durch seinen Vetter Elagabal adoptiert, als Caesar Mitregent und zum Thronerben ausgerufen. Damals lebte Severus Alexander, dessen Vater vermutlich 218 n. Chr. gestorben war, bereits seit einiger Zeit mit seiner Mutter in Rom. Nach seiner Adoption und Ernennung zum Caesar wurde Severus Alexander zusammen mit Elagabal zum Konsul des Jahres 222 designiert. Nach der Ermordung des Elagabal und dessen Mutter am 11. März 222 n. Chr. trat Severus Alexander dessen Nachfolge an. Dreimal bekleidete Severus Alexander das Konsulat, 222, 226 und 229 zusammen mit Dio Cassius: „Alexander zeichnete mich auf verschiedene Weise aus, insbesondere indem er mich zum Zweitenmal als Konsul [229 n. Chr.], und zwar gemeinsam mit ihm, bestellte und die mit dem Amte verbundenen Ausgabenpersönlich zu bestreiten versprach.“ Cassius Dio, Epitome des Buches 80, Xiphilinos 356, 5 (1)

Nach Ausweis der Münzen schloss Severus Alexander im Spätjahr 225 oder erst 226 n. Chr. die Ehe mit Orbiana, die aus einer angesehenen Patrizierfamilie kam. Diese Ehe dauerte nur kurze Zeit, denn spätestens 227 fand sie auf Betreiben der Julia Mamaea ihr Ende, indem Orbiana nach Afrika verbannt wurde. Ihre Schwiegermutter Mamaea fürchtete, dass sie den Titel Augusta erhielt. Um 227 wurde Julia Mamaea unter dem Titel „Mater Augusti et castrorum et senatus et patriae, Mutter des Kaisers, der Armee, des Senats und des Vaterlandes“ verherrlicht. Später führte sie auch den Titel „Mater universi generis humani, Mutter des gesamten Menschengeschlechtes“.

III. Über die Autoren der Quellen

Die römischen Geschichtsschreiber Cassius Dio und Herodian berichten uns als Zeitgenossen über die dreizehnjährige Mutter-Sohn Regierung. Von dem Historiker des vierten Jahrhunderts Sextus Aurelius Victor entnehmen wir verkürzte und trockene Informationen. Der angebliche Biograph Aelius Lampridius in der Historia Augusta bietet zwar eine lange, idealisierte Darstellung über das Leben des Alexander Severus an, aber sie ist historisch zweifelhaft und fälschlich. Der Umgang mit dieser Quelle ist problematisch.

[...]


[1] Julia Maesas Geburtsdatum ist unbekannt; es muss in den 160er Jahren, dem Geburtsjahr der Julia Domna vorausliegen. Bei Herodian (V 3) heißt es, sie sei eine alte Frau gewesen, als ihr Enkel (Elagabal) 218 n. Ch. die Herrschaft antrat. Ihr Tod fällt nach vorherrschender Ansicht in den Zeitraum zwischen November 224 und August 226 n. Chr. Beim Herrschaftsantritt des Elagabal, dessen Thronerhebung sie dank ihres Reichtums mit unbedenklichen Mitteln betrieben hatte, erhielt sie den Titel Augusta und das Ehrenmünzrecht. Dieses Ehrenmünzrecht hat sie unter Severus Alexander nicht mehr wahrgenommen. Nach ihrem Tode wurde sie in den ersten Jahren der Herrschaft des Severus Alexander konsekriert; Konsekrationsmünzen sind bekannt. Sie starb im Jahre 224.

[2] Vor ihrer Ehe mit Gessius Marcianus war Julia Mamaea bereits mit einem Mann konsularischen Ranges verheiratet gewesen.

[3] Die Phönizien: Küstenstrich Syriens, etwa das heutige Libanon.

[4] Sein ursprünglicher Name war Alexianus Bassianus, vollständig Marcus Aurelius Severus Alexander; ursprünglich Alexianus.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Der letzte Kaiser der Dynastie der Severer - Alexander Severus und die Rolle seiner Mutter
Hochschule
Technische Universität Berlin
Autor
Jahr
2002
Seiten
18
Katalognummer
V79617
ISBN (eBook)
9783638866347
ISBN (Buch)
9783656057925
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kaiser, Dynastie, Severer, Alexander, Severus, Rolle, Mutter
Arbeit zitieren
Aynur Keskin (Autor), 2002, Der letzte Kaiser der Dynastie der Severer - Alexander Severus und die Rolle seiner Mutter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79617

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