Angesichts der sich ständig verändernden begrifflichen
Strukturierungsprozesse in der kindlichen Wortbedeutungsentwicklung stellt sich die Frage, wie sich die Begriffssysteme der Schülerinnen und Schüler dem Sprachsystem der Erwachsenen annähern können, wie sie begriffliche Kriterien entwickeln und verallgemeinern, Begriffe ordnen und miteinander vernetzen. Ein Zugang zum Begriffssystem der Kinder erschließt sich nur über eine Analyse der kindlichen Begriffskriterien.
Die epigenetische Entwicklungstheorie (vgl. SZAGUN 2001, 14) bildet dabei das Fundament entwicklungsgemäßer Betrachtung von
Wortbedeutungsentwicklung im Kontext Schule.
Schlüsselwörter: Wortbedeutung, Begriffssystem, Begriffskriterien, Sprachförderung im Unterricht
In view of a continuous alteration of the child’s semantic concepts, the question occurs, how children manage to achieve semantic markers and establish organized structures of the meaning of terms and words. Analyzing the child’s language-system helps us to understand the process of language acquisition of children with specific language impairments. An epigenetic theory of development (SZAGUN 2001, 14) implies a process-orientated view on the child’s language system and provides the basis of intervention in school.
Keywords: language acquisition, level of the lexicon, semantic markers, epigenetic theory
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Aufbau des kindlichen Lexikons
- Wortbedeutungsentwicklung
- Epigenetische Entwicklungstheorie
- Semantische Merkmaltheorie - oder Begriffsorientierung?
- Entwicklung der Terminologie: Begriff, Wort, Bedeutung
- Prozesse beim Aufbau von Begriffen
- Strukturierungsprozesse
- Der Sprachhandlungsansatz
- Theorie-Praxis-Bezüge
- Zum Problem der Diagnostik
- Individuelle Prozessanalyse und Wortbedeutung
- Analyseebenen
- Allgemeiner Aufbau des Förderplans
- Exemplarische Darstellung von Förderplänen
- Ausführlicher Förderplan (Niklas)
- Kurzförderplan (Bert)
- Kurzförderplan (Henrik)
- Kurzförderplan Nina
- Kurzförderplan (Max W.)
- Kurzförderplan (Florian)
- Kurzförderplan (Anton)
- Unterrichts- und Therapieplanung
- Thema der Einheit
- Ziel der Einheit
- Prozessuale Ziele der Unterrichtseinheit (PZ)
- Anmerkungen zur Lerngruppe
- Struktur der Einheit
- Didaktische Überlegungen
- Sachstrukturanalyse
- Lernvoraussetzungen (LV)
- Sprachbehindertenpädagogische Differenzierungsmaßnahmen
- Methodische Überlegungen
- Dokumentation der Einheit
- Unterrichtsblock 1:
- Unterrichtsblock 2:
- Unterrichtsblock 3:
- Schlussbetrachtung zum Bezug von Theorie und Praxis
- Anhang
- Literatur
- Sach- und Bilderbücher
- Glossar
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Das vorliegende Buch befasst sich mit der theoretischen Fundierung und praktischen Umsetzung der Förderung semantisch-lexikalischer Sprachkompetenzen im Spracherwerbsprozess. Es richtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorschulischer Einrichtungen, Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen sowie an Sprachtherapeuten und Logopäden.
- Entwicklung des kindlichen Lexikons und Wortbedeutungsentwicklung
- Begriffsorientierter Ansatz zur Wortbedeutungsentwicklung
- Sprachhandlungsansatz als pädagogischer Bezugspunkt
- Individuelle Förderplanung für sprachliche Kompetenzen
- Praxisbezogene Umsetzung der Theorie in einer Unterrichtseinheit zum Thema „Tiere in Afrika“
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung skizziert den Stellenwert der semantisch-lexikalischen Sprachkompetenz im Spracherwerbsprozess und erläutert die Bedeutung des Wortschatzes als zentrale Bausteine im Spracherwerb. Kapitel 2 widmet sich dem Aufbau des kindlichen Lexikons und stellt die Organisation des mentalen Lexikons sowie die Bedeutung von Begriffsrelationen für die Strukturierung des Wortschatzes dar. Kapitel 3 beleuchtet verschiedene Theorien zur Wortbedeutungsentwicklung, insbesondere die epigenetische Entwicklungstheorie und den begriffsorientierten Ansatz, und erläutert Prozesse beim Aufbau von Begriffen. Kapitel 4 stellt den Sprachhandlungsansatz als pädagogischen Bezugspunkt vor und untersucht die Relevanz von Kooperation für die Förderung der Wortbedeutungsentwicklung.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind: semantisch-lexikalische Sprachkompetenz, Wortbedeutungsentwicklung, begriffsorientierter Ansatz, Sprachhandlungsansatz, Kooperation, individuelle Förderplanung, Unterrichtseinheit, Tiere in Afrika.
Häufig gestellte Fragen
Wie entwickeln Kinder die Bedeutung von Wörtern?
Die Wortbedeutungsentwicklung erfolgt durch die Bildung von Begriffssystemen. Kinder ordnen Begriffe anhand von Kriterien und Merkmalen, die sich mit der Zeit dem Sprachsystem der Erwachsenen annähern.
Was besagt die epigenetische Entwicklungstheorie (Szagun)?
Die Theorie betrachtet den Spracherwerb als einen dynamischen Prozess, bei dem sich biologische Anlagen und Umweltfaktoren gegenseitig beeinflussen und ständig weiterentwickeln.
Wie kann Sprachförderung im Unterricht konkret aussehen?
Förderung erfolgt durch individuelle Prozessanalysen und Förderpläne, die an den spezifischen Lernvoraussetzungen der Kinder ansetzen (z. B. durch Themen wie „Tiere in Afrika“).
Was ist der Sprachhandlungsansatz?
Dieser Ansatz stellt das Handeln mit Sprache in den Mittelpunkt. Sprache wird als Werkzeug zur Kooperation und zur Erreichung gemeinsamer Ziele begriffen.
Welche Rolle spielt die Diagnostik bei Sprachstörungen?
Eine präzise Diagnostik ist notwendig, um kindliche Begriffskriterien zu verstehen und darauf basierend gezielte Differenzierungsmaßnahmen für Kinder mit Sprachbeeinträchtigungen zu entwickeln.
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- Timm Albers (Author), 2002, Den Wortschatz entdecken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79738