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Die begriffliche Einordnung des Mezzanine-Kapitals im Rahmen der Mittelstandsfinanzierung sowie seine handels- und steuerrechtlichen Auswirkungen auf den Jahresabschluss

Title: Die begriffliche Einordnung des Mezzanine-Kapitals im Rahmen der Mittelstandsfinanzierung sowie seine handels- und steuerrechtlichen Auswirkungen auf den Jahresabschluss

Seminar Paper , 2006 , 38 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Martina Richter (Author)

Business economics - Investment and Finance
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3,38 Millionen Unternehmen, was einem Anteil von 99,7 % aller Unternehmen in Deutschland entspricht, werden dem Mittelstand zugeordnet. Diese erwirtschaften zurzeit 46,7 % der Bruttowertschöpfung, beschäftigen 70,8 % der Arbeitnehmer und tätigen 51,5 % der Investitionen. Somit kann der Mittelstand als tragende Säule der deutschen Wirtschaft bezeichnet werden. Vielen dieser Unternehmen ist ein Problem gemein: Die Eigenkapitalquote des deutschen Mittelstands ist mit durchschnittlich 10 % zu gering und hinkt im internationalen Vergleich deutlich hinterher. „Über Jahrzehnte hinweg wurde die Kapitalversorgung des deutschen Mittelstands in erster Linie durch enge Beziehungen zur Kredit gebenden Hausbank geprägt.“ Die mittelständischen Unternehmen erkennen jedoch angesichts einer zunehmend restriktiven Kreditvergabepolitik, dass sie über ergänzende Finanzierungswege zur Stärkung ihrer Eigenkapitalstruktur nachdenken müssen. Bei der Suche nach Alternativen zum herkömmlichen Kredit gewinnt das Mezzanine-Kapital für den Mittelstand zunehmend an Bedeutung. Die beiden für den deutschen Mittelstand wesentlichen Formen der Mezzanine-Finanzierung – das Nachrangdarlehen und die stille Beteiligung – werden nachfolgend ausführlich behandelt. Auf eine handelsrechtliche Betrachtung der stillen Beteiligung wird aus Platzgründen verzichtet.

Begriffsdefinitionen und Grundlagen von Mezzanine-Kapital
Definition Eigenkapital
„Eigenkapital eines Unternehmens ist das von seinen Eigentümern als Gesellschafter ohne zeitliche Begrenzung zur Verfügung gestellte Kapital.“ Den Gesellschaftern steht für das eingebrachte Kapital weder eine feste Verzinsung noch eine Rückzahlung des Kapitalbetrags zu, jedoch haben sie Anspruch auf erfolgsabhängige Zahlungen, die sich von der Höhe des Unternehmenserfolgs ableiten lassen. „Das Eigenkapital hat einerseits Haftungsfunktion und andererseits eine Bemessungsfunktion für den Umfang der Verfügungsrechte (wie z.B. zur Geschäftsführung, Information, Kontrolle) der Anteilseigner, die im Einzelnen von der Rechtsform und Satzung abhängig ist.“ Der Eigenkapitalgeber haftet mindestens in Höhe der Einlage, ggf. auch mit seinem Privatvermögen. Das Eigenkapital ist eine Residualgröße, welche sich aus der Differenz der Buchwerte aller Aktiva abzüglich aller Schulden ergibt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen und Grundlagen von Mezzanine-Kapital

2.1. Definition Eigenkapital

2.2. Definition Fremdkapital

2.3. Definition Mezzanine-Kapital

2.4. Abgrenzung zwischen Equity und Debt Mezzanine

2.5. Vergütung und Equity-Kicker

2.6. Gesellschafter-Fremdfinanzierung nach § 8a KStG

3. Unternehmensfinanzierung in Deutschland

3.1. Der deutsche Mittelstand und Basel II

3.2. Aktuelles Finanzierungsumfeld für mittelständische Unternehmen

4. Nachrangdarlehen

4.1. Allgemein

4.2. Bilanzrechtliche Beurteilung beim Darlehensnehmer

4.3. Steuerrechtliche Beurteilung beim Darlehensnehmer

5. Typisch stille Beteiligung

5.1. Allgemein

5.2. Steuerrechtliche Behandlung beim typisch stillen Gesellschafter

5.3. Steuerrechtliche Behandlung beim Geschäftsinhaber

6. Atypisch stille Beteiligung

6.1. Allgemein

6.2. Gewinnermittlung

6.3. Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und andere Steuern

6.4. Gewerbesteuer

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die begriffliche Einordnung von Mezzanine-Kapital als Finanzierungsalternative für den deutschen Mittelstand. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der handels- und steuerrechtlichen Auswirkungen verschiedener Mezzanine-Instrumente auf den Jahresabschluss unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen an die Kapitalstruktur.

  • Begriffliche Abgrenzung von Eigen- und Fremdkapital sowie Mezzanine-Kapital
  • Analyse der Unternehmensfinanzierung vor dem Hintergrund von Basel II
  • Handels- und steuerrechtliche Würdigung von Nachrangdarlehen
  • Steuerrechtliche Gestaltungsmöglichkeiten der typisch und atypisch stillen Beteiligung

Auszug aus dem Buch

2.3. Definition Mezzanine-Kapital

„Für „Mezzanine-Kapital“ existiert keine allgemein gültige, klar abgegrenzte Definition.“15 Der italienische Begriff „Mezzanine“ entstammt der Architektur und bedeutet Zwischengeschoss zwischen zwei Hauptstockwerken.16 In Bezug auf Finanzierungsaspekte bildet Mezzanine-Kapital eine Zwischenform von Eigen- und Fremdkapital.17 Es hat sich hierbei als Sammelbegriff für hybride Finanzierungsinstrumente etabliert, welche sich durch typische Merkmale des Eigen- und des Fremdkapitals auszeichnen.18 Das Mezzanine-Kapital erhält seinen Fremdkapitalcharakter vor allem durch die Laufzeitbegrenzung, einen festen Rückzahlungsbetrag und fixe Zinszahlungen, wobei letztere nur einen Teil der Vergütung des Mezzanine-Kapitals darstellen.19 Eigenkapitalcharakter erlangt das Mezzanine-Kapital durch die Nachrangigkeit sowie die Beteiligung an Gewinn und Verlust.20 Charakteristisch für Mezzanine-Finanzierungen sind der große Variationsspielraum und die flexible Gestaltungsvielfalt, die eine individuelle Anpassung an das mittelständische Unternehmen möglich machen.21 Alle Formen weisen jedoch folgende Kernelemente auf:22

- Nachrangigkeit in Bezug auf die sonstigen Gläubiger,

- Vorrangigkeit gegenüber dem Eigenkapital,

- höheres Entgelt für die Kapitalbereitstellung im Vergleich zum klassischen Fremdkapital aufgrund der Nachrangigkeit,

- zeitliche Befristung der Kapitalüberlassung auf ca. fünf bis zehn Jahre23,

- Entgelt für die Kapitalbereitstellung stellt handels- und steuerrechtlich regelmäßig Betriebsaufwand dar24.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Mittelstands für die deutsche Wirtschaft und thematisiert den Finanzierungsbedarf aufgrund restriktiver Kreditvergaben.

2. Begriffsdefinitionen und Grundlagen von Mezzanine-Kapital: Dieses Kapitel definiert die Kernelemente hybrider Finanzierungsformen und grenzt Eigen- von Fremdkapital sowie Mezzanine-Kapital ab.

3. Unternehmensfinanzierung in Deutschland: Es wird die aktuelle Situation mittelständischer Unternehmen unter dem Einfluss von Basel II und der Suche nach alternativen Finanzierungsquellen dargelegt.

4. Nachrangdarlehen: Die Ausführungen behandeln die rechtliche Ausgestaltung, die Bilanzierung sowie die steuerliche Behandlung von Nachrangdarlehen beim Darlehensnehmer.

5. Typisch stille Beteiligung: Dieses Kapitel erläutert die steuerliche Einordnung der typisch stillen Beteiligung aus Sicht des stillen Gesellschafters und des Geschäftsinhabers.

6. Atypisch stille Beteiligung: Hier werden die komplexen steuerlichen Rahmenbedingungen der atypisch stillen Beteiligung, insbesondere die Gewinnermittlung als Mitunternehmerschaft, analysiert.

Schlüsselwörter

Mezzanine-Kapital, Mittelstandsfinanzierung, Eigenkapitalquote, Nachrangdarlehen, Stille Beteiligung, Basel II, Finanzierungsalternative, Steuerrecht, Jahresabschluss, Mitunternehmerschaft, hybride Finanzierungsinstrumente, Equity-Kicker, Fremdkapital, Eigenkapital.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit befasst sich mit Mezzanine-Kapital als flexible Finanzierungsmöglichkeit für mittelständische Unternehmen und untersucht dessen rechtliche und steuerliche Auswirkungen auf den Jahresabschluss.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Finanzierungsformen, die Bedeutung für den Mittelstand (u.a. unter Basel II) sowie die detaillierte steuerrechtliche Analyse von Nachrangdarlehen und stillen Beteiligungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Eignung von Mezzanine-Kapital zur Stärkung der Eigenkapitalstruktur aufzuzeigen und die rechtlichen Konsequenzen für die Beteiligten transparent zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung geltender handels- und steuerrechtlicher Vorschriften sowie aktueller Rechtsprechung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Mezzanine-Kapitals, die Finanzierungssituation im Mittelstand sowie die speziellen steuer- und bilanzrechtlichen Regelungen für Nachrangdarlehen und (atypisch) stille Beteiligungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Begriffe umfassen Mezzanine-Kapital, Mittelstandsfinanzierung, Eigenkapitalstruktur, steuerliche Behandlung und Mitunternehmerschaft.

Wie wirkt sich Basel II auf die Finanzierung aus?

Basel II führt zu strengeren Ratingverfahren, die eine höhere Eigenkapitalquote für günstigere Kreditkonditionen notwendig machen, was die Attraktivität von Mezzanine-Finanzierungen erhöht.

Worin liegt der steuerliche Vorteil einer atypisch stillen Beteiligung?

Die atypisch stille Beteiligung kann aufgrund des Gewerbesteuerfreibetrags und des Staffeltarifs erhebliche gewerbesteuerliche Vorteile für den Geschäftsinhaber bieten.

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Details

Title
Die begriffliche Einordnung des Mezzanine-Kapitals im Rahmen der Mittelstandsfinanzierung sowie seine handels- und steuerrechtlichen Auswirkungen auf den Jahresabschluss
College
Saarland University
Grade
1,7
Author
Martina Richter (Author)
Publication Year
2006
Pages
38
Catalog Number
V79784
ISBN (eBook)
9783638785686
Language
German
Tags
Einordnung Mezzanine-Kapitals Rahmen Mittelstandsfinanzierung Auswirkungen Jahresabschluss
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martina Richter (Author), 2006, Die begriffliche Einordnung des Mezzanine-Kapitals im Rahmen der Mittelstandsfinanzierung sowie seine handels- und steuerrechtlichen Auswirkungen auf den Jahresabschluss, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79784
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