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Der Existentialismus als Humanismus?

Title: Der Existentialismus als Humanismus?

Seminar Paper , 2002 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anton Distler (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Der Begriff der "Existenz" hat vor allem bezüglich des menschlichen Daseins eine relativ junge Geschichte in der Philosophie. Die eigentliche und gewichtigste Bedeutung kommt ihm sogar erst im 20. Jahrhundert zu, mit ihren wichtigsten Vertretern aus den unterschiedlichsten philosophischen Richtungen und Schulen, wie der Ontologie und der Phänomenologie. Eine gewisse Zeit lang galt die Beschäftigung mit der "Existenz" sogar als modern, als populäres Lebensgefühl der einen oder anderen Generation, die sich auf die Suche nach etwaigem Sinn zu machen schien. Einer der Hauptvertreter für diese Menschen war der französische Philosoph Jean- Paul Sartre (1905-1980). Er wurde zu ihrer Galionsfigur. Doch muss man Sartres engagiertes Werk und Leben als mehr als nur eine Modeerscheinung für einige Jungwüchsige würdigen, um sich der immensen Bedeutung des Menschen Sartre für die Geschichte bewusst zu werden. Bei den Philosophen erfuhr Sartre Würdigung, indem er einerseits offen und bei Namen kritisiert wurde und andererseits dadurch, indem er es nicht explizit wurde, so zum Beispiel durch Michel Foucault, der nicht in einen Diskurs mit ihm fallen wollte, um ja nicht die Position der Negation einnehmen zu müssen. Die Kritik an Sartres Philosophie kam aus den unterschiedlichsten Richtungen. Die einen sahen seinen methodischen Ansatz für zum Scheitern verurteilt, die anderen warfen ihm vor, das Subjekt in ihm nicht zukommende Höhen zu erheben, es all zu mächtig zu zeichnen. Es ist geradezu eine Bedingung zur Sicherung der eigenen Lebensgrundlagen, sich zu präsentieren, sich auf ein Profil hin zu entwerfen und zu verwirklichen, um nur im nächsten Moment feststellen zu müssen, dass die viel beschworene Flexibilität nach Neuem verlangt, dass das Alte ausgedient hat. Ein grenzenloser Entfremdungsprozess in allen Lebenslagen und –bereichen. Hierbei scheint es in erster Linie nebensächlich, ob der Mensch die Gesellschaft konstruiert oder ob vielmehr umgekehrt die Gesellschaft den Menschen konstruiert. Die Hauptsache ist das Rollenverständnis des Individuums, das „ambivalente Subjekt (...), sowohl von seiner methodischen als auch von seiner inhaltlichen Seite her zerrissen zwischen Ent- und Ermächtigung.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Seinsverständnis Sartres

2.1 Das An- sich- sein

2.2 Das Für- sich- sein

2.3 Das Für- Andere- sein

3. Der Andere

4. Existenz- Deutungen

5. Der Existentialismus ist ein Humanismus

6. Schlussbemerkung

Quellen- und Literaturangaben

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen dem Seinsverständnis Jean-Paul Sartres und der daraus abgeleiteten ethischen Verantwortung, um aufzuzeigen, wie Sartres Existentialismus als Humanismus verstanden werden kann. Dabei wird insbesondere die Rolle des Anderen für die menschliche Existenz analysiert.

  • Phänomenologische und ontologische Grundlagen des Seins bei Sartre
  • Die Dialektik von An-sich-sein, Für-sich-sein und Für-Andere-sein
  • Der Einfluss des Anderen auf das eigene Selbstverständnis und die Freiheit
  • Vergleich und Dialog zwischen Sartre und Heidegger zum Humanismus-Begriff
  • Die ethischen Implikationen des existenzialistischen Engagements

Auszug aus dem Buch

2.2 Das Für- sich- sein:

Wie schon oben angedeutet kommt dem Sein des Bewusstseins die das allgemeine Sein ergänzende Funktion zu, „dem es ‚in seinem Sein um dieses Sein selbst geht’.“ Es handelt sich bei diesem Seinstypus um den des Für- sich- seins. Sartre gibt uns für die Beschreibung des Für- sich- seins einige Charakteristika an die Hand. Sehr wichtige hiervon wären die des Möglichen und der faktischen Notwendigkeit. Das An- sich- sein konnte „(...) weder vom Möglichen abgeleitet noch auf das Notwendige zurückgeführt werden (...).“ Doch bezüglich des Für- sich- seins des Bewusstseins verhält es sich anders. Es ist nicht identisch mit sich selbst, es ist nicht „von sich selbst voll“, sondern in einer „unauflösbaren Einheit“ gespalten in ein präreflexives und ein reflexives Cogito. Ersteres ist die Notwendigkeit für letzteres, und doch verweisen beide aufeinander als „doppelte(s) Verweisungsspiel“.

Sartre erläutert dies anhand ‚innerer’ Vorgänge wie dem Glauben, der Lust oder der Freude, welche nicht „existieren, bevor sie bewusst sind.“ Weiter noch: „(...) das Bewußtsein ist das Maß ihres Seins.“ Dessen Charakteristikum nun ist die „absolute Immanenz.“ Und sobald man dieses Sein erfassen will, entgleitet es einem, verwirrt es einen durch die „Existenz des Spiegelung- Spiegelnden“ und lässt uns eine „Dualität, die Einheit ist“ ahnen. Sartre will damit ein (präreflexives) Bewusstsein vermitteln, das „(...) Bewußtsein (von) sich“ ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zum Existentialismus und zur Bedeutung Jean-Paul Sartres unter Berücksichtigung der kritischen Rezeption.

2. Das Seinsverständnis Sartres: Analyse der ontologischen Strukturen bei Sartre, insbesondere der Unterscheidung von An-sich-sein, Für-sich-sein und Für-Andere-sein.

3. Der Andere: Untersuchung der Rolle des Anderen für die Konstitution des eigenen Selbst und die damit verbundenen Konfliktpotentiale.

4. Existenz- Deutungen: Gegenüberstellung existenzphilosophischer Ansätze, primär zwischen Sartre und Heidegger, hinsichtlich ihres Seinsverständnisses.

5. Der Existentialismus ist ein Humanismus: Erörterung von Sartres Verteidigung des Existentialismus als ethisch begründete Lehre in seinem gleichnamigen Vortrag.

6. Schlussbemerkung: Resümee über die Möglichkeiten einer Ethik bei Sartre und die Vereinbarkeit seines Existentialismus mit humanistischen Idealen.

Schlüsselwörter

Existentialismus, Humanismus, Jean-Paul Sartre, Martin Heidegger, Ontologie, Phänomenologie, Für-sich-sein, An-sich-sein, Bewusstsein, Freiheit, Ethik, Verantwortung, Inter-Subjektivität, Kontingenz, Existenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Philosophie Jean-Paul Sartres und untersucht, ob und wie sein Existentialismus vor dem Hintergrund seines ontologischen Werkes „Das Sein und das Nichts“ als Humanismus verstanden werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind die Seinsstrukturen (An-sich, Für-sich, Für-Andere), das Problem der Freiheit, die Beziehung zum Anderen sowie die ethische Dimension des existenzialistischen Handelns.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Sartres moralphilosophische Aussagen, insbesondere aus seinem Essay „Der Existentialismus ist ein Humanismus“, mit seiner phänomenologischen Ontologie in Einklang zu bringen und den humanistischen Charakter seines Denkens zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt eine phänomenologisch-ontologische Analyse, bei der er die Primärtexte von Sartre und kritische Sekundärliteratur heranzieht, um die logischen Zusammenhänge innerhalb Sartres Philosophie freizulegen.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Seinsweisen bei Sartre, die Untersuchung der Rolle des Anderen sowie eine komparative Betrachtung mit Heideggers Verständnis von Existenz und Humanismus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind insbesondere Existenz, Freiheit, Verantwortung, das „Für-Andere-sein“, die „unhintergehbare existentielle Differenz“ sowie die moralische Verpflichtung im Handeln.

Welche besondere Bedeutung kommt dem „Anderen“ bei Sartre zu?

Der Andere fungiert als notwendiger Vermittler, der mich als Objekt konstituiert und damit eine „Scham“ erzeugt, die mein Selbstbild maßgeblich prägt und mich in eine Konfliktsituation um gegenseitige Anerkennung bringt.

Wie positioniert sich der Autor zur kritischen Kritik an Sartres „popularisierender Fassung“?

Der Autor erkennt das methodologische Dilemma an, hält aber daran fest, dass man die Existenz in ihrer Freiheit und Verantwortung als Grundlage für eine Ethik nutzen kann, auch wenn dies über die rein ontologische Ebene hinausgeht.

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Details

Title
Der Existentialismus als Humanismus?
College
University of Freiburg  (Philosophisches Seminar)
Course
Proseminar: Dialogische Ansätze in der Philosophie der Gegenwart
Grade
1,0
Author
Anton Distler (Author)
Publication Year
2002
Pages
28
Catalog Number
V7983
ISBN (eBook)
9783638150743
ISBN (Book)
9783638640220
Language
German
Tags
sartre existentialismus humanismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anton Distler (Author), 2002, Der Existentialismus als Humanismus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7983
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