Dreikönigsumzüge, Dreikönigsspiele und auch das Dreikönigssingen bereicherten das christliche Brauchtum über die Jahrhunderte hinweg. Lediglich das "Dreikönigssingen" , besser bekannt als Sternsingen, ist von diesen Bräuchen bis in die Gegenwart erhalten geblieben. Es hat heute nach wie vor einen hohen Stellenwert im weihnachtlichen Festkreis.
In Österreich ist das Sternsingen seit den 50er Jahren eng mit der DKA (Dreikönigsaktion) der katholischen Jungschar verbunden. In seiner langjährigen Geschichte war Sternsingen aber nicht immer so erwünscht.
Jetzt zu den Anfängen des Sternsingens. Um die Bedeutung und Langlebigkeit des Sternsingens erklärlich zu machen, ist es notwendig, die Geschichte der Heiligen Drei Könige näher zu betrachten.
Nur zwei der vier Evangelisten thematisieren die Geschichte der Geburt Jesu. Im Lukasevangelium wird über die Verkündigung der "Ankunft des Erlösers" an die Hirten berichtet. Das Matthäusevangelium erzählt vom Besuch und von der Huldigung von Magiern aus dem Osten und richtet sich dabei an jüdisches Publikum. Es soll nachweisen, daß sich die Verheißungen des Alten Bundes erfüllt haben.
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Inhaltsverzeichnis
1. Geschichtliche Entwicklung
1.1 Auszug aus dem Evangelium nach Matthäus
2. Die ersten Sternsinger
3. Beginn des Sternsingens in Österreich
4. Kriterien für die Projektarbeit
5. Warum spenden?
6. Was passiert mit den Spenden?
6.1 Organisation
6.2 Projektzusammenarbeit
7. Unvorhergesehene Situationen oder Probleme beim Sternsingen
8. Traditionelle Sternsingertexte
8.1 Mundarttext
8.2 Längerer Text
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen umfassenden Einblick in den traditionellen Brauch des Sternsingens, dessen historische Wurzeln sowie die moderne Organisation der Dreikönigsaktion in Österreich. Das primäre Ziel ist es, den Wandel vom mittelalterlichen Heischebrauch hin zu einer professionellen entwicklungspolitischen Hilfseinrichtung aufzuzeigen und die praktische Umsetzung in der lokalen Gemeinde zu verdeutlichen.
- Historische Herleitung des Dreikönigssingens aus biblischen und volkskundlichen Quellen.
- Struktureller Aufbau und demokratische Organisation der Dreikönigsaktion (DKA).
- Qualitätskriterien und ethische Richtlinien für die internationale Projektarbeit.
- Praktische Durchführung der Sternsingeraktion in der Pfarre unter Berücksichtigung von Begleitaufgaben.
Auszug aus dem Buch
Beginn des Sternsingens in Österreich
Die erste Sternsingersammlung der Jungschar im Jahr 1955 war ein Dank an die MIVA (Missions- Verkehrs- Arbeitsgemeinschaft). Diese hatte für eine Lichtstafette der Jungschar einen Jeep zur Verfügung gestellt. Als sich die Jungschar bei der MIVA nach den Leihkosten für das Fahrzeug erkundigte, unterbreitete der MIVA- Geschäftsführer einen ausgefallenen Vorschlag: Die Jungschargruppen sollten Sternsingen gehen und mit dem gesammelten Geld die Arbeit der MIVA unterstützen. Mit dem unerwarteten Ergebnis von 42.386,69 Schilling konnten gleich drei Motorräder für die MIVA gekauft werden.
Seither ist die Aktion stetig gewachsen. Immer mehr Projekte konnten unterstützt werden. Die Diözesanleitungen der Jungschar befassten sich immer wieder mit Fragen zu Mission und Entwicklungshilfe. Bald wurden Richtlinien für die Projektarbeit erstellt. Sie geben darüber Auskunft, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit ein Projekt mit dem gesammelten Geld unterstützt werden kann. Die Jungschar richtete ein Referat ein, in dem erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die immer größer werdende Zahl an Ansuchen und Projekten bearbeitet und betreut. Aus einer „kleinen“ Aktion ist eine professionelle Einrichtung geworden.
Zusammenfassung der Kapitel
Geschichtliche Entwicklung: Beleuchtet die Ursprünge des Dreikönigssingens und deren biblische Basis, ergänzt durch die historische Entwicklung der Heiligenverehrung im Mittelalter.
Die ersten Sternsinger: Beschreibt die Entstehung des Sternsingens als Brauch von Schülern und Studenten im 15./16. Jahrhundert sowie dessen Verbreitung durch Handwerker.
Beginn des Sternsingens in Österreich: Dokumentiert den Start der Sternsingeraktion durch die Katholische Jungschar im Jahr 1955 zugunsten der MIVA.
Kriterien für die Projektarbeit: Definiert die vier zentralen Säulen „gemeinsam, langfristig, breit und ganzheitlich“ für die Projektförderung der DKA.
Warum spenden?: Analysiert die globale Ungleichverteilung von Ressourcen und begründet die Notwendigkeit der Hilfe für die Dritte Welt.
Was passiert mit den Spenden?: Stellt die Schwerpunktländer der DKA sowie die Aufteilung der Finanzmittel nach Kontinenten dar.
Unvorhergesehene Situationen oder Probleme beim Sternsingen: Gibt praktische Ratschläge für Begleitpersonen bei Schwierigkeiten vor Ort.
Traditionelle Sternsingertexte: Bietet eine Auswahl an überlieferten Sprüchen und Liedern in Mundart und in hochdeutscher Sprache.
Schlüsselwörter
Sternsingen, Dreikönigsaktion, Katholische Jungschar, Entwicklungshilfe, Projektarbeit, Heilige Drei Könige, Brauchtum, Spenden, Missionsarbeit, Hilfswerk, Sternsingertexte, Projektpartnerschaften, Österreich, Globales Lernen, soziale Verantwortung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt den Brauch des Sternsingens, von seinen historischen religiösen Wurzeln bis zur modernen Organisation der Dreikönigsaktion als Instrument der internationalen Entwicklungszusammenarbeit.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Themen umfassen die Geschichte des Dreikönigssingens, die Struktur der katholischen Jungschar, die ethischen Kriterien für Hilfsprojekte sowie praktische Hinweise für die Durchführung in der Gemeinde.
Was ist das primäre Ziel der Sternsingeraktion?
Das primäre Ziel ist es, durch das Sammeln von Spenden Projekte in Ländern der Dritten Welt zu unterstützen und die dort lebenden Menschen als Partner auf Augenhöhe zu begleiten.
Welche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Darstellung und Aufbereitung von Quellenmaterial, Jahresberichten der Dreikönigsaktion sowie persönlichen Erfahrungen der Autorin aus der Gemeindearbeit.
Welche Inhalte bilden den Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, eine Darstellung der Organisationsstruktur der Dreikönigsaktion, Kriterien für die Projektvergabe und einen praxisnahen Teil zur Durchführung des Sternsingens.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sternsingen, Dreikönigsaktion, Projektarbeit, Entwicklungshilfe und das christliche Brauchtum.
Wie wird mit unvorhergesehenen Problemen während des Sternsingens umgegangen?
Das Dokument schlägt eine sorgfältige Vorbereitung durch Gruppenleiter und den Einsatz erfahrener Begleitpersonen vor, die flexibel auf Situationen wie Wetterbedingungen, schwierige Hundebegegnungen oder Fragen zum Spendenzweck reagieren können.
Welche Rolle spielt Jimmy Khayog in diesem Dokument?
Jimmy Khayog wird als Beispiel für einen Projektpartner aus den Philippinen angeführt, um die konkrete Lebenssituation der Ureinwohner und die Wirkung der Unterstützung durch die DKA zu veranschaulichen.
- Citar trabajo
- Berta Wieländer (Autor), 2000, Sternsingen. Geschichte, Kriterien und Spenden, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7993