Die Bedeutung des Indianers als Wärter der Natur in Gary Snyders "This poem is for bear" aus "Myths & Texts"


Seminararbeit, 2002
15 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhalt

Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

l. Die Bedeutung des Indianers als Wärter der Natur in Gary Snyders This poem is for bear aus Myths & Texts
1.1. Die Beziehung des Indianers zum Tier und Snyders Einstellung
zum verantwortungsvollen Umgang des Indianers mit Tieren
1.2. Der Indianer als Wärter der Natur und seine Beziehung zum
Tier in Snyders This poem is for bear

Zusammenfassung

Anmerkungen

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

EHH. = Gary Snyder, Earth House Hold: Technical Notes & Queries to Fellow Dharma Revolutionaries. 5. Aufl. (New York, 1969)

Tl. = Gary Snyder, Turtle Island. 5. Aufl. (New York, 1974)

M & T. = Gary Snyder, Myths & Texts. 2. Aufl. (New York, 1978)

Grewe - Volpp = Christiane Grewe - Volpp, Das Naturbild im Werk von Gary Snyder (Heidelberg, 1983)

Heizer / Elsasser = Robert F. Heizer & Albert B. Elsasser, The Natural World of the California Indians (Berkeley / Los Angeles / London, 1980)

Rodenberg = Hans - Peter Rodenberg, Der imaginierte Indianer. Zur Dynamik von Kultur- konflikt und Vergesellschaftung des fremden (Frankfurt am Main, 1994)

Einleitung

Als Gary Snyder in den 1960er Jahren im Rahmen der gegenkulturellen Protestbewegungen eine alternative Lebensweise zur westlichen Kultur suchte, wandte er sich intensiv den Kultu­ren der nordamerikanischen Indianer zu, von denen seine poetische Arbeit wesentliche Impul­se erhielt 1. Da dem Native American von Anthropologen generell die Eigenschaft attestiert wird, „ the true ecological man " 2 zu sein, wird verständlich, dass Snyder, der auch Anthro­pologie studiert hat, den Indianer als Ökologen ansieht.

Snyders Kenntnis von den Native Americans hat ihm selbst grundlegende Orientierungs­hilfe bei der Suche nach einer rechten Einstellung zur natürlichen Umwelt gegeben. Darüber hinaus ging es Snyder um eine geistige Rückbesinnung auf einen archaischen Geisteszustand (original mind) 3, den sich seiner Ansicht nach die primitiven Menschen erhalten haben, und der ein klares Gegengewicht zu den für ihn bedeutungslosen Werten der westlichen Zivilisati­on darstellt. Nach Snyder besitzen die nordamerikanischen Indianer eine primitive Sensibili­tät, die es ihnen ermöglicht, mit der Natur eins zu sein.

Snyder sieht also das indianische Verhältnis zur Natur als vorbildlich an und wertet den „ökologisch denkenden" Indianer zum Erhalter oder genauer zum Wärter der Natur auf. Eine Unterscheidung der Begriffe „Erhalter"(saver) und „Wärter"(keeper) erscheint in diesem Kontext angemessen, da sich Snyder in dem Essay The Rediscovery of Turtle Island 4 aus­drücklich von einer bloßen Erhaltermentalität ("saver" mentality] distanziert hat. Es erscheint somit nahe liegend, dass er den Indianer als Ökologen nicht im Sinne eines passiven Naturer­halters versteht, der die Ursprünglichkeit der Natur frei von menschlichem Einfluss erhalten möchte, sondern als einen Wärter der Natur, der die natürliche Umwelt beschützt, aber auch in sie eingreifen kann. Dieses Eingreifen in die Natur bedeutet demnach jedoch kein Ausbeu­ten der Natur, sondern einen behutsamen Umgang mit den natürlichen Ressourcen5.

Für Snyder zeigt sich die verantwortungsvolle Haltung der Indianer gegenüber der Um­welt primär an ihrer Einstellung zu Tieren, wobei der vorsichtige Umgang mit der Natur, nach Snyders Ansicht, in den indianischen Jagdmethoden seinen Ausdruck findet. Es erscheint deshalb sinnvoll, die Darstellung der Beziehung des Indianers zu Tieren in Snyders Gedicht This poem is for bear aus Myths & Texts zu analysieren. Hierfür ist es zunächst notwendig, auf anthropologische Erkenntnisse hinsichtlich der Beziehung des Indianers zu anderen Le­bewesen einzugehen sowie auf Snyders Essays, in denen er die Lebenseinstellung des India­ners zu Tieren thematisiert.

1. Die Bedeutung des Indianers als Wärter der Natur in Gary Snyders This poem is for bear aus Myths & Texts

1.1. Die Beziehung des Indianers zum Tier und Snyders Einstellung zum verantwortungs­vollen Umgang des Indianers mit Tieren

Das Verhältnis des Indianers und des primitiven Menschen zu Tieren ist generell durch ein starkes Interesse dieses Menschen an den Tieren geprägt, da er die Natur als eine Art „lebende Speisekammer" ansieht und die Notwendigkeit erkennt, sich den Tieren hinwenden zu müs­sen, um Nahrung durch sie zu gewinnen. Auf diese Weise nimmt der primitive Mensch gera­dezu eine soziale Gefühlshaltung den Tieren gegenüber ein 6, die wiederum eine respektvolle Haltung ihnen gegenüber impliziert. Somit ist die Einstellung des Indianers zu Tieren und zur Natur primär von den Grundbedürfnissen des menschlichen Lebens bestimmt. Aus diesem Grund erscheint es verständlich, dass die Indianer generell von einer starken Ähnlichkeit zwi­schen Mensch und Tier ausgehen und das Tier als dem Menschen gleichwertig betrachten. Dies hängt auch damit zusammen, dass speziell im traditionellen Bewusstsein der nordameri­kanischen Indianer alle Lebewesen der natürlichen Umwelt als gleichermaßen beseelte Mit­glieder einer „Weltfamilie" angesehen werden. Darüber hinaus ist wichtig zu bemerken, dass die Indianer nicht zwischen dem Tier und der entsprechenden mythischen Figur unterschei­den, da beide einem als tatsächlich empfundenen Gleichgewicht natürlicher Vorgänge und Kräfte zugeordnet werden. Aus diesem Grund scheint es auch, dass das indianische Weltver­ständnis um die Zerbrechlichkeit des Zusammenspiels der natürlichen Vorgänge weiß 7. Auf diese Weise wird auch an der indianischen Mythologie deutlich, dass Tiere aus der Sicht der Indianer eine große Menschenähnlichkeit besitzen, da sie durch anthropomorphe Eigenschaf­ten charakterisiert werden und ein Leben parallel zu dem der Menschen führen. Es kommt in der Mythologie der Native Americans nämlich häufig vor, dass Tiere sprechen, eine eigene Sprache besitzen, aber auch den Menschen verstehen können. Diese Ansicht setzt voraus, dass Tiere in der indianischen Mythologie als übernatürliche Wesen angesehen werden.

Diese Einstellung übernimmt auch Snyder, so drückt er in dem Essay The Wilderness aus Turtle Island aus, dass eine große Notwendigkeit besteht, die Tiere respektvoll, nach dem Vorbild der Sioux - Indianer, als „Leute"(people) anzuerkennen : „What we must find a way to do (...) is incorporate the other people [i.e. the animals] what the Sioux Indians called the creeping people, and the Standing people, and the flying people, and the swimming people

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung des Indianers als Wärter der Natur in Gary Snyders "This poem is for bear" aus "Myths & Texts"
Hochschule
Universität Hamburg
Veranstaltung
Depicting the Indian: "Noble Savages" and "Red Devils"
Note
2,3
Autor
Jahr
2002
Seiten
15
Katalognummer
V79932
ISBN (eBook)
9783638785723
ISBN (Buch)
9783638790970
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutung, Indianers, Wärter, Natur, Gary, Snyders, This, Myths, Texts, Depicting, Indian, Noble, Savages, Devils
Arbeit zitieren
Sirinya Pakditawan (Autor), 2002, Die Bedeutung des Indianers als Wärter der Natur in Gary Snyders "This poem is for bear" aus "Myths & Texts", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/79932

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